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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.01.2017

Gute Handlung, aber...

Berlin küsst Stockholm
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"Berlin küsst Stockholm" war ein absoluter Spontankauf. Ich habe das Buch beim Stöbern entdeckt, es klang interessant, also habe ich es gekauft und auch gleich mit dem Lesen begonnen. Leider muss ich aber ...

"Berlin küsst Stockholm" war ein absoluter Spontankauf. Ich habe das Buch beim Stöbern entdeckt, es klang interessant, also habe ich es gekauft und auch gleich mit dem Lesen begonnen. Leider muss ich aber sagen, dass es mir nicht so gut gefallen hat, wie ich erhofft hatte.

Die Handlung an sich ist gut, eben eine schöne Liebesgeschichte für zwischendurch. Die Protagonisten sind im Großen und Ganzen sympathische Charaktere und die Chemie zwischen ihnen stimmt auf jeden Fall. Auch die langsame Entwicklung hin von Freundschaft zu mehr war überzeugend dargestellt; durch die Freundschaft hatten sie schon eine enge Verbindung und kannten sich gut und daher war es glaubwürdig, als sich Gefühle entwickelten. Außerdem mochte ich, wie cool Alicia, bevor zwischen ihnen etwas passiert ist, mit seinem Lebensstil umgegangen ist und dass sie auch später kein bisschen versucht hat, ihn zu 'zähmen' oder zu verändern, sondern dass sie ihn so akzeptiert hat, wie er ist. Gefallen hat mir auch, dass es zwar Streitereien und Missverständnisse gab, diese jedoch durch Kommunikation ziemlich schnell gelöst wurden.

Weniger gefallen hat mir dagegen der Schreibstil. Ich muss zugeben, dass ich von Anfang an Schwierigkeiten hatte, mich an ihn zu gewöhnen - die Geschichte ist im Präsens geschrieben und zudem in der Ich-Perspektive beider Charaktere. An sich wäre das kein großes Problem, immerhin eröffnet die Ich-Perspektive die Möglichkeit, einen tieferen Einblick in die Gefühlswelt der Protagonisten zu bekommen, doch für mich waren es einfach zu viele Wechsel, teilweise fast auf jeder Seite. Es war zwar interessant, so die Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, aber ich hatte das Gefühl, dass es fast schon überflüssig war und nicht richtig in die Tiefe gegangen wird. Weniger Wechsel zwischen den Sichtweisen wären für mich definitiv mehr gewesen. So hatte ich Schwierigkeiten, mich mit den Charakteren anzufreunden und in die Geschichte zu vertiefen... und deshalb kann ich leider, obwohl ich die Handlung an sich gut fand, nur drei Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 13.01.2017

Beklemmend

Glücksmädchen
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"Glücksmädchen" ist der erste Teil einer geplanten Reihe um Ellen Tamm, eine schwedische Journalistin, die sich sowohl privat als auch beruflich mit dem Tod beschäftigt. Diese Fixierung ist auf den frühen ...

"Glücksmädchen" ist der erste Teil einer geplanten Reihe um Ellen Tamm, eine schwedische Journalistin, die sich sowohl privat als auch beruflich mit dem Tod beschäftigt. Diese Fixierung ist auf den frühen Tod ihrer Zwillingsschwester zurückzuführen, den sie nie überwunden hat. Als nun ein Fall auf ihrem Tisch landet, bei dem es um ein verschwundenes kleines Mädchen geht, beschließt sie zu handeln und versucht alles, um die verschwundene Lycke zu finden...
Für einen ersten Fall ist diese Geschichte gut geeignet; da die Protagonistin emotional involviert ist und ein großes Interesse daran hat, das Verschwinden des Kindes aufzuklären, bekommen die Ermittlungen noch mehr Dringlichkeit, aber auch Ellen selbst wird vorgestellt und der Leser erfährt einiges darüber, wie sie ist und was sie belastet. Durch ihren eigenen furchtbaren Verlust, der beinahe allgegenwärtig ist, kann sie Mitgefühl aufbringen und wirkt menschlicher als die Kollegen, für die es nur eine Schlagzeile ist, aber zugleich geht sie die Ermittlungsarbeit ganz anders an, als es ein unbeteiligter Journalist tun würde, und treibt sich an die Grenzen, wobei sie auch irrational handelt. Kurz: man lernt Ellen so kennen, wie sie wirklich ist. Ich muss sagen, dass sie mir sehr sympathisch war, auch wenn ich ihr Vorgehen nicht immer gut fand und an ihrer Stelle vorsichtiger vorgegangen wäre.

Der Fall selbst war, aufgrund der Thematik, sehr beklemmend, stellenweise emotional und auch spannend; ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und hatte es auch schnell beendet. Da es um ein verschwundenes Kind geht, hofft man die ganze Zeit, dass es unversehrt wieder auftauchen wird und man fragt sich, wieso es verschwunden ist. Wurde es entführt und wenn ja, mit welchem Motiv? Wer steckt dahinter - war es ein Zufallsopfer, ein Racheakt gegen die Eltern oder gar ein familiärer Hintergrund? Im Laufe der Geschichte werden verschiedene Theorien aufgestellt, von denen einige sehr schrecklich sind, aber die eigentliche Auflösung stellt alles auf den Kopf; ich war sehr überrascht, muss jedoch sagen, dass das Ende - auch wenn es mir nicht zwingend gefällt - stimmig und zur Geschichte passend ist.

Fazit:
"Glücksmädchen" ist ein guter Krimi, den ich empfehlen kann. Der Fall ist aufwühlend und beklemmend, die Ermittlungsarbeit gut und realistisch dargestellt und die Protagonistin ist sympathisch und, aufgrund ihrer Vergangenheit und den Auswirkungen, die diese nach wie vor hat, interessant. Ich bin gespannt auf den zweiten Band.

Veröffentlicht am 13.01.2017

Gute Fortsetzung, aber zu knappes Ende

Und ein ganzes Jahr
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"Und ein ganzes Jahr" hat mir insgesamt ein kleines bisschen besser gefallen als "Nur ein Tag". Dies liegt zu großen Teilen daran, dass Willems Motivation im ersten Band so rätselhaft und undurchsichtig ...

"Und ein ganzes Jahr" hat mir insgesamt ein kleines bisschen besser gefallen als "Nur ein Tag". Dies liegt zu großen Teilen daran, dass Willems Motivation im ersten Band so rätselhaft und undurchsichtig war, dass die Einblicke in sein Inneres wirklich wichtig waren. Nach Band 1 hatte ich durchaus meine Zweifel, ob er genauso an Allyson hängt wie sie an ihm, einfach, weil sie gezweifelt hat und man alles aus ihrer Sicht erlebt hat. Hier erfährt man jedoch, was er alles unternommen hat, um sie wiederzufinden und das war wirklich süß. Und es war gut, dass einiges, was im ersten Band sicher zu sein schien, hier umgeworfen werden konnte, ohne dass es konstruiert wirkte. Dieses Buch bietet ganz einfach die andere Perspektive.

Willem an sich ist ein interessanter, vielschichtiger Charakter, den die Autorin hier gut ausgearbeitet hat, ebenso wie sein Umfeld. Auch er durchläuft eine Entwicklung, die mir gefallen hat, und verändert nach dem Tag in Paris einiges in seinem Leben. (Das mochte ich an beiden Büchern sehr - dass der gemeinsam verbrachte Tag etwas in ihnen auslöst und alles anstößt, sie aber jeweils unabhängig voneinander ihre Probleme bewältigen und an sich arbeiten, um danach gestärkt aus allem hervorzugehen.) Dabei waren Willems Gefühle und warum er auf eine bestimmte Art handelt schön dargestellt und ich mochte, dass auch hier offensichtlich war, dass die Chemie zwischen ihm und Allyson einfach stimmt und eine gewisse Verbundenheit entstanden ist.

Weniger gefallen hat mir dagegen das Ende. An sich ist es schön und alles, was ich mir vorgestellt hatte, aber es ist zu kurz. Nachdem man zwei Bücher darauf gewartet hat, war es einfach viel zu wenig und dass man sich extra noch eine Kurzgeschichte kaufen muss, um den richtigen Abschluss zu bekommen, stört mich und deshalb habe ich auch - obwohl ich das Buch an sich besser fand als den ersten Teil - einen halben Stern in der Bewertung abgezogen.
3,5/5 Sternen

Veröffentlicht am 13.01.2017

Schön geschrieben

Nur ein Tag
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"Nur ein Tag" hat mir gut gefallen. Es ist ein Buch, das sich sehr leicht lesen lässt, aber wichtige Botschaften enthält.

Ich hatte erwartet, dass dieses Buch nur (oder zumindest zu großen Teilen) den ...

"Nur ein Tag" hat mir gut gefallen. Es ist ein Buch, das sich sehr leicht lesen lässt, aber wichtige Botschaften enthält.

Ich hatte erwartet, dass dieses Buch nur (oder zumindest zu großen Teilen) den Tag behandeln würde, den Allyson und Willem in Paris verbringen, und hatte mich gefragt, wie die Autorin diesen einen Tag so ausführlich beschreiben könnte. Stattdessen dreht sich das Buch hauptsächlich darum, wie Allyson mit den Konsequenzen von diesem Tag umgeht und sich weiterentwickelt. Das hat mir sehr gefallen; die Liebesgeschichte, die ich erwartet hatte, war zwar wichtig und spielte für ihre persönliche Entwicklung eine große Rolle, aber die Protagonistin und ihr Leben stand im Vordergrund. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen und habe mit ihr mitgefühlt und mitgelitten. Es war interessant zu sehen, was sich nach diesem einen Tag verändert hat und was nicht. Dazu gab es noch ein paar Nebencharaktere, die mir ans Herz gewachsen sind, vor allem ihr Freund aus dem Shakespare-Kurs.

Natürlich war auch die Frage, was mit der Liebesgeschichte passieren würde, spannend. Der Autorin ist es gelungen, die Anziehungskraft zwischen den beiden gut und trotz der Kürze der Zeit, die sie miteinander verbringen, glaubwürdig zu beschreiben. Gestört hat mich eigentlich nur das offene Ende - aber da man sich den zweiten Band kaufen soll, ist ja klar, dass sie nicht verrät, wie es ausgeht. Hoffentlich ist es positiv... und auf Willems Sichtweise bin ich gespannt, da hier noch sehr viel offen bleibt und ich mir sicher bin, dass es einige Missverständnisse gab.

Veröffentlicht am 13.01.2017

Tolles Abenteuer

Der kleine Hobbit Großes Format
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Wie schon der erste Band von "Der Herr der Ringe" hat mir auch "Der kleine Hobbit" gut gefallen. Der Schreibstil hat mir hier sehr zugesagt - er passt gut zur Geschichte und Tolkien gelingt es, mit wenigen ...

Wie schon der erste Band von "Der Herr der Ringe" hat mir auch "Der kleine Hobbit" gut gefallen. Der Schreibstil hat mir hier sehr zugesagt - er passt gut zur Geschichte und Tolkien gelingt es, mit wenigen Worten gewaltige Bilder zu erzeugen. Die Handlung selbst ist ebenfalls toll, mal spannend, mal zum Schmunzeln, aber selbst wenn es um alltägliche Dinge ging immer fesselnd. Ich wusste ungefähr, worum es geht und was passieren würde, aber dennoch hat die Geschichte mich mitgerissen und fasziniert, sodass das Buch schnell ausgelesen war. Auch die Charaktere sind mir schnell ans Herz gewachsen, ganz besonders natürlich Bilbo, der widerwillige Abenteurer, der über sich selbst hinauswächst.
Das World-Building ist selbstverständlich auch genial, es war schön, mehr über Mittelerde und seine Völker zu erfahren. Die vielen kleinen Details, die der Autor sich ausgedacht hat, sind unglaublich.

Die Filme habe ich noch nicht gesehen, aber natürlich werde ich das nachholen - auch wenn ich mich wirklich frage, wie man aus diesem eher dünnen Buch 3 lange Filme machen kann. Ich bin gespannt. Das Buch bekommt auf jeden Fall 4 Sterne.