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Veröffentlicht am 30.05.2017

✎ Julie Cohen - Der Tag, an dem der Sommer begann

Der Tag, an dem der Sommer begann
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Als ich 2015 'Das Gefühl, das man Liebe nennt' von Julie Cohen gelesen hatte, wusste ich: Von dieser Frau mag ich mehr lesen! Noch heute läuft mir dieses Buch nach, weil ich es immer wieder Lesern empfehle, ...

Als ich 2015 'Das Gefühl, das man Liebe nennt' von Julie Cohen gelesen hatte, wusste ich: Von dieser Frau mag ich mehr lesen! Noch heute läuft mir dieses Buch nach, weil ich es immer wieder Lesern empfehle, die Geschichten fürs Herz mögen.

Nachdem ich das vorliegende Buch entdeckte, wanderte es direkt auf meine Liste der Bücher, die ich demnächst unbedingt lesen möchte, denn ich habe mich erneut auf eine herzerweichende Geschichte eingestellt.

Dass es eine Familiengeschichte sein wird, darauf hatte ich mich ganz besonders gefreut. Ich hatte auch Kitsch und ein wenig Übertreibung einkalkuliert - eben eine Lektüre mitten aus dem Leben, die sich jeder vorstellt, jedoch keiner wirklich lebt.

Was ich dann zu lesen bekam, enttäuschte mich schon sehr.

Zwar flog ich auch dieses Mal durch die Seiten, da die Autorin mir das Gefühl gibt, mich nicht an Ecken und Kanten zu stoßen. Jedoch beleuchtet sie keine der auftretenden Frauen wirklich tiefgründig. Alles wird angeschnitten, nichts wird intensiviert. Und das hat mich ganz arg enttäuscht.

Mindestens zwei Damen haben es verdient, dass man näher auf ihr Geheimnis eingeht - wahrscheinlich hätte jede ihr eigenes Buch gefüllt. Und Julie Cohen? Sie spricht sie an, widmet sich jedoch zu vielen Themen, um wirklich allen gerecht zu werden.

Hier hätte ich mir gewünscht, dass sie sich entweder ein Thema herauspickt, welches sie eindringlich recherchiert und behandelt. Oder dass sie mehr Seiten füllt. Ich bin gewiss kein Freund von dicken Büchern. Wenn sie mich jedoch fesseln und interessieren, dann merke ich die Seitenanzahl sowieso nicht.

Einzig Jo als weiblicher Charakter hat mir zugesagt - und ein Mann. Manche mögen es als übertrieben ansehen, wie sie dargestellt wird, aber ich brauchte das einfach - genau so.

Ich mag den Schreibstil der Schriftstellerin und die Kleinigkeiten, die sie zwischen die Zeilen packt, daher werde ich sicher auch noch mehr Geschichten von ihr lesen, auch wenn mir die vorliegende nicht so ganz zugesagt hat.

©2017

Zitate:

"Doch sie war nicht vor die Wahl gestellt worden.
Sie ist vor die Realität gestellt worden." (S. 326)

"Ihre Tochter wollte jetzt keinen Optimismus.
Sie wollte nicht das Positive sehen oder die Zähne zusammenbeißen.
Sie wollte einen Grund haben zu leben.
Und das war etwas ganz anderes." (S. 383)

Veröffentlicht am 28.05.2017

✎ Charlotte Link - Das Haus der Schwestern

Das Haus der Schwestern
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Charlotte Link - wer kennt sie nicht?! 2014 habe ich 'Die Täuschung' von ihr gelesen und war alles andere als begeistert. Ich wollte von dieser Schriftstellerin kein Buch mehr in die Hand nehmen.

Als ...

Charlotte Link - wer kennt sie nicht?! 2014 habe ich 'Die Täuschung' von ihr gelesen und war alles andere als begeistert. Ich wollte von dieser Schriftstellerin kein Buch mehr in die Hand nehmen.

Als Celine mich dann fragte, ob wir sie gemeinsam lesen möchten, habe ich mich nochmals auf die Suche begeben und bin am vorliegenden Buch hängen geblieben.

Es war alles anders als damals. Sofort war ich in der Geschichte drin und auch sofort gespannt. Ich wusste bis zum Schluss nicht, wohin die Reise gehen würde und war erstaunt, was mir alles unterwegs begegnete.

Ich mag Familiengeschichten - vor allem, wenn sie mit Geheimnissen gespickt sind. Hier werden direkt 2 Familien beleuchtet - die eine mehr, die andere weniger. Ich fand es ok, dass man eine Geschichte im Hintergrund beließ. Ich empfand sie manchmal als "Luftholer" für Zwischendurch.

Was mich positiv überrascht hat, war, dass man sehr viel Geschichtliches zu lesen bekommt. Die Autorin geht nicht ins Detail, kratzt aber auch nicht nur an der Oberfläche. Für mich hat sie genau das Maß gefunden, um es nicht trocken wirken zu lassen.

Einzig der Schluss war jetzt nicht so meins. Da überschlugen sich Ereignisse. Und hier und dort ein paar Reaktionen / Aktionen der Charaktere. Das konnte ich dann nicht so ganz nachvollziehen.

Ansonsten kann ich bei dieser Charlotte-Link-Lektüre mal eine Leseempfehlung aussprechen.

©2017

Zitate:

"»Der Mensch ist mit einem freien Willen geboren.
Ganz gleich, was zuvor in seinem Leben geschehen ist,
von irgendeinem Punkt an trägt er die Verantwortung für das,
was er mit dem Rest macht.«" (S. 30)

"Sie hatte ihm keinen Funken Gefühl zeigen wollen,
aber plötzlich hatte ihr Stolz lahme Beine bekommen,
hinkte irgendwo weit hinter ihr her." (S. 353)

Veröffentlicht am 24.05.2017

✎ Daniel Cole - New Scotland Yard 1 Ragdoll

Ragdoll - Dein letzter Tag (Ein New-Scotland-Yard-Thriller 1)
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Ich gehör wohl zu der Minderheit, die mit Daniel Coles Debüt nichts anfangen können.

Bevor ich zum Hörbuch griff, habe ich mich hier und dort schon umgehört. Nahezu jeder schien fast / vollkommen überzeugt ...

Ich gehör wohl zu der Minderheit, die mit Daniel Coles Debüt nichts anfangen können.

Bevor ich zum Hörbuch griff, habe ich mich hier und dort schon umgehört. Nahezu jeder schien fast / vollkommen überzeugt zu sein. Überzeugt von was?

So viele Klischees werden hier bedient, dass ich schon gar nicht mehr alle aufzählen kann. Am meisten hat mich wohl aber gestört, dass einem bestimmten Kerl nahezu alle Frauenherzen zuflogen, die in der Geschichte vorkamen.

Zudem kamen mir teilweise zu viele Personen vor. Dadurch, dass ich den Thriller gehört habe und nicht einfach zurückblättern konnte, um nachzulesen, kam ich manchmal ins Straucheln, wer nun wer ist. Dachte ich zumindest manchmal, aber: Wolf ist nicht einfach nur Wolf..

Viel Augenmerk wurde auf die Nebenhandlungen gelegt. Meiner Meinung nach zu viel. Der Fall, der sehr interessant ist, wird für mich zu banal abgehandelt.

Ich muss gestehen, dass ich wirklich lange für dieses Hörbuch benötigte. Normalerweise ist es so, dass ich bei Aktivitäten, bei denen ich kein Buch lesen kann, meine Ohrstöpsel schnappe und loshöre, weil ich auf den weiteren Verlauf gespannt bin. Hier hat es mich nicht gestört, wenn ich auch mal nicht dazu kam.

Der Sprecher war leider auch nicht so meins. Zwar besitzt er eine super angenehme Stimme, jedoch macht er so komische Luftholpausen, dass der Text immer unterbrochen wird. Die Betonung fand ich daher nicht angemessen. Zum Glück habe ich da nach einer Weile drüber hinweg hören und mich auf die Story konzentrieren können.

Ja, mit dem Ende habe ich nicht gerechnet, aber ehe man dort hinkommt, dauert es zu lange.. Die Spannung, die im ersten Teil aufgebaut wird, lässt im Mittelteil zu sehr nach und gewinnt wieder ein wenig am Schluss. Alles im Allen aber nicht genug.

Zudem fand ich erst hinterher heraus, dass hier mal wieder ein Reihenauftakt vorliegt. Die Folgebände werde ich nicht lesen, auch wenn am Ende für meine Begriffe zu viele Fragen offen geblieben sind.

Von mir gibt es an dieser Stelle keine Leseempfehlung. Dafür war es mir einfach zu viel Klischee und zu wenig Spannung.

©2017

Veröffentlicht am 21.05.2017

✎ Cristin Terrill - Zeitsplitter

Zeitsplitter
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Ich muss ehrlich gestehen, dass ich das Buch gelesen habe, weil es mir empfohlen wurde.

Als ich den Klappentext gelesen hatte, stellte ich mir eine interessante Story vor: Das ältere Ich trifft auf das ...

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich das Buch gelesen habe, weil es mir empfohlen wurde.

Als ich den Klappentext gelesen hatte, stellte ich mir eine interessante Story vor: Das ältere Ich trifft auf das jüngere Ich. Beide versuchen ihren Teil beizutragen, um Schlimmes abzuwenden.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass der Klappentext nicht ganz zutrifft. Ich kann nicht genauer darauf eingehen, da ich sonst spoiler.

Die Charaktere sind gut dargestellt. Die Handlung ist eher unspektakulär und ab einem gewissen Punkt zudem langatmig. Man hat das Gefühl, immer wieder die gleiche Szene präsentiert zu bekommen und ich war bald nur noch genervt.

Außerdem fand ich die Ereignisse sehr vorhersehbar. Wer zwischen den Zeilen liest, kommt meist sehr schnell hinter die Wendungen, die Cristin Terrill einbauen möchte. Und dann sind mir einige Logikfehler über den Weg gelaufen, die ich irgendwann nicht mehr ignorieren konnte.

Beim Lesen bin ich leider nicht drumherum gekommen, immer an die Edelstein-Trilogie erinnert zu werden. Hier wird das gleiche Konzept aufgefahren. (das Thema ist ein ganz anderes) Daher bin ich eher enttäuscht von allem. Ich hätte mir was Herausragendes gewünscht. Das eigentliche Thema des Buches wurde für mich definitiv zu vernachlässigt. Es bietet so viel Potenzial und die Autorin streift es nur am Rand.

Das Ende ist mir ebenfalls zu einfach. Wobei es für junge Leser vielleicht passend erscheint, um es nicht unnötig in die Länge zu ziehen oder zu verkomplizieren. (wobei hier alles viel zu einfach gehalten wurde)

Ich habe jetzt schon ganz oft gelesen, dass ein zweiter Teil erscheinen soll(te). Für mich ist die Geschichte abgeschlossen und ich werde, falls es tatsächlich mal dazu kommt, Teil 2 nicht lesen - auch wenn die Schriftstellerin einen angenehmen Schreibstil hat. Übrigens habe ich auf der Homepage der Autorin keinen Hinweis auf einen Folgeband finden können.

Von mir bekommt "Zeitsplitter" leider keine Leseempfehlung - zumindest nicht für ältere Leser. Vielleicht gefällt es ja Jugendlichen.

©2017

Veröffentlicht am 21.05.2017

✎ Ava Reed - Wir fliegen, wenn wir fallen

Wir fliegen, wenn wir fallen
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Ich wollte dieses Buch von Anfang an lieben. Das Cover fällt mir in einem Buchladen sofort auf. Der Klappentext sprach mich direkt an. Und ich muss sagen, dass ich dieses Mal durch die sehr vielen sehr ...

Ich wollte dieses Buch von Anfang an lieben. Das Cover fällt mir in einem Buchladen sofort auf. Der Klappentext sprach mich direkt an. Und ich muss sagen, dass ich dieses Mal durch die sehr vielen sehr positiven Rezensionen zusätzlich sehr angefixt wurde.

Mein letztes Buch hatte ich erst zur Hälfte beendet, da begann ich abends schon diese Zeilen zu lesen. Irgendeine Anziehungskraft machte es schwer, mich dieser zu entziehen.

Bereits von Anfang an hatte mich Ava Reed mit ihrem Schreibstil gepackt. Er ist nicht nur bildhaft und lebendig und haucht den Charakteren Leben ein, er berührt mich vor allem - mitten im Herzen. Er spricht mir aus der Seele und führt mir Alltägliches vor Augen, was ich manchmal lieber vergessen möchte oder leider auch hin und wieder vergesse..

Es sind nur so ganz kleine Kleinigkeiten, die das Gesamtbild für mich nicht perfekt machen: Eine zu oft wiederholte Wiederholung; eine Recherche, die präziser hätte ausgeführt werden können; Gefühle, die ein wenig vertieft hätten dargestellt werden können.

Aber die Geschichte rund um Yara und Noel ist für mich perfekt.

Ich liebe es, wenn ich junge Leute begleiten darf, die sich selbst erst entdecken und sich gegenseitig gerade kennenlernen. Die im Moment ein Verliebtsein erleben. Die unbeholfen und schüchtern sind. Die Fehler machen und hinterher ein schlechtes Gewissen haben. Die sich selbst am wenigsten verstehen.

Ich glaube, dass die Autorin es drauf hat, Geschichten fürs Herz zu schreiben - mir hat sie es mit “Wir fliegen, wenn wir fallen” jedenfalls bewiesen. Ich würde mir nur wünschen, wenn sie selbst auf ihre eigenen Zwischentöne ein wenig mehr hört - vor allem zum Ende hin.

©2017 Mademoiselle Cake



Zitate:

"Das Hauptmerkmal der Vergangenheit? Sie ist vorbei.
Das größte Problem daran? Das heißt noch lange nicht, dass sie uns loslässt." (S. 14)

"Ich habe es gewusst. Ich wusste, es wurde passieren, irgendwann.
Aber niemand kann dich auf den Moment vorbereiten, wenn das, was du weißt und ahnst,
wirklich eintrifft. Niemand kann dich darauf vorbereiten zu fallen - in ein Loch ohne Boden." (S. 26)

"Das Leben geht immer weiter, egal, ob alles gut wird oder nicht." (S. 29)

"[…] unser Herz zeigt uns, wer wir sind und wer wir sein können,
wenn wir den Mut finden, ihm zu folgen." (S. 39)

"Aber Worte kann man nicht zurücknehmen, sie bleiben, sind immer gesagt worden
und verstummen nicht plötzlich, nur weil man sich dafür entschuldigt.
Nein, sie klingen immer nach." (S. 47)

"Wir haben Angst, damit wir mutig sein können." (S. 66)

"So was nennt man dann wohl gegen sich selbst rebellieren.
Das kann ich gut." (S. 68)

"Manchmal sehen wir klarer, wenn wir unsere Augen schließen." (S. 89)

"Die Realität sitzt nicht gerne auf der Ersatzbank.
Nein, wenn du sie ignorierst, kommt sie auf dich zu,
schlägt dir ins Gesicht und sagt: Hier bin ich!" (S. 99)

"Meine Gedanken rasen im Wettlauf mit meinem Herzen." (S. 152)

"Das Leben besteht nicht nur aus vielen Enden, sondern vor allem aus vielen Anfängen." (S. 153)

"Zu viele Emotionen wirbeln durch mich hindurch." (S. 154)

"Wenn das Kartenhaus deines Lebens zusammenbricht,
liegt es an dir, es wiederaufzubauen - Stück für Stück." (S. 181)