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Veröffentlicht am 21.07.2025

Ein unmoralisches Angebot

Wut und Liebe
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Das Cover des Romans ist im typischen Stil von Diogenes gestaltet. Mir persönlich wäre bei der Auswahl des Titelbildes etwas mehr Bezug zur Geschichte lieber gewesen.

In deren Mittelpunkt steht Noah, ...

Das Cover des Romans ist im typischen Stil von Diogenes gestaltet. Mir persönlich wäre bei der Auswahl des Titelbildes etwas mehr Bezug zur Geschichte lieber gewesen.

In deren Mittelpunkt steht Noah, ein eher erfolgloser Künstler Anfang 30, der gerade von seiner Freundin Camilla verlassen wurde, da sie unzufrieden damit war, sie beide mit dem Gehalt ihres ungeliebten Jobs versorgen zu müssen und sich einen wohlhabenden Partner gesucht hat. In dieser Situation lernt er die ältere Witwe Betty kennen, die ihm ein unmoralisches Angebot macht. Er könnte alle Geldsorgen los sein, wenn er sie bei ihrem Racheplan am angeblich skrupellosen Geschäftspartner ihres verstorbenen Mannes unterstützt und diesen für sie umbringt.

Die Geschichte war unterhaltsam mit einigen unerwarteten Wendungen und Twists. Natürlich wurden aber auch immer wieder Klischees bedient und diese ausgereizt, zum Beispiel, was mittellose Künstler oder junge Frauen und reiche Männer angeht. Was das Ende angeht, hatte ich schon eine gewisse Vorahnung. Der Schreibstil war gekonnt, mit vielen sprachlichen Bildern und so, dass man sich die beteiligten Personen gut vorstellen kann. Die sachlich-distanziert wirkende Erzählweise des Hörbuchsprechers passt sehr gut dazu.

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Veröffentlicht am 21.06.2025

Trügerische Idylle

The Surf House
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Von diesem Thriller erwartete ich mir Spannung gepaart mit Strand- und Sommerstimmung, zumal ich schon weitere Bücher der Autorin gelesen habe. Auch das Cover passt zu diesen Erwartungen.

Die Britin Bea ...

Von diesem Thriller erwartete ich mir Spannung gepaart mit Strand- und Sommerstimmung, zumal ich schon weitere Bücher der Autorin gelesen habe. Auch das Cover passt zu diesen Erwartungen.

Die Britin Bea hat ein Foto-Shooting in Marrakesch. Nachdem dieses nicht so läuft, wie geplant, beschließt sie spontan, ihre Model-Karriere, die sie mehr auf Drängen ihrer Mutter begonnen hat, an den Nagel zu hängen und verlässt das Set und checkt aus ihrem Hotel aus. Als sie in einer engen Gasse
von zwei Männern überfallen wird, hilft ihr eine junge Frau, bei der Auseinandersetzung stirbt jedoch einer der Angreifer, der andere entkommt mit Beas Rucksack und somit auch ihrem Pass und ihrem Geld. Marnie, ihre Retterin, bietet ihr einen Job und eine Unterkunft im Surf House an, einem Hostel an der Küste. Doch der Vorfall in Marrakesch lässt Bea nicht so schnell los und auch im Umfeld des Hostels scheint nicht alles so idyllisch zu sein, wie es im ersten Moment wirkte. Ein neuer Gast sucht nach seiner Schwester, die vor einem Jahr dort verschwunden ist und es gibt bald einen weiteren Toten.

Ich fand den Thriller recht spannend, auch wenn ich, trotz unerwarteter Wendungen, schon so eine gewisse Vorahnung hatte. Die Autorin fängt die Stimmung in dem kleinen marokkanischen Surferort und dem Hostel sehr gut ein und Bea als Protagonistin ist mir sympathisch. Der Schreibstil der Autorin war gut nachvollziehbar und auch den Sprecher:innen des Hörbuchs konnte man gut folgen und die verschiedenen Stimmlagen sorgten dabei für Abwechslung beim Zuhören.

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Veröffentlicht am 21.06.2025

Was erlaubt die Liebe?

Unsere Suche nach Zärtlichkeit
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Bei diesem Buch haben mich die sanfte Farbgestaltung des Covers und der Titel direkt angesprochen.

Sebastian Dumont ist Ende 40, geschieden und betreibt in Brüssel eine Uhrmacherwerkstatt. Nachts arbeitet ...

Bei diesem Buch haben mich die sanfte Farbgestaltung des Covers und der Titel direkt angesprochen.

Sebastian Dumont ist Ende 40, geschieden und betreibt in Brüssel eine Uhrmacherwerkstatt. Nachts arbeitet er manchmal ehrenamtlich für die Telefonseelsorge. Der Anruf einer Frau, die er in Antibes vermutet, lässt ihn nicht los und so nimmt er sich eine Auszeit und reist selbst an die Côte d'Azur, wo er dann eine andere Frau kennenlernt und ihr näher kommt. Allerdings ist dann nicht alles so unkompliziert, wie es zunächst scheint.

Der Autor erzählt diese Geschichte sehr feinfühlig und die Thematik und die Fragestellung, die im Roman bearbeitet wird, sind grundsätzlich sehr interessant, für mich persönlich aber etwas weit von meiner Lebensrealität entfernt, sodass ich nicht vollständig abgeholt wurde. Anderen Menschen geht es da aber sicher ganz anders, zumal der Erzählstil dazu beiträgt, dass man sich gut in die Hauptpersonen hineinversetzen kann. Der Sprecher des Hörbuchs passt gut zu dieser Geschichte, er erzählt diese ruhig und unaufgeregt und man kann ihm gut folgen. Manchmal hätten die jeweiligen Emotionen vielleicht noch etwas ausgeprägter wiedergegeben werden können.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Der einsame Weg aus der Trauer

Die Frau und der Fjord
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Bei diesem Roman hat mich das Cover direkt in seinen Bann gezogen, da ich selbst schon auf den Lofoten war und Nordnorwegen sehr liebe. Die besondere Stimmung dort fängt das Bild sehr gut ein.

Gro hat ...

Bei diesem Roman hat mich das Cover direkt in seinen Bann gezogen, da ich selbst schon auf den Lofoten war und Nordnorwegen sehr liebe. Die besondere Stimmung dort fängt das Bild sehr gut ein.

Gro hat als Geologin auf der Suche nach Erdöl gut verdient und hatte mit Nicklas ihre große Liebe gefunden. Dann stirbt dieser plötzlich, als Gro erst Mitte 40 ist. Es fällt ihr sehr schwer, ohne ihn weiterzuleben und so beschließt sie einige Monate nach seinem Tod, sich in ein abgelegenes Haus auf den Lofoten zurückzuziehen, ohne Handy und weitab vom nächsten kleinen Ort. Nicht mal Nicklas übergriffiger Mutter teilt sie ihren Aufenthaltsort mit. Zunächst lebt sie dort ganz allein in und mit der kalten und rauhen Natur, fährt nur alle paar Wochen mit einem kleinen Motorboot in den nächsten Ort zum Einkaufen. Dann havariert ein Fischer an Felsen in ihrer Nähe und sie hilft ihm und pflegt ihn. Dann tauchen auch noch ehemalige Kollegen von ihr auf und suchen ausgerechnet an ihrem Rückzugsort nach Erdöl und bedrohen somit ihre freiwillig gewählte Einsamkeit.

Der Roman ist sicher kein Gute-Laune-Wohlfühlroman, da Gro einen sehr schmerzhaften Verlust erlebt hat und diesen nun auf ihre Art verarbeitet. Dies gelingt ihr auch wegen der rauhen Natur auf den Lofoten, die die Autorin sehr anschaulich einfängt, ebenso wie die sonstige Atmosphäre in dieser dünn besiedelten Gegend. Manches kam mir auch von meinen eigenen Reisen in dieser Gegend bekannt vor. Gro als Protagonistin ist sehr überzeugend ausgestaltet, wie sie mit der Verzweiflung und Trauer umgeht und lange braucht, um wieder Gedanken an ihre Zukunft zuzulassen. Der Schreibstil der Autorin ist oft sehr bildhaft, aber gut lesbar. Gerne empfehle ich das Buch weiter, nicht nur an Norwegen-Liebhaber:innen.

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Nichts ist mehr, wie es war

Maikäferjahre
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Bei diesem historischen Roman hat mich der Titel direkt neugierig gemacht, weil ich mir noch nicht vorstellen konnte, worum genau es in dem Roman geht. Die Covergestaltung ist ebenfalls eher schlicht gehalten, ...

Bei diesem historischen Roman hat mich der Titel direkt neugierig gemacht, weil ich mir noch nicht vorstellen konnte, worum genau es in dem Roman geht. Die Covergestaltung ist ebenfalls eher schlicht gehalten, aber der Titel recht auffällig.

Die Handlung beginnt im Jahr 1945 gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. Anni und Tristan sind Zwillingsgeschwister, beide noch nicht lange volljährig. Anni ist schwanger, ihr Mann Fritz als Soldat an der Front. Tristan ist Kampfjetpilot. Er stürzt über englischen Gewässern ab und gerät in Kriegsgefangenschaft, wo ihn die britische Krankenschwester Rosalie mit viel Einsatz pflegt. Anni erlebt unterdessen mit ihrer neugeborenen Tochter die Bombardierung Dresdens und hat danach so gut wie alles verloren. Mit dem halbjüdischen Geigen-Genie begibt sie sich auf die Flucht aus der Stadt und im Anschluss auch vor den vorrückenden Russen.

Ich empfand die Geschichte als sehr fesselnd. Durch die wechselnden Erzählperspektiven, zwischen dem, was Tristan erlebt und Annis Perspektive, wird Spannung erzeugt. Die Erlebnisse der beiden Geschwister werden ungeschönt und authentisch beschrieben, die historischen Bezüge wirken gut recherchiert. Die verschiedenen Charaktere sind überzeugend ausgestaltet und sowohl Anni, als auch Tristan, Adam und Rosalie waren mir sehr sympathisch und ich habe mit ihnen gefiebert und gelitten. Trotz der großen Feindseligkeit, die Tristan in England und auch Adam immer wieder begegnen, bleibt dennoch auch immer wieder etwas Platz für hoffnungsvolle Momente und Menschen, die ein Lichtblick sind. Der Schreibstil der Autorin war dabei sehr anschaulich und gut lesbar. Gerne würde ich noch mehr von ihr lesen.

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