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Jenny_Colditz

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2024

Wieder einmal großartig

Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit
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Kingsbridge – Ken Follet
Der vierte Teil der eigentlich der erste ist, oder doch nicht?
Klingt verworren, ist es aber nicht. Man kann diesen Teil locker nach dem beenden des dritten lesen, oder direkt ...

Kingsbridge – Ken Follet
Der vierte Teil der eigentlich der erste ist, oder doch nicht?
Klingt verworren, ist es aber nicht. Man kann diesen Teil locker nach dem beenden des dritten lesen, oder direkt als erstes. Ändern am Lesegenuss tut sich nichts.
Ich kannte die anderen Teile bereits und war froh nach England zurück kehren zu können und den Beginn, die Gründung von Kingsbridge zu verfolgen. Denn im ersten, und wohl bekanntesten Teil, steht die Kirche bereits. Das Dörfchen ist längst gegründet. Aber wie kam es dazu? Dies verfolgen wir in dem vorliegenden Roman.
Wir befinden uns im Jahre 997. Edgar der Bootsbauer verliert alles und muss von vorne beginnen. Dieser Start soll endlich Glück bringen. Aber der Weg ist mit Felsengroßen Steinen ausgelegt. Die Familie, die Liebe, Freundschaft, Feindschaft und die Reichen des Landes. Wie in anderen Romanen gewohnt ist die historische Zeit gut recherchiert und bildhaft dargestellt. Die Figuren haben alle Tiefe und ich folgte ihren Wegen gerne. Auch Diversität kommt nicht zu kurz. I Like.
Und viele menschliche Abgründe und Schockmomente. Man, oder zumindest ich, fieberte mit jedem mit. Wenn der Autor sich an dem hält wie in seinen bisherigen Romanen, kriechen seine Figuren im Dreck – mehrfach. Aber auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Schöne romantische Szenen, aber auch grausame. Liebe in unterschiedlichen Facetten. Das kann der Autor, nach wie vor, großartige Bilder gestalten und emotionale Geschichten erzählen.

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Veröffentlicht am 07.05.2024

verwirrend

Last night at the Telegraph Club
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Last Night at the Telegraph Club von Malinda Lo

Ich glaube es bildete bei mir den Abschluss zu unserer letztjährigen Regenbogen Aktion. Und hat mich so sehr enttäuscht, das ich mich danach erst einmal ...

Last Night at the Telegraph Club von Malinda Lo

Ich glaube es bildete bei mir den Abschluss zu unserer letztjährigen Regenbogen Aktion. Und hat mich so sehr enttäuscht, das ich mich danach erst einmal in ein Lieblingsbuch retten musste.
Die Autorin war hochmotiviert in diesem Buch so extrem viel anzusprechen und anzuprangen, das nicht ein einziges der Thema wirklich ernsthaft behandelt wurde. Und einem Ende was alles zuvor erlebte einfach komplett zerstört und für mich persönlich eine schlechte Moral zurück lässt.

Aber von Anfang an. Wir begleiten Lily in den 50er Jahren in Amerika. Und hier haben wir schon die ersten Probleme, welche durch die Autorin behandelt werden und definitiv sehr wichtig und auch interessant sind. Sie lebt in der chinesischen Gemeinde. Hier treffen wir auf Themen wie: R@ssismus, Kommunismus, Kolonialismus, Deportation, Abschiebung, Bestechlichkeit von Behörden, Eingliederung in die Gesellschaft. Dazu kommt der Schulstress von Lily, sowie Misswahlen. Keins dieser Themen kannst in nur 5 Minuten erklären. Aber jedes wird angerissen. In der Schule kommen die Probleme in einzelnen Fächern dazu. Mobbing, Freundschaft, die erste Liebe und neue Bekanntschaften. Mit diesen neuen Bekanntschaften kommen die Themen Misogynie, queeres Leben, Coming Out, Selbstfindung, Raumfahrt, Physik, Raketenwissenschaften, Feminismus, Auflehnung und noch vieles mehr.
Wie man merkt zu viele Themen, und keines davon klein oder unwichtig. Jedes braucht Platz und Zeit.
Dies wurde meiner Meinung nach weder den Figuren noch den Themen gegeben. Ich hatte das Gefühl als würde eine Check Liste abgearbeitet werden "Wie viele problematische Themen kann ich in einem einzigen Buch ansprechen?". Malinda Lo würde bei diesem Wettbewerb Platz 1 belegen.
Es wurde nur eins der obigen Themen wirklich beendet. Und das auf die für mich unschönste Art und Weise. 🤣🤷‍♀️
Also wer sollte das Buch lesen? Menschen welche kein Happy End brauchen.
Menschen welche sich schnell und ohne großen Inhalt über die 50er Jahre in Amerika lesen wollen, um sich dann mit den Themen näher zu beschäftigen. Man bekommt halt einen groben Überblick.
Menschen welche keine tief ausgearbeiteten Charaktere brauchen, sondern grober Umriss reicht.
Wirklich. Es gibt sooooo viele richtig gute queere Coming of Age Bücher. Hier wurde zu viel gewollt und nicht mal 1/8 davon eingehalten. Einfach mal 4732 Themen weniger und es hätte richtig geil werden können. So aber war ich persönlich sehr genervt und mehr als nur ein wenig enttäuscht.

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Veröffentlicht am 07.05.2024

Toller Abschluss

Wie Farben im Regen
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Es fühlt sich unwirklich an, dass dies das Ende ist. Ich war zu gern im Internat Mare. Habe erlebt wie die Freundinnen erwachsen wurden. Und auch versagten und zweifelten, wie sie feierten und glücklich ...

Es fühlt sich unwirklich an, dass dies das Ende ist. Ich war zu gern im Internat Mare. Habe erlebt wie die Freundinnen erwachsen wurden. Und auch versagten und zweifelten, wie sie feierten und glücklich wurden. Es machte sie nahbarer. Man fühlte sich dadurch mit den Figuren mehr verbunden. Besonders Lou und ihre Charakterbeschreibung ging mir persönlich nah. Aber auch Tonis Ängste konnte ich verstehen. Und nun lauschten wir der Story von Caro. Auch hier fand ich mich wieder. Welches Label passt jetzt auf mich, was fühlt sich richtig an? Wer bin ich und was möchte ich? Was hält die Zukunft für mich bereit? Auch mit 38, weiß ich nicht ob ich den richtigen Beruf gewählt habe.
Ihr Gefühl zuerst an andere zu denken und ihre eigenen hintenan zu stellen. Ihr Umgang mit der neuen Situation zeigt was für ein großartiger Mensch sie ist. Auch dieses Buch ist wieder voller Emotionen. Auch wenn fast alle Figuren sehr privilegiert sind, zeigt es das sie ähnliche Sorgen mit sich tragen. Sie haben ähnliche Ängste für die Zukunft. Das tut gut zu sehen. Auch ist dieses Buch eine Safe Space. Ich weiß das nicht jedes Coming Out so schön sein kann wie bei diesen tollen Freund
innen, aber ich wünsche es allen Menschen.

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Veröffentlicht am 07.05.2024

Großartig

Psyche: Verdammt frei
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Und hiermit endet die Greek Goddesses Reihe von Lucia Herbst. Und was für ein episches Ende. Aber auch die Geschichte zuvor hat es in sich.
Waren wir mit Medusa im Gerichtsaal, mit Persephone in der Unterwelt, ...

Und hiermit endet die Greek Goddesses Reihe von Lucia Herbst. Und was für ein episches Ende. Aber auch die Geschichte zuvor hat es in sich.
Waren wir mit Medusa im Gerichtsaal, mit Persephone in der Unterwelt, haben wir mit Psyche die Welt gesehen. Oder zumindest die welche Eros ihr erlaubte. Und dies war nicht viel.
Das was von vielen seit Jahrhunderten als die größte Liebe besungen wird, ist doch eigentlich nur traurig. Sie ist Zwang, Verleumdung, Gewalt, Macht Ausübung, sie ist krank, sie ist Sucht.

„Er hat mich verletzt und mich von sich abhängig gemacht. Inwiefern ist er besser als Hades? Der Herrscher der Unterwelt hat Persephone mit Schmerzen an sich gebunden, Eros mich mit Liebe. Macht es einen Unterschied? Eros´ Liebe hat auch wehgetan; jeden Augenblick, wenn er nicht bei mir war. Er war meine Droge.“ Zitat Seite 98

Die Autorin schafft es auch in diesem Abschlussband mich wieder in ihren Bann zu ziehen. Ich weiß wie viel Arbeit in einem buch steckt, von der Idee bis zum fertigen Werk. Ich hoffe Lucia verzeiht mir, wenn ich dies an einem Tag eingeatmet habe. Der Schreibstil nimmt einen völlig ein. Sie erzählt eine grausame Geschichte, nur mit leisen Worten. Diese rütteln an den eigenen Gefühlen, lassen einen nachdenklich zurück. Ab wann wird Liebe gefährlich? Ab wann ist es zu viel? Und darf man alles im Namen der Liebe tun?

„Es ist klar, warum Eros und Dionysos befreundet sind: Wo die Liebe ist, bleibt der Wahnsinn nicht fern, denn hinter der Maske der Liebe versteckt sich zu oft die Fratze des Irrsinns.“ Zitat Seite 116

Von Buch zu Buch steigt auch der fantastische Anteil. War dies bei Medusas Geschichte noch aufgrund der mythologischen Wesen, wird dies im nun abschließenden Band gesteigert. Unterschiedliche weitere Wesen und Figuren erscheinen, Zauber werden gewoben und wir reisen durch viele Jahrhunderte. Weit in die Zeit der griechischen Götter und ihrer Gräueltaten. So dass Leser welche etwas mehr Fantasy wünschen, voll auf ihre Kosten kommen. Aber auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Aber anders als gedacht, hat der Gott der Liebe eher weniger damit zu tun. Und diese Geschichte hat mir zum Schluss mein Herz gebrochen. Und ich schäme mich nicht dies zu zugeben: Ich habe lange nicht mehr so geweint wie bei der Beschreibung der Beziehung von Psyche und eines Charakters, welcher mit Leichtigkeit mein Herz eroberte. Denn dies versteht die Autorin nur zu gut: Götter so viel Menschlichkeit zu geben das man mit ihnen fühlt und mitfiebert, sich freut und weint. Und ich kann nur auf viele weitere Storys aus dieser Welt hoffen. Ich möchte verdammt noch mal wissen wie es Ariadne geht, oder Hel. Gib mir eine Geschichte zu Hel. ❤️🦋

„Es ist nicht Vergebung, was die Welt braucht. Denn Vergebung nutzt nur den Tätern und ermuntert sie weiterzumachen. Es ist Versöhnung. Weiterzumachen zu können, wenn man am Geschehenen und an sich selbst zu zerbrechen droht, egal ob Täter oder Opfer.“ Zitat Seite 366

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Veröffentlicht am 07.05.2024

anders als erwartet

Kitty Carter – Dämonenkuss
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Wenn im Klappentext direkt etwas von viel Spice steht bin ich eigentlich raus. Allerdings war ich sehr auf die Umsetzung des Kriminalfalls gespannt. Denn die Idee gefiel mir richtig gut. Nach dem eigenen ...

Wenn im Klappentext direkt etwas von viel Spice steht bin ich eigentlich raus. Allerdings war ich sehr auf die Umsetzung des Kriminalfalls gespannt. Denn die Idee gefiel mir richtig gut. Nach dem eigenen Tod, diesen als Geist aufklären.
Kitty selber wird als deutlich älter beschrieben. Für mich verhielt sie sich allerdings so zw. 16-24 Jahre. Oftmals zickig und aufmüpfig. Ist Okay, gerade das aufmüpfige als Frau der damaligen Zeit. Go for it. Aber die Situation muss hierzu passen. War nur selten der Fall.
Apropos Fall. Ermittelt wird eher nicht so effizient. Gut, ihre ehemaligen Kollegen waren in der Regel mit dem aufrechterhalten des eigenen Lebens überfordert. Atmen ist echt anstrengend. Was gut dargestellt hat, das Frauen damals nichts zu sagen hatten, aber Männer eben auch nichts drauf hatten.
Aber auch Kitty selber ist eher auf Zufall und Glück angewiesen als auf tatsächliches Können. Trotzdem war es amüsant bis zu ca. 2/3.
Das Ende, die Auflösung und der Punkt der recht häufigen 🌶 Szenen...
Die 🌶 Szenen und Gedanken an mögliche kommende derartige Aktionen waren eingestreut nach dem Oskar-Film "Warum liegt hier Stroh?". Und die Story drumherum hat mich leider völlig verloren. Das war so konfus und völlig abgedreht, dass es mit dem chilligen Creepy Cosy Crime von zuvor gar nichts mehr zu tun hatte. Es war echt ein völlig anderes Buch. Und so ein harten Schnitt in einem Genre, bin ich kein Fan von. Hat mir auch die Lust auf Teil 2 genommen. Und ich muss leider weiter nach ermittelnden Geistern suchen.

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