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Veröffentlicht am 07.10.2024

✎ Lucinda Riley & Harry Whittaker - Schwestern Saga 8 Atlas: Die Geschichte von Pa Salt

Atlas - Die Geschichte von Pa Salt
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2021, kurz nach Lucindy Rileys Tod, hatte ich den 7. Band der Schwestern-Saga abgeschlossen. Damals habe ich geglaubt, dass wir eventuell nie erfahren werden, wie die Autorin die Geschichte hat enden lassen ...

2021, kurz nach Lucindy Rileys Tod, hatte ich den 7. Band der Schwestern-Saga abgeschlossen. Damals habe ich geglaubt, dass wir eventuell nie erfahren werden, wie die Autorin die Geschichte hat enden lassen wollen.

Heute, 3 Jahre später, bin ich dem Geheimnis auf die Spur gekommen.

Ich durfte eine leicht gekürzte Fassung hören. Statt knapp 24 Stunden hatte ich „nur“ etwas über 21 Stunden das Vergnügen, Pa Salt auf seinem Lebensweg zu begleiten.

Voraussetzung für diesen letzten Teil ist, die anderen Bücher alle zu kennen, denn es wird immer wieder auf Vergangenes hingewiesen, was man sich nicht einfach aus dem Text erschließen kann.

Ich war selbst erstaunt, wie viel ich nach über 3 Jahren von den Schwestern noch wusste. Das spricht im Endeffekt für den Schreibstil von Lucinda Riley - schnörkellos und einprägend. (wenn auch nicht nachhallend)
Mit „Atlas“ hingegen werde ich spätestens nach ein paar Wochen so meine Problemchen haben.

Es passiert wirklich reichlich. Unglaublich viele Ereignisse und Orte werden genannt - einiges, was man bereits gehört hat, doch auch eine große Menge Neues.

Manches davon war super interessant und wenn man sich die Zeit, in der diese Erzählung spielt, anschaut, weiß man, dass man eine Reise durch die Geschichte macht.

Leider konnte ich nicht alles nachvollziehen. Manches wirkt ein wenig konstruiert, zu sehr vom Zufall bestimmt. Kitsch ist hier ebenfalls an allen Ecken und Enden vorhanden.

Die Anrede in den Tagebucheinträgen konnte ich ebenso wenig für voll nehmen, denn ich habe noch niemals gesehen, dass jemand „Liebe Leserin, lieber Leser“ dort an den Anfang setzt. Das hatte für mich einfach keinen Sinn. Tagebucheinträge sind etwas Persönliches, etwas, was im besten Fall vielleicht niemand zu lesen bekommt. Hier klingen sie, als ob sie für jemanden geschrieben wurden - teilweise von einem Kind.

Ansonsten hat mich das Gehörte gut unterhalten und ich fand es interessant, wie die Mädchen den Weg zu ihrem Ziehvater gefunden haben. Hier und dort ein wenig gekürzt und ein bisschen weniger dick aufgetragen, hätte der Erzählung trotzdem gut getan.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 04.10.2024

✎ Clémentine Beauvais - Dreckstück

Dreckstück
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Lange bin ich um dieses Buch drumherum geschlichen ..

Ich habe es letztes Jahr in unserer Verschenkekiste entdeckt und seitdem immer wieder zurück auf den SuB gepackt, wenn ich es in die Hände bekam, ...

Lange bin ich um dieses Buch drumherum geschlichen ..

Ich habe es letztes Jahr in unserer Verschenkekiste entdeckt und seitdem immer wieder zurück auf den SuB gepackt, wenn ich es in die Hände bekam, weil mich der Klappentext auf der einen Seite angezogen und auf der anderen Seite abgestoßen hat. Ich hatte bereits beim Lesen dessen einen Kloß im Hals.

Gleichzeitig fragte ich mich, wie die Autorin dieses schwere Thema auf 82 Seiten Lesenden nahebringen wollte.

Clémentine Beauvais hat einen sehr anschaulichen Schreibstil. Das Geschehen ist kurz und knapp und trotzdem lief vor meinem inneren Auge ein ganzer Film ab. Ich habe die Personen vor mir gesehen, obwohl man gar nicht so viel von ihnen erfährt. Ich habe die Misshandlungen und Demütigungen körperlich und seelisch hautnah gespürt.

Die ganze Lektüre über hatte ich ein beklemmendes Gefühl in der Brust, habe teilweise mit angehaltenem Atem gelesen, weil ich immer dachte, dass das Ganze komplett aus dem Ruder läuft.

Gibt es da draußen tatsächlich Jugendliche, die auf die Idee kommen, ein kleines Kind von der Straße zu kidnappen, weil sie es entlausen wollen?! Ich mein, würden sie nicht eher angeekelt irgendwelche Sprüche bringen?! Es ist völlig egal, denn die Autorin hat diesen Weg gewählt und wird damit sicher sowohl angeeckt sein, als auch wachgerüttelt haben.

Durch die geringe Seitenanzahl hatte ich irgendwie gar keine Zeit, richtig in der Geschichte anzukommen. Aber ich glaube mittlerweile, dass das die Intention der Autorin war. Sie möchte provozieren und zum Nachdenken anregen. Dies ist ihr in meinen Augen super gelungen.

Einzig die Szene mit zwei älteren Menschen möchte für mich nicht so recht in uns Geschehen passen. Sie war nichtssagend und unglaubwürdig. Wobei dies am Schluss erneut ein Diskussionspunkt ist.

Für wen das Buch geeignet scheint? Ich glaube, als Klassenlektüre ist es perfekt.
Es gibt meist irgendwo irgendwen, der/die seine/ihre Langeweile an anderen auslässt.
Hier wird man direkt mit solchen Menschen konfrontiert. Man kann erörtern, analysieren, ja, auch bewerten und reflektieren. Und man muss ganz viel zwischen den Zeilen lesen.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 30.09.2024

✎ Cornelia Funke - Ritter, Schwert und Drachenblut

Ritter, Schwert und Drachenblut
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Wir haben das Buch geschenkt bekommen und ich wollte erstmal alleine rein lesen, um zu sehen, ob es sich in allen Geschichten um Jungs / Männer als Ritter handelt und ob die gängigen Klischees rund um ...

Wir haben das Buch geschenkt bekommen und ich wollte erstmal alleine rein lesen, um zu sehen, ob es sich in allen Geschichten um Jungs / Männer als Ritter handelt und ob die gängigen Klischees rund um sie ausgeschlachtet werden. Spoiler: Nein, es gibt auch Ritterinnen, die weder im Klappentext noch auf dem Cover erwähnt werden und ein paar wirklich gute Einfälle.

Die Geschichten sind für alle Kinder geeignet. Es wird mit einigen Klischees gebrochen und aufgezeigt, dass es nicht nur drachenbekämpfende Ritter gibt. Wir lernen eine Prinzessin kennen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt; einen Drachen, der keine Lust mehr auf Duelle hat; Ritter, die Angst haben; freundliche Ungeheuer; …

Das Buch ist für geübte Leser*innen geeignet. Die Geschichten sind um die 9 Seiten lang und werden von großformatigen Bildern begleitet.

Auf meinem Instagramprofil gibt es einen kleinen Einblick ins Buch.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 26.09.2024

✎ Zoë Jenny - Nachts werden alle Wünsche wahr

Nachts werden alle Wünsche wahr
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Ich muss ehrlich sagen, dass mich hier das Cover leider total geblendet hat. Auch der Klappentext klang nach etwas anderem, als ich dann lesen durfte.

Da ist zum einen die Freundschaft:
Dass Mia Lea hänselt, ...

Ich muss ehrlich sagen, dass mich hier das Cover leider total geblendet hat. Auch der Klappentext klang nach etwas anderem, als ich dann lesen durfte.

Da ist zum einen die Freundschaft:
Dass Mia Lea hänselt, wird man in der Klasse doch wohl mitbekommen?! Zumal es im Klappentext „immer“ heißt. Doch so groß ist das Thema gar nicht und auch relativ schnell abgehakt - für meine Begriffe sogar zu schnell.
Vor allem mochte ich nicht, wie das Thema geklärt wird. Unrecht mit Unrecht bekämpfen? Das ist nichts, was ich meinem Kind mit auf den Weg geben mag.

Aber es gibt noch andere Punkte, die mich gestört haben.

Zum Beispiel kommt irgendwann Magie ins Spiel. Wow!, dachte ich, ein Element, welches viele Kinder lieben. Doch in diese Geschichte ist es irgendwie plump integriert. Es hat auch keinen rechten Platz, wird nur hin und wieder erwähnt, doch man könnte es im Prinzip auch weglassen.

Dann haben die Kinder einige Ängste zu überwinden.
Muss das unbedingt in der Kanalisation geschehen? Das ist doch kein Spielplatz! Das ist ein hochgefährlicher Ort!

Außerdem begehen die Kinder Diebstahl, Einbruch und Sachbeschädigung und erhalten dafür keinerlei Konsequenzen. Welches Bild genau möchte die Autorin den Kindern da draußen vermitteln? Dass das etwa alles völlig in Ordnung ist?! Nein! Ich hoffe, meine Tochter kommt niemals auf solche absurden Ideen!

Mir ist die ganze Story zu unausgereift. Da treffen 1000 Ideen auf ein Buch und werden irgendwie zusammengewürfelt. Für mich zu viele Baustellen mit zu wenig Tiefgang.

Die Illustrationen und der Schreibstil haben mir gefallen. Daher hoffe ich sehr, dass die Erzählung nochmals überarbeitet wird. In diesem Zustand kann ich für „Nachts werden alle Wünsche wahr“ keine Leseempfehlung aussprechen. Es wird wohl bedauerlicherweise auch nicht in unsere Schulbibliothek einziehen.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 24.09.2024

✎ Antonia Michaelis - Enia und der Regenzauber

Enia und der Regenzauber
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Vor 2 Jahren lernte ich Antonia Michaelis Schreibstil in „Weil wir träumten“ kennen. Es war damals mein erstes Werk von ihr, obwohl sie bereits unzählige Bücher geschrieben hat. Es sollte nicht das letzte ...

Vor 2 Jahren lernte ich Antonia Michaelis Schreibstil in „Weil wir träumten“ kennen. Es war damals mein erstes Werk von ihr, obwohl sie bereits unzählige Bücher geschrieben hat. Es sollte nicht das letzte sein, denn ich mochte ihren Schreibstil und dass sie auf Missstände ein Madagaskar aufmerksam macht.

Nun hielt ich „Enia und der Regenzauber“ in der Hand.
Anfangs war meine Befürchtung, dass es sich hier um eine „White Savior“ handeln könnte. Doch Enia ist so viel mehr. Und ihre Freundinnen und die Erwachsenen sind alles andere als Nebenfiguren.

Es gibt eine Lehrerin in dem Dorf: Maitresse Tui. Sie bringt den Kindern bei, an ihre Fantasie zu glauben. Ihre Botschaft - „Der Wille kann Berge versetzen“ - ist das Leitthema der Geschichte. Immer wieder wurde ich als Lesende überrascht, was man mit seinem Glauben erreichen kann.
Gleichzeitig machte mich dieser Umstand unendlich traurig und manchmal brach es mir schier das Herz … Durch dieses Element stößt uns die Autorin mit der Nase auf Missstände (erneut in Madagaskar), die in unserem überfüllten Leben keinen Platz haben. Wir verschwenden meist nicht mal einen Gedanken daran.
So werden bereits Kinder für solche Themen sensibilisiert.

Dass Antonia Michaelis weiß, wovon sie schreibt, merkt dem Geschriebenen an. Die Umgebung klingt authentisch, die Figuren handeln / klingen glaubwürdig. Und vor allem gibt es ein Potpourri an Menschen. Hin und wieder taucht das ein oder andere Klischee auf, an anderen Stellen wurde ich (positiv) überrascht.
Langweile kommt hier beim Lesen nicht auf.

Ob man die Geschichte im Genre „Fantasy“ verortet oder doch nicht, muss jede
r für sich am Ende selbst entscheiden. Für mich waren ein paar Elemente too much, andere hingegen super gut in die Erzählung integriert.

Am Schluss bleibt ein Detail gänzlich ungeklärt, obwohl es viel Raum einnahm und immer wieder erwähnt wurde.

Ich mochte „Enia und der Regenzauber“ sehr und bin gespannt, was die Kinder unserer Schulbibliothek dazu sagen werden.

©2024 Mademoiselle Cake