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Veröffentlicht am 25.10.2017

✎ Jodi Picoult - Ruth 1 Kleine große Schritte

Kleine große Schritte
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Mit Jodi Picoult habe ich nicht wirklich gute Erfahrungen gemacht. Meist waren mir ihre Schilderungen zu ausufernd und realitätsfern, sodass ich mit ihren Geschichten nicht wirklich etwas anfangen konnte, ...

Mit Jodi Picoult habe ich nicht wirklich gute Erfahrungen gemacht. Meist waren mir ihre Schilderungen zu ausufernd und realitätsfern, sodass ich mit ihren Geschichten nicht wirklich etwas anfangen konnte, obwohl sie gute Themen wählt.

Da ich seit 2011 jedoch kein Buch der Autorin mehr in die Hand genommen habe und das vorliegende sehr interessant klang, gab ich ihr nochmals eine Chance.

Zuerst habe ich mich an der Kurzgeschichte 'Das Mädchen mit den roten Schuhen' versucht, welche die Vorgeschichte darstellt. Schon diese hat mir sehr gut gefallen, weil da wichtige Punkte angesprochen werden. Für mich ist sie jedoch nicht wichtig. Man kann sie auch weglassen.

'Kleine große Schritte' beginnt dann schon sehr gewaltig. Von Anfang an hatte mich die Geschichte in ihren Bann.

Die Schriftstellerin verwendet in diesem Roman einen leicht zu lesenden Schreibstil, der jedoch nicht plump daherkommt. Man kann super allem folgen und manche Bilder, die entstehen, prägten sich bei mir so sehr ein, dass ich sie die ganze Geschichte über mitnahm.

"[...] riss ihm den Kopf hoch und schlug ihn mit voller Wucht auf den Asphalt. [...]" (S. 167)

Das erinnerte mich zugleich an den Film 'American History X'. Ich habe ihn vor Jahr(zehnt)en gesehen und noch heute erinnere ich mich an ihn. Dieses Buch könnte genauso werden.

Die Figuren sind gut gewählt. Manch einer ist sicher geneigt, sich direkt auf eine Seite zu stellen. Ich persönlich war nicht so. Es gab an allen Charakteren etwas, das ich nicht mochte - und das machte sie menschlich für mich. Ich muss die Einstellungen der einzelnen Figuren nicht (immer) gutheißen, nicht immer tolerieren, akzeptieren, aber ich muss es so hinnehmen - genau wie im richtigen Leben. Man kann nicht mit allem einverstanden sein.

Anfangs hat mich ein wenig gestört, dass die gleiche Situation manchmal aus verschiedenen Perspektiven dargestellt wurde, man jedoch nichts, wirklich gar nichts Neues erfuhr. Die Autorin hat dies jedoch sehr schnell sein lassen, sodass es tatsächlich nur zu Beginn störend war.

Was mich sehr interessierte, für andere jedoch vielleicht zu viel sein könnte, sind die vielen medizinischen Begriffe, die verwendet und teilweise nicht erklärt wurden. Ich hatte mir viele Notizen dazu gemacht, um hinterher immer ein wenig zu forschen.

Mit 'Kleine große Schritte' hat Jodi Picoult mir gezeigt, dass sie es doch drauf hat. Dass sie weiß, wie man gute Geschichten schreibt, die das Leben erzählt, ohne auf Stilmittel zurückzugreifen, mit denen sich viele nicht identifizieren können. Kleine Schwächen machen das Buch nicht perfekt - aber nahezu.

Von mir gibt es an dieser Stelle eine ganz klare Leseempfehlung.

©2017

weitere Zitate:

"»Vorurteile sind keine Einbahnstraße, wissen Sie. Es gibt Menschen, die darunter leiden, und es gibt Menschen, die davon profitieren. [...]«" (S. 406)

"»[...] Du musst ihnen zeigen, dass du kein schwarzes Mädchen bist. Du bist Ruth Brooks.«" (S. 54)

"»[...] Gleichheit bedeutet, jeden gleich zu behandeln. Aber Gerechtigkeit berücksichtigt Unterschiede, sodass jeder eine Chance auf Erfolg hat.«" (S. 425)

"[...] damit sie mit eigenen Augen sah, dass Liebe nichts mit dem zu tun hat, worauf man blickt, sondern es nur darum geht, wer darauf blickt." (S. 16)

Veröffentlicht am 23.10.2017

✎ Andreas Gruber - Sneijder & Nemez 3 Todesmärchen

Todesmärchen
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Da ich schon lange nicht mehr alles lesen kann, was ich gerne möchte, habe ich Ausschau gehalten und das Buch "Todesmärchen", welches mir meine Kollegin ausgeliehen hatte, in der Onleihe entdeckt und gehört.

Sowohl ...

Da ich schon lange nicht mehr alles lesen kann, was ich gerne möchte, habe ich Ausschau gehalten und das Buch "Todesmärchen", welches mir meine Kollegin ausgeliehen hatte, in der Onleihe entdeckt und gehört.

Sowohl Andreas Gruber als auch Maarten S. Sneijder waren mir bereits vorher bekannt. Nicht, dass ich schon ein Buch aus der Reihe oder von diesem Autor gelesen hätte, aber als Thrillerfan bin ich regelmäßig über Beiträge zu diesen Werken gestolpert.

Von Anfang an hatte mich die Geschichte gepackt. Der Erzählstil Grubers mit dem Sprecher Achim Buch in Kombination ist einfach super. Nicht eine Durststrecke habe ich durchlitten. Nicht ein einziges Mal habe ich gedacht, dass die Spannung jetzt ruhig wiederkommen könnte. Für mich war es ein absoluter Hörgenuss.

Ich muss ja gestehen, dass ich skeptisch an die ganze Sache heran gegangen bin. Da ich absoluter (Psycho)Thriller-Liebhaber bin, lese ich solche Bücher meist lieber. Die Spannung und das Gänsehautgefühl kann mir kaum jemand beim Hören geben, die ich erwarte. Hier wurde ich jedoch echt überrascht. Daher kann ich mir gut vorstellen, die restlichen Teile auch noch zu hören.

Was mich ein wenig gewundert hat, ist, dass dies der dritte Teil der Reihe ist und man hier tatsächlich Sachen erfährt, die ich viel früher erwartet hätte. Das machte mich indes noch neugieriger, denn nun mag ich herausfinden, wie alles zustande kam. Zum Glück gibt es nur 2 vorhergehende Bände.

An dieser Stelle sei allerdings erwähnt, dass dieses Buch nichts für schwache Nerven ist. Der Autor geht stellenweise sehr ins Detail und das kann ganz schön eklig werden. Mir macht das nichts aus, denn ich seh es ja nicht. Und übertrieben finde ich das Ganze ebenfalls nicht. (da gibt es Schlimmeres)

Dass Andreas Gruber ein österreichischer Schriftsteller ist, der sein Handwerk versteht, kommt hier ganz klar hervor. Die Sprache ist angemessen. Es sind keine Stolpersteine vorhanden. Nichts klingt falsch von der Satzkonstruktion her. Es war eine wahre Freude, der Geschichte zu lauschen.

Ich glaube, dass es sinnvoll ist, die Reihe von Anfang an zu beginnen, denn die beiden Ermittler Sneijder & Nemez werden sicher eine Reihe von Entwicklungen durchmachen, die durchaus interessant sein könnten. Auf alle Fälle finde ich sie eine gelungene Kombination.

Dies war gewiss nicht mein letztes Buch von Herrn Gruber. Ich gebe daher eine ganz klare Hörempfehlung. Meine Erwartungen wurden übertroffen.

©2017

Veröffentlicht am 12.10.2017

✎ Jodi Picoult - Ruth 0.5 Das Mädchen mit den roten Schuhen

Das Mädchen mit den roten Schuhen
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Ich bin eigentlich kein Fan von Jodi Picoult. Sie hat mich bereits mit mehreren Werken enttäuscht, jedoch war auch hin und wieder mal ein gutes dabei.

Zu diesem habe ich gegriffen, weil mich der Klappentext ...

Ich bin eigentlich kein Fan von Jodi Picoult. Sie hat mich bereits mit mehreren Werken enttäuscht, jedoch war auch hin und wieder mal ein gutes dabei.

Zu diesem habe ich gegriffen, weil mich der Klappentext ansprach. Und, weil es kurz ist. Ich wollte schauen, ob sie mich nicht doch nochmals überzeugen kann.

Was soll ich sagen? Ich bin positiv überrascht.

Hier wird ein Thema aufgegriffen, welches sicher schon sehr oft in Büchern verarbeitet wurde, jedoch niemals zu viel werden kann. Da es im Klappentext auch nicht direkt Erwähnung findet, wurde meine Fantasie anfangs sehr angeregt.

Die Autorin beschreibt sehr einfühlsam Ruth' Situation. Gerade, weil sie erst 8 Jahre alt ist, möchte man die Kleine gerne in den Arm nehmen, möchte sie beschützen und bewundert auf der anderen Seite doch die Stärke, die sie besitzt.

Mich haben die wenigen Seiten sehr neugierig gemacht. Ich habe mir sofort 'Kleine große Schritte' besorgt und bin gespannt, wie es der Protagonistin ergehen wird.

©2017

Veröffentlicht am 12.10.2017

✎ Andreas Steinhöfel - Trügerische Stille

Trügerische Stille
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Das Buch habe ich von einer Kollegin geschenkt bekommen und einfach in mein Regal gestellt, da ich es noch nicht kannte.
Aufgrund des Covers und des Verlages ging ich von einem Jugendbuch aus und habe ...

Das Buch habe ich von einer Kollegin geschenkt bekommen und einfach in mein Regal gestellt, da ich es noch nicht kannte.
Aufgrund des Covers und des Verlages ging ich von einem Jugendbuch aus und habe mir den Klappentext gar nicht erst durchgelesen. Ich dachte auch, bei ca. 170 Seiten kann ich nicht viel falsch machen.

Die Lektüre liest sich tatsächlich relativ schnell weg, weil sie in etwas größerer Schrift gedruckt wurde - ideal für Jugendliche, die es nicht so mit dem Lesen haben.

Leider habe ich nach dem Umklappen der letzten Seite das Gefühl gehabt, als sei die Geschichte noch nicht fertig. Klar, man ist am Ende angelangt, aber irgendwie fühlte ich mich auf halber Strecke allein gelassen.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob das Thema, welches hier verarbeitet wird, wirklich jugendtauglich ist. Für mich fehlen da einfach sehr viele Erklärungen bzw. viel mehr auch ein Danach. Meiner Meinung nach kann man dies nicht einfach so im Raum stehen lassen. Oder man sollte deklarieren, dass diese Zeilen für ältere Jugendliche geschrieben wurden. Mädchen und Jungen, die dem Kindesalter gerade entwachsen, werden - genau wie ich - mit einem leeren Gefühl zurückbleiben und 1000 Fragezeichen über sich schweben haben.

Neben diesem großen Thema gibt es aber noch einige kleinere, die gut, jedoch viel zu ausführlich beschrieben werden. Sie nehmen mindestens 2/3 des Buches ein - und das ist eindeutig zu viel. Es ist nichts Herausragendes, sondern etwas, was viele Kinder / Jugendliche (gerade) durchmachen und es wird sie nicht sonderlich interessieren.

Als ich nach der Lektüre ein wenig über den Autor geforscht habe, ist mir untergekommen, dass er bereits mehrmals "andere Menschen" als Thema in seinen Büchern aufgegriffen hat. Mich würde interessieren, ob er dies ein wenig intensiver tut, seinen Figuren wirkliches Leben einhaucht.

Mit dem vorliegenden Buch konnte mich Andreas Steinhöfel also leider nicht für sich gewinnen, jedoch habe ich ihn noch auf meinem Radar.

©2017

Veröffentlicht am 11.10.2017

✎ Maria W. Peter - Invita 2 Die Legion des Raben

Die Legion des Raben
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Wie oft ich jetzt den Anfang meiner Worte gelöscht habe, kann ich gar nicht mehr zählen. Mir fällt es gerade unheimlich schwer, die richtigen Sätze niederzuschreiben.

Ich habe schon einige Veröffentlichungen ...

Wie oft ich jetzt den Anfang meiner Worte gelöscht habe, kann ich gar nicht mehr zählen. Mir fällt es gerade unheimlich schwer, die richtigen Sätze niederzuschreiben.

Ich habe schon einige Veröffentlichungen der Autorin gelesen - zuletzt 'Fortunas Rache', also den ersten Teil um die Sklavin Invita. Dieser hat mir ziemlich gut gefallen, denn ich wurde auf angenehme Weise überrascht.

Also griff ich beherzt zu diesem Teil der Reihe.

Ehrlicherweise muss ich jedoch gestehen, dass ich enttäuscht bin. Die Geschichte hat sich für mich wie Kaugummi gezogen, obwohl man normalerweise durch den leichten Schreibstil der Autorin ziemlich zügig durch die Seiten fliegt, da sie keine komplizierten Zusammenhänge beschreibt.
Bei diesem Buch ist es mir zudem ganz besonders schwer gefallen, mitzufiebern, da ich wusste, dass es noch einen Teil gibt - und das nimmt (teilweise) jegliche Spannung aus den Situationen.

Zwar macht Invita eine Veränderung durch, scheint aus ihren Fehlern gelernt zu haben, aber irgendwie passiert mir viel zu viel. Klar, dass der Zufall erneut am Werk ist - das bin ich ja bereits aus anderen Publikationen gewöhnt -, aber in dieser Geschichte kommt manches unglaubwürdig rüber.
Ferner finde ich, dass hier ein paar Wiederholungen zu oft auftauchen.

Leider muss ich bekennen, dass ich freilich gewiss (fast) alle Arbeiten von Maria W. Peter gelesen und die meisten wirklich gemocht habe - jedoch nur für den Augenblick. Es klingt schlicht nichts nach. Und daher fällt es mir auch so schwer, sie jemanden ans Herz zu legen, zu sagen: "Lies!" Oft kann ich mich einfach nicht mehr an den Inhalt erinnern, kann nicht erklären, was mir zugesagt hat. Und das finde ich schade.

Ich möchte an dieser Stelle einmal ausdrücklich erwähnen, dass die Autorin toll recherchiert, keine Frage. Im historischen Sinne würde ich immer wieder zugreifen, wenn mich die Zeit interessiert. Und sie tut so viel für ihre Werke, wenn diese erst einmal auf dem Markt sind - sie lässt nicht einfach alles durch den Verlag machen.

Aber dieses Mal fehlte es mir einfach an vielem und daher kann ich keine bzw. nur eine bedingt Leseempfehlung aussprechen.

©2017