Ich bin Osnabrückerin und aus diesem Grunde lese ich natürlich auch gerne mal ein Krimi aus meiner Heimatregion. Doch mit dem Krimi "Schlemihls Schatten " von Christian Hardinghaus habe ich mir keinen ...
Ich bin Osnabrückerin und aus diesem Grunde lese ich natürlich auch gerne mal ein Krimi aus meiner Heimatregion. Doch mit dem Krimi "Schlemihls Schatten " von Christian Hardinghaus habe ich mir keinen Gefallen getan. Ich habe das Buch zu Ende gelesen , da es auch nur gut 200 Seiten hat, bei einem dickeren Buch hätte ich es wahrscheinlich zur Seite gelegt.
Der Fall, der hier in Osnabrück für Furore sorgt war ganz nett, doch für mich etwas zu konstruiert, aber die Schreibe des Autors war mir leider nicht flüssig genug. Ich fand sie teilweise zu gestelzt und ich habe mich häufiger gefragt, wie kann man solche Sätze formulieren. Den Personen bin ich auch nicht unbedingt nahe gekommen und das erwarte ich bei einem guten Buch.
Ich werde mir wohl kein zweites Buch dieses Autors kaufen.
" Totenweg " ist für mich ein sehr gut gelungener Krimi, der nicht nur sehr atmosphärisch daher kommt, sondern auch gut konstruiert ist. Außerdem haben mir die Figuren sehr gut gefallen , allen voran ...
" Totenweg " ist für mich ein sehr gut gelungener Krimi, der nicht nur sehr atmosphärisch daher kommt, sondern auch gut konstruiert ist. Außerdem haben mir die Figuren sehr gut gefallen , allen voran Frida, die an ihrer Kindheit zu knacken hat. Aber auch Haverkorn ist ein eigenwilliger Ermittler, der sicherlich noch für einige Nachfolgebände Überraschungen parat hat.
Die Idee zu diesem Krimi fand ich sehr gut. Einen alten Fall in ein laufendes Verfahren einzubauen, hat das ganze für mich sehr reizvoll gemacht.
Ich bin gespannt , wie es mit Frida und ihrer Karriere bei der Kripo weitergeht. Sicherlich wird auch ihre ehemalige Zimmerbewohnerin, die heute als Detektivin arbeit noch eine Rolle spielen. Auch sie machten auf mich einen sehr interessanten Eindruck, sodass ich auch von ihr noch einiges hören bzw. lesen möchte.
Hoffentlich dauert es nicht ganz so lange bis zu ihrem nächsten Buch, denn ich warte sehnsüchtig darauf ein neues Buch dieser Autorin lesen zu können.
Ehrlich gesagt ist es mir zu Anfang ein bisschen schwer gefallen in das Buch hineinzukommen. Die Anfangsszene war sehr brutal und die ersten Kapitel widmeten sich nur der muslimischen Welt bzw. Schlepperbanden ...
Ehrlich gesagt ist es mir zu Anfang ein bisschen schwer gefallen in das Buch hineinzukommen. Die Anfangsszene war sehr brutal und die ersten Kapitel widmeten sich nur der muslimischen Welt bzw. Schlepperbanden und Extremisten. Doch je weiter ich gelesen habe, je spannender wurde die Geschichte und ich habe mich mehr als einmal gefragt, ob wir gegen diese Extremisten machtlos sind, oder ob noch etwas zu retten ist.
Der Schreibstil war für mich auch erst mal gewöhnungsbedürtig, nachdem ich mich aber eingelesen hatte, war das Buch gut zu lesen. Die Figuren sehr facettenreich beschrieben und der Sarkasmus troff aus vielen Zeilen. Ein hochaktueles Thema spannend umgesetzt.
Sabine Weigand ist berühmt für ihre gut recherchierten Romane und diesmal entführt sie den Leser in die Gründerzeit. Von der Mitte des 19.Jahrhunderts bis fast in die Mitte des 20. Jahrhunderts spannt ...
Sabine Weigand ist berühmt für ihre gut recherchierten Romane und diesmal entführt sie den Leser in die Gründerzeit. Von der Mitte des 19.Jahrhunderts bis fast in die Mitte des 20. Jahrhunderts spannt sie einen Bogen und lässt den Leser teilhaben an der Familiengeschichte der Ribots , die in Schwabach eine der größten Seifenfabriken Deutschlands betrieben. Dreh,- und Angelpunkt ist die Figur des Fritz Ribot, der dieses Familienimperium aufbaute.
Die Verflechtung von wahren Begebenheiten mit fiktiven Sequenzen ist eine Spzialität dieser Autorin, die es auch diesmal wieder geschafft hat, mich mit ihrem fast 700 Seiten umfassenden Roman zu begeistern.Viele Erfindungen kennzeichnen diese Zeit, die nach der Industrialisierung folgte, aber auch viel Armut, vor allem unter der einfachen Bevölkerung. Daher bekommt der Leser auch einen guten Einblick in die politischen Umbrüche dieser Zeit.
Die Figuren sind wie immer in den Romanen dieser Autorin sehr liebevoll gezeichnet und es findet sich in den Nachbemerkungen dieses Romans auch der Hinweis, wer tatsächlich gelebt hat und welche Figuren der Fantasie der Autorin entsprungen sind.
Wer Interesse an Zeitgeschichte hat, sollte sich diesen Roman nicht entgehen lassen, denn es lohnt sich diese spannende Familiengeschichte zu lesen. Einzig ein kleiner Fehler ist der Autorin unterlaufen, die in ihrer Geschichte eine Gastroskopie erwähnt, eine sogenannte Magenspiegelung. Die ,liebe Frau Weigand ,hat es 1912 noch nicht gegeben, erst ca. 70 jahre später. Aber bis auf diese Kleinigkeiten, die mir auch nur aufgefallen ist, da ich mich in diesem Bereich auskenne,kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.
"Das hungrige Krokodil ", eine passende Metapher für die Geschichte die Pavel Vodak hier aufgezeichnet hat und die von der Schriftstellerin Sandra Böckel fantastisch umgesetzt wurde. Das hungrige Krokodil ...
"Das hungrige Krokodil ", eine passende Metapher für die Geschichte die Pavel Vodak hier aufgezeichnet hat und die von der Schriftstellerin Sandra Böckel fantastisch umgesetzt wurde. Das hungrige Krokodil ist hier der Kommunismus, der nachdem die Deutschen im 2. Weltkrieg aus der Tschechoslowakei vertrieben wurde seine Gefräßigkeit zeigte. Alle Freiheiten wurden verschlungen und es blieben nicht einmal mehr Ideale. Schleichend nahte sich das Ungeheuer und schlug doch unbarmherzig zu.
Pavel der in Budweis aufwuchs und später nach Prag zog, um dort sein Medizinstudium zu beginnen erzählt seine Familiengeschichte in diesem Buch. Erst die Besatzung durch die Deutschen und später die der Russen, haben in seinem Leben prägnante Spuren hinterlassen. Mit dem Willen die Reformpolitik der Tschechoslowakei zu unterstützen, muss er nach dem Niederschlagen des Prager Frühlings feststellen, dass dies nicht mehr sein Land ist. Nach einer gut vorbereiteten Flucht , strandet er mit seiner Familie in Deutschland, um dann doch festzustellen, dass auch dort keine Heimat zu finden ist. Fremd auf beiden Seiten fühlt er sich trotz Grenzöffnung und er stellt sich die Frage " Hat es sich gelohnt ?
Sandra Brökel, die durch Zufall an die Aufzeichnungen Von Pavel gekommen ist, hat meiner Meinung nach dieses Zeitdokument auf sehr sensible und gut nachvollziehbare Art und Weise umgesetzt. Der Leser verfolgt nicht nur das Leben der Familie Vodak, sondern darf teilhaben an den Gedanken, Gefühlen und vor allem den Ängsten, denen diese Familie ausgesetzt war. Auch wenn die Familie durch Kontakte im Westen gut Fuss fassen konnte , bleiben Schuldgefühle und die ständige Sehnsucht nach einem Zuhause. Ich habe bei der Geschichte mitgefiebert und fühlte mich den Personen sehr nah und kann nur erahmen , was es bedeutet seine Heimat zu verlassen. Freunde, Verwandte und liebgewonnen Orte.
Auch das Wiedersehen mit ihrem Heimatland wurde für mich sehr nachvollziehbar geschildert. Fremdheit, Enttäuschung beim Wiedersehen, da man seine Heimat in der Ferne immer glorifiziert hat und die Realität die Wunden zeigt, die die Vergangheit schlug.
Danke Frau Brökel, es war ein tolles Erlebnis dieses Buch zu lesen und ich wünsche ihm viele Leser.