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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.08.2017

✎ Almut Hielscher & Uta König - Mord am Waterberg

Mord am Waterberg
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Als mir dieses Buch vorgestellt wurde, habe ich nicht lange gezögert, um zuzusagen, denn der Klappentext hatte mich sofort gepackt. Ich erwartete einen spannenden Krimi mit historischem Hintergrund.

Leider ...

Als mir dieses Buch vorgestellt wurde, habe ich nicht lange gezögert, um zuzusagen, denn der Klappentext hatte mich sofort gepackt. Ich erwartete einen spannenden Krimi mit historischem Hintergrund.

Leider kam die Ernüchterung beim Lesen dann sehr schnell. Obwohl der Schreibstil einfach und gut zu lesen ist, konnte er mich dennoch nicht an die Seiten fesseln. Zu viele Dinge wurden in die Geschichte gepackt. Zu viele Verwinkelungen wollte man schaffen, die auf mich überladen und stellenweise wenig glaubhaft wirkten. Ein unterhaltsamer Krimi sieht für mich etwas anders aus.

Ich hätte gerne noch mehr von der Vergangenheit erfahren, tiefere Einblicke in das Heute der Namibier erhalten und dafür auf einiges aus der Gegenwart von Katrin verzichtet. Mir wurde zu sehr an der Oberfläche gekratzt und Unwichtiges unnötig lange verfolgt.

Interessant waren die Stellen, als wir Einblicke in ein Tagebuch erhalten und Briefe von früher zu lesen bekommen. Außerdem finde ich die Zeitlinie am Ende des Buches ansprechend, in der die Ereignisse "Von Deutsch-Südwest-Afrika zur Republik Namibia" von 1842 bis heute (März 2017) beschrieben werden.

Die Kulisse und der geschichtliche Aspekt ist ein für mich persönlich wirklich ungewöhnlicher und interessanter Stoff für ein Buch. Hier wurde dies leider nicht genug umgesetzt. Es reicht nicht, die Geschichte in einer Zeitlinie chronologisch hinten an die Geschichte zu pappen. Eingewebt und spannend erzählt, reizt solch ein Thema Leser viel eher.

Ich hatte mir etwas anderes erwartet und gebe daher keine Leseempfehlung.

©2017

Veröffentlicht am 22.08.2017

✎ Monika Feth - Das blaue Mädchen

Du auf der anderen Seite
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Ich bin eher durch Zufall auf diese Autorin aufmerksam geworden, denn Celine fragte, ob wir mal was von ihr gemeinsam lesen möchten, da sie die Autorin und deren Thriller bereits kennt und mag.
Ich habe ...

Ich bin eher durch Zufall auf diese Autorin aufmerksam geworden, denn Celine fragte, ob wir mal was von ihr gemeinsam lesen möchten, da sie die Autorin und deren Thriller bereits kennt und mag.
Ich habe mich dann jedoch erstmal für einen Einzelband der Schriftstellerin entschieden, da ich den Schreibstil kennenlernen und nicht schon wieder eine Reihe anfangen wollte.

Wenn man sich von vornherein klar macht, dass dies ein Buch für junge Jugendliche (ab 12 Jahre) ist, dann sieht man vielleicht auch über das ein oder andere hinweg.

Den Schreibstil fand ich angenehm und angemessen. Es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, sodass man unterschiedliche Einsichten bekommt. Die Gefühle der einzelnen Personen werden gut rübergebracht. Es ist natürlich nichts wirklich Tiefsinniges, aber dieses Werk wurde, wie gesagt, auch für jüngere Leser geschrieben.

Wie es in einer Sekte zugehen kann, wurde toll beschrieben, wobei ich mir hier mehr wirklich Krasses gewünscht hätte. Man hört und liest darüber sehr viel und die Sekte im Buch kam mir schon hart, aber irgendwie nicht hart genug rüber.

Die Geschichte ist sehr vorhersehbar und hat kaum spannende Momente oder Wendungen. Auch bleiben Ereignisse im Raum stehen, die sich der Leser selbst weiterspinnen kann.

Zum Schluss ging mir dann alles einfach zu schnell. Zwar hat das Werk eine gute Länge für dieses Alter, trotzdem hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle mehr Hintergrund gewünscht.

©2017

Veröffentlicht am 20.08.2017

✎ Carlos Ruiz Zafón - Friedhof der vergessenen Bücher 1 Der Schatten des Windes

Der Schatten des Windes
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Vor Jahren schon einmal - vielleicht, als es gerade herauskam - habe ich dieses Buch gelesen. Da ich mich jedoch so gar nicht mehr daran erinnern konnte, was es in mir auslöste, habe ich beschlossen, es ...

Vor Jahren schon einmal - vielleicht, als es gerade herauskam - habe ich dieses Buch gelesen. Da ich mich jedoch so gar nicht mehr daran erinnern konnte, was es in mir auslöste, habe ich beschlossen, es noch einmal zu lesen.

Zuerst hat mich die Seitenzahl abgeschreckt, denn dicke Büchern bedeuten manchmal viel Geschwafel und wenig Inhalt. Carlos Ruiz Zafón jedoch erschafft genau das Gegenteil: Ich habe mich durch die Geschichte tragen lassen und war teilweise von Seite zu Seite faszinierter.

Der Autor beschreibt ein Barcelona, welches von Bildern im Kopf lebt. Auch die Charaktere sind vielschichtig und tiefgründig - keiner bleibt im Hintergrund. Dabei setzt er jedoch nicht auf Gefühlsduselei, sondern grast die komplette Palette ab: grausam, wundervoll, geheimnisvoll, lieb, naiv, unheimlich, ...

Und so sieht es auch mit der Geschichte an sich aus: Liebe, Krimi, Historisches - kaum ein Genre wird ausgelassen und trotzdem wirkt es nicht überladen, sondern eins fügt sich ins andere hinein und alles zusammen ergibt ein tolles Gesamtbild.

Ein Buch, welches ich nun (hoffentlich) nicht mehr so schnell vergessen und vor allem einigen empfehlen werde - auch wenn es selbst nach über 10 Jahren noch immer in aller Munde scheint.

Bisher war ich unschlüssig, ob ich die anderen Bände auch noch lesen mag, aber nachdem ich selbst gemerkt habe, dass ich aus dem Schwärmen gar nicht mehr herauskomme, wäre es doch eigentlich schade, wenn ich mir Zafóns tollen Schreibstil entgehen lassen würde.

©2017

Veröffentlicht am 15.08.2017

✎ Julia Engelmann - Eines Tages, Baby

Eines Tages, Baby
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Über 'Wir können alles sein, Baby' bin ich durch Zufall gestolpert. Jedoch hatte mich Julia Engelmann sofort in ihrem Bann. Zwar konnte sie mich in dem damaligen Hörbuch nicht vollends überzeugen, jedoch ...

Über 'Wir können alles sein, Baby' bin ich durch Zufall gestolpert. Jedoch hatte mich Julia Engelmann sofort in ihrem Bann. Zwar konnte sie mich in dem damaligen Hörbuch nicht vollends überzeugen, jedoch soweit, dass ich zu einem weiteren Werk von ihr griff.

'Eines Tages, Baby' ist ihr erstes Buch und ich bin ehrlich: Hätte ich dieses vorher gehört, wäre dies auch mein erstes und letztes von ihr gewesen.

All die Gefühle, die sie in ihrem zweiten Buch rüberbringt, habe ich hier vermisst. Irgendwie fand ich sie hier nicht "so dabei". Vielleicht fehlte ihr die Erfahrung - daran wächst man ja.
Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie meint, was sie sagt - das kam im zweiten Buch viel besser rüber. Abgenommen habe ich ihr ihre Gedanken dieses Mal also nicht und konnte mich nur schwer in sie hineinversetzen oder mit ihr mitfühlen.

Auch empfand ich es dieses Mal so, dass sich alles mehr oder weniger wiederholt hat - zumindest von der Kernaussage her.

Ich möchte das Hörbuch nicht gänzlich schlecht reden, denn Julia Engelmann hat Talent, aber ich würde eher ihr zweites Werk empfehlen.

©2017

Veröffentlicht am 11.08.2017

✎ Sabine Ebert - Hebammen-Saga 3 Die Entscheidung der Hebamme

Die Entscheidung der Hebamme
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Nachdem der erste Teil mir sehr gut gefiel, der zweite Teil in meinen Augen jedoch nur einen Abklatsch darstellte, bin ich von "Die Entscheidung der Hebamme" wieder versöhnt wurden.

Langsam muss ich jedoch ...

Nachdem der erste Teil mir sehr gut gefiel, der zweite Teil in meinen Augen jedoch nur einen Abklatsch darstellte, bin ich von "Die Entscheidung der Hebamme" wieder versöhnt wurden.

Langsam muss ich jedoch gestehen, dass die Wortwahl 'Hebammen-Saga' ein wenig irreführend ist. Ich hatte mir nämlich, als ich die Reihe in Betracht zog, ausgemalt, dass ich mehr über Marthe lesen werde. Tatsächlich ist es aber so, dass viel mehr über den Krieg geschrieben wird. Ist so ja erstmal nicht schlimm, schließlich handelt es sich um eine historische Reihe, meines Erachtens sollten die Titel und vor allem die Reihenbezeichnung trotzdem daran angepasst sein und keine falschen Erwartungen wecken.

Irgendwann habe ich auf einmal gedacht: "Das kann es aber doch jetzt nicht sein, oder?!" Ich habe sogar Celine gefragt, ob die Autorin das gerade wirklich ernst meint. Ich bin fast vom Glauben abgefallen.. Ich mein, die Geschichte lebte von einigen Details, auf die man sich verlassen konnte und die nun einfach herausgeschnitten wurden. Ich weiß nicht, wie Sabine Ebert hier noch das Ruder rumreißt, aber ich bin gespannt.

Die Romane sind vom Schreibstil her nichts Besonderes, aber sie gut, um vom Alltag abschalten und sich treiben lassen zu können.

Ein bisschen langweilig finde ich, dass scheinbar immer wieder das Gleiche geschieht - nur mit anderen Personen. Man weiß also eigentlich bereits, was einen erwartet und wird oft schon am Anfang mit der Nase darauf gestoßen.

Ein bisschen lästig fand ich die Rückblicke. Klar braucht es die in einem gewissen Maße. Aber manchmal fand ich sie irgendwie fehl am Platz.

Ansonsten habe ich mich mit diesem Teil, wie bereits erwähnt, ganz gut angefreundet. Für mich war er auf alle Fälle spannender als der Vorgänger, kann aber nicht ganz an den ersten Band heranreichen.

Für mich geht die Reise weiter, denn ich möchte nun erfahren, was in den letzten 2 Bänden passiert.

©2017


Zitate:

»Krieg war nicht nur eine Angelegenheit, bei der sich gegnerische Heere gegenüberstanden und sich ehrenhaft nach allen Regeln des Rittertums schlugen. Es traf immer die Ärmsten und Schutzlosen zuerst und am härtesten.« (S. 92)