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Veröffentlicht am 09.12.2023

ein Buch,das mich tief berührt hat

Das eiserne Haus
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"Das eiserne Haus" war für mich das erste Buch des Autor John Hart, das ich auch nicht als ausgesprochenen Thriller bezeichnen möchte. Für mich ist es eher eine Kombination aus einem typisch amerikanischen ...

"Das eiserne Haus" war für mich das erste Buch des Autor John Hart, das ich auch nicht als ausgesprochenen Thriller bezeichnen möchte. Für mich ist es eher eine Kombination aus einem typisch amerikanischen Actionthriller und einem Familiendrama, spannend in Szene gesetzt und absolut mitreißend. Die vielen Toten habe ich nachher nicht mehr gezählt, aber sie gehören wohl zum Actionteil dieses Buches, konnten mich aber nicht unbedingt so "vom Hocker reißen" , obwohl die Flucht Michaels schon sehr spannend geschildert wurde. Für mich war die Geschichte der beiden Brüder ,Michael und Julian, interessanter, ihre Zeit im Waisenhaus , dem "Iron house" , ihre unterschiedlichen Entwicklungen bis hin zu dem Zeitpunkt, als sie sich wiedertreffen.Auch der Aufbau dieses Thrillers war interessant. Meint man zu Anfang einen knallharten Thriller zu lesen, der erzählt, wie Michael gnadenlos gejagt wird, weil er aus dem Geschäft aussteigen will und dabei fast seine Freundin, die schwanger und der Grund für seinen Ausstieg ist, verliert,so merkt man nach ca. 200 Seiten, dass man mitten in einem handfesten Familiendrama steckt, das so vielschichtig und interessant aufgebaut ist und sich erst nach und nach offenbart, dass man dem Autor das hollywoodmäßige Ende verzeiht.Auch die teilweise poetischen Passagen in diesem Buch haben mir gut gefallen. Der Autor hat sich meiner Meinung nach einer Sprache bedient, die wunderbar zu den wechselnden Passagen passte. Knapp ,kurz und brutal während der Actionszenen und nachdenklich und sensibel , wenn es um die Gefühle und Handlungen der Brüder ging.Manche Szenen sind mir schon an die Nieren gegangen und das waren nicht unbedingt die Actionszenen, die haben mir teilweise sogar ein Lächeln entlockt, ich meine eher die Schilderungen der beiden Brüder als Kinder, das was sie als Kinder erlebten und wie sie damit umgingen und auch das überraschende Ende, bevor der etwas erzwungen wirkende Schluss kommt.
Ich weiß ja nicht wie Hart seine anderen Bücher geschrieben hat, aus diesem Grunde kann ich hier keinen Vergleich anstellen, aber dieses Buch hat mich schon neugierig gemacht auf seine vorhergehenden Werke und wenn es dort mit etwas weniger Action abgeht und nicht auf Teufel komm raus ein gutes Ende herbei geführt wird, dann kann ich nur sagen "sie wären perfekt".
Trotzdem hat mir dieses Buch , auch mit den kleinen Schönheitsfehlern gefallen und ich werde bestimmt mehr von diesem Autor lesen. (4,5 *)

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Veröffentlicht am 09.12.2023

definitiv eins meiner Highlights

Geschenkt
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" Geschenkt " ist nicht mein erstes Buch von Daniel Glattauer und trotzdem überrascht er mich immer wieder mit seinen Themen. Nicht festgelegt auf ein bestimmtes Genre zeigt er seine Vielseitigkeit, was ...

" Geschenkt " ist nicht mein erstes Buch von Daniel Glattauer und trotzdem überrascht er mich immer wieder mit seinen Themen. Nicht festgelegt auf ein bestimmtes Genre zeigt er seine Vielseitigkeit, was meiner Meinung nach einen guten Autor ausmacht. Wenn dann auch noch die Sprache stimmt und mich das Buch gut unterhält, weiß ich , dass ich auf etwas Besonderes gestoßen bin, was hier definitiv der Fall ist.

Daniel Glattauer lässt seinen Roman in der österreichischen Hauptstadt Wien spielen und überrascht mit einer ungewöhnlichen Hauptfigur. Gerold Plassek, seines Zeichens Journalist bei einer Gratiszeitung, geschieden und Vater einer Tochter, zeigt wenig Interesse an seinem Beruf, der sich darauf beschränkt, kleine Artikel aus dem sozialen Bereich zu schreiben. Da dies keine tagefüllende Beschäftigung ist, verbringt er träge und unmotiviert seinen Arbeitstag, trinkt sich am Abend in seiner Stammkneipe das Leben erträglich und lebt in den Tag hinein, ohne ein bestimmtes Ziel. Doch dies soll sich ändern, indem 3 Dinge zur ungefähr gleichen Zeit geschehen. Er erfährt von einer früheren Liebschaft, dass er Vater eines mittlerweile 14 jährigen Sohnes ist und ihn, da seine Mutter als Ärztin nach Afrika geht, für eine bestimmte Zeit betreuen soll. Durch Manuel lernt er die attraktive Zahnärztin Rebecca kennen, die seine Hormone in Wallung bringen und last, but not least, hat ein Artikel, den er über ein Obdachlosenheim schreibt, eine verblüffende Wirkung. Die Einrichtung erhält von einem anonymen Spender 10000 Euro. Noch verblüffender ist, dass sich die Spenden wiederholen, bei weiteren Artikeln. Wer ist der Spender und warum sind es Gerolds Artikel, die den Spender dazu bringen, immer wieder anonym Geld zu übergeben?

Dieses Buch liest sich locker flockig, ohne oberflächlich zu sein. Im Gegenteil, die Aussage dieses Buches ist ernst, wichtig und trotzdem nicht mit dem moralischen Zeigefinger transportiert und daher wahrscheinlich um so eindringlicher.
Es hat schon Spaß gemacht mitzuerleben , wie sich das Leben von Geri verändert, nachdem er ein Ziel vor Augen hat und dies auch versucht konsequent zu verfolgen. Motivation ist eben alles und lässt Berge versetzen. Gerade dass hier kein Held das Geschehen bestimmt, macht diese Geschichte so einzigartig und spannend.
Was mich aber besonders für dieses Buch eingenommen hat ,war der unnachahmliche Schreibstil des Autors. Witzig und charmant und deswegen umso unterhaltsamer, präsentiert er seinem Leser seine Geschichte, die es mir schwer machte das Buch zur Seite zu legen. Für mich ist dieses Buch schon ein Lesehighlight und ich bewundere die verschiedenen Facetten seiner Schreibkunst und werde diesem Autor sicherlich als treuer Autor erhalten bleiben.

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Veröffentlicht am 09.12.2023

gute zeitgeschichtliche Story

Winterfeldtstraße, 2. Stock
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In der Winterfeldstraße , 2. Stock hat Charlotte mit ihrem Mann eine große Wohnung gekauft. Hier lebt sie mit ihm, bis er eines Tages tot im Landwehrkanal aufgefunden wird. Mord oder Selbstmord? Die Polizei ...

In der Winterfeldstraße , 2. Stock hat Charlotte mit ihrem Mann eine große Wohnung gekauft. Hier lebt sie mit ihm, bis er eines Tages tot im Landwehrkanal aufgefunden wird. Mord oder Selbstmord? Die Polizei glaubt an Selbstmord, denn die Zeiten sind schwer. Hohe Arbeitslosigkeit und Inflation treiben die Menschen in den zwanziger Jahren ins Elend und auch oft in den Selbstmord. Charlotte glaubt nicht an Selbstmord, denn sie ist im 5. Monat schwanger und kann sich nicht vorstellen, dass ihr Albert sie ohne weiteres allein gelassen hätte. Wie soll sie allein überleben ? Ihr kleiner Bruder Gustav, ein Schieber und Kleinkrimineller, wie sie es in diesen Tagen häufig in Berlin gibt, gibt ihr den Rat , die Zimmer ihrer Wohnung zu vermieten und so kommt eine bunte Gesellschaft in Charlottes Wohnung zusammen. Ihr Bruder Gustav, der seine Miete nie zusammenbekommt und Erinnerungsstücke, die Charlotte von ihrem Mann behalten will, verkauft und versucht beim Glücksspiel das Geld zu verdoppeln, Claire, eine alternde Lesbe, die als Barfrau arbeitet, der Lange, der sich von einem Job zu nächsten hangelt und Theo von Baumberg, die sich als Anderer entpuppt, als er sich vorgestellt hat.

Das Debüt von Johanna Friedrich lässt sich flüssig und zu Anfang auch sehr spannend lesen. Allerdings flacht die Spannung ab der Mitte des Buches ab, wird aber zu einem atmosphärischen Roman der Zeit zwischen den Weltkriegen. Die Armut und das Elend dieser Jahre wird gut beschrieben, auch die politischen Umwälzungen, die die NSDAP an die Macht kommen ließen und das Leben der Gauner und Schieber, die in dieser Zeit auch ein Stück vom guten Leben genießen wollten wird lebendig in Szene gesetzt. Die Geschichte von Charlotte dümpelt zum Schluss ein bisschen vor sich hin und lässt einige Längen entstehen, doch wer Interesse an Zeitgeschichte hat und an einer Zeit, die man so oft nicht in Büchern findet, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt, denn atmosphärisches Bild dieser Zeit bietet der Roman allemal.

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Veröffentlicht am 09.12.2023

sie kann es einfach

Die Lebenden und die Toten
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Nele Neuhaus erzeugt mit ihren letzten Fällen immer wieder Gänsehaut bei mir. Auch ihr neustes Buch " Die Lebenden und die Toten ",behandelt ein Thema, was polarisiert und auch immer wieder in gewissen ...

Nele Neuhaus erzeugt mit ihren letzten Fällen immer wieder Gänsehaut bei mir. Auch ihr neustes Buch " Die Lebenden und die Toten ",behandelt ein Thema, was polarisiert und auch immer wieder in gewissen Abständen in den Medien zu finden ist. Die Kritik, dass diese Geschichte konstruiert ist und so nicht in der Realität vorkommt, kann ich weder teilen noch bestätigen.Denn um ein Menschenleben zu retten, oder im Namen der Wissenschaft unsterblich zu werden, sind beides Dinge, die immer wieder an die Grenzen der Legalität stoßen und leider auch immer wieder vorkommen.

Pia Kirchhoff und Oliver Bodenstein haben es in diesem Fall mit einem sehr perfiden und geschickten Täter zu tun, der das Team an seine Grenzen bringt. Immer ist er dem Team einen Schritt voraus und auch Kim, Pias Schwester, die der Kripo als Psychologin zu Verfügung steht und ein auswärtiger Profiler, der mehr Unruhe als Ergebnisse liefert, bringen das Team nicht nennenswert weiter. Aber worum geht es.

Eine ältere Frau wird in der Nähe von Eschborn tot aufgefunden. Sie ist mit einem Kopfschuss hingerichtet worden. Kurz darauf ereignet sich ein ähnlicher Fall, die Ehefrau eines angesehenen Mediziners wird in ihrer Küche per Kopfschuss getötet. Haben die beiden Fälle miteinander zu tun und welche Verbindung haben diese Frauen, außer dass sie mit der gleichen Waffe getötet wurden? Oliver und Pia stehen vor einem Rätsel, das sich auch nicht so einfach lösen lässt.

Mir hat das Buch von Nele Neuhaus ausgesprochen gut gefallen und ich finde es auch an keiner Stelle konstruiert. Sicherlich wird die Kripo hier immer wieder auf falsche Fährten gelockt und man stochert langem im Leeren, doch die Auflösung des Falles fügt alles nahtlos zusammen und macht vor allem auch Sinn. Mich hat dieses Buch zum Nachdenken gebracht und ich habe mich gefragt, wie ich reagieren würde, wenn das Schicksal mich so strafen würde und ich der Profitgier und der Profilneurosen gewisser Menschen so ausgesetzt wäre. Sicherlich ist Kriminalität kein Mittel der Antwort, doch die Machtlosigkeit solchen Dingen gegenüber treibt manchmal seltsame Blüten. Außerdem handelt es sich hier um einen fiktiven Fall in einem Krimi und der Fantasie eines Schriftstellers sind eben manchmal keine Grenzen gesetzt, vor allem , wenn sie so ein realistisches Thema in den Mittelpunkt des Geschehens setzen. Das Menschen in Deutschland oftmals jahrelang vergeblich auf ein lebensspendendes Organ warten öffnet "Kriminellen" oftmals Tür und Tor und auch im Namen der Wissenschaft scheut man nicht vor kriminellen Handlungen zurück. Ob durch dieses Buch die Bereitschaft als Organspender zu fungieren erhöht wird, wage ich zu bezweifeln, zumal die Wahrheit nicht allzu weit von dieser Geschichte entfernt liegt. Die Spannung dieses Romans steigert sich langsam aber stetig und die Figuren sind gelungen und überzeugend. Wenn ein Buch mich dann noch zum Nachdenken bringt, ist es für mich gelungen und das war hier der Fall. Sehr zu empfehlen !

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Veröffentlicht am 09.12.2023

gelungene Fortsetzung

Die dritte Stimme
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"Die dritte Stimme " ist der zweite Band der Krimireihe um Tom Stilton und Olivia Rönning und hat mir nach anfänglichen Ladehemmungen wieder gut gefallen.

Der Krimi beginnt gemächlich, indem die Ereignisse ...

"Die dritte Stimme " ist der zweite Band der Krimireihe um Tom Stilton und Olivia Rönning und hat mir nach anfänglichen Ladehemmungen wieder gut gefallen.

Der Krimi beginnt gemächlich, indem die Ereignisse und Personen des Vorgängerbandes vorgestellt werden und die zwei Handlungsstränge, die dieses Buch beinhaltet, dem Leser Einblick geben in die Geschehnisse , die dann am Ende zu einem spannenden Finale zusammenkommen.

Marseille und Stockholm sind die Handlungsorte der zwei Erzählstränge, die zu Anfang etwas behäbig beginnen.
In Marseille wird in einem Naherholungsgebiet eine zerstückelte Frauenleiche gefunden. Ihre Vergangenheit führt zurück zu einem Zirkus, indem auch Abbas eine Zeit lang lebte . Er bittet Stilton ihn nach Marseille zu begleiten, da der Tod der jungen Frau für ihn eine besondere Bedeutung hat.

Zur gleichen Zeit findet man in Stockholm einen erhängten Zollbeamten. Der erste Eindruck vermittelt, dass es sich um Selbstmord handelt, doch nach näherem Hinsehen kommen Zweifel auf.
Die zu Anfang nicht in Zusammenhang stehenden Fälle, bekommen immer mehr Brisanz als man feststellt, dass es Übereinstimmung einzelner Personen gibt.

Bei der Auflösung der beiden Fälle sind auch wieder Stilton und Olivia Rönning mit von der Partie, obwohl beide nicht mehr im Polizeidienst sind. Ihr Mitwirken bei den Fällen gibt der Gechichte viel Spannung und man erfährt auch wieder viel über ihr Privatleben und ihre Vergangenheit.

Mir hat auch dieser Band der Krimireihe wieder gut gefallen , trotzdem das Buch zu Anfang schon eine gewisse Zähigkeit aufzeigt, die der Einführung in die Geschichte und der Vorstellung der Personen geschuldet ist. Doch diese Einführung hat auch zur Folge, dass dieses Buch für Leser, die den ersten Band nicht gelesen haben, keine Schwierigkeiten aufweist ins Geschehen einzutauchen.
Mir gefallen die einzelnen Personen dieser Krimireihe immer besser, allen voran Stilton und Rönning.Sie sind außergewöhnlich, facettenreich und so interessant, dass man noch einige Bände folgen lassen kann, weil in der Beziehung zueinander und zu anderen Personen immer wieder offene Fragen sind wie es da weitergeht, was die Erwartung auf weitere Bände steigen lässt.

Da ich den dritten Teil diese Reihe schon gelesen habe weiß ich , dass das Niveau dieser Reihe nicht nachlässt und diese Krimis immer wieder spannende Lesestunden bieten.Ich freue mich schon jetzt auf weitere Bände dieser Reihe und vergebe wegen der etwas zähen Einführung 4,5 *

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