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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.12.2018

Fesselnd und spannend

Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)
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In "Muttertag" werden die Ermittler mit einem Fall konfrontiert, der reine Routine zu sein scheint, doch dies stellt sich schon bald als Irrtum heraus. Ein Rentner stirbt in seiner Wohnung und wird erst ...

In "Muttertag" werden die Ermittler mit einem Fall konfrontiert, der reine Routine zu sein scheint, doch dies stellt sich schon bald als Irrtum heraus. Ein Rentner stirbt in seiner Wohnung und wird erst nach einigen Tagen entdeckt, aber Gewalteinwirkung von außen kann nicht ausgeschlossen werden und zudem werden auf dem Grundstück menschliche Knochen gefunden, die schon bald zu Überresten von mehr als einer Person führen. Dadurch wird die ganze Situation sehr brisant, vor allem, da sie mit alten Vermisstenfällen in Verbindung gebracht werden kann und zunächst unklar ist, wie viele Opfer es noch gibt.

Passend zum Titel spielen Mütter und mütterliche Beziehungen eine große Rolle für die Geschichte, aber die entsprechenden Figuren waren keineswegs immer sympathisch und es wurden auch Schattenseiten beleuchtet. Beim Lesen stellt man sich unwillkürlich die Frage, inwiefern die Morde hierdurch motiviert wurden und wie die einzelnen Handlungsstränge zusammenhängen, da Mutterschaft in jedem eine große Rolle spielt. Die Hinweise auf die tatsächlichen Vorkommnisse verdichten sich immer mehr, bis sich schließlich das vollständige Bild zusammensetzt, doch es war faszinierend zu spekulieren, was passiert sein könnte. Der Fall selbst war gut konstruiert und die Ermittlungen wurden interessant, aber realistisch dargestellt, da die Arbeit manchmal langwierig und nicht gerade aufregend war; dies wurde allerdings durch die Schilderungen der schrecklichen Funde und die Spannung, die sich im Lauf der Handlung steigert, mehr als ausgeglichen.

Da es sich um einen Serienmörder handelt, der regelmäßig zuschlägt, besteht eine gewisse Dringlichkeit und man hofft, dass sich alles schnell aufklären und es nicht noch weitere Opfer geben wird. Dabei gibt es natürlich falsche Fährten, die sehr überzeugend waren, doch ich fand auch die Umsetzung der Idee, dass der Hauptverdächtige vielleicht schon tot sein könnte, wirklich gelungen, da dies Auswirkungen darauf hatte, wie Sander, Bodenstein und ihre Kollegen vorgegangen sind. Mir hat zudem gefallen, dass die Ermittler menschlich sind und sich dies in ihrem Verhalten widerspiegelt; sie machen Fehler, werden von bisherigen Erfahrungen beeinflusst und die Geschehnisse lassen sie nicht unberührt zurück, was ich realistisch fand. Die Balance zwischen dem Privatleben und dem Beruf der Figuren ist ebenfalls gelungen und ich fand toll, dass diese Bereiche sich im Verlauf der Geschichte immer mehr vermischt haben..

"Muttertag" bekommt von mir 4 Sterne. Ich fand das Buch sehr fesselnd und der Fall war gerade gegen Ende sehr spannend, doch ich mochte auch die ruhigeren Momente, in denen der Fokus auf den Protagonisten und ihren persönlichen Problemen lag.

Veröffentlicht am 17.12.2018

Eine komplexe Liebesgeschichte mit gut ausgearbeiteten Charakteren

Scandal Love
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Ich war sehr auf "Scandal Love" gespannt, aber zugleich auch ein wenig skeptisch, was den Altersunterschied zwischen den Protagonisten betrifft. Edie ist erst achtzehn Jahre alt, während Trent als alleinerziehender ...

Ich war sehr auf "Scandal Love" gespannt, aber zugleich auch ein wenig skeptisch, was den Altersunterschied zwischen den Protagonisten betrifft. Edie ist erst achtzehn Jahre alt, während Trent als alleinerziehender Vater und erfolgreicher Geschäftsmann mitten im Leben steht und ich war mir nicht sicher, ob die Autorin mich mit diesem ungleichen Paar würde überzeugen können. Nach der Lektüre kann ich nun sagen, dass sie sehr gut mit der Situation umgegangen ist; es wäre leicht gewesen, Trent als lüsternen älteren Mann oder Edie als naives junges Mädchen darzustellen, was die Dynamik zwischen ihnen schwierig gemacht hätte, doch dies war keineswegs der Fall. Das liegt vor allem daran, dass die Protagonistin trotz ihres vermögenden Vaters kein leichtes Leben geführt hat und schon früh erwachsen werden musste. Es gab ein paar Momente, in denen man ihr ihre Jugend anmerkt, aber davon abgesehen hätte man diesen Umstand beinahe vergessen können, weil sie Trent gegenüber als ihm in jeder Hinsicht ebenbürtige, starke junge Frau auftritt. Der Altersunterschied wird allerdings nicht ignoriert, sondern direkt thematisiert und das hat mir gut gefallen, da alles andere nicht glaubwürdig gewesen wäre.

Zu Beginn ist es mir ein bisschen schwer gefallen, Edie wirklich sympathisch zu finden, da ich ihr Verhalten nicht immer gut fand, doch das hat sich schnell geändert. Sie ist - ebenso wie Trent - ein gut ausgearbeiteter Charakter und hat Ecken und Kanten, was sie greifbarer und interessanter macht. Zudem war es leicht, sich in sie hineinzuversetzen und mit ihr zu fühlen, selbst wenn ihr Handeln vielleicht manchmal fragwürdig war. Ihre Motivation ist sehr komplex und ich mochte, wie sich dies auf ihre Beziehung zu Trent ausgewirkt hat. Die beiden fühlen sich zweifelsohne sehr zueinander hingezogen und es scheint eine besondere Verbindung zwischen ihnen zu bestehen, aber zugleich gibt es Umstände, durch die sie einander nicht immer freundlich gesinnt sind. Die Situation war alles andere als einfach und das Gefühlschaos der Figuren wurde glaubwürdig dargestellt.

Neben der Liebesgeschichte spielt auch Trents Tochter Luna eine große Rolle. Im vorherigen Band wurde erwähnt, dass sie von ihrer Mutter verlassen wurde und seither nicht mehr spricht, was nach wie vor der Fall ist. Aus diesem Grund war es schön zu sehen, dass ihr Vater sie aufrichtig liebt und das beste für sie will, auch wenn es ihm schwer fällt, mit der Lage umzugehen. Mir hat gefallen, dass ihre Beziehung zu Edie sehr wichtig war und sie sich schnell gut verstanden haben, da es mir nicht gefallen hätte, wenn dieser Aspekt ignoriert worden wäre. Besonders toll fand ich jedoch, dass Luna sich zwar im Lauf der Handlung weiter entwickelt hat, aber nicht alles plötzlich wieder gut war; es ist ein langsamer Prozess und das war realistisch.

Alles in allem hat "Scandal Love" mir gut gefallen. Die ersten Kapitel konnten mich nicht hundertprozentig überzeugen, doch danach hat das Buch mich gefesselt. Ich mochte die Charaktere, ihre verschiedenen Probleme wurden angemessen behandelt und die Liebesgeschichte war sehr schön.

Veröffentlicht am 16.12.2018

Alles andere als leichte Kost

Addicted to you - Abhängig
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"Addicted to You" ist alles andere als leichte Kost. Die Protagonisten haben beide mit schwerwiegenden Problemen zu kämpfen - Lo ist Alkoholiker und konsumiert Unmengen an hochprozentigen Getränken, während ...

"Addicted to You" ist alles andere als leichte Kost. Die Protagonisten haben beide mit schwerwiegenden Problemen zu kämpfen - Lo ist Alkoholiker und konsumiert Unmengen an hochprozentigen Getränken, während Lily sexsüchtig ist und es keinen Tag aushält, ohne mit einem Mann zu schlafen. Die Realität, die eine solche Abhängigkeit mit sich bringt, wurde schonungslos geschildert; die Autorinnen sind offen damit umgegangen, mit welchen Entzugserscheinungen die Charaktere zu kämpfen haben, wenn sie ihrem Drang nicht nachgeben, es wird gezeigt, wie destruktiv sie handeln und auch die Konsequenzen für ein Sozialleben und die Menschen in ihrem Umfeld wurden mehr als deutlich. Dadurch war es nicht immer leicht, das Buch zu lesen, aber da nichts beschönigt wurde, war die Geschichte realistisch. Zudem haben die Autorinnen es geschafft, dass Lily und Lo sogar sympathisch sind, wenn sie sich egoistisch verhalten und sich selbst oder andere Menschen verletzen, weil es leicht ist, sich in sie hineinzuversetzen und zu begreifen, dass sie in einem Teufelskreis gefangen sind; die Sucht und ihre Auswirkungen wurden einfach sehr komplex und echt dargestellt. Manchmal fand ich es schade, dass man keinen Einblick in Los Gedanken bekommen hat, doch aus Lilys Sicht wurde ausreichend gezeigt, was in ihm vorgeht.

Die Liebesgeschichte an sich hat mir gut gefallen. Schon von Anfang an merkt man, dass die beiden sich sehr gut verstehen und sie wirklich beste Freunde sind, aber auch, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen und dem einfach nicht nachgeben. Es kam mir glaubwürdig vor, wie ihre Beziehung sich entwickelt hat und ich fand besonders gut, dass eine größere Intimität zwischen ihnen nicht alle Probleme gelöst hat, sondern ganz im Gegenteil alles noch viel komplizierter und schwieriger wurde. Dies war ebenfalls realistisch und aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass die Inhaltsangabe falsche Erwartungen wecken könnte, da Alkohol und Sex definitiv ihre Laster sind und diese Abhängigkeiten schwerwiegende Folgen haben, nicht nur für sie selbst, sondern auch für eine romantische Beziehung zwischen ihnen. Deshalb ist es sehr gut, dass Krista und Becca Ritchie hier nicht den kitschigen 'Liebe macht alles besser'-Weg gewählt haben. Es wird deutlich, dass sie einander in vielerlei Hinsicht gut tun, sodass es schöne Momente gibt und man auch will, dass sie es hinbekommen werden, doch die Hindernisse und Schwierigkeiten verschwinden nicht so einfach.

Zwischendurch war die Geschichte etwas zäh, aber alles in allem konnte sie mich überzeugen und gerade die Charakterisierung der Protagonisten war sehr gelungen. Auch die Handlung war interessant und das Ende macht neugierig auf den zweiten Band; die Entwicklungen in den letzten Kapiteln waren zwar leider zu erwarten, doch die Ereignisse wurden sehr emotional und aufwühlend geschildert, sodass man mit den Figuren mitleiden konnte. Ich bin wirklich gespannt, wie es nun weiter gehen wird, da viele verschiedene Möglichkeiten offen stehen.

Veröffentlicht am 16.12.2018

Realistisch, aber emotional

Mein Herz gehört dir
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Ich hatte vor der Lektüre Bedenken, dass "Mein Herz gehört dir" eine Wiederholung der Liebesgeschichte von Cameron und Will sein könnte, da Lucy und Colton ja mit dem gleichen Dilemma - einer der beiden ...

Ich hatte vor der Lektüre Bedenken, dass "Mein Herz gehört dir" eine Wiederholung der Liebesgeschichte von Cameron und Will sein könnte, da Lucy und Colton ja mit dem gleichen Dilemma - einer der beiden wohnt in der Stadt, der andere eher abgeschieden - konfrontiert werden, doch ich wurde angenehm überrascht. Obwohl dieser Konflikt zweifellos ein wesentlicher Bestandteil der Handlung ist, unterscheiden Lucy und Colton sich in vielerlei Hinsicht von den Protagonisten des ersten Bandes, sodass auch andere Aspekte eine große Rolle spielen - beispielsweise, dass sie bisher keine längeren Beziehungen geführt haben und das Verhältnis zwischen ihnen um einiges ernster ist, als sie erwartet oder eingeplant hatten, wodurch sie sich nicht immer hundertprozentig wohl fühlen. Das war realistisch und mir hat gut gefallen, dass sie meistens offen kommuniziert haben und ihre Probleme nicht ignoriert, sondern thematisiert wurden, selbst wenn sie einander dadurch manchmal verletzt haben.

Die beiden waren mir sympathisch und ich mochte, wie sie sich (unter anderem durch den Einfluss des jeweils anderen) weiterentwickelt haben. Es war leicht, mit ihnen zu fühlen und auch wenn sie nicht einer Meinung waren, ist immer nachvollziehbar, wieso sie so denken und handeln. Weil man beide Seiten verstehen konnte, gewannen die Konflikte zwischen ihnen an Komplexität und zugleich war ich dadurch gespannt, wie sich am Ende alles auflösen würde, da es oft so schien, als seien ihre Positionen unvereinbar.

Auch in diesem Band sind die anderen Mitglieder der Familie Abbott sehr wichtig für den Fortgang der Handlung. Ich fand zwar manchmal, dass sie sich zu sehr eingemischt haben, aber das ist eben eine Konsequenz der engen Beziehungen zwischen den Charakteren und die Protagonisten haben durchaus geäußert, wenn ihnen etwas zu weit ging; durch die Kabbeleien und kleineren Auseinandersetzungen wirkte die Dynamik für mich zudem realistischer als wenn sich alle immer verstanden hätten. Davon abgesehen war es toll, Einblicke in die Beziehungen der Paare aus den ersten beiden Bänden zu bekommen und die Hinweise auf künftige Liebesgeschichten machen neugierig darauf, diese Bücher ebenfalls zu lesen. Mir gefällt, dass alle der Erzählungen irgendwie miteinander verwoben sind.

Veröffentlicht am 16.12.2018

Eine alles in allem schöne Liebesgeschichte

Kein Tag ohne dich
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Es fällt mir sehr schwer, "Kein Tag ohne dich" zu bewerten. Einerseits hat das Buch mich mitgenommen und ich fand es durchaus bewegend, andererseits hatte ich Schwierigkeiten damit, mich wirklich auf die ...

Es fällt mir sehr schwer, "Kein Tag ohne dich" zu bewerten. Einerseits hat das Buch mich mitgenommen und ich fand es durchaus bewegend, andererseits hatte ich Schwierigkeiten damit, mich wirklich auf die Liebesgeschichte einzulassen.

Man hat Hannah und Nolan bereits im ersten Band der Reihe kennen gelernt und dort erfahren, dass sie schon seit sieben Jahren Witwe ist und es nicht schafft, in die Zukunft zu blicken, weshalb ich gespannt auf ihre Geschichte war. Sie war mir sehr sympathisch und ich wollte, dass sie wieder glücklich wird, weshalb dieser Aspekt des Buches mir gut gefallen hat. Ich mochte es zu sehen, wie Hannah sich langsam geöffnet hat und Schritt für Schritt mehr dazu bereit war, sich auf Nolan einzulassen. Sein respektvolles Verhalten und sein Verständnis dafür, dass ihr das nicht immer leicht gefallen ist und es Rückschritte gab, waren toll und ich mochte auch, wie Hannahs Beziehung zu ihrem verstorbenen Ehemann dargestellt wurde; sie spielt für das Buch eine große Rolle, während zugleich deutlich wird, dass für die Protagonistin die Zeit gekommen ist, nach vorne zu schauen. Force ist es meiner Meinung nach gelungen, die Balance zwischen der Wahrung seines Andenkens, der Betonung seiner großen Bedeutung für beide Charaktere und der Entwicklung der Liebesgeschichte zu wahren und das ist klar die Stärke des Buches. In diesem Zusammenhang gibt es einige sehr emotionale Momente, aber trotz der vielen traurigen Szenen ist die Grundstimmung meist hoffnungsvoll.

Mein Problem mit dem Buch ist, dass für mich die großen Gefühle zwischen den Charakteren nicht immer deutlich wurden, obwohl der Fokus darauf lag, wie sie einander näher gekommen sind. Hannah und Nolan passen gut zusammen, doch der Handlungsstrang um ihre Trauer und den langsamen Heilungsprozess konnten mich viel mehr berühren, während die Romanze für mich zwar schön, aber nicht wirklich emotional war. Ich mochte die beiden und fand es toll, dass sie ein neues Glück gefunden haben, doch irgendwie hat es bei mir einfach nicht geklickt und deshalb haben die Szenen der beiden mich weniger bewegt als andere Aspekte des Buches. Gegen Ende hatte ich zudem ein wenig den Eindruck, dass die Handlung in die Länge gezogen wurde, da die eigentliche Geschichte für mich abgeschlossen war, es aber immer noch weiter ging. Das war ein bisschen schade, obwohl es durchaus schöne Momente in den letzten Kapiteln gab. Von diesen Kritikpunkten abgesehen hat das Buch mich allerdings gut unterhalten und da mir die Liebesgeschichte an sich gefallen hat, habe ich noch 3,5 Sterne vergeben.