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Veröffentlicht am 17.05.2024

✎ T.J. Klune - Mr. Parnassus 1 Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte

Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte
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Auf dieses Buch bin ich durch den Hype aufmerksam geworden, welches es in scheinbar allen sozialen Netzwerken ausgelöst hat. Angezogen durch das schöne Cover und wenig auf den Klappentext geachtet, begann ...

Auf dieses Buch bin ich durch den Hype aufmerksam geworden, welches es in scheinbar allen sozialen Netzwerken ausgelöst hat. Angezogen durch das schöne Cover und wenig auf den Klappentext geachtet, begann ich voller Enthusiasmus zu lesen.

Im Nachhinein muss ich leider sagen, dass es mich nicht so abholen konnte wie manch anderen.

Ich habe unheimlich lange gebraucht, bis ich durch war - knapp 1 Monat. Daran merkte ich, dass ich zwar nicht völlig abgeneigt war, der Inhalt mich jedoch auch nicht (vollends) catchte.

Die Geschichte ist sehr in die Länge gezogen, gespickt mit Klischees, Abreißkalenderweisheiten und sehr vorhersehbar.

Es ist schön, dass Klune besonderen Menschen eine Bühne geben möchte. Doch irgendwie waren sie mir dafür zu sehr im Hintergrund. Linus Baker stand gerade am Anfang ziemlich im Fokus.
Dennoch hat der Autor wunderbare Charaktere geschaffen. Sehr authentisch, sehr einprägsam. Manche etwas oberflächlich, andere tiefgründig.

Ein zweiter Teil soll in Deutschland gegen Ende des Jahres erscheinen. Bereits der Klappentext zieht mich nicht in seinen Bann. Ich denke daher, dass die Reise für mich mit den magisch Begabten hier zu Ende ist.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 16.05.2024

✎ Michael Ende - Tranquilla Trampeltreu die beharrliche Schildkröte

Tranquilla Trampeltreu
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Als ich dieses Buch in unserer Aussortierkiste in der Schulbibliothek entdeckte, nahm ich es mit, ohne dessen Inhalt zu kennen.
Mir ist der Namen ‘Michael Ende‘ ein Begriff, „Momo“ habe ich vor 6 Jahren ...

Als ich dieses Buch in unserer Aussortierkiste in der Schulbibliothek entdeckte, nahm ich es mit, ohne dessen Inhalt zu kennen.
Mir ist der Namen ‘Michael Ende‘ ein Begriff, „Momo“ habe ich vor 6 Jahren das erste Mal gehört und auch „Die unendliche Geschichte“ habe ich bereits gesehen, doch sonst sind mir seine Werke teilweise nur namentlich bekannt.

„Tranquilla Trampeltreu“ klang für uns auch deshalb interessant, weil meine Tochter zweisprachig (deutsch - italienisch) aufwächst. Daher haben wir uns bereits vor dem Lesen Gedanken über die Geschichte gemacht und lagen im Endeffekt gar nicht so falsch mit unserer Annahme.

Die Erzählung ist lehrreich. Die Kleinsten lernen, dass man nicht immer direkt aufgeben sollte - auch wenn es viele Gegenstimmen gibt. Man sollte an sich selbst glauben und der Mut, über sich selbst hinauszuwachsen, wird oft belohnt - wenn auch anders, als erwartet.

Der Weg Tranquillas ist lang. Und das schlägt sich leider auch in den Seiten nieder. Zuhörende benötigen einiges an Ausdauer. Daher sehe ich die Altersempfehlung ab 4 eher kritisch. Zumindest meine 6-Jährige hätte in diesem Alter niemals so lange zuhören können. Ich denke, für Vorschul- und Grundschulkinder ist es besser geeignet.

Wir haben die Ausgabe von 1982 mit Noten. Diese haben uns (erstmal) nichts genutzt, weil wir Das Buch als Abendlektüre ausgesucht hatten und ich mich zu dieser Zeit nicht mehr ans Keyboard setze. Hinterher hat es mein Kind nicht mehr interessiert.
Dessen Einsatz sehe ich in der Grundschule als sinnvoll. Die Aufmerksamkeitsspanne ist zu diesem Zeitpunkt einfach viel größer und man könnte daraus eine richtige Inszenierung machen.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 14.05.2024

✎ Vera Buck - Das Baumhaus

Das Baumhaus
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Gute (Psycho)Thriller sind heutzutage irgendwie schwer zu finden. Zumindest solche, die mich wirklich packen und dann vielleicht nicht mehr loslassen.

„Das Baumhaus“ hat mir ein paar interessante Hörstunden ...

Gute (Psycho)Thriller sind heutzutage irgendwie schwer zu finden. Zumindest solche, die mich wirklich packen und dann vielleicht nicht mehr loslassen.

„Das Baumhaus“ hat mir ein paar interessante Hörstunden verpasst.

Vera Buck hat sich dafür entschieden, nicht nur einen Hauptstrang zu konstruieren, sondern direkt 4. Das erfordert eine gewisse Aufmerksamkeit. Doch da es 5 unterschiedliche Sprecher*innen gibt, kann man ihnen super folgen. Ich mag es ja total, wenn verschiedene Personen von verschiedenen Leuten gesprochen werden (es sei denn, jemand hat das Talent, die Stimme immer wieder richtig gut zu verstellen), daher war dies für mich persönlich bereits ein Pluspunkt bei der Hörbuchversion.

Als Hörerin versuchte ich stets, Zusammenhänge herzustellen. Dabei führte mich die Autorin so manches Mal aufs Glatteis. Der Schluss hielt für mich zudem eine Überraschung bereit,

Schade fand ich, dass manche Stränge, die angefangen, leider nicht zu Ende erzählt wurden, sodass ich weiterhin ein paar Fragezeichen über dem Kopf schweben habe.

Für diesen Psychothriller benötigte ich als Mama starke Nerven, denn es geht sehr viel um Kinder. Und die Auflösung hat mir dann auch erneut das Herz gebrochen. Dadurch habe ich jedoch noch weniger die Taten einer bestimmten Person verstanden …

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 14.05.2024

✎ Matthew Maxwell - Der Junge und die Kakerlake

Der Junge und die Kakerlake
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Als ich das vorliegende Werk sah, wusste ich nicht, worauf ich mich einlassen würde. Philosophische Bücher genieße ich meist mit Vorsicht, da ich zum einen Autor*innen nichts absprechen möchte, zum anderen ...

Als ich das vorliegende Werk sah, wusste ich nicht, worauf ich mich einlassen würde. Philosophische Bücher genieße ich meist mit Vorsicht, da ich zum einen Autor*innen nichts absprechen möchte, zum anderen jedoch meine eigenen Vorstellungen habe.
Zudem hatte mich der Titel direkt an Kafkas „Die Verwandlung“ erinnert und ich war gespannt, ob es Parallelen dazu gibt.

Für „Der Junge und die Kakerlake“ habe ich dann auch ein paar Tage mehr benötigt als gedacht.

Zuerst wollte ich drauf los lesen, denn der Schreibstil ist beschreibend und doch einfach gehalten.
Bald merkte ich aber, dass dies nicht funktioniert, da man auf der einen Seite über jedes Kapitel tiefergehend nachdenken kann. Auf der anderen Seite wiederholt sich der Stil des Autors in jedem Kapitel. Dadurch ist man geneigt, manche Passagen einfach zu überspringen - was wirklich schade ist.
Nach dem Beenden der Lektüre bin ich überzeugt davon, dass die Intension des Verfassers war: Innehalten und (sich selbst) beobachten und nicht einfach alles hintereinander weg lesen …

Allie Daigle gibt den Geschichten mit ihren Illustrationen einen besonderen Touch. Hier wurden sich sehr viele Gedanken gemacht und die Wirkung ist - gerade im zweiten Teil - grandios.

Ja, es ist ein Buch für Erwachsene. Aber ich habe auch viel für meine 6-Jährige mitgenommen. Ich werde versuchen, ihr zu vermitteln, manche Dinge mit anderen Augen zu sehen und vor allem ihre Ängste (vor manchen Insekten) zu hinterfragen.

Manchmal braucht es einen kleinen Anstupser von außen, um wieder auf den richtigen Weg zu kommen und die Dinge anders wahrzunehmen. Matthew Maxwell hat es bei mir zumindest geschafft.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 13.05.2024

✎ Yuyi Morales - Dreamers

Dreamers
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Die Bücher aus dem Gratitude Verlag sind Werke, die ich fast blind kaufen würde. Mir gefällt ihre Mission, BIPoC in den Mittelpunkt zu stellen und deren Geschichten zu veröffentlichen. Wir selbst haben ...

Die Bücher aus dem Gratitude Verlag sind Werke, die ich fast blind kaufen würde. Mir gefällt ihre Mission, BIPoC in den Mittelpunkt zu stellen und deren Geschichten zu veröffentlichen. Wir selbst haben bereits tolle kennenlernen dürfen und mit der vorliegenden ebenso einen kleinen Schatz in den Händen.

Yuyi Morales erzählt hier ihre Geschichte. Wie sie mit ihrem Sohn Kelly von Mexiko nach Amerika auswanderte - ohne dies eigentlich zu wollen. Sie berichtet davon, wie fremd sie sich anfangs gefühlt hat, weil sie die „Fähigkeit zu kommunizieren - zu verstehen und verstanden zu werden“ vermisst hat. Und wie sie durch Bilderbücher einen Weg und ihre Bestimmung fand.

Ich als Erwachsene konnte 1000&ig mit der Autorin mitfühlen. Ich bin vor 10 Jahren selbst ausgewandert - in ein Land, dessen Sprache ich weder sprach noch verstand. Auch bei mir war es eigentlich nicht geplant, doch ich hätte jederzeit die Möglichkeit gehabt, zurück zu gehen.

Wenn man bedenkt, dass Sprache das wichtigste Kommunikationsmittel ist, dann kann man sich eventuell vorstellen, was es heißt, wenn dies auf von heute auf morgen wegfällt. Man fühlt sich verloren, fremd, ausgeschlossen.

Die Rettung für Yuyi Morales kam in Form von Bilderbüchern. Diese enthalten manchmal wenig Text, dafür aber umso ausdrucksstärkere Illustrationen. Dadurch konnte sie lernen und sich Gehör verschaffen. Sie lebt nun ihren Traum.

Die Bilder sind keine reinen Illustrationen. Es sind Collagen - zusammengesetzt aus Zeichnungen und Fotografien. Jede Seite kann mehrfach angesehen werden ohne langweilig zu wirken. Wir haben immer wieder etwas gefunden, was uns beim ersten Mal entgangen war.
Mit Text wurde eher sparsam umgegangen.

Am Ende erzählt die Verfasserin nochmals ausführlich ihre Geschichte.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich danach die Bilder und Texte erst wirklich verstanden habe und aufnehmen konnte. Ich habe das Buch im Anschluss daran direkt erneut angeschaut und viel besser mitbekommen, was mit all den Bildern und Worten gesagt werden wollte. Einfach, weil ich den Hintergrund kannte und all dies mit anderen Augen betrachten konnte.

Ich mag den Gratitude Verlag und die Bücher unheimlich gerne. Aber ich merke ebenso, dass mein Vorschulkind am vorliegenden zum Beispiel kaum interessiert ist. „Emmanuels Traum“ ist eines der wenigen Werke aus dem Verlag, über das mein Kind auch nach fast 2 Jahren noch spricht. Sein Schicksal hat sie nachhaltig beeindruckt. Damit konnte sie etwas anfangen. Wir konnten im Internet weitergehende Informationen heraussuchen. Wir haben uns Fotografien angeschaut. Doch „Dreamers“ kann sie irgendwie (noch) nicht so richtig greifen. Obwohl ich ihr meine persönliche Geschichte dazu erzählt habe.

Deshalb denke ich: Ja, Bilderbücher sind vorwiegend für Kindergartenkinder gedacht, doch diese speziellen - in denen Erwachsene von ihren Erlebnissen, eventuell sogar als Erwachsene, berichten - sehe ich eher ab dem Grundschulalter super gut eingesetzt. Klar, man kann bereits mit 4 Jährigen über den Inhalt reden, aber es wird sich, wenn man sich nicht vielleicht selbst in einer ähnlichen Situation befindet / befunden hat, kaum ein so kleines Kind das ganze Ausmaß, die ganze Intension dahinter, vorstellen können.
Daher bleiben unsere Werke noch im Regal und werden dann herausgeholt, wenn die 6-Jährige sich dafür interessiert. Sie weiß, dass es diese Geschichten gibt - und das ist für mich erstmal wichtig.

Von mir gibt es dennoch eine Leseempfehlung an die Großen.

©2024 Mademoiselle Cake