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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2016

Schöne Geschichte

Dein perfektes Jahr
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"Dein perfektes Jahr" ist eine trotz ihrer eher ernsten Thematik hoffnungsvolle Geschichte, die stellenweise sehr emotional ist.

Es geht um Jonathan, einen kleinkarierten, ignoranten Menschen, der seit ...

"Dein perfektes Jahr" ist eine trotz ihrer eher ernsten Thematik hoffnungsvolle Geschichte, die stellenweise sehr emotional ist.

Es geht um Jonathan, einen kleinkarierten, ignoranten Menschen, der seit Jahren in einem festgefahrenen Trott lebt, und Hannah, eine optimistische, lebensbejahende Frau, die gerne Risiken eingeht und spontan ist. Das Leben der beiden könnte nicht unterschiedlicher sein... und das zieht sich auch durch den ganzen Roman. Beide Figuren waren für mich sympathisch, auch wenn ich sagen muss, dass Jonathan mir erst langsam ans Herz gewachsen ist. Am Anfang konnte ich nicht viel mit ihm anfangen, gerade durch seine etwas anstrengende Art. Hannah dagegen mochte ich sofort, obwohl es auch bei ihr gedauert hat, bis ich eine richtige Verbindung zu ihr aufbauen konnte. Später aber habe ich wirklich mit ihr mitgelitten. Die Nebencharaktere waren auch toll ausgearbeitet und gerade eine bestimmte Figur mochte ich wirklich gerne.

Die Geschichte selbst ist gut geschrieben und packend. Sie ist eine richtige Achterbahn der Gefühle; einige Momente sind wunderschön und positiv, andere dagegen voll Trauer und Leid. Der Autorin ist es gelungen, die Balance zu halten und die beiden doch ziemlich unterschiedlichen Lagen und Entwicklungen der Protagonisten ausgeglichen darzustellen. Besonders gut gefallen hat mir, wie die Idee mit dem 'perfekten Jahr' umgesetzt wurde. Die Idee, einen Kalender mit kleinen, aber bedeutsamen Plänen für das kommende Jahr zu füllen und dazu noch ein paar Lebensweisheiten dazuzugeben, fand ich toll und einige der 'Aufgaben' waren wirklich interessant. Wer träumt nicht davon, sich von allem unnötigen Ballast zu befreien und zu versuchen, das Leben in vollen Zügen zu genießen? Diese Botschaft - dass man das tun soll und leben soll - war schön umgesetzt.

Weniger gefallen hat mir allerdings das (in Ermangelung eines besseren Wortes) Erzähltempo. Zwei Drittel der Geschichte spielen in einem sehr kurzen Zeitraum, sodass man hier die Charaktere und ihre Gefühlswelten sehr gut kennen lernt. Danach aber geht alles ziemlich schnell und man springt von einem wichtigen Ereignis zum nächsten, sodass sich in wenigen Seiten sehr viel verändert. Das fand ich ziemlich schade, da gerade dieser Teil sehr wichtig gewesen wäre, um das Ende nachvollziehbarer zu machen. So finde ich zwar schön, dass das Ende hoffnungsvoll ist und zeigt, dass man das Glück selbst in unerwarteten Lagen wieder finden kann, aber ich konnte nicht verstehen, wie die Charaktere in diese Situation gekommen sind, da die Ausschnitte, die die Autorin dem Leser zeigt, mir nicht gereicht haben, um die Entwicklungen zu verstehen. Ich hätte mir hier eine andere Gewichtung gewünscht - entweder eine Kürzung der Ereignisse zuvor oder am Ende noch mehr Seiten. Und teilweise waren die Verbindungen zwischen Hannah und Jonathan doch zu konstruiert.

Von dieser Kritik abgesehen hat mir das Buch aber gut gefallen. Die Geschichte ist emotional und teilweise traurig, aber dennoch schön und auch hoffnungsvoll. Auch die ernsten Themen sind meiner Meinung nach sensibel verarbeitet und es war interessant, welchen Einfluss so etwas kleines wie ein Kalender auf das Leben zweier Menschen haben kann.

Veröffentlicht am 17.11.2016

Starker Anfang, in der zweiten Hälfte etwas schwach

Red Rising
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"Red Rising" hat mir insgesamt gut gefallen. Die Idee, dass die Planeten kolonisiert wurden und die Menschheit nach Farben / entsprechenden Aufgaben aufgeteilt ist, fand ich sehr interessant und auch die ...

"Red Rising" hat mir insgesamt gut gefallen. Die Idee, dass die Planeten kolonisiert wurden und die Menschheit nach Farben / entsprechenden Aufgaben aufgeteilt ist, fand ich sehr interessant und auch die Idee der Verschwörung gegen die Oberschicht 'von innen' war faszinierend; in den meisten Geschichten, die in dystopischen Welten spielen, kommt die Revolution von unten und von außen, aber hier war der Plan, dass der Protagonist sich bei der Elite einschleust und so versucht, etwas zu ändern. Das Konzept hat mich sehr interessiert und die Umsetzung ist auch recht gut gelungen, aber ich hatte trotzdem Probleme mit dem Buch.

Gut fand ich, neben dem Konzept, das World Building. Eine gut ausgearbeitete Welt kann mich sehr leicht begeistern und die gab es hier auf jeden Fall. Brown hat sich Mühe gegeben, die Entwicklung der Gesellschaft und die Kolonisation der Planeten überzeugend darzustellen und passende Hintergründe, Kultur etc. zu entwickeln und zu zeigen, wieso die unterdrückten Schichten das mit sich machen lassen. Für den Leser ist es schwer nachvollziehbar, wie man mit diesem Leben zufrieden sein kann, aber der Autor hat es meiner Meinung nach so erklärt, dass es keine Logiklücke war.
Auch der Protagonist war mir die meiste Zeit sympathisch, auch wenn er sich in Richtungen entwickelt, die ein wenig abstoßend sind; diese Veränderung war aber ebenfalls stimmig und passte zu dem, was er durchmachen musste und dem generell etwas rauen, fast schon brutalen Unterton der Geschichte und dem Setting in einer Welt voller Unterdrückung und Ausbeutung.

Obwohl mir das Buch in der ersten Hälfte sehr gut gefallen hat, war ich in der zweiten weniger begeistert. Ich hatte stellenweise das Gefühl, dass die Geschichte nicht vorangeht, dass sich vieles einfach wiederholt. Das 'Spiel', das der Protagonist mit den Kindern der Elite treiben muss, war für mich nicht interessant und hier hätte meinetwegen um einiges gekürzt werden können, auch wenn einige der Ereignisse und Entwicklungen interessant waren und bestimmt für die Folgebände wichtig sein werden. Das Ende selbst macht auf jeden Fall neugierig darauf, wie es weiter geht.
"Red Rising" bekommt von mir 3,5/5 Sternen.

Veröffentlicht am 13.11.2016

Hat mir gut gefallen

Die Nightingale-Schwestern
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"Die Nightingale-Schwestern: Freundinnen fürs Leben" hat mir gut gefallen, auch wenn es nicht wirklich viel über die Geschichte zu sagen gibt. Die Handlung ist schnell zusammengefasst: Im Mittelpunkt stehen ...

"Die Nightingale-Schwestern: Freundinnen fürs Leben" hat mir gut gefallen, auch wenn es nicht wirklich viel über die Geschichte zu sagen gibt. Die Handlung ist schnell zusammengefasst: Im Mittelpunkt stehen drei sehr unterschiedliche Frauen, die 1934 im berühmten Londoner Nightingale Hospital eine Ausbildung zur Schwester machen wollen und die dabei verschiedene Hindernisse - privat und beruflich - überwinden müssen. Dazu gibt es noch eine Vielzahl von Nebenfiguren, die teils liebenswert, teils aber auch nicht gerade sympathisch sind. Positiv zu erwähnen ist hier, dass es aus allen drei gesellschaftlichen Schichten wichtige Charaktere gibt, da es so viele unterschiedliche Blickwinkel gibt.

Besonders interessant fand ich die Darstellung der Ausbildung (ich hatte sie mir um ehrlich zu sein nicht so schwer vorgestellt) und die Schilderungen des Alltags im Hospital. Gut gefallen hat mir, dass hier sowohl positive als auch negative Seiten beleuchtet wurden; es gab Verluste, aber auch Patienten, denen geholfen werden konnte und diese Balance war für mich sehr glaubwürdig. Meinetwegen hätte die Pflegearbeit an sich ruhig noch etwas mehr in den Vordergrund gerückt werden können, aber auch die sich entwickelnden Freundschaften zwischen den Schwestern-Schülerinnen waren gut dargestellt und hier gab es sehr schöne Szenen. Dennoch hoffe ich, dass im zweiten Lehrjahr mehr Fokus auf dem Krankenhausalltag und nicht auf dem Privatleben der Schülerinnen liegen wird.

Teilweise war die Geschichte sehr vorhersehbar (wenn es heißt, eine Figur darf auf keinen Fall sterben, bevor dies und das passiert, ist es fast garantiert, dass es zumindest eine schwere Krankheit oder ähnliches für diesen Charakter geben wird), aber dennoch habe ich mich gut unterhalten gefühlt und ich konnte die Geschichte auch schnell durchlesen. Ich bin tatsächlich schon gespannt, wie es mit den drei Protagonistinnen weitergehen wird.

Veröffentlicht am 13.11.2016

Guter Durchschnitt

Die Eismacher
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Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich "Die Eismacher" bewerten soll. Auf der einen Seite hat mir das Buch gefallen - der Schreibstil war wirklich schön, ich mochte die detaillierten Beschreibungen und ...

Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich "Die Eismacher" bewerten soll. Auf der einen Seite hat mir das Buch gefallen - der Schreibstil war wirklich schön, ich mochte die detaillierten Beschreibungen und vor allem die Schilderungen, wie Eis gemacht oder gekostet wird, fand ich toll. Diese Szenen haben Lust gemacht, sich selbst ein Eis zu holen und es zu genießen, so lebendig waren sie geschrieben. Ebenso fand ich die Hintergrundgeschichte und die Fakten über die Entstehung von Eis interessant und der Autor hat die Informationen meiner Meinung nach auch gut in die Geschichte integriert. Giovannis Liebe zur Poesie hat ebenfalls genügend Raum bekommen.
Auf der anderen Seite hatte ich große Probleme mit den Figuren. Ich konnte zu keiner eine richtige Bindung aufbauen, nicht einmal zum Ich-Erzähler, und einige von ihnen waren mir einfach nur unsympathisch, vor allem in Bezug darauf, wie sie mit dem Protagonisten umgegangen sind; das war wohl auch so beabsichtigt, aber es hat es mir schwer gemacht, das Buch zu genießen.

Die Handlung selbst ist gut aufgebaut, auch wenn sie für mich doch recht vorhersehbar war. Mir hat gefallen, wie die 'Familien-Tradition' behandelt wurde und dass deutlich wurde, dass solch ein Leben nicht jeden glücklich machen kann. Auch die familiären Beziehungen fand ich interessant, vor allem, weil der Autor gezeigt hat, dass trotz aller Konflikte eine gewisse Verbundenheit und Zuneigung da ist. Weniger gut gefallen haben mir dagegen die ganzen Zeitsprünge, die nicht gekennzeichnet wurden. Die meiste Zeit wusste man sofort, in welcher 'Episode' man sich gerade befindet, aber manchmal war es doch verwirrend.

"Die Eismacher" bekommt von mir 3 Sterne. Ich fand das Buch nicht schlecht und gerade die erste Hälfte auch ziemlich gut, aber später wurde mir alles ein wenig zu verworren und durch meine Probleme mit den Charakteren konnte ich auch nicht wirklich mit ihnen mitfühlen, weshalb ich 'nur' die durchschnittliche Bewertung vergeben kann.

Veröffentlicht am 02.11.2016

Genauso gut wie Band 1

Wenn der Sommer stirbt
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Auch der zweite Teil der Geschichte hat mir gut gefallen. Es ist einiges passiert, es gab Drama, Streitigkeiten, Tränen, Kämpfe und Bedrohungen, aber auch zarte Gefühle und das langsame Einleben der Protagonistin ...

Auch der zweite Teil der Geschichte hat mir gut gefallen. Es ist einiges passiert, es gab Drama, Streitigkeiten, Tränen, Kämpfe und Bedrohungen, aber auch zarte Gefühle und das langsame Einleben der Protagonistin in ihrem neuen Zuhause, kurz: "Wenn der Sommer stirbt" war ein Wechselbad der Gefühle, das den Leser bis zum Ende fesseln konnte. Auch hier wollte ich kaum mit dem Lesen aufhören, sodass ich beide Teile ziemlich schnell beenden konnte.

Ich mochte, wie Chamsin sich entwickelt hat, nicht nur in ihrer Beziehung zu Wynter, sondern auch als Königin und als Individuum, aber auch Wynters Charakterisierung hat mir wieder gefallen. Bei den Nebenfiguren fand ich toll, dass es einige überraschende Enthüllungen gab, die stimmig waren, aber eine Wendung darstellten. Auch der Handlungsstrang mit dem Konflikt zwischen den beiden Königreichen wurde gut zu Ende gebracht und allgemein fand ich den Abschluss passend. Es ging vielleicht alles ein bisschen schnell, da viel auf einmal passierte, aber davon abgesehen kann ich mich nicht beklagen.
Die Andeutungen für die Geschichte des zweiten Bandes der Reihe sind ebenfalls interessant, sodass ich dieses Buch (oder die Bücher, wenn es im Deutschen wieder geteilt wird...) auch lesen werde.