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Veröffentlicht am 29.09.2025

Pläne sind dazu da, umgeworfen zu werden

Weihnachten in Applemore
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Bei Weihnachten in Applemore handelt es sich um den vierten Teil einer Reihe, um mehrere Geschwister und eine Dorfgemeinschaft. Wie das Cover und der Titel eindeutig verraten, handelt die neueste Episode ...

Bei Weihnachten in Applemore handelt es sich um den vierten Teil einer Reihe, um mehrere Geschwister und eine Dorfgemeinschaft. Wie das Cover und der Titel eindeutig verraten, handelt die neueste Episode um Weihnachten herum.

Harry, der beste Freund von Polly (beide haben sich noch nicht eingestanden, mehr füreinander zu empfinden) möchte über die Weihnachtstage sein Hotel mit Pub und zugleich gehobener Küche schließen, um es renovieren zu lassen, damit die Zimmer wieder dem Stand der Zeit entsprechen. Da funkt ihm allerdings Influencerin Ivy dazwischen, die sehr spontan und ausgerechnet an Weihnachten, in seinem Hotel heiraten möchte. Das wäre natürlich eine super Werbung für das Hotel, sorgt aber für jede Menge zusätzliche Arbeit und bringt alle Pläne durcheinander. Polly überzeugt Harry aber, die Anfrage anzunehmen und es gibt in Applemore ja zum Glück auch sonst viele helfende Hände, die ihn unterstützen wollen.

Es handelt sich hier um ein weihnachtliches Wohlfühlbuch, mit dessen Hilfe man beim Lesen in einen kleinen Ort in den Schottischen Highlands abschweifen kann. Der Schreibstil der Autorin ist anschaulich und angenehm lesbar, gut für einen tristen Herbst- oder Wintertag auf dem Sofa. Die Menschen der Dorfgemeinschaft sind allesamt auf ihre Art sympathisch. Mir fiel es allerdings etwas schwer, mit den ganzen Namen und Zusammenhängen klar zu kommen, da ich ansonsten nur den ersten Teil kenne. Das ist nicht so schlimm für die aktuelle Geschichte, es schadet aber sicher grundsätzlich nicht, auch die anderen Teile gelesen zu haben. Gut fand ich, dass die Autorin auf zu explizite Sexszenen, wie sie heute oft üblich sind, verzichtet hat. Die Liebesgeschichte hätte aber grundsätzlich noch etwas mehr Raum neben den ganzen Nebenhandlungen bedingt durch die recht hohe Anzahl der Nebenfiguren, einnehmen dürfen.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Nachtaktiv

Der Schlaf der Anderen
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Der neue Roman von Tamar Noort beschäftigt sich mit dem Thema Schlaflosigkeit. Janis ist gelernte Pflegefachkraft und arbeitet mittlerweile nachts in einem Schlaflabor. Dort begegnet ihr die Lehrerin Sina. ...

Der neue Roman von Tamar Noort beschäftigt sich mit dem Thema Schlaflosigkeit. Janis ist gelernte Pflegefachkraft und arbeitet mittlerweile nachts in einem Schlaflabor. Dort begegnet ihr die Lehrerin Sina. Sie ist Mitte 40, Mutter zweier Schulkinder und ihr Mann ist ebenfalls Lehrer an ihrer Schule. Sie leidet an Schlafstörungen, die sie mit starkem Medikamenten in den Griff zu bekommen versucht. Ihr neuer Hausarzt schickt sie dann aber ins Schlaflabor. Sie bricht die Untersuchung dort mitten in der Nacht ab und so läuft sie mit Janis durch ihre nächtliche Heimatstadt und sie kommen auf verrückte Ideen.

Mir hat die Geschichte gut gefallen. Insbesondere in Sina konnte ich mich sehr gut hineinversetzen, da ich selbst Lehrerin bin und das, was man über ihren Alltag und ihre Arbeit erfährt, sehr treffend ist. So geht es in dem Roman eigentlich gar nicht nur um Schlafstörungen, sondern auch um vieles, was in unserer Gesellschaft im Argen liegt, zum Beispiel, was Überlastung durch die Arbeit, Mental Load oder die Gleichbehandlung beider Geschlechter angeht. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut, sie findet immer wieder tolle sprachliche Bilder, um etwas auszudrücken. Aber auch insgesamt ist der Roman flüssig lesbar.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Zurück ins Leben

Noch fünfzig Sommer mehr
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Das Cover lässt einen leichten Sommerroman mit einer wildromantischen Küste als Schauplatz vermuten. Dem ist aber nicht so, viel mehr stehen große Verluste und die Bewältigung der Trauer im Mittelpunkt ...

Das Cover lässt einen leichten Sommerroman mit einer wildromantischen Küste als Schauplatz vermuten. Dem ist aber nicht so, viel mehr stehen große Verluste und die Bewältigung der Trauer im Mittelpunkt der Handlung.

Eleni ist bei ihren Großeltern in einem einsamen Haus im Wald, unweit der Küste in der Bretagne aufgewachsen, seit sie ein Kleinkind war. Bei ihnen verbrachte sie eine glückliche Kindheit. Den Tod der Großeltern hat sie aber nur schwer verkraftet und lebt als junge Frau seht zurückgezogen in deren Haus, bis sie Théo an sich heranlässt, der zu ihrer großen Liebe wird und dann viel zu früh stirbt. Eleni ist verzweifelt und zieht sich wieder vollkommen zurück, bis sie plötzlich Pflanzen und kurze Botschaften mit Erinnerungen an glückliche Zeiten erhält und keine Idee hat, wer dahinter stecken könnte. Doch sie bewirken, dass sie sich wieder mehr nach draußen wagt und weniger gehen lässt.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Sie war ungewöhnlich und ich bin mir nicht sicher, ob sie sich in der Realität wirklich genauso zutragen hätte können, aber sie zeigt, wie Eleni, wenn auch sehr langsam zurück ins Leben findet, obwohl sie viele leidvolle Erfahrungen machen musste. Das beschreibt die Autorin sehr einfühlsam. Eleni als Protagonistin war mir sympathisch, sodass ich mit ihr gelitten habe und auch die Schauplätze konnte ich mir durch die anschauliche Erzählweise gut vorstellen.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Weit weg von daheim

Am Meer ist es schön
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Bei diesem Roman haben sowohl die Autorin, von der ich schon einiges gelesen habe, als auch die Covergestaltung und der Titel mich neugierig gemacht. Das Foto des Mädchens am Strand zeigt, dass die Geschichte ...

Bei diesem Roman haben sowohl die Autorin, von der ich schon einiges gelesen habe, als auch die Covergestaltung und der Titel mich neugierig gemacht. Das Foto des Mädchens am Strand zeigt, dass die Geschichte vor einigen Jahrzehnten spielt.

Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt. 2018 und 1969. Damals war Susanne acht Jahre alt und ihr wurden vom Amtsarzt sechs Wochen Kur an der Nordsee verordnet. Zusammen mit anderen Kindern wird sie nach St. Peter Ording ins Haus Morgentau verschickt, wo verschiedene "Tanten" ein hartes Regiment führen. Diese Zeit und ein damit verbundenes besonders traumatisches Erlebnis verfolgt Susanne auch im hohen Erwachsenenalter noch bis in ihre Alpträume. 2018 liegt dann ihre Mutter in einer Seniorenresidenz im Sterben und Susanne beginnt langsam, sich den schlimmen Erlebnissen in ihrer Kindheit zu stellen und sich ihrer eigenen Tochter zu öffnen.

Ich fand den Roman um die so genannten Verschickungskinder sehr eindrucksvoll. Man kann sich sehr gut in die Kinder und das, was sie auf ihren Kuren an der See erleben mussten, hineinversetzen und erfährt mehr über das Unrecht, das ihnen im Namen der Gesundheitsvorsorge angetan wurde. Aus heutiger Sicht ist es kaum vorstellbar, so junge Kinder überhaupt so lange von ihren Eltern zu trennen und damals waren die Verhältnisse, in denen sie ihre Kuren verbrachten, obendrauf alles andere als liebevoll. Der Schreibstil der Autorin war gewohnt gut lesbar und machte das Leid der Kinder und die unerträglichen Bedingungen sehr anschaulich.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Der Traum vom Dolce Vita

Teddy
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Wie das Cover bereits vermuten lässt, spielt der Roman Ende der 60er Jahre. Teddy Carlyle hat für die damalige Zeit spät geheiratet und zieht mit ihrem Ehemann, der für die amerikanische Botschaft arbeitet, ...

Wie das Cover bereits vermuten lässt, spielt der Roman Ende der 60er Jahre. Teddy Carlyle hat für die damalige Zeit spät geheiratet und zieht mit ihrem Ehemann, der für die amerikanische Botschaft arbeitet, nach Rom. Von Italien erhofft sie sich Dolce Vita und Glamour, ihr Ehemann scheint darauf aber wenig Lust zu haben. Zugleich hat sie wenig Mitspracherecht, was die Gestaltung des gemeinsamen Lebens und das Geldausgeben angeht, obwohl sie selbst ein gewisses Vermögen mit in die Ehe gebracht hat. Als sie ohne ihren Mann auf einer Feier in der Botschaft ist, schießt ein Paparazzi eine kompromittierende Aufnahme von ihr und dem amerikanischen Botschafter und Teddy hat eine Menge Probleme zu lösen.

Ich fand die Zeitreise ins Rom Ende der 60er Jahre sehr unterhaltsam und es war interessant, mehr über das Leben von Teddy als Diplomatengattin zu erfahren, das in der damaligen Zeit nicht so glamourös war, wie man meinen könnte. Teddy wirkt teilweise etwas naiv, nichtsdestotrotz muss man sie einfach mögen und leidet mit ihr mit, wenn sie sich in ungute Situationen manövriert. Was die Handlung angeht, gibt es immer wieder überraschende Wendungen. Der Schreibstil ist gut nachvollziehbar und anschaulich. Ich habe das Hörbuch gehört und fand die Sprecherin passend gewählt. Man konnte ihrer Vortragsweise gut folgen und ihre Stimme harmonierte mit dem Erzählten.

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