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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.03.2017

Spannend und persönlich

Scheintot
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"Scheintot" beginnt sehr ungewöhnlich, aber eher harmlos - Maura Isles findet in einem Leichensack eine vermeintlich Tote, die noch lebt. Niemand kann sich erklären, wieso sie für tot gehalten wurde, obwohl ...

"Scheintot" beginnt sehr ungewöhnlich, aber eher harmlos - Maura Isles findet in einem Leichensack eine vermeintlich Tote, die noch lebt. Niemand kann sich erklären, wieso sie für tot gehalten wurde, obwohl sie das nicht ist, doch schon bald zeigt sich, dass das erst der Anfang von einem Fall ist, der für alle Beteiligten gefährlich werden kann. Die Frau nimmt Geiseln und niemand weiß, was sie genau vorhat.

Dadurch, dass Jane Rizzoli selbst in die Geiselnahme verwickelt ist, noch dazu hochschwanger, ist der Fall von Anfang an sehr spannend und für die Leser auch gleich persönlicher, vor allem, da ihr Ehemann und ihre Freundin Maura vor dem Gebäude warten und Angst um ihr Leben und das des ungeborenen Kindes haben. Die ganze Situation ist sehr packend geschrieben und man will das Buch kaum aus der Hand legen, aber wer denkt, dass alles mit der Geiselnahme endet, irrt sich; erst dann tauchen neue Erkenntnisse und Informationen auf, die verdeutlichen, dass die Tat schreckliche, grausame Hintergründe hat. Besonders wichtig ist die Geschichte einer jungen Frau namens Mila, der zwischendurch immer mal wieder ein Kapitel gewidmet ist und die sich nicht gerade leicht lesen lässt, da Mila furchtbare Dinge angetan wurden und das Problem ein sehr reales ist, das häufig in den Medien zu finden ist.

Neben dem interessanten, packenden Fall, bei dem bis zuletzt offen blieb, wem man jetzt eigentlich vertrauen kann und wem nicht, konnten auch die Charaktere mein Interesse wecken. Sie waren alle gut ausgearbeitet und hatten Stärken und Schwächen, auch wenn Isles im Vergleich ziemlich im Hintergrund stand. Ich vermute, dass es in anderen Bänden ein umgekehrtes Verhältnis gibt, und bin schon gespannt darauf, mehr über beide Frauen zu erfahren.
Dieser Band bekommt 4 Sterne.

Veröffentlicht am 03.03.2017

Berührend

Die Tage, die ich dir verspreche
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Ich war lange Zeit skeptisch, ob ich "Die Tage, die ich dir verspreche" lesen sollte. Das Buch behandelt ein schweres, emotionales Thema und solche Bücher treffen oft nicht meinen Geschmack. Letztlich ...

Ich war lange Zeit skeptisch, ob ich "Die Tage, die ich dir verspreche" lesen sollte. Das Buch behandelt ein schweres, emotionales Thema und solche Bücher treffen oft nicht meinen Geschmack. Letztlich bin ich aber froh, dass ich diese Geschichte gelesen habe, da sie mir sehr gefallen hat.

Am Anfang war es wirklich schwer, darüber zu lesen, wie schlecht es Gwen nach ihrer Transplantation geht und wie sehr sie leidet, dass sie sogar darüber nachgedacht hat, alles zu beenden. Die Darstellung kam mir aber sehr realistisch und aufrichtig vor und auch das Nachwort der Autorin unterstreicht, dass es ihr wichtig war, nichts zu beschönigen oder herunterzuspielen. Die Gefühlswelt der Protagonistin ist sehr komplex und intensiv und ich habe mit ihr mitgelitten und gehofft, dass mit ihr doch noch alles gut werden würde.
Zum Glück ist die Geschichte aber keineswegs deprimierend oder nur düster; der Autorin gelingt es auch, Humor einzubringen und Lichtblicke aufzuzeigen, nicht zuletzt in der Form von Noah, der versucht, ihr zu vermitteln, dass das Leben auch schön sein kann. Die Verbindung zwischen den beiden war sofort spürbar und glaubwürdig geschrieben, ich fand aber auch gut, dass durch die aufkommende Liebe zwischen den beiden nicht sofort alles wieder gut war, sondern dass beide weiter kämpfen mussten. Sonst wäre es nicht realistisch gewesen.

Ich habe mich mit dem Thema am Anfang ein wenig schwer getan, aber später hat die Handlung mich richtig gepackt und es gab einige sehr emotionale Szenen, bei denen mir die Tränen gekommen sind. "Die Tage, die ich dir verspreche" ist eine schöne, berührende Geschichte, an der man als Leser zunächst ein bisschen zu knabbern hat, die aber sehr ehrlich ist und trotzdem Hoffnung vermittelt.
4,5/5 Sternen

Veröffentlicht am 03.03.2017

Guter erster Band

Hüterin des Drachen
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"Hüterin des Drachen" ist ein Buch mit einer interessanten, wenn auch teils ziemlich vorhersehbaren Geschichte. Es geht um Ping, ein Sklavenmädchen, das entdeckt, dass sie eine besondere Begabung hat - ...

"Hüterin des Drachen" ist ein Buch mit einer interessanten, wenn auch teils ziemlich vorhersehbaren Geschichte. Es geht um Ping, ein Sklavenmädchen, das entdeckt, dass sie eine besondere Begabung hat - sie hat das Potential zur Drachenhüterin. Zusammen mit Danzi, dem letzten kaiserlichen Drachen, und ihrer Ratte muss sie fliehen, um ihre Freiheit zu bewahren und dem Drachen zu helfen und dabei erleben die drei (sehr unterschiedlichen) Figuren einige spannende Abenteuer. Die Geschichte ist dabei, trotz der Präsenz der Themen 'Tod' und 'Sklaverei', kindgerecht geschrieben und auch der Schreibstil lässt sich leicht lesen, auch wenn er mir ein bisschen hölzern vorkam. Es gibt einige Wendungen, die mich überrascht haben, doch im Großen und Ganzen ist klar, worauf das Buch hinausläuft.

Gut gefallen hat mir das World Building. Die Autorin hat ihre Fantasy-Geschichte im China der Han-Dynastie angesiedelt und das, was sie von den historischen Hintergründen eingebaut hat, scheint mir authentisch zu sein. Auf jeden Fall bietet es einen hervorragenden Hintergrund für eine Erzählung um Drachen.
Ein Problem, das ich mit dem Buch hatte, ist, dass der Drache die meiste Zeit ziemlich leicht zu besiegen war; innerhalb der Handlung ergibt das Sinn, weil er geschwächt ist, aber trotzdem war es ein bisschen schade, dass die besonderen Kräfte dieser Wesen nicht richtig zur Geltung kommen konnten. Hoffentlich ist das im zweiten Band anders. Auch über Pings Vergangenheit, die bisher noch sehr geheimnisvoll ist, würde ich gerne mehr erfahren. Davon abgesehen ist die Handlung von "Hüterin des Drachen" in sich recht geschlossen, obwohl es noch offene Fragen gibt und das Ende einiges an Potential für die Folgebände bietet. Ich bin gespannt.
3,5/5 Sternen

Veröffentlicht am 03.03.2017

Magisch

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind: Das Originaldrehbuch
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Nachdem "Harry Potter und das verwunschene Kind" für mich eher enttäuschend (wenn auch nicht hundertprozentig schlecht) war, hatte ich Bedenken, wie ich die neue Reihe - "Fantastic Beasts" - finden würde. ...

Nachdem "Harry Potter und das verwunschene Kind" für mich eher enttäuschend (wenn auch nicht hundertprozentig schlecht) war, hatte ich Bedenken, wie ich die neue Reihe - "Fantastic Beasts" - finden würde. Der Film hat mir jedoch gut gefallen (ich habe ihn schon zwei Mal gesehen) und das Buch mochte ich ebenfalls sehr.

Newt Scamander ist ein wunderbarer Charakter, der mir sehr schnell ans Herz gewachsen ist. Er ist auf jeden Fall... ungewöhnlich, aber es ist deutlich, wie sehr er seine Tierwesen liebt und dass er ein loyaler, guter Mensch ist. Ich freue mich schon darauf, in den nächsten Filmen/Bänden mehr über ihn und seine Hintergrundgeschichte zu erfahren. Bisher gibt es hauptsächlich Andeutungen, die neugierig auf mehr machen, und ich bin gespannt, wie es mit ihm weiter gehen wird. Die anderen Charaktere fand ich ebenfalls interessant; jede der Figuren ist einzigartig und zusammen sind sie ein unschlagbares Team. Vor allem Jacob mochte ich sehr und ich mochte, wie bedeutsam seine Rolle war, obwohl er keine Magie hat. Dazu lieferte das Buch sowohl unterhaltsame als auch wirklich emotionale Momente.

Im Gegensatz zu den "Harry Potter"-Büchern spielt diese Geschichte in den 1920ern in New York und ich fand es faszinierend zu sehen, wie die beiden Kulturen sich voneinander unterscheiden, wobei dieser Aspekt vielleicht ein bisschen zu kurz kam. Ich hatte erwartet, dass Amerika in vielerlei Hinsicht freier und offener sein würde als das eher rückschrittliche britische Zaubereiministerium, aber überraschenderweise war das oft nicht der Fall. Natürlich muss man hier berücksichtigen, dass es in der späteren Zeit anders sein könnte... doch zumindest in diesem Band war ich mehrmals über ihre Praktiken entsetzt. Dafür hat mir gefallen, dass man deutlich merkte, dass die Protagonisten erwachsen und keine Schüler mehr sind - sie können mit ihrer Magie einfach viel mehr bewirken und besonders im Film war das toll anzusehen.

Die titelgebenden Tierwesen, die in New York verloren gehen und gesucht werden müssen, waren mir teilweise schon aus den "Harry Potter"-Büchern bekannt, während sehr viele davon wurden neu vorgestellt und die Informationen (beispielsweise über ihre Haltung) waren für mich interessant. Ich bin gespannt, ob im zweiten Band neue Geschöpfe vorgestellt oder ob 'alte Bekannte' wieder auftauchen werden, und natürlich auch, welche Rolle sie spielen werden. Was bereits über den Plot bekannt ist, klingt auf jeden Fall vielversprechend.

Veröffentlicht am 03.03.2017

Unterhaltsam

Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens
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"Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" hat mir im Großen und Ganzen sehr gefallen. Ich mochte das Konzept, fand den Charakter 'Tod' faszinierend und die Mischung aus Humor und ernsten, zum Nachdenken ...

"Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" hat mir im Großen und Ganzen sehr gefallen. Ich mochte das Konzept, fand den Charakter 'Tod' faszinierend und die Mischung aus Humor und ernsten, zum Nachdenken anregenden Themen ist gut gelungen... allerdings hatte ich ein großes Problem mit dem Protagonisten. Die meiste Zeit über war er mir sympathisch und da man ihn von frühester Kindheit an begleitet, lernt man ihn und seine Stärken und Schwächen gut kennen. Ich muss aber klar sagen, dass ich den Tod viel interessanter als ihn fand und in den Konflikten der beiden auch meist auf seiner Seite war, obwohl ich Martins Unglauben und Entsetzen natürlich sehr gut nachvollziehen konnte. Trotzdem ging er mir nach einer Weile ein wenig auf die Nerven und Teile seiner Lebensgeschichte waren für mich nicht wirklich unterhaltsam.

Davon abgesehen hat das Buch mich aber gut unterhalten und ich mochte die Botschaft, dass der Tod zum Leben gehört und man die Zeit genießen muss, die man hat. Dazu war die ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden Figuren sehr schön beschrieben und der Autor hat es geschafft, ein sehr ernstes Thema auch humorvoll darzustellen. Daher gibt es 3,5/5 Sternen.