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Veröffentlicht am 24.02.2022

Dunkle Wolken ziehen über dem Palais Heiligendamm auf

Palais Heiligendamm - Tage der Entscheidung
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Dies ist der dritte Teil einer (hoffentlich) vierbändigen Reihe über das Palais Heiligendamm und dessen Inhaberfamilie Kuhlmann. Julia, die Enkelin des Hotelgründers ist mittlerweile erwachsen und bringt ...

Dies ist der dritte Teil einer (hoffentlich) vierbändigen Reihe über das Palais Heiligendamm und dessen Inhaberfamilie Kuhlmann. Julia, die Enkelin des Hotelgründers ist mittlerweile erwachsen und bringt sich leidenschaftlich ins Hotel ein, während ihre Eltern sich etwas zurückziehen und auch ihr Onkel Paul zwischenzeitlich anderen Verpflichtungen nachgeht. Auch in Liebesdingen tut sich bei Paul, dessen Schwester Luise und Julia etwas. Zugleich gewinnen die Nationalsozialisten aber auch immer mehr an Macht und Einfluss, was sowohl Auswirkungen auf das Hotel als auch auf das Privatleben aller hat.

Ich fand es sehr interessant und spannend, wie es Michaela Grünig gelungen ist, wahre historische Ereignisse mit dem Leben der beteiligten Personen zu verknüpfen, sodass man die Konsequenzen davon aus deren Perspektive miterlebt und nicht nur aus der Distanz des Geschichtsunterrichts oder von Dokumentationen über den Nationalsozialismus. Die historischen Fakten wirken gut recherchiert und alles wird durch den Erzählstil der Autorin sehr anschaulich und greifbar. Auch die einzelnen Charaktere sind überzeugend gestaltet und jede:r auf seine Weise liebenswert.

Ein kleines Manko stellt für mich dar, dass noch nicht festzustehen scheint, ob es noch einen weiteren Band geben wird und dennoch die meisten Handlungsstränge nicht voll abgeschlossen sind. Daher hoffe ich sehr, dass wir bald doch noch eine Fortsetzung der Geschichte lesen dürfen.

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Veröffentlicht am 11.02.2022

Dachs und Rakete erobern die Stadt

Dachs und Rakete. Ab in die Stadt!
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Bei diesem Kinderbuch hat mich das liebevoll-witzig gestaltete Cover mit seinen freundlichen bunten Farben gleich neugierig gemacht und auch die raue Haptik des Einbandes, die es natürlicher wirken lässt, ...

Bei diesem Kinderbuch hat mich das liebevoll-witzig gestaltete Cover mit seinen freundlichen bunten Farben gleich neugierig gemacht und auch die raue Haptik des Einbandes, die es natürlicher wirken lässt, gefällt mir gut.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen der Erfinder Herr Dachs und seine Freundin, die Schnecke Rakete. Deren Namensgebung lässt schon vermuten, dass es sich um ein humorvolles Kinderbuch handelt und besonders die witzigen Überschriften der 13 Kapitel verstärken diesen Eindruck. Aber auch ansonsten versteht es der Verfasser wortgewandt, aber zugleich auch kindgerecht zu schreiben, witzig, aber nicht zu sehr ins Klamaukige abdriftend. Kinder werden viel Spaß an diesem Schreibstil haben. Etwas Ernst ist aber auch dabei, Herr Dachs und Rakete werden nämlich von der Baustelle eines Erlebnisparks aus ihrem paradiesischem Abenteuerspielplatzgarten mit viel Gemüse und Obststräuchern vertrieben. So landen sie mit Sack und Pack in der großen Stadt, wo sie glücklicherweise schnell Zuflucht und Anschluss finden und einige Abenteuer erleben.

Ich denke, das Buch ist super zum Vorlesen für 3-6-Jährige geeignet, durch die Einteilung in 13 Kapitel bietet es sich auch als Vorlesebuch zum Einschlafen an. Die sehr liebevoll gestalteten und bunten Illustrationen verstärken die Lesefreude zusätzlich und treffen den Geschmack der Kinder genauso wie den der erwachsenen Vorleser. Gleiches gilt für den Schreibstil mit viel Wortwitz.

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Veröffentlicht am 11.02.2022

Einblicke

Das Vorkommnis
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Im Mittelpunkt von "Das Vorkommnis" steht eine Frau um die 40, Mutter mehrer Kinder. Sie scheint Schriftstellerin und Dozentin für neuere Literatur zu sein und wird auf einer Lesung von einer Fremden angesprochen, ...

Im Mittelpunkt von "Das Vorkommnis" steht eine Frau um die 40, Mutter mehrer Kinder. Sie scheint Schriftstellerin und Dozentin für neuere Literatur zu sein und wird auf einer Lesung von einer Fremden angesprochen, die ihre Halbschwester ist. Nach dieser Begegnung kommt es aber zu keinen weiteren Treffen, die Geschichte ihrer Halbschwester und damit auch die ihres Vaters und ihrer Mutter lassen sie danach aber nie mehr ganz los. Auch nicht, als sie beruflich für einige Zeit an eine Uni in den USA geht und ihre Mutter und ihre Kinder mitnimmt, ihr Mann aber in Deutschland zurückbleibt. Sie denkt immer wieder über das Verhältnis ihrer Eltern zueinander, ihr doch recht distanziertes Verhältnis zu ihrer "echten" Schwester, mit der sie aufgewachsen ist, zu ihren Kindern und ihrem Mann nach und darüber, wie viele Menschen wissentlich oder unwissentlich Halbgeschwister haben.

Den größten Teil des Romans nimmt die Zeit in den USA ein. Die Kapitel sind oft sehr kurz und episodenhaft, vieles wird nur knapp angerissen, ohne, dass es sich komplett klärt. Dadurch fehlen mir persönlich ein bisschen der rote Faden und eine echte Handlung, wobei es der Autorin andererseits sehr gut gelingt, ihre durcheinander geratenen Gefühle authentisch und eindrücklich in Worte zu fassen. Die weiteren Personen bleiben für meinen Geschmack dagegen zu blass, man kann sich kein wirkliches Bild von ihnen machen. Damit bleiben für mich interessante Gedankengänge beeindruckend in Worte gefasst, aber eine Geschichte, die noch mehr Potential gehabt hätte.

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Veröffentlicht am 28.01.2022

Eine Ärztin für die dunkelsten Ecken Hamburgs

Die Hafenärztin. Ein Leben für die Freiheit der Frauen (Hafenärztin 1)
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Der Roman spielt im Jahr 1910 in der Gegend um den Hamburger Hafen, in der die Ärmsten leben. Das Cover lässt das bei genauem Hinsehen etwas erahnen, ich hätte aber dem Stadtbild mehr Raum eingeräumt, ...

Der Roman spielt im Jahr 1910 in der Gegend um den Hamburger Hafen, in der die Ärmsten leben. Das Cover lässt das bei genauem Hinsehen etwas erahnen, ich hätte aber dem Stadtbild mehr Raum eingeräumt, anstatt die Protagonistin so groß abzubilden. Auch die Farbkombination goldener Rahmen und goldene Schrift auf Schwarz finde ich nicht so ideal gewählt.

Im Mittelpunkt der Handlung steht die junge Ärztin Anne Fitzpatrick, die ihre Kindheit als Tochter eines reichen Reeders in Hamburg verbracht hat, dann aber überstürzt mit ihrer Familie nach London ziehen musste, wo sie Medizin studieren durfte, was in Deutschland zu dieser Zeit noch nicht möglich war. Ebenso spontan kommt sie dann aber als etwa 30-jährige Frau nach Hamburg zurück und engagiert sich für Frauen und Kinder in Not. Unterstützung erhält sie dabei von der Pastorentochter Helene, die mehr aus ihrem Leben machen will, als früh heiraten. Die Arbeit der beiden wird aber schnell dadurch gestört, dass Frauen, die eine gewisse Verbindung zur Hilfsorganisation von Anne hatten, ermordet werden.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Man bekommt tiefe Einblicke in das Elend der einfachen Arbeiterfamilien und besonders der Frauen in der damaligen Zeit. Durch die Mordfälle ist aber zugleich auch eine gute Dosis Spannung enthalten und Täter und Motiv bleiben lange unklar. Die beiden weiblichen Protagonistinnen und in gewisser Weise auch der Kommissar wirken sympathisch und man wünscht ihnen, dass alles gut für sie ausgeht. Der Schreibstil der Autorin ist anschaulich und zumeist gut verständlich, anfangs waren mir ein paar Begriffe aus dem Hafenumfeld nicht gleich klar, die für das Gesamtverständnis aber weniger relevant waren. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 28.01.2022

Eine Jugend in den 70er Jahren

Unser kostbares Leben
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Bei diesem Roman hat mich neben dem sehr ansprechend und passend zu den 70er Jahren gestalteten Cover auch gleich angesprochen, dass mir die Verfasserin bereits von anderen Romanen, die ich gerne gelesen ...

Bei diesem Roman hat mich neben dem sehr ansprechend und passend zu den 70er Jahren gestalteten Cover auch gleich angesprochen, dass mir die Verfasserin bereits von anderen Romanen, die ich gerne gelesen habe, bekannt ist.

"Unser kostbares Leben" spielt in Mainheim, einer Kleinstadt, geprägt von einer großen Schokoladenfabrik, deren Direktor Caros Vater im Jahr 1972 ist. Caro und ihre Freundin Minka, Tochter des Mainheimer SPD-Bürgermeisters besuchen damals die 4. Klasse der Grundschule und sind dabei, als ihr vietnamesischer Mitschüler Guy im Schwimmbad einen schweren Unfall hat, der auch das Einfluss auf das Leben von Caros und Minkas Eltern und einiger anderer Mainheimer haben wird. Zeitgleich kommt das vietnamesische Waisenkind Claire im Mainheimer Kinderheim an, wo auch nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen scheint.

Im Roman finden sich auch viele zeitgeschichtliche Themen, was ich sehr spannend fand, da ich erst Anfang der 80er Jahre geboren wurde und nun aus der Sicht der Mädchen und ihrer Familien das Misstrauensvotum gegen Willy Brandt oder die starke Verschmutzung der Flüsse damals miterleben konnte. Katharina Fuchs beschreibt das alles sehr anschaulich und fängt verschiedene Atmosphären sehr gut ein, sodass man sich gut in alles hineinversetzen kann. Dazu trägt auch bei, dass die verschiedenen Kapitel auch aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben sind, zum Beispiel aus Sicht eines der Mädchen, ihrer Väter oder auch der Ärztin im Waisenhaus, sodass man als Leser teilweise mehr weiß, als die anderen Personen aus dem Roman. Dennoch bleibt es spannend, was noch so alles passieren wird.

Was ich bei der Dicke des Romans mit über 600 Seiten ganz praktisch gefunden hätte, wäre ein Bändchen als Lesezeichen gewesen. Und auch eine Karte von Mainheim und seiner Umgebung hätte ich manchmal ganz interessant gefunden, um noch besser nachvollziehen zu können, wo sich etwas befindet.

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