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Veröffentlicht am 26.11.2016

✎ Linwood Barclay - Fenster zum Tod

Fenster zum Tod
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'Weil ich euch liebte' und 'Ohne ein Wort' fand ich damals (scheinbar) gut von diesem Autor - deshalb stand 'Fenster zum Tod' auch auf meiner Wunschliste und ich war glücklich, als es Suhani endlich davon ...

'Weil ich euch liebte' und 'Ohne ein Wort' fand ich damals (scheinbar) gut von diesem Autor - deshalb stand 'Fenster zum Tod' auch auf meiner Wunschliste und ich war glücklich, als es Suhani endlich davon befreit hatte.

Celine hatte mir vorher schon gesagt, dass sie dieses Buch auch besitzt und so war eine gute Gelegenheit, mal wieder zusammen zu lesen - was sich auch als sehr hilfreich herausgestellt hat..

Schon der Anfang war nicht so prickelnd. Wenn man den Klappentext gelesen hat, ist der Prolog nichts Besonderes. Man weiß direkt, worauf er anspielt und ich verlor schon da ein wenig das Interesse.

Leider empfand ich auch im Lauf der Geschichte keine sonderliche Spannung aufkommen. Alles dümpelt eher vor sich hin, wirkt langatmig und wenig ansprechend. Teilweise kam es mir auch sehr unglaubwürdig rüber. Ob sich manches so tatsächlich abspielen könnte? Ich wage es zu bezweifeln..

Auch die Charaktere haben mich nicht vom Hocker gerissen. Kaum ausgearbeitet bzw vielfältig. Sie wirken eindimensional, oft langweilig. Auch tauchen zeitweise so viele von ihnen auf, dass ich sie mir wirklich sortieren musste.

Nur durch den Schreibstil bin ich am Buch geblieben, denn dieser ist leicht herunterzulesen. Nichts Kompliziertes, nichts Anspruchsvolles. Einzig die verschiedenen Erzaählstränge waren abwechslungsreich.

Und das Ende? Für mich nicht überraschend - außer ein Punkt.

Von mir gibt es also keine Leseempfehlung - da gibt es wirklich bessere Bücher des Autors.

©2016

Veröffentlicht am 19.11.2016

✎ Frank Schätzing - Der Schwarm

Der Schwarm
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Getraut zu lesen, habe ich mich dieses Buch nicht, aber ich habe mir die Hörspielversion ausgeliehen und weiß nun auch endlich, worum es in diesem so bekanntem Buch geht.

Ich hätte es wahrscheinlich niemals ...

Getraut zu lesen, habe ich mich dieses Buch nicht, aber ich habe mir die Hörspielversion ausgeliehen und weiß nun auch endlich, worum es in diesem so bekanntem Buch geht.

Ich hätte es wahrscheinlich niemals selbst in die Hand genommen, denn es fällt nicht in meine bevorzugten Genre. Zwar fasziniert mich das Meer mit seiner (Arten)Vielfalt, aber Science Fiction schau ich mir auch im TV eher nicht an.

Eine Kollegin hat mir dann aber so von dem Buch vorgeschwärmt, dass ich dachte, dass ich es zumindest als Hörspiel ausleihen kann. Dass dieses jedoch über 12 Stunden geht, hat mich dann doch etwas geschockt.. (ich habe auch ein wenig länger gebraucht, um es fertig zu haben) Während meiner Recherche musste ich feststellen, dass ich sogar die gekürzte Version hatte - die ungekürzte hat 39 Stunden, die ich mit Sicherheit nicht ausgehalten hätte..

Schon von Anfang an muss man eine enorme Konzentration aufbringen, um der Geschichte folgen zu können. Frank Schätzing wirft nämlich verschiedene Schauplätze in den Raum, die sich immer wieder abwechseln. Leider verliert er sich aber auch manchmal einfach in Nebensächlichkeiten.
Seine Figuren arbeitet der Autor teilweise gut, teilweise aber auch einfach zu wenig aus. Es werden so viele Klischees bedient, dass ich mich manchmal fragte, ob ihm hier der Ideenreichtum gefehlt hat.

Mir ist klar, dass Herr Schätzing mit einem gewissen Fingerzeig auf unsere Zukunft aufmerksam machen will, dass er zum Nachdenken anregen möchte. Anfangs war ich auch voll dabei und dachte eigentlich, die Geschichte bewegt sich auf einem Terrain, welches unglaubliches Potenzial hat. Je weiter das Geschehen aber voranschritt, desto weniger glaubwürdig empfand ich das Ganze.

Mir hat an diesem Hörspiel vor allem die Umsetzung gefallen. Soundeffekte spielen hierbei eine große Rolle und heben die Spannung. Ohne diese hätte ich dem Geschehen wahrscheinlich nicht halb so viel Aufmerksamkeit geschenkt. Jedoch wurden sie ab und zu auch nicht ganz so günstig eingesetzt.

Ich kann dieses Werk nur bedingt empfehlen. Wer mitreden können möchte, der kann es lesen - alle anderen haben in meinen Augen nichts verpasst.

©2016

Veröffentlicht am 17.11.2016

✎ Theodor Fontane - Effi Briest

Effi Briest
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Ich habe es tatsächlich getan und mir die ungekürzte Version dieses Klassikers angehört - und ich fand ihn gar nicht mal so schlecht..

Anfangs dachte ich: "Ok, ein weiterer Klassiker, der sich in meine ...

Ich habe es tatsächlich getan und mir die ungekürzte Version dieses Klassikers angehört - und ich fand ihn gar nicht mal so schlecht..

Anfangs dachte ich: "Ok, ein weiterer Klassiker, der sich in meine Liste einreihen darf - wird halt sein wie vieles andere auch." Aber weit gefehlt! Bei 'Effi Briest' muss man wirklich auf den Ton hören, muss gewillt sein, zwischen den Zeilen zu lesen.

Der Stil ist sehr beschreibend, sehr lebendig, wenn auch an der ein oder anderen Stelle manchmal ein wenig ausschweifend.

Am Schluss wird es sogar nochmals richtig emotional, obwohl es auch während der Geschichte nicht ohne Gefühle geht. Der Stil des Autors unterstreicht die in der Geschichte vorherrschenden Gefühle Effis. Ich finde, die Atmosphäre wurde super eingefangen.

Sicher hätte ich es in der Schule auch langweilig gefunden, dieses Buch zu lesen, aber für mich war diese Lektüre als Hörbuch durchaus sehr angenehm, denn sie spiegelt die Werte aus dieser Zeit wider und zeigt auf, wie engstirnig man doch sein kann.

Von mir gibt es für das Hörbuch eine Empfehlung! (aber Achtung: Nicht alle Versionen sind gut gesprochen - ich habe mich da auch erstmal durchhören müssen und mir gefiel die von Buchfunk einfach am besten)

©2016

Veröffentlicht am 05.11.2016

✎ Roman Voosen & Kerstin Signe Danielsson - Nyström & Forss 4 In stürmischer Nacht

In stürmischer Nacht
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Vor fast genau 3 Jahren habe ich schon den ersten Teil um das Ermittlerpaar Nyström & Forss gelesen. Damals fand ich 'Später Frost' sehr interessant und ich wollte seitdem immer weiter in der Reihe vorankommen ...

Vor fast genau 3 Jahren habe ich schon den ersten Teil um das Ermittlerpaar Nyström & Forss gelesen. Damals fand ich 'Später Frost' sehr interessant und ich wollte seitdem immer weiter in der Reihe vorankommen - bis heute hatte das leider nie geklappt.

'In stürmischer Nacht' ist zwar bereits der 4. Teil und ich kenne die Fälle dazwischen nicht, aber man kann ihn auch einzeln lesen. Es wird zwar auf Details im privaten Bereich ein wenig eingegangen, die wohl auch schon in der Vergangenheit eine Rolle spielten, aber diese waren nicht wichtig für die Geschichte, sondern entfachten nur meine Neugier.

Leider muss ich sagen, dass mich die Geschichte nicht ganz so mitgerissen hat. Schon direkt am Anfang war ich nicht ganz dabei, habe eher einfach vor mich hingelesen. Das Ganze hat sich dann auch bis zum Schluss - teilweise wie Gummi - gezogen.

Das Ende hat mich ebenfalls nicht sonderlich überrascht. Zwar gab es natürlich immer wieder Wendungen, aber nichts sonderlich Überraschendes.

Gut fand ich den Wechsel zwischen damals und heute - sowas gefällt mir ja grundsätzlich. Auch den Norden mag ich (in Büchern) total gerne.

Was mich aber teilweise gestört hat, waren einige Passagen des Geschehens. Manches war irgendwie.. nicht unlogisch, aber unnötig. Manches wurde nicht aufgeklärt. Manches war einfach zu viel. Gerade die auftretenden Personen waren teilweise sooo viele, dass man aufpassen musste, dass man sie noch richtig zuordnet.

Das Interessanteste am ganzen Buch war der Epilog. Der lässt auf einen spannenden Folgeband hoffen. Ob ich die Reihe jedoch tatsächlich weiter verfolge, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen..

Wirklich empfehlen kann ich diesen Teil nicht - da gibt es weitaus spannendere Krimis, die auch tolle Ermittlerduos haben.

©2016

Veröffentlicht am 31.10.2016

✎ Cecelia Ahern - Hundert Namen

Hundert Namen
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Als ich damals 'P.S. Ich liebe dich' von Cecelia Ahern gelesen habe, war ich hin und weg - das ist bis heute eins meiner Lieblingsbücher. Damals dachte ich, dass sie mit Gefühlen wirklich umzugehen weiß.

Heute, ...

Als ich damals 'P.S. Ich liebe dich' von Cecelia Ahern gelesen habe, war ich hin und weg - das ist bis heute eins meiner Lieblingsbücher. Damals dachte ich, dass sie mit Gefühlen wirklich umzugehen weiß.

Heute, nachdem ich nun schon das ein oder andere von ihr gelesen habe, muss ich leider sagen, dass ich immer mehr enttäuscht bin..

'Hundert Namen' - also der Titel / das Buch an sich - hat mich auf verschiedenste Art und Weise angesprochen: Ich liebe Zahlen über alles - und was man mit hundert Namen anstellen möchte, darauf war ich sehr gespannt. Das türkise Cover mit den in alle Richtungen schwimmenden Fische war in seiner Schlichtheit ein Hingucker für mich. Und dann natürlich noch der Autorenname. Wie gesagt, für mich stand sie bisher immer für (sehr) viel Gefühl.

Sehr schnell kam bei mir aber die Ernüchterung.
Mit Kitty als Hauptperson habe ich leider so gar nicht sympathisiert. Das ist auch weiter nicht schlimm, denn das ist nicht immer nötig, aber hier vermieste es mir die Geschichte doch das ein oder andere Mal..

Dann habe ich - im Gegensatz zu der Journalistin - sehr schnell verstanden, was es mit dieser Liste auf sich hat. Es war einfach furchtbar, zuzusehen, wie sie sich einen Kopf darüber zu machen scheint und doch immer nur an sich denkt. Ich hatte nie das Gefühl, dass sie sich wirklich Mühe gibt damit.

Und dann all die anderen Personen.. Mir kam es so vor, als würde die Autorin krampfhaft versuchen, jedes Klischee, welches man so kennt, zu bedienen. Es wird kaum etwas ausgelassen. Klar treffen hier sehr viele Leute aufeinander - manchmal waren es auch ein wenig zuuu viele auf einem Haufen, sodass man aufpassen musste, dass man den richtigen Namen zuordnet -, aber bedarf es wirklich der Bedienung solch simpler, langweiliger Dinge, um die Geschichte zu erzählen?

Es gibt in diesem Roman einen tollen Kern. Und auf den letzten 60 Seiten kommen auch ein paar Emotionen vor. Aber ansonsten kann ich die Lektüre nicht weiterempfehlen - dafür ist sie mir einfach zu überladen, zu wenig fokussiert.

©2016

Zitate:

"»Du warst die Einzige, die mir in diesem Gespräch aufrichtig gestanden hat, dass sie keine Angst hat zu fliegen, sondern viel mehr befürchtet, es nicht zu können.« (S. 15)

"»[...] Es geht nicht darum, wie teuer etwas ist, die meisten Menschen in diesem Land können sich sowieso keine üppigen Geschenke mehr leisten - es geht darum, darüber nachzudenken, was man jemanden schenken könnte, was dem Beschenkten eine Freude machen könnte, wenn es ihm gerade nicht so gutgeht, was ihm hilft, sich wieder geliebt und wichtig und einmalig zu fühlen, und sei es nur durch eine einfache Geste.«" (S. 110)

"»Züchte dein eigenes Glück«, las sie laut vor und fing an zu lachen. Der Topf war mit Erde gefüllt, und an ihm war ein kleines Tütchen mit Klee-Samen befestigt. (S. 380)