Profilbild von Jecke

Jecke

Lesejury Star
offline

Jecke ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jecke über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2017

✎ Tana French - Mordkommission Dublin 5 Geheimer Ort

Geheimer Ort
0

Ja, ja, ich weiß, es ist wieder mal eine Reihe - und ich habe mittendrin angefangen.
Eigentlich hätte ich gar nicht zu diesem Buch gegriffen, jedoch wurde es mir von einer Arbeitskollegin empfohlen und ...

Ja, ja, ich weiß, es ist wieder mal eine Reihe - und ich habe mittendrin angefangen.
Eigentlich hätte ich gar nicht zu diesem Buch gegriffen, jedoch wurde es mir von einer Arbeitskollegin empfohlen und sie kennt die Vorgänger ebenso wenig. Ist es denn immer nötig, die Reihenfolge einzuhalten? Ich denke, gerade bei Krimis kann man dies auch schon mal außer Acht lassen.

Ich habe mich beim Lesen auch keineswegs so gefühlt, als würde ich etwas vermissen. Es wird nicht sonderlich auf vorhergehende Fälle eingegangen. Lediglich im Bezug auf eine Person - und da weiß ich (noch) nicht, ob Tana French darüber bereits geschrieben hat oder ob es einfach nur ein Detail dieser Geschichte ist.

Mit dem Schreibstil kam ich anfangs gar nicht klar. Ich möchte jetzt mal behaupten, dass dies an der Übersetzung liegt. Oder schreibt die Autorin im englischen Original tatsächlich: "I said: ... "? Das kommt so häufig im Text vor und ist so schlecht integriert, dass dies ein Punkt ist, an dem ich mir zweimal überlege, nochmals ein Werk aus dieser Feder in die Hand zu nehmen.

Dann fand ich die Zeitsprünge, die ohne jedwede Kennung geschehen, manchmal ein wenig mühsam. Klar ist es interessant, die Sicht auf heute und damals zu haben. Aber nicht immer war direkt ersichtlich, wo man sich gerade befindet. Irgendwann wurde das besser, weil ich mich einfach daran gewöhnt hatte.

Was ich auch bis zum Schluss nicht verstanden habe, weil da gar nicht näher darauf eingegangen wird: Was hat dieses mystische Zeugs zu bedeuten? Es passt nicht in das Umfeld. Es hat keine Bewandtnis. Es ist einfach überflüssig.

An sich ist die Hintergrundgeschichte relativ spannend, wird aber in ein Werk gepackt, welches keiner 700 Seiten bedarf. Kürzungen hier und dort hätten ihm sicher gut getan.

Ich möchte allerdings nicht alles schlecht reden an der Geschichte. Die psychologischen Spielchen sind gut herausgearbeitet und toll dargestellt. Die Charaktere nerven nicht alle, andererseits war mir auch keiner sonderlich sympathisch. Die Sprache der Jugendlichen war authentisch dargestellt. Die Auflösung war ok und an sich schlüssig.

Wie gesagt, ich weiß nicht, ob die Schriftstellerin tatsächlich so schreibt, wie hier übersetzt wurde. Wenn ja, rate ich von ihren Werken ab. Wenn nicht, dann könnte man sich mal die Originalausgabe holen und schauen, ob nicht doch ein Talent an ihr verloren gegangen ist.

©2017

Veröffentlicht am 10.09.2017

✎ Debbie Macomber - Rose Harbor 5 Rosenstunden

Rosenstunden
0

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich zu diesem Buch nur gegriffen habe, um die Reihe zu beenden. Die vorherigen Bände hatten ein Auf und Ab, sodass ich gespannt war, was mich hier erwartet. Für mich persönlich ...

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich zu diesem Buch nur gegriffen habe, um die Reihe zu beenden. Die vorherigen Bände hatten ein Auf und Ab, sodass ich gespannt war, was mich hier erwartet. Für mich persönlich war die Rose-Harbor-Reihe nach dem 4. Band abgeschlossen.

Der leicht-lockere Schreibstil der Autorin ist auch hier wunderbar erkennbar und lässt die Seiten schnell verfliegen. Dies täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass die Geschichte um Jo Marie sehr gestellt klingt.

In Band 1 bis 4 habe ich sie in mein Herz geschlossen, habe mit ihr mitgelitten, habe mit Sehnsucht darauf gewartet, welche Gäste sie empfangen wird.
In Band 5 hat mir der Charakter der Jo Marie aber gar nicht mehr zugesagt. Ich kann sie verstehen, dass sie versuchen möchte, nicht noch einmal das gleiche Schicksal zu erleben. Aber wie sie dann mit den Männern umspringt, kann ich einfach nicht gutheißen. Nichts hat mehr gepasst und ich habe sie einfach nicht wiedererkannt.

Debbie Macomber hat für mich Jo Marie meiner Meinung nach in ein falsches Licht gerückt. Ich habe ihr nichts mehr abgenommen, war sogar genervt von ihr und wollte nichts mehr über sie lesen.

Zum Glück gab es noch eine andere Geschichte, die man verfolgen kann. Die fand ich dann auch wieder süß - genau so, wie ich es erwartet habe.

Vielleicht hätte man aus diesem Teil wirklich noch viel herausholen können - wenn man sich mehr auf Mark und seine Geschichte konzentriert hätte. Diese bietet so viel Potenzial und wird einfach in den Hintergrund gedrängt. Stattdessen ... Na ja, ich möchte nicht zu viel verraten.

Meine Empfehlung ist, nach 'Herbstleuchten' aufzuhören - 'Rosenstunden' hat mir die Protagonistin regelrecht kaputt gemacht. Das erwarte ich von einem Wohlfühlroman einfach nicht und hat auch nichts mit "überrascht werden" zu tun.

©2017


Zitate:

"[...] Heilung erfolgt nicht immer so, wie wir es erwarten." (S. 181)

Veröffentlicht am 08.09.2017

✎ Maria W. Peter - Invita 1 Fortunas Rache

Fortunas Rache
0

Schon etwas länger lag dieses Buch ungelesen in meinem Regal und ich habe es immer ein wenig vor mir hergeschoben. Zum einen, weil ich zwar andere Werke der Autorin bereits kenne und mag, diese jedoch ...

Schon etwas länger lag dieses Buch ungelesen in meinem Regal und ich habe es immer ein wenig vor mir hergeschoben. Zum einen, weil ich zwar andere Werke der Autorin bereits kenne und mag, diese jedoch in einem ganz anderen Umfeld spielen und ich mit dem 3. Jahrhundert ehrlich gesagt erstmal nicht so viel anfangen konnte. Es hat mich nicht direkt abgeschreckt, aber ich hatte etwas "Staubiges" erwartet.
Zum anderen waren immer Band 1 und 3 bei mir - Band 2 fehlte jedoch. Nun ist auch dieser eingezogen und ich kann sie in der richtigen Reihenfolge lesen.

Durch Maria W. Peters Schreibstil war ich sofort in der Geschichte drin. Einmal angefangen zu lesen, habe ich das Buch kaum aus der Hand gelegt, denn die Seiten sind wirklich dahingeflogen. Jedoch habe ich mich während des Lesens öfter gefragt, ob die Ausdrucksweise tatsächlich der des 3. Jahrhunderts entspricht.
Meine Befürchtung, dass das Ganze aufgrund seiner zeitlichen Einordnung ein wenig trocken / staubig sein könnte, hat sich absolut nicht bewahrheitet.

Den Charakter der Invita habe ich mir anders vorgestellt und wurde in diesem Punkt daher überrascht. Zwar habe ich nicht immer alle Eigenschaften von ihr in Einklang miteinander bringen können, aber an dieser Stelle hoffe ich einfach, dass sie in den nächsten Bänden noch wächst.
Die anderen auftretenden Personen sind leider etwas klischeebehaftet, dennoch fügen sie sich ins Gesamtbild gut ein.

Wirklich gefehlt hat mir indes ein wenig die Beschreibung der Umgebung. Man wird in das Umfeld Invitas eingeführt, dennoch hätte ich mir mehr Charakteristiken des Triers zu dieser Zeit gewünscht. Vielleicht ist aber auch dies Bestandteil der nächsten Bände.

Wer bereits andere Romane der Schriftstellerin kennt, weiß, dass der Zufall in - ich möchte behaupten - allen Exemplaren seinen Platz findet. So auch hier.
Ich habe schon Gänsehaut bekommen und mein Atem hat sich beschleunigt, wenn sich die Protagonistin in haarsträubende Situationen manövriert hat. Jedoch habe ich auch ständig auf den Augenblick gewartet, in dem das Schicksal um die Ecke kommt.

Obwohl es als historischer Roman deklariert wird, würde ich es eher in die Sparte 'Krimi' einordnen, denn ich bin der Überzeugung, Leser dieses Genre werden ebenfalls Gefallen an der Geschichte finden.

©2017

Veröffentlicht am 29.08.2017

✎ Sina Flammang - Mädchen aus Papier

Mädchen aus Papier
0

Ich weiß gar nicht mehr, was / wer mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht hat. Aber als ich den Klappentext gelesen hatte, war ich ein wenig angefixt. Zum einen wird in einem Jugendbuch ein Thema bearbeitet, ...

Ich weiß gar nicht mehr, was / wer mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht hat. Aber als ich den Klappentext gelesen hatte, war ich ein wenig angefixt. Zum einen wird in einem Jugendbuch ein Thema bearbeitet, welches nicht so oft Gehör findet. Zum anderen habe ich bei "Richtung Süden" natürlich sofort an meine neue Heimat gedacht - und lag zumindest damit gar nicht so falsch.

Sina Flammangs Schreibstil ist sehr poetisch. Sie schildert Situationen so liebevoll, dass man am liebsten gern selbst direkt zum Beispiel hinauslaufen und sich das Ganze anschauen mag.

"Der Himmel knurrt leise, er klingt hungrig, und ich ziehe den Kopf ein, als müsse jeden Moment
eine große Schlabberzunge aus den Wolken schießen und mich von der Straße lecken." (S. 9)

Das hat das Lesen zumindest zeitweise zu einem echten Vergnügen gemacht.

Auch wurden die Person sehr präzise gezeichnet, sodass man sie gerne auf dem Weg begleitete. Ich denke, Jugendliche werden sich in dem einen oder anderen Charakter wiederfinden und der Geschichte bequem folgen können.

Leider verliert sich die Autorin stellenweise in wirklich nervige Wiederholungen, die dann irgendwann auch versucht habe, zu überlesen.

Dann fand ich den Ausflug, der im Klappentext groß angekündigt wird, erstens sehr kurz und zweitens, um ehrlich zu sein, auch ziemlich überflüssig. An dieser Stelle wollte die Autorin für mich zu viel und ist einfach übers Ziel hinausgeschossen bzw. eigentlich erst gar nicht angekommen.
Ich hatte mir von diesen Szenen einiges erhofft und wurde dahingehend maßlos enttäuscht. Vielleicht hatte ich an dieser Stelle einfach die falschen Erwartungen.

Dafür hat sie ein anderes Thema, welches nicht direkt irgendwo genannt wird, toll eingeflochten und umgesetzt.

Die Familiensituation, als Annika wieder da ist, wird ganz gut eingefangen. Maris Gefühle werden anschaulich rüber gebracht. Und dennoch fehlte es mir ein wenig an Emotionen. Durch Mari, die aus der Ich-Perspektive erzählt, erwartet man Gefühle pur. Mir jedoch war manches einfach zu schwammig, nicht krass genug.

Sina Flammang hat definitiv das Potenzial, eine sehr gute Schriftstellerin zu werden - das beweisen die Satzkonstellationen und die Worte, die sie für ihre Geschichte wählt. Ich denke auch, dass sehr viele Ideen in ihr schlummern, die sie gekonnt umzusetzen weiß. Meiner Meinung nach wollte sie all diese Einfälle zu gebündelt wiedergeben. Das Buch bietet eindeutig Stoff für mehrere Jugendbücher.

Mit gemischten Gefühlen würde ich eine bedingte Leseempfehlung aussprechen. Mir hat einfach zu viel gefehlt und ich hatte andere Erwartungen an die Lektüre.

©2017

weitere Zitate:

"Deshalb hat aus Clementines Sicht alles immer zwei Seiten: eine gute und eine gute. Und wenn eine Seite doch mal droht, schwarz anzulaufen, dann reibt sie sie eben wieder sauber." (S. 117)

"Die Welt [...] steht auf dem Kopf. [...] Wir wissen ja nicht, wo oben ist und wo unten. Kein Wunder, dass man manchmal den Boden unter den Füßen verliert, einfach so." (S. 271)

"Die Worte fallen wie Steine aus meinem Mund. Ich würde sie gerne zurückschaufeln, aber die Lawine ist losgetreten." (S. 281)

Veröffentlicht am 26.08.2017

✎ Almut Hielscher & Uta König - Mord am Waterberg

Mord am Waterberg
0

Als mir dieses Buch vorgestellt wurde, habe ich nicht lange gezögert, um zuzusagen, denn der Klappentext hatte mich sofort gepackt. Ich erwartete einen spannenden Krimi mit historischem Hintergrund.

Leider ...

Als mir dieses Buch vorgestellt wurde, habe ich nicht lange gezögert, um zuzusagen, denn der Klappentext hatte mich sofort gepackt. Ich erwartete einen spannenden Krimi mit historischem Hintergrund.

Leider kam die Ernüchterung beim Lesen dann sehr schnell. Obwohl der Schreibstil einfach und gut zu lesen ist, konnte er mich dennoch nicht an die Seiten fesseln. Zu viele Dinge wurden in die Geschichte gepackt. Zu viele Verwinkelungen wollte man schaffen, die auf mich überladen und stellenweise wenig glaubhaft wirkten. Ein unterhaltsamer Krimi sieht für mich etwas anders aus.

Ich hätte gerne noch mehr von der Vergangenheit erfahren, tiefere Einblicke in das Heute der Namibier erhalten und dafür auf einiges aus der Gegenwart von Katrin verzichtet. Mir wurde zu sehr an der Oberfläche gekratzt und Unwichtiges unnötig lange verfolgt.

Interessant waren die Stellen, als wir Einblicke in ein Tagebuch erhalten und Briefe von früher zu lesen bekommen. Außerdem finde ich die Zeitlinie am Ende des Buches ansprechend, in der die Ereignisse "Von Deutsch-Südwest-Afrika zur Republik Namibia" von 1842 bis heute (März 2017) beschrieben werden.

Die Kulisse und der geschichtliche Aspekt ist ein für mich persönlich wirklich ungewöhnlicher und interessanter Stoff für ein Buch. Hier wurde dies leider nicht genug umgesetzt. Es reicht nicht, die Geschichte in einer Zeitlinie chronologisch hinten an die Geschichte zu pappen. Eingewebt und spannend erzählt, reizt solch ein Thema Leser viel eher.

Ich hatte mir etwas anderes erwartet und gebe daher keine Leseempfehlung.

©2017