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Veröffentlicht am 01.08.2022

Launige Unterhaltung für Katzenliebhaber mit kleinen Längen

Pfoten vom Tisch!
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Nach seinen Erfahrungen auf dem Jakobsweg und dem biographischen Werk seiner Kindheit legt Hape Kerkeling nun sein drittes Buch vor und liest praktischerweise auch selbst die Hörbuchfassung, die hier ...

Nach seinen Erfahrungen auf dem Jakobsweg und dem biographischen Werk seiner Kindheit legt Hape Kerkeling nun sein drittes Buch vor und liest praktischerweise auch selbst die Hörbuchfassung, die hier besprochen wird.
Wenn man die Bücher von Hape Kerkeling liest oder hört, merkt man, dass ihm diese eine Herzensangelegenheit sind. Seine Erfahrungen auf dem Jakobsweg und seine Kindheitheit waren dabei sehr persönlich. Und immer, wenn es persönlich wird, haben seine Bücher die größte Stärke.
Sein neustes Werk über seine Liebe zu Katzen ist wohl vor allem auch entstanden, weil durch Corona die Zeit da war, ein neues Buch zu schreiben. Dem Thema fehlt dabei die Tiefe wie bei seinen anderen Büchern, was dem Thema geschuldet ist. Die erste Hälte des (Hör-)Buchs ist dabei die stärkere Hälfte, denn Hape erzählt hier von seinen eigenen Erfahrungen mit Katzen. Beginnend mit einer ersten Erfahrung, die ihm klar machte, dass er der Katzentyp und nicht der Hundetyp ist, seine erste Katze, als er ein Kind war, bis hin zu seinen Leben mit Katzen als Erwachsener. Diese Beschreibungen sind unterhaltsam, lustig und auch mal traurig. Man merkt, besonders beim Hörbuch, dass diese Beschreibungen persönlicher Erfahrung entspringen, und Hape liest dies auch mit der ihm eigenen Art launig und unterhaltsam vor.
Im zweiten Teil geht es mehr um Wissenswertes über Katzen, dies zum Teil in Form von Top-Ten Listen (beliebteste Katzenarten, Katzengesten, …). Das ist leider zum Teil ermüdend, zum Glück kann Hape hier aber auch seine Begeisterung für das Thema vermitteln, was über diese Längen hinweghilft. Auch Esoterisches findet hier (mit einem Augenzwinkern) seinen Platz.
Auch wenn immer wieder einmal Tipps für Katzenhalter eingestreut sind, ist dies mit Sicherheit kein Ratgeber. Katzenbesitzer werden keine großen neuen Erkenntnisse gewinnen und Menschen ohne Katzen werden gut unterhalten, werden sich aber nach der Lektüre wohl keine Katze anschaffen.

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Veröffentlicht am 01.08.2022

Extremer Thriller mit wenig Struktur

Hangman. Das Spiel des Mörders (Ein New-Scotland-Yard-Thriller 2)
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Inhalt:
ER WILL RACHE. ER WILL CHAOS. ER HAT NICHTS ZU VERLIEREN.

An den Stahlseilen der New Yorker Brooklyn Bridge hängt ein Toter. Das Wort »Köder« ist mit tiefen Schnitten in seine Brust geritzt. Das ...

Inhalt:
ER WILL RACHE. ER WILL CHAOS. ER HAT NICHTS ZU VERLIEREN.

An den Stahlseilen der New Yorker Brooklyn Bridge hängt ein Toter. Das Wort »Köder« ist mit tiefen Schnitten in seine Brust geritzt. Das lässt nur einen Schluss zu: Ein Killer kopiert die berühmten Londoner Ragdoll-Morde. Chief Inspector Emily Baxter wird sofort von den US-Ermittlern angefordert. Als beinahe täglich weitere Tote auftauchen – darunter auch Polizisten – geraten der Fall und die Medien außer Kontrolle. Baxter und ihre Kollegen von FBI und CIA werden zum Spielball des grausamen Mörders – wer kann seinen Irrsinn stoppen? Und wer hält im Hintergrund die Fäden in der Hand?
Emily Baxter ist die Hauptperson im zweiten Band und sie sieht sich einer Reihe von bizarr inszenierter Morde in London und in New York gegenüber. Die Gewaltspirale steigert sich schnell und schwankt zwischen Faszination und Ekel. Ebenso wird das Motiv, das hinter all diesen Morden steckt, immer monumentaler und auch verrückter.
Schon im ersten Band „Ragdoll“ hat Daniel Cole nicht mit grausam inszenierten Morden und bizarren Motiven gespart, doch während dort alles auf ein zwar unglaubliches, aber dennoch nachvollziehbares Finale zusteuert, verliert die Geschichte in Hangman schnell an Struktur und damit auch an Spannung. Das Finale endet in einer Gewaltorgie, doch das Motiv des Täters bleibt fast nur eine Randerscheinung. Fast wirkt es so, als hätte sich Daniel Cole mehr auf die Inszenierung als auf die Logik der Handlung konzentriert.
Was die Geschichte dennoch interessant macht, sind die Protagonisten, allen voran Emily Baxter, die es jedem, Freund, Vorgesetzen und Feind mit ihrer unfreundlichen und absolut misstrauischen Art schwer macht. Am besten sind die Passagen, in denen Edmunds, ihr ehemaliger Kollege und wohl ihr einziger Freund, versucht, Ermittlungsarbeit für Emily mit seiner Familie unter einen Hut zu bringen. Leider vergisst Daniel Cole auch hier an einigen interessanten Fäden dranzubleiben, so zum Beispiel Emilys Freund Thomas, der viel erdulden muss.
Leider insgesamt ein eher strukturloser Roman, der es trotz einer hohen Anzahl an Leichen nicht schafft, die Spannung des ersten Bandes zu erzielen.

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Veröffentlicht am 01.08.2022

Spannend geschrieben, aber nicht neu

Der Blutkünstler (Tom-Bachmann-Serie 1)
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Das Cover ist sehr gelungen, über den weißen Hintergrund schlängeln sich die roten Blutäderchen und auch der blutrote Seitenschnitt ist ein Eyecatcher.
Entsprechend blutig geht es dann auch bald los, denn ...

Das Cover ist sehr gelungen, über den weißen Hintergrund schlängeln sich die roten Blutäderchen und auch der blutrote Seitenschnitt ist ein Eyecatcher.
Entsprechend blutig geht es dann auch bald los, denn der titelgebende Blutkünstler ist bei der Erschaffung seiner Kunstwerke nicht zimperlich und so werden seine Taten und die Kunstwerke detailliert beschrieben. Zudem spielen auch Pädophilie, Kindesmisshandlung mit physischer und psychischer Folter eine große Rolle. Das ist definitiv nichts für zartbesaitete Gemüter, mir persönlich war es teilweise zu viel, wenn auch zuweilen faszinierend geschrieben. Aber ob das gefällt, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Das BKA holt den Profiler Tom Bachmann, genannt „der Seelenleser“, der das Ermittlerteam zur Ergreifung des Blutkünstlers leiten soll. Dieser ist aus den Ermittlerteam mit Abstand die interessante Person, die anderen bleiben relativ blass. Seine Vergangenheit ist wichtig für seine Art zu handeln und sie ist auch wichtig für die Ermittlungsarbeit. Da dies der Auftakt zu einer Reihe um Tom Bachmann bildet, ist hier aber noch Luft nach oben.
Geschickt verbindet Chris Meyer mehrere Erzählstränge, neben den Taten des Blutkünstlers, die abwechselnd aus der Sicht der Ermittler und des Täters geschrieben werden, treibt noch ein weiterer Täter sein Unwesen, wenn er auf die Jagd nach Menschen geht, die Kinder quälen. Im Showdown finden die Erzählstränge dann zusammen.
Das Ende ist dann allerdings bei aller Spannung der Schwachpunkt. Denn auf dem Höhepunkt der Ermittlung, als man denkt jetzt müssen noch einige Kapitel Ermittlungsarbeit folgen, erscheint quasi ein Deus ex Machina und zeigt Tom den Täter. Das wirkt dann etwas gewollt und lustlos. Die Motive des Täters sind dann zudem nicht mehr sonderlich originell und am Ende muss Tom eine Entscheidung treffen, die dann mehr als fragwürdig ist und zudem mich sehr an Ethan Cross‘ „Ich bin …“-Reihe erinnert hat.
Insgesamt ein interessanter Auftakt zu einer Reihe mit missglücktem Ende.

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Veröffentlicht am 01.08.2022

Brutaler Thriller zum Thema Selbstjustiz

Der Zoom-Killer (Tom-Bachmann-Serie 2)
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Der Zoom-Killer ist der zweite Band um den Profiler Tom Bachmann. Es empfiehlt sich den ersten Band „Der Blutkünstler“ davor zu lesen.
Das Cover ist auch dieses Mal sehr gelungen: durch einen bläulichen, ...

Der Zoom-Killer ist der zweite Band um den Profiler Tom Bachmann. Es empfiehlt sich den ersten Band „Der Blutkünstler“ davor zu lesen.
Das Cover ist auch dieses Mal sehr gelungen: durch einen bläulichen, violetten Hintergrund schaut einen ein großes Auge an. Ein schöner Effekt, der sehr gut zum Inhalt passt.
Die Jagd nach dem Zoom-Killer ist streckenweise spannend. Wieder spart Chris Meyer nicht mit blutigen Details, für mich etwas zu viel. Tom Bachmann geht mit seinem Team, allen voran seiner Kollegin Ira an die Ermittlungen, die sie in alle Tiefen menschlicher Perversitäten, die Pornoindustrie und das Darknet führt. Tom Bachmann, der geniale, aber auch empathielose Ermittler, nimmt mit seiner familiären Hintergrundgeschichte einen sehr breiten Platz ein, zumal diese für die Ermittlungen wichtig sind.
Und hier habe ich aus mehreren Gründen meine Probleme. Denn Tom Bachmann ist ein sehr unsympathischer Protagonist, auch seine schwere Kindheit macht ihn da nicht sympathischer. Zudem wirkt diese Vorgeschichte und die dahinterstehende Motivation extrem überzogen und unglaubwürdig. Als Ermittler ist er nicht tragbar, er lässt sich manipulieren und auch dieses Mal wird ihm der Weg zum Killer von jemand anderen gezeigt, dessen Motive er nicht wirklich hinterfragt. Zudem wird hier eine Reihe von Morden als quasi legitime Selbstjustiz hingestellt, von der sich auch Tom Bachmann nicht klar distanziert und nicht wirklich reflektiert.. Zu allem Ärger auch nicht seine Kollegin Ira.
Außer Tom Bachmann bleiben die anderen Personen aus dem Ermittlerteam sehr blass, Ira dieses Mal sogar noch mehr als im ersten Band. Ansonsten sind alle Personen, denen sie bei ihren Ermittlungen begegnen, gescheiterte Existenzen, fast jeder lebt am Abgrund. Das ist oft zu viel schwarz-weiß gemalt, mehr Grautöne täten da gut.
Bei aller Spannung bleibt ein sehr fader Beigeschmack übrig, zumal man sich sehr oft an Chris Carter oder Ethan Cross erinnert fühlt.

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Veröffentlicht am 01.08.2022

Spannender Anfang, doch dann wird es zu viel

Monströs
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Inhalt: Der ehemalige Strafverteidiger Martin Waller hat sich auf das Restaurieren antiker Möbel spezialisiert. Ein Auftrag führt ihn während der Saisonferien in ein nobles Berghotel, wo sich neben dem ...

Inhalt: Der ehemalige Strafverteidiger Martin Waller hat sich auf das Restaurieren antiker Möbel spezialisiert. Ein Auftrag führt ihn während der Saisonferien in ein nobles Berghotel, wo sich neben dem Hoteldirektor und der Eigentümerin nur noch wenige Angestellte aufhalten. Als dann noch ein psychopathischer Mörder, den Martin gut kennt, im Hotel auftaucht, beginnt in der Abgeschiedenheit des Hotels ein Katz- und Mausspiel und es stellt sich die Frage, wer die Fäden in diesem Spiel in Händen hält. Als Martin dann noch Emails seiner vor drei Jahren verstorbenen Frau Anna erhält. gerät sein Leben endgültig aus den Fugen.
Etwa das erste Drittel dieses Thrillers, der mit grausamen Details nicht spart, hat es in sich und zieht den Leser in seinen Bann. Gut und spannend geschrieben entwickelt der Thriller eine Sogwirkung, die es schwer macht, mit dem Lesen aufzuhören. Leider schreibt sich Chris Karlden dann in einen Rausch, wobei er sämtliche Thrillerthemen und leider auch Klischees in dieses Werk packt. Martin ist nicht nur aufgrund des Todes seiner Frau psychisch labil, er hat zudem noch einen autistischen Sohn und leidet seit seiner Kindheit an Klaustrophobie und Angst vor Schnee (und begibt sich in ein abgelegenes Berghotel mit Lawinengefahr). Bandenkriminalität, Folter, Schizophrenie und ein nerdiger Computerhacker sind Themen, die sich immer mehr anhäufen, so dass die Glaubwürdigkeit immer mehr abnimmt und mich immer öfter den Kopf hat schütteln lassen. Lieber wenige Themen und die dafür gut ausgearbeitet.
Wenn man über die zunehmende Realitätsferne hinwegsehen kann, ist „Monströs“ ein spannender Thriller – ähnlich wie ein James-Bond-Film.

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