Doch nicht alles Gold was glänzt…
Das Zwergpudel-ZerwürfnisAlexander Todt entschied sich seine aufregende Karriere an den Nagel zu hängen, um als Bestatter mit „Work-Life-Balance“ mehr Ruhe in sein Leben zu bekommen. Nur leider ist es am vermeintlich ruhigsten ...
Alexander Todt entschied sich seine aufregende Karriere an den Nagel zu hängen, um als Bestatter mit „Work-Life-Balance“ mehr Ruhe in sein Leben zu bekommen. Nur leider ist es am vermeintlich ruhigsten Ort in Wien, dem Zentralfriedhof einfach nicht still. Es sind aber nicht die manchmal aufwallenden Wehklagen über den Verlust, nein. Auch die wirklich vielen Fans, die ihrem Idol, mit ihren gefeierten Liedern die letzte Ehre erweisen wollen. Nein, es ist Alexanders Reporterspürnase, die einfach nicht still sein will. Bei der Beerdigung von Conny Red, einem der bekanntesten Schlagersternchen hat Todt schon wieder das Gefühl, dass hier irgendwas gewaltig Faul ist. Nur auf seine Kollegin und Mitschnüfflerin Marie-Theres kann er sich dieses mal nicht verlassen, die ist von ihrem ganz persönlichen Notfall abgelenkt und braucht dringend Todts Hilfe. Kann das wirklich gut gehen? Kann Todt ermitteln und Marie-Theres beistehen oder verliert er im dritten Band den Überblick und übersieht wichtige Hinweise?
Auch im dritten Teil um den Bestatter Alexander Todt zieht keine Ruhe im Zenralfriedhof ein, was nicht nur an den tausenden Fans auf dem Gelände liegt. Schon im Vorbereitungsraum wird Todt das erste mal stutzig aber bei der Beerdigung selbst erhärtet sich dieser erste, leise Verdacht. Ab jetzt könnte man seine Nachforschungen als, von oberster Stelle genehmigt bezeichnen. Doch ehrlich gesagt ist es noch unangenehmer seine Chefin direkt im Nacken sitzen zu haben, als die Angst von ihr erwischt zu werden. Todt muss da dieses mal alleine durch und sich auch noch verstellen. Neben seinem Job, den Ermittlungen um den Tod des Schlagersternchens ist auch noch sein schauspielerisches Talent gefragt. Er hat die Rolle des zukünftigen Schwiegersohns bekommen. Man könnte meinen diese Rolle, als Freund an Marie-Theres Seite (für die er schon länger Gefühle hegt) könnte perfekter nicht sein. Doch die Rechnung hat er leider ohne ihre Eltern, das hochangesehene Doktoren Ehepaar gemacht. Deren spontanem Besuch ist die Rolle an der Seite seiner Kollegin geschuldet und das wird bald zur Mammutaufgabe. Kann das wirklich gut gehen? Schließlich gerät man aus dem Takt, wenn man auf zu vielen Hochzeiten tanzt. Nicht nur Conny Reds Todt, sondern vor allem ihr Leben werfen immer mehr Fragen auf. Plötzlich haben mehr Menschen ein Motiv als sich Andenken auf ihrem Grab stapeln. Irgendwer räumt hier Beweise aus dem Weg und macht dazu vor nichts und niemandem halt. Könnte es dieser Fall eine Nummer zu groß sein?
Ich mochte den dritten Band, rein von der Fall Gestaltung sehr. Schöne Kriminalelemente und ein guter Wechsel der Verdächtigen. Alexander muss sich einiges an „Spürnasen-Können“ abringen um dem Täter auf der Spur zu bleiben. Ich habe jedoch einige Zeit gebraucht um in die Story zu finden und mit dem Nebenstrang bin ich bis zum Schluss kaum warm geworden. Einerseits ist es schön zu sehen, dass der Protagonist eine persönlich Entwicklung durchmacht und nicht stupide am selben Fleck bleibt. Doch Gefühlsdramen oder anbandelnde Lovestorys sind in Literatur noch nie mein Ding gewesen. Wenn es nicht überhand nimmt kann ich das gekonnt überlesen, doch im dritten Fall war es (für meinen Geschmack) hart an der Grenzen und das möchte ich nicht unter dem „Cosy-Crime“ Aspekt abtun. Für mich steht der Fall im Vordergrund und sollte nicht vom Nebenstrang überrollt werden, auch wenn dieser amüsante Momente hatte, in denen Alexander sich buchstäblich den hintern aufreißen musste um im Schatten seiner Schnösel Vorgänger bei den Eltern seiner Kollegin nicht völlig an Kielwasser zu verlieren.
Fazit: ein wirklich spannender Fall, man merkt deutlich die positive Entwicklung von Patrick Budgen. Wer auf der Suche nach einem Cosy Crime Roman mit gewiefter Ermittlung, einer Prise Humor und einer Love Story der merkwürdigen Art ist, möge sich bitte schnell im Zentralfriedhof in Wien einfinden.