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JaninaEl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2025

Fantasievolle Idee mit viel Potenzial

Musenrausch (Nektar und Ambrosia, Band 1)
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In „Musenrausch“ von Malou Bichon lernen wir Wanda kennen, die früher leidenschaftlich gern und gut gemalt hat, aber bei einem Unfall nicht nur ihre Freunde, sondern auch jede Inspiration und Motivation ...

In „Musenrausch“ von Malou Bichon lernen wir Wanda kennen, die früher leidenschaftlich gern und gut gemalt hat, aber bei einem Unfall nicht nur ihre Freunde, sondern auch jede Inspiration und Motivation für ihre größte Leidenschaft verloren hat. Überraschenderweise kehrt das Verlangen zu malen eines Abends wie im Rausch zurück, woraufhin ein fremder Mann, Neo, plötzlich bei ihr auftaucht und sie in seine Welt, eine parallele Realität zu unserer, einführt.
Die Geschichte, die Welt, die Bichon baut und ihr Schreibstil sind allesamt sehr speziell und fantasiereich, was zuerst wirklich sehr spannend und fesselnd ist und unheimlich Spaß macht. Allerdings ist alles auch sehr komplex, ausschweifend und in Teilen auch etwas verwirrend und fast schon „zu fantasiereich“. Irgendwie bastelt sie die Logik der Fantasiewelt einfach so hin, um die Erzählung zu rechtfertigen. Gleichzeitig fiel es mir immer wieder schwer, meine Aufmerksamkeit und Konzentration zu behalten, da Bichon sehr bildhaft, detailreich und, wie erwähnt, eben sehr ausschweifend schreibt. An anderen Stellen hat mich dieses liebevolle Worldbuilding aber auch sehr abgeholt. Beispielsweise gefielen mir die vielen kleinen Easter Eggs an Symbolen, Mythen, Religion und Kunst wirklich unheimlich gut.
Wirklich hängen geblieben ist vor allem der Schreibstil, die Kreativität und die Besonderheit an all dem. Die Geschichte dagegen hat mich nur stellenweise überzeugt, aber trotzdem hatte ich eine gute Zeit und bin wirklich beeindruckt von diesem speziellen Werk. Gerade aufgrund dieser sehr speziellen Art würde ich den Roman nicht vorbehaltslos weiterempfehlen, aber bin mir sicher, dass er für die richtige Person ein wunderbares Leseerlebnis darstellt.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Spannende Ansätze für eine gute Story

Our darkest Lies
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In „Our Darkest Lies (Bruderschaft der Styx 1)“ von Sara Rivers lernen wir die junge Cheryl Baker kennen – schüchterne, unscheinbare Studentin bei Tag und skrupellos unterwegs im kriminellen Untergrund ...

In „Our Darkest Lies (Bruderschaft der Styx 1)“ von Sara Rivers lernen wir die junge Cheryl Baker kennen – schüchterne, unscheinbare Studentin bei Tag und skrupellos unterwegs im kriminellen Untergrund Bostons bei Nacht. Als die geheime Gesellschaft „Bruderschaft der Styx“ sie anwerben trifft sie auf den Sohn des Bosses Kyrill und auf eine alte Bekanntschaft, ihre Jugendliebe, Colson. Bis zu ihrer gefährlichen Aufnahmeprüfung bewegt sie sich mit ihnen auf einem schmalen Grat zwischen Hass und Liebe, Gewalt und Leidenschaft und Geheimnissen und Vertrauen mit ihnen. Dieser erste Teil der Reihe endet mit einem großen Cliffhanger und mehr offenen Fragen als beantworteten. Wem können wir, kann Cheryl vertrauen? Werden die jungen Kriminellen ihre Gefühle zulassen oder die Bruderschaft und kriminellen Machenschaften an erste Stelle setzen?
Ich hatte Spaß am Lesen, aber muss zugeben, dass ich nicht verstanden habe, wie die Verbindung in dem Liebesdreieck zwischen Cheryl, Kyrill und Colson zustand gekommen ist. Ich verstehe die Anziehung und rein körperliche Leidenschaft zwischen den Dreien, aber die mentalen und/oder emotionalen Annäherungen kamen mir eindeutig zu kurz und auf einmal war da ein Band zwischen ihnen, dass ich nicht ganz abgekauft habe, weil es zu wenig Platz in der Erzählung bekommen hat. Klar, da sind dann noch ein paar Plottwists am Ende des Buches, die einen Teil der Verbindung erklären sollten, aber die mir trotzdem zu oberflächlich vorkamen bzw. das Verhalten der Männer vorher im Buch nicht ganz rechtfertigen. Wegen mir hätte Sara Rivers gerne tiefer und ausführlicher in die „Bonding Moments“ zwischen den Hauptcharakteren reingehen können.
Trotzdem bin ich sehr gespannt, wie es weitergeht, wie sich die Charaktere entwickeln und ob dieser erste Teil dann gut als Fundament für die weitere Geschichte funktioniert.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Bis dass der Tod uns scheidet

Soulmates and Other Ways to Die
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In „Soulmates and Other Ways to Die“ von Melissa Welliver verfolgen wir die sich entwickelnde Beziehung zwischen den 16-jährigen Zoe und Milo. Die Geschichte spielt im prä-apokalyptischen England von 2045: ...

In „Soulmates and Other Ways to Die“ von Melissa Welliver verfolgen wir die sich entwickelnde Beziehung zwischen den 16-jährigen Zoe und Milo. Die Geschichte spielt im prä-apokalyptischen England von 2045: die KinTwin-Mutation bestimmt den Alltag der Menschen, bei der Seelenverwandte so sehr miteinander verbunden sind, dass sie es körperlich spüren, was zur Folge hat, dass Menschen auch die Schmerzen und Verletzungen ihres KinTwins spüren, was soweit geht, dass sie sogar selbst sterben, wenn ihr KinTwin stirbt. Natürlich hat das eine beinahe Verdoppelung der Sterberate zur Folge, sowie eine extreme Steigerung von Unfällen und Unglücken, die auf die KinTwin-Verbindungen zurückzuführen sind. Die Apokalypse, auf die die Welt durch diese Veränderung zusteuert, hat die wundervoll sarkastische Aisha (Milo’s beste Freundin) sehr treffend zusammengefasst: „Ja, die Sterberate hat sich verdoppelt, sie ist vielleicht sogar noch höher, wenn man die ganzen Unfälle bedenkt, die passieren, und vielleicht ist die höher als die globalen Geburtsraten und wir leben bald alle in einem postapokalyptischen Brachland, wenn wir zu wenig Menschen für eine funktionierende Gesellschaft sind…“. Milo und Zoe könnten unterschiedlicher nicht sein und glauben zuerst nicht an ihre unwahrscheinliche Seelenverwandtschaft, merken jedoch schnell, dass sie sich gerade deshalb gut ergänzen und gegenseitig besser machen. Aus den ursprünglichen Bemühungen, ihr Seelenband zu trennen, wird schnell eine abenteuerliche Mission, bei der sie Lügen und dunkle Machenschaften eines dubiosen Milliardärs aufdecken, wobei sie sich bei der Sucher nach Wahrheit und Gerechtigkeit in große Gefahr begeben.
Die Geschichte und sich entwickelnde Beziehung zwischen Zoe und Milo war wunderbar zu verfolgen und ich hatte großen Spaß dabei, das Gedankenspiel, um diese seltsame Mutation, mitzuspielen. Meiner Meinung nach hätten beides, die sich aufbauende Liebesbeziehung und das spannende Thema um die „Seelenverwandschaft“/KinTwins und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft und den Lebensalltag, noch viel detailreicher und ausführlicher behandelt werden können. An beiden Themen habe ich große Freude gehabt und das Gefühl, dass da noch mehr drin gewesen wäre, beides näher zu ergründen. Allerdings war der Roman vielleicht gerade deswegen so kurzweilig und unterhaltsam, weil er nicht unnötig „um den heißen Brei“ geredet hat.
Beim Schreibstil bin ich etwas zwiegespalten: einerseits fand ich es großartig, dass auch moderne Ausdrücke und Denkweisen (z.B. „er, sie oder they“) mitgedacht und benutzt wurden. Sehr passend war das auch zu den inhaltlich angeschnittenen Themen, wie non-Binarität oder zwischenmenschliche Beziehungen außerhalb heteronormativer Schranken. Andererseits wurden dann aber auch wieder viele Redewendungen und Ausdrucksweisen benutzt, die sehr hölzern oder veraltet klingen. Heutzutage benutzt wohl kaum eine junge Person noch Wörter wie, „gepfefferte Mail“, „Witze reißen“, „Was ziehst du denn für einen Flunsch?“ (ehrlich, das Wort kenne ich nicht mal) oder „Laus über die Leber gelaufen“. Natürlich kann das aber auch an der Übersetzung liegen, dass diese etwas altbacken ist. Ich würde mir wirklich wünschen, dass deutsche Übersetzer*innen sich mehr trauen würden und auch mal englische oder „neumodische“ Ausdrücke als solche stehen lassen würden. Gerade für die jüngere Leserschaft würde das sicher Anreiz sein, mehr zu lesen oder sie zumindest nicht vom Lesen abschrecken, wenn manche Dialoge einfach nur cringe klingen ;)

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Deep Cuts von Molly Brinkley hat mir viel gegeben und Leonard Cohen genommen

Deep Cuts
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In “Deep Cuts” von Molly Brinkley verfolgen wir das Leben von Percy Marks ab dem College Anfang der 2000er über mehrere Jahre. Dabei spielen diverse Beziehungen und Freundschaften und deren positive und ...

In “Deep Cuts” von Molly Brinkley verfolgen wir das Leben von Percy Marks ab dem College Anfang der 2000er über mehrere Jahre. Dabei spielen diverse Beziehungen und Freundschaften und deren positive und negativen Entwicklungen eine wichtige Rolle, am zentralsten ist aber ihre komplizierte Beziehung zu Joe Morrow in dieser Zeit. Sie sind dabei Freunde, Verliebte, Vertraute, Entfremdete und kreativ Verschwörte beim Songwriting und beim über Musik diskutieren und philosophieren. Die Schwierigkeit bei ihrer musikalischen „Beziehung“ liegt vor allem darin, dass Joe als talentierter Musiker und Songschreiber eine andere und vermeintlich überlegene Rolle einnimmt als Percy, die als leidenschaftlicher, aber unmusikalischer Musikfan die beratende und kritische Rolle vertritt. Die grundlegende sexuelle und romantische Anziehung und die musikalische Verbindung zwischen den beiden konkurrieren über die Spanne vieler Jahre, in denen beide sich in ihren Karrieren, Wohnsitzen und sozialen Umfeldern ständig annähern und entfernen, aber nie voneinander ablassen können.
Ich war als großer Musikfan sofort begeistert vom Ansatz und Aufbau des Buches. Die Kapiteltitel sind prägende Songs, die in den Kapiteln eine Rolle spielen, Aufhänger für Gedanken und Handlungen der Charaktere sind oder einfach sehr passend titelgebend für den Vibe der Inhalte sind. Es wird ausschweifend und sehr tiefgehend und intim über Musik, Texte und damit verbundene popkulturelle Fakten und Phänomene philosophiert. In Monologen, Dialogen, Songtexten oder literarischen Texten der Charaktere, meist der Protagonistin Percy, werden dabei Zusammenhänge und Parallelen zum persönlichen Leben und der Entwicklung dieser Charaktere gezogen.
Die frustrierend schwierige und, ehrlich gesagt, toxische Beziehung zwischen Joe und Percy hat mich bis zum offenen Ende sehr gefesselt. Die verkappte Romantikerin in mir hofft natürlich auf eine weniger toxische und mehr harmonische Zukunft fern der letzten Buchseiten. Die pessimistischere Realistin kann sich zumindest mit dem Gedanken zufriedenstellen, dass Percy und Joe wunderbar bedeutende Musik geschaffen haben und damit diese fiktive Realität zu einer besseren gemacht haben werden.
Ich habe mich an vielen Stellen sehr gut mit Percy identifizieren können, vor allem mit ihrer großen Lieber zur Musik, als verbittert unmusikalische und deshalb auch neidische Liebhaberin dieser Kunstform. Abgesehen davon habe ich mich aber auch sehr verbunden zu ihren negativen bis traumatischen Erlebnissen gefühlt und zu ihren Gedanken und Handlungen, selbst oder vor allem auch zu ihren schlechten und vermeintlich unerträglichen Eigen- und Machenschaften, auch wenn mich diese wahrscheinlich eher abstoßen müssten. Aber wenn ich ehrlich bin, trafen die wahrscheinlich einfach zu sehr ins Schwarze, was meine tiefe Verbundenheit zu diesem umstrittenen Charakter erklärt.
Mein einziger negativer Kritikpunkt betrifft die Sprache und Wortwahl im Buch. Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt oder ob junge Leute Anfang der 2000er in Amerika wirklich so gesprochen haben und einige Worte und Begriffe, die mir irgendwie unnatürlich und holzig vorkamen, bei jungen Erwachsenen damals und dort tatsächlich gängig waren. Vor allem in Dialogen zwischen engen Freunden und Vertrauten oder neuen Bekanntschaften in der Szene dachte ich mir häufig: So redet doch niemand im echten Leben, oder?! Aber wie gesagt, das kann auch einfach nur meine persönliche Auffassung sein und hat dem Inhalt und meinem Lesegenuss jetzt auch keinen Riesenschaden zugefügt. Ich bin gespannt auf das nächste Buch von Molly Brinkley, werde es in Originalsprache lesen und mal schauen, ob es mich auch dann stört.
Ich habe „Deep Cuts“ auf jeden Fall sehr genossen, dabei geweint und mich gleichzeitig über die geteilte Leidenschaft zur Musik mit den Charakteren gefreut. Die tiefgehende Auseinandersetzung mit Musik und Texten hat mir nicht nur Freude gebracht, sondern auch Infos und Gedankenanregungen. Positive und, wie im Titel dieser Rezension angedeutet, negative Erkenntnisse nehme ich mir aus diesem Roman sehr zu Herzen und freue mich schon auf meine nächstes Leseerfahrung von Molly Brinkley.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Absolut keine Red Flag dieses Buch!

Red Flags
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Super süß und trotzdem auch recht tiefgehend v.a. wenn man das Alter der Charaktere und der Zielgruppe in Betracht zieht. Ich mochte sehr, wie die Jugendlichen miteinander kommuniziert haben, wie offen ...

Super süß und trotzdem auch recht tiefgehend v.a. wenn man das Alter der Charaktere und der Zielgruppe in Betracht zieht. Ich mochte sehr, wie die Jugendlichen miteinander kommuniziert haben, wie offen und empathisch sie miteinander redeten. Das kam mir wirklich sehr gesund vor und damit bietet dieses Buch hoffentlich auch ein gutes Vorbild, das ich im Alter von 18 Jahren wirklich gut gebrauchen hätte können!
Einziger Kritikpunkt ist die Sprache, vor allem in den wörtlichen Reden, die nicht wirklich zeitgemäß ist oder, ehrlich gesagt, jemals war…? Ich glaube, Jugendliche haben im realen Leben noch „Das ist doch echt der Brüller!“ und Bezeichnungen wie „Klatschmaul“ geäußert. Das mag eventuell an der Übersetzung liegen, aber manchmal hat mich die Wortwahl schon zum Schmunzeln gebracht :) Gerade, weil das Buch mit einem recht aktuell gebräuchlichem Jugendwort betitelt ist, hatte ich mir einen etwas zeitgemäßeren und lässigeren Schreibstil gewünscht. Ich glaube, das würde jüngere Leser*innen auch mehr ansprechen, wenn es beim Lesen nicht manchmal so gekünstelt und fiktiv wirkt.
Alles in allem habe ich das Buch aber wirklich genossen und in kurzer Zeit durchgesuchtelt, was immer ein positives Zeichen ist, vor allem, wenn das Genre und die Zielgruppe nicht 100% auf mich zutrifft!

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