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Veröffentlicht am 07.01.2025

🍰 Dr. Mai Thi Nguyen-Kim & Marie Meimberg - BiBiBiber hat da mal 'ne Frage 3 Welche Farben hat der Regenbogen?

BiBiBiber hat da mal 'ne Frage. Welche Farben hat der Regenbogen?
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Wow! Wir lieben dieses Buch!

Wir hatten im März schon den Band „Warum leuchten Sterne?“ gelesen und waren nur mäßig begeistert. Es war sehr viel Physik, sehr viel drumherum und für meine 6-Jährige zu ...

Wow! Wir lieben dieses Buch!

Wir hatten im März schon den Band „Warum leuchten Sterne?“ gelesen und waren nur mäßig begeistert. Es war sehr viel Physik, sehr viel drumherum und für meine 6-Jährige zu wenig vom ihr erhofften Thema. (bzw. zu komplex)

Da wir beide den Regenbogen jedoch lieben, wollten wir es mit diesem Teil noch einmal probieren - und sind froh, dass wir es gewagt haben.

Von Anfang an haben Dr. Mai Thi Nguyen-Kim & Marie Meimberg uns abgeholt.
Alle Erklärungen und Zeichnungen sind ein Ineinandergreifen. Die Fragen des Biber waren Fragen, die nach und nach auch bei uns aufgekommen sind.

Manchmal werden kleine Haken geschlagen, mit denen man so nicht rechnet. Da kommt das Thema Liebe auf, Depression, häusliche Gewalt. Und trotzdem hat man nicht das Gefühl, dass das fehl am Platz ist, sondern dass das echt da hin gehört.

Meine Tochter hätte das Werk niemals allein in die Hand nehmen und den Inhalt allein bewältigen können. Wir haben es uns Stück für Stück gemeinsam vorgenommen und einige Tage daran gelesen, weil sehr viel Gesprächsbedarf bestand.

Bei uns ist das Buch nicht im Regal, sondern auf dem Beistelltisch gelandet, sodass es immer im Blickfeld ist und direkt in die Hand genommen werden kann. Mit seinem Format von 24x27 cm ist es eben auch keine Bettlektüre.
Mein Kind stellt immer wieder Nachfragen, wir müssen bestimmte Textstellen wiederholen, damit sie sie sich wirklich einprägen kann, um sie dann dem Opa zu erklären. Und dieser ist erstaunt, dass sie solch ein Wissen besitzt und selbst veranschaulichen kann.

DerVerlag vergibt eine Altersempfehlung ab 7 Jahren. Wie beim ersten Band bin ich auch hier der Meinung, dass es in 2, 3 Jahren eventuell besser passt. Es sei denn natürlich, man hat ein Kind zu Hause, welches diese komplexen Erklärungen liebt und schon früh wissenschaftlich interessiert ist.
Farben ist einfach unser Thema. Wir - Mama und Kind - haben beide sehr viel Interesse daran und wir konnten den Bildern und Texten sehr gut folgen. Bei den Sternen war dies leider nicht so.

„Warum leuchten Sterne?“ hat uns leider nicht wirklich abholen können und fristet derzeit noch ein Leben im Bücherregal. „Welche Farben hat der Regenbogen?“ hingegen ist innerhalb kürzester Zeit zu einem Lieblingsbuch geworden.
Von uns bekommt es daher eine Herzensempfehlung und den Status „Sahnestückchen“.

Auf meinem Instagramprofil gibt es einen kleinen Einblick ins Buch.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 02.01.2025

✎ Bonnie Leben - Eine Bonnie kommt niemals allein

Eine Bonnie kommt niemals allein
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Ich habe mich bereits früh mit dissoziativer Identitätsstörung beschäftigt. Spätestens, als mir „Aufschrei“ von Truddi Chase in die Hände fiel - ein Werk, welches mich bis heute nicht loslässt -, wurde ...

Ich habe mich bereits früh mit dissoziativer Identitätsstörung beschäftigt. Spätestens, als mir „Aufschrei“ von Truddi Chase in die Hände fiel - ein Werk, welches mich bis heute nicht loslässt -, wurde mein Interesse geweckt …

Vor dem vorliegenden Buch kannte ich den Instagramaccount der Bonnie Leben nicht. Ich bin also völlig unbefangen an diese Lektüre herangegangen, ohne Stimmen im Hinterkopf oder jegliche Informationen über ihre Personen.

Anfangs war ich sehr interessiert. Verschiedene Personen kommen zu Wort und sie werden gekennzeichnet, indem man ihren Namen nennt.
Oft habe ich dann in den Anhang geblättert, um zu schauen, welches Alter sie hat, um das Geschriebene irgendwie ein bisschen einordnen zu können.

Nur mit „Emely, ca. 4 Jahre, einsam, im Innen eingesperrt“ hatte ich die ganze Zeit meine Probleme.
Im Vorwort heißt es: »Das kann sich auch in ihrer Rechtschreibung bemerkbar machen. Gerade bei jüngeren Personen haben wir uns dazu entschieden, ihre Texte nur zu korrigieren, wenn es für das Verständnis nötig ist.«
Emely schreibt wie sie spricht. Aber: Wie kommt Emely, die im Innen eingesperrt ist, überhaupt dazu, am Text mitzuwirken? Und wie kann eine ca. 4 Jährige schreiben?

Für mich passt da irgendetwas nicht zusammen bzw. fehlt mir hier einfach ein erklärendes Wort.

Dadurch, dass jede Person, die wollte, ihre Worte zu Papier bringen durfte und das auch einige getan haben, kommt es manchmal zu Wiederholungen. Somit hat sich das Lesen für mich streckenweise in die Länge gezogen.

Dass die Namen nicht erklärbar sind, leuchtet mir ein. Trotzdem habe ich mich manchmal dabei erwischt, mich zu fragen, wie man auf den Namen „46“ (vier sechs) kommt.

Im Anhang gibt es ein Q&A, bei dem oft gestellte Fragen nochmals beantwortet werden. (von wem, wird dabei nicht erwähnt)
Auch Begrifflichkeiten werden aufgegriffen und erläutert.

Im Untertitel heißt es: »Meine Leben mit dissoziativer Identitätsstörung.« In meinen Augen ist es eher ein Aufklärungsbuch für Betroffene und Interessierte. Die Bonnies erzählen zwar viel, doch vor allem bestärken sie. Sie bestärken Betroffene, sich bemerkbar zu machen. Doch sie bestärken ebenso Außenstehende, genau hinzuschauen.

»Schrei nicht erst, wenn du denkst, endlich gehört zu werden.
Schrei, bis du gehört wirst.
Irgendwann wirst du auf Menschen treffen, die auch dein Schweigen verstehen.« (Alice)

©2025 Mademoiselle Cake


weitere Zitate:

»Wir nutzen lieber den Begriff Dissoziative Identitätsstruktur.
Wir sind nicht krank. Wir sind die Folge von kranken Umständen und deshalb anders strukturiert.
Heute unterstütze ich es aber auch, die DIS eine Störung zu nennen.
Es stört uns.
Wir sind nicht gerettet, weil wir viele sind, und nun glücklich und frei.
Wir sind eingeschränkt, weil wir viele sind.« (Fiona)

»Doch die eigene Bedeutungslosigkeit zu spüren, wenn man sich zuvor für den Protagonisten seines Lebens gehalten hatte, war ein Schlag ins Gesicht.« (Isa)

»Wir sind keine Überlebenden. Wir sind schon oft gestorben. Es war danach nur nicht vorbei.« (Ilke)

»Man kann um alte Zeiten trauen, ohne sie sich zurückzuwünschen.
Man darf vermissen, auch wenn es sich falsch anfühlt.
Denn eigentlich vermissen wir nicht unser altes Leben, sondern die Person, die wir hätten sein können, wenn es anders gewesen wäre.« (46)

»Es gibt kein Danach. Nur ein Damit.« (Alice)

»Es ist nie ein Fehler, wenn man sich für sich entscheidet.« (Delia)

»Wer dieses Buch liest und nicht selbst viele ist, lässt sich auf einen Perspektivwechsel ein.
Offenheit und die Fähigkeit, sich selbst zu hinterfragen, sind der Grundstein für eine Verbesserung der Lebensqualität Betroffener.
Wissen kann man schaffen. Die Bereitschaft, es aufzunehmen, muss jeder selbst einbringen.« (Fiona)

»Hilfen sind da, um in Anspruch genommen zu werden.Wenn es sie gibt und es niemanden weh tut, sie zu gewähren, warum gestaltet sich der Weg dorthin oft steinig?« (46)

»Wir zerbrechen innerlich, doch brechen nicht zusammen. […]
Manchmal möchten wir nicht stark sein. Manchmal möchten wir uns weinend in vertraute Arme verkriechen und gesehen werden, während wir uns verstecken.
Lieber möchten wir laut leben und leise weinen, als laut schreien und leise sterben.
Wir leben und das ist alles, was zählt.« (Alice)

»Im Wir zählt jedes Ich. Doch ohne das Wir ist auch das größte Ich machtlos.« (Fiona)

Veröffentlicht am 02.01.2025

✎ Stieg Larsson - Millennium 2 Verdammnis

Verdammnis
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„Verblendung“ konnte mich einige Stunden gut unterhalten. Also griff ich direkt zum nächsten Hörbuch.
Erneut konnte ich feststellen, dass mir einige Details noch lebhaft in Erinnerung sind - nach über ...

„Verblendung“ konnte mich einige Stunden gut unterhalten. Also griff ich direkt zum nächsten Hörbuch.
Erneut konnte ich feststellen, dass mir einige Details noch lebhaft in Erinnerung sind - nach über 15 Jahren.

Die Handlung bzw. Ermittlungen sind nicht immer ganz schlüssig, an manchen Stellen schlichtweg unmöglich. Das hat das Hörvergnügen ein bisschen getrübt.

Und doch ist Stieg Larsson eine Trilogie gelungen, die auf dem Markt (sehr) gut bestehen kann.
Allein durch seine Protagonistin Lisbeth Salander.

Die junge Frau wird in ihren Eigenschaften oft überspitzt dargestellt. Dennoch ist sie ein komplexer und sehr interessanter Charakter. Sie macht die Geschichte lebendig und hält sie auf Trab.
Der Journalist bleibt dabei eindeutig hinter ihr zurück. Trotzdem ist er als Sprachrohr nötig. Die Erzählung würde ohne ihn nicht funktionieren.

Wieder zeigt sich, dass der Autor wahrscheinlich gerne und viel gesprochen hat. Seine Schilderungen sind stellenweise ausschweifend und hätten gut gekürzt werden können. Der Plot hingegen ist raffiniert.

Ich denke, es ist hilfreich, die Reihe in chronologisch zu hören / lesen, damit man jedes Detail erfassen kann. Dieses Mal ist die Geschichte auch nicht abgeschlossen, sondern endet mit einem fetten Cliffhanger.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 30.12.2024

✎ Stieg Larsson - Millennium 1 Verblendung

Verblendung
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2008, kurz bevor der 3. Teil erschien, begann ich die Reihe zu lesen. Damals war ich sehr gefesselt und hatte sie mir selbst zugelegt, nachdem ich sie mir vorher von einem Kollegen ausgeliehen hatte.

Ich ...

2008, kurz bevor der 3. Teil erschien, begann ich die Reihe zu lesen. Damals war ich sehr gefesselt und hatte sie mir selbst zugelegt, nachdem ich sie mir vorher von einem Kollegen ausgeliehen hatte.

Ich hatte gar nicht vor, sie nochmals zu lesen und schenkte sie daher meiner Mum.
Irgendwann jedoch sah ich, dass sie unter einem neuem Namen fortgesetzt wurde und war neugierig, daher beschloss ich, die Reihe nochmals als Hörbuch zu hören.

Mir war nicht klar, wie viel ich nach über 15 Jahren noch wusste.

Viele Zusammenhänge erkannte ich sofort, als sie angesprochen wurde. Manche Details waren nicht mehr präsent, doch nach der Erwähnung stellte sich auch hier ein ja-genau-Erlebnis ein.

Stieg Larsson war kein Poet, niemand, der Worte wunderbar verpacken konnte.
Doch er schrieb auf den Punkt. Schonungslos. Offen. Schnörkellos.

Seine Charaktere - allen voran Blomkvist und Salander - sind erfrischend anders. Ich mag deren Entwicklung. Diese findet in einem eher gemächlichen Tempo statt, sodass Lesende mitunter einen langen Atem haben müssen.

Doch gerade Salander ist so komplex und interessant gestaltet, dass ich oft nur ihretwegen weitergehört habe. Was mich also eigentlich an das Buch gefesselt hat, war Lisbeth Salander und weniger die Krimigeschichte.

Für mich könnte „Verblendung“ als eigenständiger Krimi stehen. Nicht alles wird aufgelöst, doch das Wichtigste wurde gesagt.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 28.12.2024

✎ Cristina Caboni - Die Honigtöchter

Die Honigtöchter
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„Die Honigtöchter“ durfte bei mir einziehen, nachdem Zwerghuhn es bei meiner Aktion »vergessene Schätze« vorgestellt hatte und ich sah, dass es auf Sardinien spielt. Ich war bereits mehrmals auf Sardinien ...

„Die Honigtöchter“ durfte bei mir einziehen, nachdem Zwerghuhn es bei meiner Aktion »vergessene Schätze« vorgestellt hatte und ich sah, dass es auf Sardinien spielt. Ich war bereits mehrmals auf Sardinien und liebe diese Insel. Daher war ich sehr gespannt, was mich erwarten würde …

Da die Autorin selbst auf Sardinien lebt und Bienen züchtet, erwartete ich in dieser Richtung absolute Authentizität.

Cristina Cabonis Schreibstil ist ok. Er hat mich durch die Seiten getragen, aber war nichts Außergewöhnliches.

Auch die Geschichte an sich war keine, die mich catchen konnte.
Ich hatte insbesondere zu Anfang ein komisches Gefühl. Da wird ein Kind von 6 Jahren über Tage oder auch Wochen allein gelassen. Das ist Kindeswohlgefährdung! Vor allem, weil der Patentante seitens der Mutter verboten wurde, sich um das Kind zu kümmern, wenn sie nicht da ist.
Später wird das Kind zudem massiv angelogen. Eine Lüge über Leben und Tod ist nicht tragbar - erst recht nicht im vorliegenden Fall.

Die Informationen über Bienen - und die Übertragung auf die Menschen - fand ich interessant. Das waren Abschnitte, die ich wirklich gerne gelesen haben. Dabei hatte ich allerdings manchmal das Gefühl, dass die Übersetzung ein wenig daneben gegangen ist, denn so ganz klar war mir nicht immer, was die Protagonistin tut.

Diese reichen jedoch nicht aus, um mir den Roman im Gedächtnis zu behalten.
Es gibt keine überraschenden Wendungen. Die Handlung ist vorhersehbar und beinhaltet unzählige Baustellen, die es unmöglich machten, in die Tiefe zu gehen. Die Charaktere nahmen für mich keine Konturen an und blieben somit blass bis zum Schluss.

©2024 Mademoiselle Cake