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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.01.2026

Starke Idee, langsames Tempo!

Minnesota
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„Minnesota“ hat mich mit einer starken Grundidee und einer spürbaren Aktualität abgeholt. Die Handlung ist klug konstruiert und wirkt durchdacht, man merkt, dass hier nichts zufällig passiert. Trotzdem ...

„Minnesota“ hat mich mit einer starken Grundidee und einer spürbaren Aktualität abgeholt. Die Handlung ist klug konstruiert und wirkt durchdacht, man merkt, dass hier nichts zufällig passiert. Trotzdem fiel es mir nicht immer leicht, dranzubleiben. Die zwei nebeneinander laufenden Handlungsstränge haben mich stellenweise eher verwirrt als neugierig gemacht, und durch die sehr ausführliche Erzählweise zog sich die Geschichte gerade am Anfang ganz schön in die Länge.

Es dauert ungewöhnlich lange, bis richtig Spannung aufkommt, was meine Geduld ein paar Mal auf die Probe gestellt hat. Wenn die Story dann aber Fahrt aufnimmt, entfaltet sie genau die Sogwirkung, die ich mir erhofft hatte. Insgesamt bleibt für mich ein positiver Eindruck: kein Buch zum schnellen Weglesen, aber eines, das mit Tiefe, Relevanz und einer starken Idee überzeugt – auch wenn der Weg dorthin etwas zäh ist.

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Romantik im ewigen Eis!

The Penguin Paradox
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The Penguin Paradox hat mich sofort mit seiner besonderen Stimmung und der gefühlvollen Liebesgeschichte abgeholt. Emerie war mir direkt sympathisch – sie ist klug, etwas zurückhaltend und durch ihre Vergangenheit ...

The Penguin Paradox hat mich sofort mit seiner besonderen Stimmung und der gefühlvollen Liebesgeschichte abgeholt. Emerie war mir direkt sympathisch – sie ist klug, etwas zurückhaltend und durch ihre Vergangenheit geprägt. Gerade diese Unsicherheiten machen sie so authentisch. Umso schöner war es zu sehen, wie sie langsam lernt, Vertrauen zu fassen und sich Beckett gegenüber zu öffnen.

Auch Beckett ist nicht der typische, perfekte Love Interest. Er hat Ecken und Kanten, wirkt anfangs verschlossen, entwickelt aber schnell eine spürbare Tiefe. Die Dynamik zwischen den beiden ist glaubwürdig, ehrlich und nie überzogen. Es gibt kein dramatisches Hin und Her, sondern echte Entwicklung, kleine Gesten und Gespräche, die hängen bleiben.

Besonders gelungen fand ich das ungewöhnliche Setting. Die Antarktis sorgt nicht nur für eine besondere Atmosphäre, sondern wirkt fast wie ein eigener Charakter – rau, schön, fordernd. Auch die Pinguine bringen Leichtigkeit und Wärme in die Geschichte, ohne kitschig zu wirken.

Am Ende hatte ich das Gefühl, selbst mit auf der Forschungsstation gewesen zu sein. Die Mischung aus klirrender Kälte, leiser Romantik und starken Emotionen lädt regelrecht dazu ein, sich mit dem Buch unter eine dicke Decke zu kuscheln und einfach abzutauchen. Ein rundum gelungenes Wohlfühlbuch mit Tiefe und Herz.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Einfühlsam und respektvoll erzählt!

Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär?
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„Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär?“ von Nora Imlau ist ein
einfühlsames und liebevoll gestaltetes Bilderbuch, das sich mit einem
Thema beschäftigt, das viele Kinder (und Erwachsene) nur schwer greifen
können: ...

„Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär?“ von Nora Imlau ist ein
einfühlsames und liebevoll gestaltetes Bilderbuch, das sich mit einem
Thema beschäftigt, das viele Kinder (und Erwachsene) nur schwer greifen
können: der Wut. Die Geschichte begleitet den kleinen Pandabären durch
einen emotionalen Ausbruch und zeigt dabei in einfacher, kindgerechter
Sprache, wie es sich anfühlt, von starken Gefühlen überrollt zu werden –
und wie man damit umgehen kann, ohne sich dafür schämen zu müssen.

Besonders schön finde ich, wie respektvoll und offen das Buch mit
Emotionen umgeht. Es vermittelt auf sanfte Weise, dass alle Gefühle
erlaubt sind und ihren Platz haben. Die Illustrationen sind supersüß,
detailreich und visuell sehr ansprechend – sie unterstreichen die
Stimmung der Geschichte perfekt und machen das Buch auch beim
wiederholten Vorlesen zu einem Erlebnis.

Inhaltlich ist es hervorragend strukturiert: klar, verständlich und
ohne belehrenden Ton. Es eignet sich wunderbar für Kinder ab ca. 3
Jahren und bietet auch Erwachsenen wertvolle Anregungen für den Alltag.
Für mich ein rundum gelungenes Kinderbuch mit einer wichtigen
Botschaft.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Gute Ansätze, aber nicht immer konsequent erzählt!

Das Flüstern der Marsch
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Das Flüstern der Marsch ist ein leises, aber kraftvolles Buch über
Familie, Schweigen und das, was zwischen den Generationen verloren geht –
oder weitergegeben wird, oft ohne Worte. Schon das Setting – ...

Das Flüstern der Marsch ist ein leises, aber kraftvolles Buch über
Familie, Schweigen und das, was zwischen den Generationen verloren geht –
oder weitergegeben wird, oft ohne Worte. Schon das Setting – die
norddeutsche Marschlandschaft – schafft eine besondere Stimmung: rau,
abgelegen, aber auch irgendwie beruhigend. Die Natur spielt hier fast
eine eigene Rolle, was ich persönlich sehr mochte.

Die Geschichte entfaltet sich langsam: Mona kehrt zum Geburtstag ihres
Großvaters zurück in den Heimatort, wo plötzlich ihre Großmutter
verschwunden ist. Was zunächst wie ein familiäres Missverständnis wirkt,
wird bald zu einer Spurensuche in die Vergangenheit – mit wechselnden
Perspektiven und Zeitebenen. Vor allem die Rückblenden in die 60er-Jahre
und die Kapitel um Freya haben mir gut gefallen. Sie bringen Tiefe in
die Geschichte und zeigen, wie sehr alte Entscheidungen in neue Leben
hineinwirken.

Was mir gefehlt hat, war stellenweise der Fokus. Es gibt viele Fäden,
viele Andeutungen – nicht alle werden wirklich zu Ende geführt. Einige
Nebenfiguren bleiben blass, obwohl sie interessant angelegt sind. Auch
der eigentliche Anlass, das Verschwinden der Großmutter, gerät
zwisc
hendurch etwas in den Hintergrund. Ich hätte mir da mehr Klarheit
und etwas mehr Spannung gewünscht.

Trotzdem: Die Sprache ist feinfühlig, ruhig, aber nicht langweilig. Die
Figuren wirken echt – gerade weil sie manchmal ungreifbar bleiben. Und
das Ende hat mich mit dem Buch versöhnt, weil es nicht alles auflöst,
aber genug, um einen zufrieden zurückzulassen.

Insgesamt ein stimmungsvolles, gut erzähltes Buch, das sich Zeit nimmt –
und das sollte man als Leserin auch tun.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Ein Buch wie eine Skizze!

Der Laden in der Mondlichtgasse
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"Der Laden in der Mondlichtgasse" verzaubert auf den ersten Blick mit
seinem atmosphärischen Titel und einem vielversprechenden Setting. Die
Idee eines geheimnisvollen Ladens, in dem Geschichten zum Leben
erwachen, ...

"Der Laden in der Mondlichtgasse" verzaubert auf den ersten Blick mit
seinem atmosphärischen Titel und einem vielversprechenden Setting. Die
Idee eines geheimnisvollen Ladens, in dem Geschichten zum Leben
erwachen, hat mich sofort neugierig gemacht – und der Erzählstil hat
diese Stimmung wunderbar getragen. Die Sprache ist sanft, bildreich und
lädt zum Schmökern ein. Man merkt, dass hier mit viel Gefühl erzählt
wird.

Allerdings bleibt der Inhalt hinter dem Potenzial zurück. Die einzelnen
Geschichten, so charmant sie auch sind, stehen weitgehend nebeneinander,
ohne echte Verbindung oder einen roten Faden. Gerade wenn man beginnt,
sich auf eine Figur oder Atmosphäre einzulassen, ist die Episode auch
schon wieder vorbei. Es fehlt ein wenig an Tiefe und Nachklang. Viele
Ansätze wirken fast wie Skizzen, die mehr hätten werden können.

Trotzdem: Wer sich gerne treiben lässt, Wert auf Sprache legt und
kleine literarische Auszeiten mag, wird mit dem Buch schöne Lesemomente
haben. Es ist ein liebevoll gestaltetes Werk, das verzaubert – auch wenn
man sich zwischendurch wünscht, der Zauber würde etwas länger anhalten.

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