Platzhalter für Profilbild

JOKO

Lesejury Star
offline

JOKO ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit JOKO über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2025

eine interessante Familiengeschichte über ein Jahrhundert erzählt

Die Manufaktur der Düfte
0

Sabine Weigand ist berühmt für ihre gut recherchierten Romane und diesmal entführt sie den Leser in die Gründerzeit. Von der Mitte des 19.Jahrhunderts bis fast in die Mitte des 20. Jahrhunderts spannt ...

Sabine Weigand ist berühmt für ihre gut recherchierten Romane und diesmal entführt sie den Leser in die Gründerzeit. Von der Mitte des 19.Jahrhunderts bis fast in die Mitte des 20. Jahrhunderts spannt sie einen Bogen und lässt den Leser teilhaben an der Familiengeschichte der Ribots , die in Schwabach eine der größten Seifenfabriken Deutschlands betrieben. Dreh,- und Angelpunkt ist die Figur des Fritz Ribot, der dieses Familienimperium aufbaute.
Die Verflechtung von wahren Begebenheiten mit fiktiven Sequenzen ist eine Spzialität dieser Autorin, die es auch diesmal wieder geschafft hat, mich mit ihrem fast 700 Seiten umfassenden Roman zu begeistern.Viele Erfindungen kennzeichnen diese Zeit, die nach der Industrialisierung folgte, aber auch viel Armut, vor allem unter der einfachen Bevölkerung. Daher bekommt der Leser auch einen guten Einblick in die politischen Umbrüche dieser Zeit.
Die Figuren sind wie immer in den Romanen dieser Autorin sehr liebevoll gezeichnet und es findet sich in den Nachbemerkungen dieses Romans auch der Hinweis, wer tatsächlich gelebt hat und welche Figuren der Fantasie der Autorin entsprungen sind.

Wer Interesse an Zeitgeschichte hat, sollte sich diesen Roman nicht entgehen lassen, denn es lohnt sich diese spannende Familiengeschichte zu lesen. Einzig ein kleiner Fehler ist der Autorin unterlaufen, die in ihrer Geschichte eine Gastroskopie erwähnt, eine sogenannte Magenspiegelung. Die ,liebe Frau Weigand ,hat es 1912 noch nicht gegeben, erst ca. 70 jahre später. Aber bis auf diese Kleinigkeiten, die mir auch nur aufgefallen ist, da ich mich in diesem Bereich auskenne,kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2025

beeindruckende Familiengeschichte

Das hungrige Krokodil
0

"Das hungrige Krokodil ", eine passende Metapher für die Geschichte die Pavel Vodak hier aufgezeichnet hat und die von der Schriftstellerin Sandra Böckel fantastisch umgesetzt wurde. Das hungrige Krokodil ...

"Das hungrige Krokodil ", eine passende Metapher für die Geschichte die Pavel Vodak hier aufgezeichnet hat und die von der Schriftstellerin Sandra Böckel fantastisch umgesetzt wurde. Das hungrige Krokodil ist hier der Kommunismus, der nachdem die Deutschen im 2. Weltkrieg aus der Tschechoslowakei vertrieben wurde seine Gefräßigkeit zeigte. Alle Freiheiten wurden verschlungen und es blieben nicht einmal mehr Ideale. Schleichend nahte sich das Ungeheuer und schlug doch unbarmherzig zu.

Pavel der in Budweis aufwuchs und später nach Prag zog, um dort sein Medizinstudium zu beginnen erzählt seine Familiengeschichte in diesem Buch. Erst die Besatzung durch die Deutschen und später die der Russen, haben in seinem Leben prägnante Spuren hinterlassen. Mit dem Willen die Reformpolitik der Tschechoslowakei zu unterstützen, muss er nach dem Niederschlagen des Prager Frühlings feststellen, dass dies nicht mehr sein Land ist. Nach einer gut vorbereiteten Flucht , strandet er mit seiner Familie in Deutschland, um dann doch festzustellen, dass auch dort keine Heimat zu finden ist. Fremd auf beiden Seiten fühlt er sich trotz Grenzöffnung und er stellt sich die Frage " Hat es sich gelohnt ?

Sandra Brökel, die durch Zufall an die Aufzeichnungen Von Pavel gekommen ist, hat meiner Meinung nach dieses Zeitdokument auf sehr sensible und gut nachvollziehbare Art und Weise umgesetzt. Der Leser verfolgt nicht nur das Leben der Familie Vodak, sondern darf teilhaben an den Gedanken, Gefühlen und vor allem den Ängsten, denen diese Familie ausgesetzt war. Auch wenn die Familie durch Kontakte im Westen gut Fuss fassen konnte , bleiben Schuldgefühle und die ständige Sehnsucht nach einem Zuhause. Ich habe bei der Geschichte mitgefiebert und fühlte mich den Personen sehr nah und kann nur erahmen , was es bedeutet seine Heimat zu verlassen. Freunde, Verwandte und liebgewonnen Orte.
Auch das Wiedersehen mit ihrem Heimatland wurde für mich sehr nachvollziehbar geschildert. Fremdheit, Enttäuschung beim Wiedersehen, da man seine Heimat in der Ferne immer glorifiziert hat und die Realität die Wunden zeigt, die die Vergangheit schlug.

Danke Frau Brökel, es war ein tolles Erlebnis dieses Buch zu lesen und ich wünsche ihm viele Leser.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2025

ein wunderschöner Sommerroman

Shark Club – Eine Liebe so ewig wie das Meer
0

" Shark Club - eine Liebe so ewig wie das Meer" , ist das Debüt der Schriftstellerin Ann Kidd Tayler, die übrigens die Tochter ihrer berühmten Mutter Sue Monk Kidd ist. Man sollte eigentlich nicht ein ...

" Shark Club - eine Liebe so ewig wie das Meer" , ist das Debüt der Schriftstellerin Ann Kidd Tayler, die übrigens die Tochter ihrer berühmten Mutter Sue Monk Kidd ist. Man sollte eigentlich nicht ein Buch mit dem anderen vergleichen, aber nach dem Lesen dieses Romans kann ich sagen, dass die schriftstellerische Leistung von Ann Kidd Tayler der ihrer Mutter in nichts nachsteht. Ich konnte gleich in das Buch eintauchen, habe mich durch den wunderschön gestalteten Umschlag und seine Farbe, auf einen unterhaltsamen Sommerroman eingestellt und bekam doch soviel mehr.

Maeve wächst an der Küste Floridas auf und hat zwei wichtige Freunde, ihren Zwillingsbruder Robin und Daniel . Mit beiden verbringt sie ihre Kindheit am Meer, im Hotel ihrer Großmutter, denn ihre Eltern sind bei einem Unfall ums Leben gekommen als Robin und sie 6 Jahre alt waren. Ihre Liebe gilt dem Meer und den Haien , obwohl sie als 13 jährige von einem Hai gebissen wird.Doch dieser Haibiss bleibt ihr in ewiger Erinnerung, weil sie am gleichen Tag ihren ersten Kuss von Daniel bekam, der ihre große Liebe wird. Doch diese Liebe zerbricht, als Daniel sie betrügt.

Achtzehn Jahre später reist sie als Meeresbiologin um die Welt und erforscht das Verhalten der Haie. An ihrem 30 Geburtstag kehrt sie nach Florida zurück, um mit ihrer Grandma und ihrem Bruder Robin ihren Geburtstag zu feiern. Was sie nicht weiß, auch Daniel ist nach Florida zurückgekehrt.

Dieses Buch ist so wunderschön, wie die Farbe seines Umschlags.Durch die Beschreibungen der Autorin fühlt man sich in den Sonnenstaat Florida versetzt,spürt den Sand unter den Füßen und hört das Rauschen des Meeres. Wer jetzt aber glaubt, dieses Buch sei einfach nur ein schöner Sommerroman mit einer flachen Liebesgeschichte, der täuscht sich. Der Leser erfährt sehr viel über die Unterwasserwelt, das Leben der Haie, aber auch über die Profitgier mancher Krimineller, die die Haie wahlos töten, um an ihre Flossen zu kommen.

Die Figuren in diesem Roman sind sehr facettenreich beschrieben, sodass ich sie sofort vor Augen hatte. Maeves Liebe zum Meer und zu den Lebenwesen in diesem großen Nass, konnte ich gut nachempfinden und auch ihre Beziehung zu Daniel war mehr als spannend zu verfolgen.

Für mich war dieses Buch ein großes Lesevergnügen und ich bin gespannt auf weitere Bücher dieser Autorin, die mich ein bisschen an die Bücher von Lucy Clarke erinnert haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2025

wunderschönder Sommerroman

Zwischen dir und mir das Meer
0

" Zwischen dir und mir das Meer " ist der erste Roman , den ich von Katharina Herzog lese, aber es wird sicherlich nicht der letzte bleiben, denn dieses Buch ist wirklich Balsam für die Seele. Ein wunderschöner ...

" Zwischen dir und mir das Meer " ist der erste Roman , den ich von Katharina Herzog lese, aber es wird sicherlich nicht der letzte bleiben, denn dieses Buch ist wirklich Balsam für die Seele. Ein wunderschöner Sommerroman mit Tiefgang-

Lena lebt auf der Insel Amrum und arbeitet in einem Hospiz als Krankenschwester. Für sie ist der Tod alltäglich und doch hat er sie geprägt, denn sie hat ihre Mutter, eine gebürtige Italienerin, sehr früh an das Meer verloren. Ihre Mutter schwamm eines Tages hinaus und kam nie wieder. Seitdem treibt Lena nicht nur die Frage um, wie das passiert ist und wie die letzten Minuten ihrer Mutter waren, sondern sie hat auch ihre Spontanität verloren. Alle Schritte , die sie tut, müssen Sicherheit versprechen.
Als eines Tages ein Italiener namens Matteo bei ihnen auf Amrum auftaucht und seltsame Fragen stellt, wird Lena neugierig. Was hat dieser Mann mit ihrer Mutter zu tun ? zusammen mit ihrer Schwester Zoe reist sie nach Italien, um diese Frage zu klären.

Sehr flüssig , aber auch spannend , wird diese Geschichte erzählt und ich habe mich keine Minute gelangweilt, denn dieses Buch wird aus zwei Perspektiven geschrieben. Einmal aus der Sicht Lenas, die die Spuren ihrer Mutter nachgehen will und aus der Sicht ihrer Mutter Mariella, die erzählt, wie ihre Jugend in Italien verlief und warum sie nach Deutschland gegangen ist.

Beide Zeitstränge haben mir gefallen und auch die Figuren waren sehr gut beschrieben, sodass man sich gut in die Geschichte und die Personen hineinversetzen konnte. Was mir auch sehr zugesagt hat war, dass es nicht nur eine flache Sommergeschiochte war, sondern dass durchaus eine gewisse Tiefe in diesem Buch zu finden ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2025

wieder absolut überzeugend

Der letzte Gast
0

Wieder hat Frau Kornbichler mich mit einem Buch von ihr überzeugen können.Toll gezeichnete Charaktere und eine spannende Geschichte, die den Leser bis zum letzten Moment im Unklaren lässt ,zeichnen das ...

Wieder hat Frau Kornbichler mich mit einem Buch von ihr überzeugen können.Toll gezeichnete Charaktere und eine spannende Geschichte, die den Leser bis zum letzten Moment im Unklaren lässt ,zeichnen das neue Buch von Frau Kornbichler aus.

Mia ist Dogwalkerin in München. Zu ihren Kunden zählt auch die an ALS erkrankte Berna. Als Mia deren Hund zum Spüarziergang abholen will, macht Berna einen benommenen , fahrigen Eindruck. Mia ist verunsichert und als sie den Pudel nach ihrer Hunderunde wieder abgeben will, öffnet Berna nicht die Tür. Alarmiert betritt Mia das Haus und findet Berna erdrosselt am Boden liegend. Wer hat Berna getötet ? War es ihr Neffe, für den alle Indizien sprechen ?

Frau Kornbichler schafft es immer wieder ihre Leser bis zur letzten Seite in Atem zu halten. Ihre Wendungen im Geschehen schaffen es, den Leser immer wieder auf falsche Fährten zu locken. Bis zum Schluss bin ich nicht auf den Täter gekommen, was für mich einen guten Krimi ausmacht. Die Figuren , die in ihren Büchern agieren, beschreibt die Autorin sehr facettenreich , sodass es sehr viel Spass macht und das Geschehen lebendig und abwechselungsreich wirkt. Langeweile kommt beim besten Willen nicht auf.

Hoffen wir, dass Frau Kornbichler die Geschichten nicht ausgehen. Ich freue mich schon jetzt auf ihr nächstes Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere