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Veröffentlicht am 28.01.2022

Eine Jugend in den 70er Jahren

Unser kostbares Leben
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Bei diesem Roman hat mich neben dem sehr ansprechend und passend zu den 70er Jahren gestalteten Cover auch gleich angesprochen, dass mir die Verfasserin bereits von anderen Romanen, die ich gerne gelesen ...

Bei diesem Roman hat mich neben dem sehr ansprechend und passend zu den 70er Jahren gestalteten Cover auch gleich angesprochen, dass mir die Verfasserin bereits von anderen Romanen, die ich gerne gelesen habe, bekannt ist.

"Unser kostbares Leben" spielt in Mainheim, einer Kleinstadt, geprägt von einer großen Schokoladenfabrik, deren Direktor Caros Vater im Jahr 1972 ist. Caro und ihre Freundin Minka, Tochter des Mainheimer SPD-Bürgermeisters besuchen damals die 4. Klasse der Grundschule und sind dabei, als ihr vietnamesischer Mitschüler Guy im Schwimmbad einen schweren Unfall hat, der auch das Einfluss auf das Leben von Caros und Minkas Eltern und einiger anderer Mainheimer haben wird. Zeitgleich kommt das vietnamesische Waisenkind Claire im Mainheimer Kinderheim an, wo auch nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen scheint.

Im Roman finden sich auch viele zeitgeschichtliche Themen, was ich sehr spannend fand, da ich erst Anfang der 80er Jahre geboren wurde und nun aus der Sicht der Mädchen und ihrer Familien das Misstrauensvotum gegen Willy Brandt oder die starke Verschmutzung der Flüsse damals miterleben konnte. Katharina Fuchs beschreibt das alles sehr anschaulich und fängt verschiedene Atmosphären sehr gut ein, sodass man sich gut in alles hineinversetzen kann. Dazu trägt auch bei, dass die verschiedenen Kapitel auch aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben sind, zum Beispiel aus Sicht eines der Mädchen, ihrer Väter oder auch der Ärztin im Waisenhaus, sodass man als Leser teilweise mehr weiß, als die anderen Personen aus dem Roman. Dennoch bleibt es spannend, was noch so alles passieren wird.

Was ich bei der Dicke des Romans mit über 600 Seiten ganz praktisch gefunden hätte, wäre ein Bändchen als Lesezeichen gewesen. Und auch eine Karte von Mainheim und seiner Umgebung hätte ich manchmal ganz interessant gefunden, um noch besser nachvollziehen zu können, wo sich etwas befindet.

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Veröffentlicht am 28.01.2022

Anders

Brummps
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Mich persönlich haben die matt-rauhe Haptik und die Covergestaltung dieses Kinderbuches sehr angesprochen, es wirkt dadurch auch etwas retro. Ich kann mir aber vorstellen, dass jüngere Kinder, die ein ...

Mich persönlich haben die matt-rauhe Haptik und die Covergestaltung dieses Kinderbuches sehr angesprochen, es wirkt dadurch auch etwas retro. Ich kann mir aber vorstellen, dass jüngere Kinder, die ein Vorlesebuch nach dem Cover auswählen, lieber zu farbgewaltigeren Exemplaren greifen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Jonny Ameise, der anders ist, als die anderen Ameisen, aber selbst nicht so recht weiß, warum. Seine Freundin, die immer zu ihm hält, ist die Ameise Butz.

Ihre Erlebnisse werden von der Autorin recht ausführlich, anschaulich und sprachgewaltig geschildert. Das ist prinzipiell gut, ich fürchte aber, dass jüngere Kinder überfordert von manchem Abschweifen sind und auch manche Formulierung ist zwar humorvoll für erwachsene Leser, aber für Grundschüler schwer zu verstehen. Nichtsdestotrotz handelt es sich aber um wichtige Themen, die hier bildhaft zur Sprache kommen und die zum Erfahrungsschatz von Kindern in diesem Alter gehören, anders sein zum Beispiel, Zusammenhalt oder, dass man auch mal krank ist. Man sollte das Buch wohl am besten in wohl dosierten Abschnitten gemeinsam lesen und gegebenenfalls Unklarheiten aufklären.

Die vielen Illustrationen sind sehr liebevoll und detaillreich, aber auch wieder wenig bunt, ich mag den Stil, aber es ist, wie so vieles, Geschmackssache. Sie lockern das Buch auf jeden Fall auf und durch einige Textelemente, ist es zwischendurch fast comicartig.

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Veröffentlicht am 28.01.2022

The Queen ist not amused

Die unhöfliche Tote
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"Die unhöfliche Tote" ist der zweite Krimi der britischen Autorin S. J. Bennett mit der englischen Königin Elisabeth als Hobbyermittlerin.

Diesmal geht es einerseits um ein verschwundenes, aber nicht ...

"Die unhöfliche Tote" ist der zweite Krimi der britischen Autorin S. J. Bennett mit der englischen Königin Elisabeth als Hobbyermittlerin.

Diesmal geht es einerseits um ein verschwundenes, aber nicht allzu wertvolles Gemälde aus dem Privatbesitz der Queen und andererseits um den Mord an einer Hausangestellten direkt neben dem Pool des Schlosses. Das Opfer und auch weitere Angestellte hatten zuvor Drohbriefe erhalten. Die Neugier der Queen ist geweckt und so spannt sie auch wieder ihre Privatsekretärin Rozie für ihre Ermittlungen ein.

Ich fand auch diesen zweiten Teil wieder sehr amüsant und gelungen. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und scheint eine akribische Beobachterin zu sein, was die Macken und Eigenheiten der Queen und ihres Umfeldes, diesmal unter anderem auch Theresa May, angeht, die sie sehr pointiert in die Geschichte einfließen lässt. So wirkt die britische Monarchin oft recht menschlich und auf ihre Art liebenswert. Auch Rozie mag ich, wie sie an alles herangeht und sich nicht so schell einschüchtern lässt. Nichtsdestotrotz bleibt auch die Spannung recht lang erhalten. Der Schreibstil der Autorin lässt sich angenehm lesen. Daher empfehle ich diesen royalen Krimi gerne allen, die nicht allzu blutige und auch ein bisschen humorvolle Krimis mögen.

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Veröffentlicht am 28.01.2022

Emma und die Zootiere

Die Frauen von Schönbrunn (Die Schönbrunn-Saga 1)
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Emma, Tochter eines Wiener Veterinärs, würde ebenfalls gerne Tiermedizin studieren, was Frauen damals aber höchstens in der Schweiz möglich war und so tritt sie 1914 erst einmal eine Stelle als Tierpflegerin ...

Emma, Tochter eines Wiener Veterinärs, würde ebenfalls gerne Tiermedizin studieren, was Frauen damals aber höchstens in der Schweiz möglich war und so tritt sie 1914 erst einmal eine Stelle als Tierpflegerin im berühmten Wiener Tiergarten Schönbrunn an und bringt dort, soweit dies unter den Umständen des Ersten Weltkrieges möglich ist, etwas frischen Wind in den Umgang mit den Tieren, was nicht jeder schätzt. Einige Zeit nach ihr tritt auch der Tierarzt Julius, der nach einer Verwundung nicht mehr zurück an die Front muss, seine Stelle im Zoo an und trifft dort mit dem stellvertretenden Zooleiter auf einen verhassten ehemaligen Mitschüler, der auch Emma das Leben erschwert. Diese kämpft während des Kriegs nicht nur darum, sich und ihre schwangere Schwester durchzubringen, sondern auch darum, dass möglichst viele Tiere trotz Futterknappheit überleben. Außerdem weiß sie nicht so recht, was sie von Julius halten soll.

Mir hat der Roman gut gefallen, da ich selbst schon im Wiener Zoo war und dieser mir gut gefallen hat. Daher fand ich es sehr interessant, mehr über dessen Geschichte zu erfahren. Emma als Protagonistin ist mir sehr sympathisch, wie sie für alles kämpft, was ihr wichtig ist und nicht so schnell aufgibt und auch Julius mochte ich. Die Autorin schreibt anschaulich und gut nachvollziehbar, sodass man sich als Leser gut in die Zeit und in die Beteiligten hineinversetzen kann.

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Veröffentlicht am 10.01.2022

Schwesternwirtschaft

Der Friesenhof
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Im Mittelpunkt von Fenja Lüders neuester Romanreihe steht ein friesischer Bauernhof in der Nähe von Emden, mitsamt seiner Bewohner:innen. Im Jahr 1948, also kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, stirbt der ...

Im Mittelpunkt von Fenja Lüders neuester Romanreihe steht ein friesischer Bauernhof in der Nähe von Emden, mitsamt seiner Bewohner:innen. Im Jahr 1948, also kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, stirbt der Vater von Gesa, Hanna und Helga viel zu jung. Sein Sohn ist im Krieg gefallen, sodass der Hof nun ohne männlichen Erben dasteht. Diese Rolle möchte Helgas Mann nur zu gerne einnehmen, aber die beiden anderen Schwestern trauen ihm (zu Recht) nicht über den Weg. Hanna würde den Hof sehr gerne führen und bringt auch alle notwendigen Voraussetzungen mit, als Frau galt das in der damaligen Zeit aber als nahezu unmöglich. Daher soll sie möglichst bald einen geeigneten Mann heiraten. Ihr Herz gehört jedoch eigentlich schon einem polnischstämmigen ehemaligen Zwangsarbeiter, was kurz nach dem Krieg nicht gerne gesehen wurde. Gesa hat mit der Landwirtschaft wenig am Hut, tut aber auch alles, um das Erbe ihres Vaters zu retten und fängt an, in Emden bei einem Teehandelskontor zu arbeiten, damit die Familie über die Runden kommt. Der Juniorchef dort findet sie sehr sympathisch, ist aber leider schon verheiratet.

Mir hat der erste Band dieser neuen Reihe sehr gut gefallen. Er entführt nach Ostfriesland in die Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, dessen Nachwirkungen noch zu spüren sind. Gesa und Hanna lassen sich aber dennoch nicht unterkriegen, obwohl Frauen damals noch wenige Rechte zugestanden wurden. Das macht sie mir sehr sympathisch, auch weil sie so fest zusammenhalten und eine die andere unterstützt. Auch über die Arbeit auf einem friesischen Hof und den Ostfriesentee konnte ich beim Lesen noch einiges Neues erfahren und habe mir zwischendurch auch passend dazu die eine oder andere Tasse gegönnt. Auf jeden Fall möchte ich jetzt sehr gerne wissen, wie es mit den Schwestern und ihrer Familie weitergeht und freue mich schon auf den nächsten Teil. Der Schreibstil von Fenja Lüders war, wie schon von der Speicherstadt-Saga gewohnt, gut lesbar und anschaulich. Ich empfehle das Buch gerne allen, die sich für die deutsche Nachkriegszeit und starke Frauen interessieren und im Idealfall auch Ostfriesland mögen.

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