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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.01.2026

Atmosphärisch, düster und (etwas zu) spicy

House of Rayne
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Ich habe House of Rayne mit großen Erwartungen angefangen – düstere Insel, mysteriöse Vorkommnisse, „dunkle Begierden“ – das klang nach perfekter Dark-Romance-Stimmung. Und ja, das Buch ist spannend, atmosphärisch ...

Ich habe House of Rayne mit großen Erwartungen angefangen – düstere Insel, mysteriöse Vorkommnisse, „dunkle Begierden“ – das klang nach perfekter Dark-Romance-Stimmung. Und ja, das Buch ist spannend, atmosphärisch dicht und hat starke Protagonistinnen, die für ihre Liebsten kämpfen und sogar, die die Sie ablehnen nicht im Stich lassen.

Das Buch ist sehr spicy. An sich kein Problem, aber irgendwann wirkt es ein bisschen, als hätte die Autorin einen Timer gestellt: „Oh, schon x Seiten ohne Sex? Wird mal wieder Zeit.“ Egal, ob gerade jemand halb verblutet oder von einem Monster gejagt wurde – Hauptsache, es knistert. Das führt dazu, dass die erotischen Szenen irgendwann eher monoton wirken, obwohl der Klappentext mit „dunklen Begierden“ doch etwas mehr Vielfalt verspricht.

Rayne ist eine klassische „harte Schale, weicher Kern“-Heldin. Sie kämpft für die Menschen, die sie liebt – und sogar für die, die sie eigentlich ablehnen. Das macht sie sympathisch und man wünscht ihr wirklich, dass das alles ein gutes Ende nimmt. Salem dagegen bleibt leider etwas blass: Themen wie Trennung, Angststörung oder ihre Unterwürfigkeit werden zwar angesprochen, aber kaum vertieft. Dadurch wirkt ihr Verhalten oft sprunghaft oder schlicht nicht nachvollziehbar.

Was der Autorin allerdings sehr gut gelingt, ist der Schreibstil: atmosphärisch dicht, leicht düster und perfekt geeignet, um die unheimliche Stimmung der Insel einzufangen. Die Spannung bleibt konstant erhalten, auch wenn sich die zentrale Enthüllung für mich recht früh abgezeichnet hat. Dadurch verpuffte das Horrorelement ein wenig.

Fazit: House of Rayne ist insgesamt eine solide, spannende Geschichte mit viel Atmosphäre, aber auch mit Luft nach oben. Wer auf düstere Settings, geheimnisvolle Inseln und heiße Szenen steht, wird sicher gut unterhalten. Ich persönlich hätte mir weniger (oder abwechslungsreicheren) Spice und etwas mehr Tiefgang gewünscht.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Spannender Romantasy-Auftakt mit Potential

Velvet Falls, but the Gods forgot to die
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Eine solide und spannende Romantasy mit starkem Schreibstil und viel Potential – an manchen Stellen aber etwas langatmig und mit einem Konfliktaufbau, der sehr darauf setzt, dass die Figuren einfach nicht ...

Eine solide und spannende Romantasy mit starkem Schreibstil und viel Potential – an manchen Stellen aber etwas langatmig und mit einem Konfliktaufbau, der sehr darauf setzt, dass die Figuren einfach nicht miteinander reden.

Inhalt & Eindruck:
Die Geschichte beginnt vielversprechend: Velvet wirkt zunächst sehr selbstbewusst und tough, was mir gut gefallen hat. Im Verlauf wird jedoch schnell klar, dass dies vor allem Fassade und Selbstschutz ist. Das ist zwar nachvollziehbar, aber ich hatte mir gewünscht, dass sie ihren starken Auftritt länger wirklich durchziehen kann.

Kashs Sichtweise ist zwar teilweise nachvollziehbar aber sein Verhalten später hat mich dann doch gestört. Auch hier wäre etwas mehr Kommunikation eine große Hilfe gewesen. Dieses „Missverständnisse, weil keiner spricht“-Trope nutzt sich langsam ein wenig ab.

Gefallen hat mir Monty, die Dämonenzehe, die mit Humor für etwas Leichtigkeit und Abwechslung sorgt

Story & Welt:
Die Handlung bleibt spannend und bietet zum Ende hin sogar einen einigermaßen überraschenden Twist. Das Worldbuilding und das Magiesystem haben mir gut gefallen – ich hätte mir nur gewünscht, dass man mehr darüber erfährt.
Gerade im Finale wird plötzlich sehr viel enthüllt, was man vielleicht etwas gleichmäßiger über die Geschichte hätte verteilen können.

Schreibstil:
Der Stil ist angenehm, flüssig und macht es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Dadurch liest sich das Buch wirklich gut weg.

Fazit:
Velvet Falls ist ein gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht. Die Figuren, die Idee dahinter und besonders der Schreibstil überzeugen – auch wenn ich mir an einigen Stellen etwas mehr Tiefe und früher platzierte Informationen gewünscht hätte. Insgesamt ein sehr lesenswertes Romantasy-Abenteuer.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Krimidinner, Escape-Room und Magie

The Blackgate Invitation
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The Blackgate Invitation verbindet Krimidinner-Atmosphäre, Escape-Room-Elemente und Magie – ein Konzept, das mich sofort neugierig gemacht hat. Auch die Aufmachung überzeugt auf ganzer Linie: Das Cover ...

The Blackgate Invitation verbindet Krimidinner-Atmosphäre, Escape-Room-Elemente und Magie – ein Konzept, das mich sofort neugierig gemacht hat. Auch die Aufmachung überzeugt auf ganzer Linie: Das Cover und der Farbschnitt sind ausgesprochen schön und machen das Buch zu einem echten Blickfang.


Charaktere:

Ruby (als Lavinia) und Wren (als Kaysa) bilden ein starkes Geschwisterduo. Ihre Beziehung wirkt warm und glaubwürdig, auch wenn die Kontraste ihrer Persönlichkeiten manchmal etwas überzeichnet erscheinen – Ruby sehr vorsichtig, Wren sehr unvorsichtig. Trotzdem (oder gerade deswegen) ergänzen sich beide gut.

Auch die Hagemonys entwickeln sich nach anfänglichen Reibungen zu einem stimmigen und sympathischen Team.


Story:

Die Grundidee Escape-Game und Magie zu verbinden ist spannend und originell, wird jedoch nicht immer vollständig ausgeschöpft. Einige Passagen wirken etwas langgezogen, besonders die wiederholten Diskussionen der Schwestern über das weitere Vorgehen oder der Hegemonys über ggfs. vorhandene Geheimnisse. Hier hätte ein strafferer Spannungsbogen der Geschichte gutgetan.


Schreibstil / Übersetzung:

Der Stil ist insgesamt angenehm und leicht zu lesen. Bei einem nonbinären Charakter wird das englische they/them beibehalten, was anfangs etwas ungewohnt ist. Allerdings ist die Umsetzung leider nicht durchgehend konsequent – an manchen Stellen tauchen doch weibliche Bezüge auf. Eine klare Linie wäre wünschenswert gewesen.


Fazit:

Ein optisch herausragendes Buch mit einer kreativen Idee, sympathischen Figuren und viel Potenzial. Trotz einiger Längen und kleiner Unstimmigkeiten in der Übersetzung bleibt es eine unterhaltsame Lektüre für Fans von Rätseln, Teamdynamiken und mysteriösen Settings.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Spannende Dystopie, toughe Protagonistin

To Cage a Wild Bird
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To Cage a Wild Bird hat mich komplett abgeholt. Das Worldbuilding wirkt zunächst vertraut: Klassensysteme, Unterdrückung, Widerstand. Doch die Idee, dass „gute Bürger“ Straftäter gegen Bezahlung jagen ...

To Cage a Wild Bird hat mich komplett abgeholt. Das Worldbuilding wirkt zunächst vertraut: Klassensysteme, Unterdrückung, Widerstand. Doch die Idee, dass „gute Bürger“ Straftäter gegen Bezahlung jagen dürfen, verleiht der Geschichte eine verstörende Note. Moral wird dabei nicht hinterfragt, sonder das Ganze als (Sport)Event vermarktet.

Raven ist endlich mal eine Protagonistin, die wirklich stark ist. Nicht dieses „Ich tue tough, damit mich niemand verletzt“-Theater. Raven ist keine Heldin – sie ist gefährlich. Sie kämpft nicht für Ideale, sondern für die Menschen, die ihr wichtig sind – kompromisslos, entschlossen und ohne sich dabei selbst zu verlieren. Gefühle sind für sie keine Schwäche, sondern etwas, das sie an den richtigen Stellen zulässt.

Val ergänzt Raven perfekt. Er ist ihr emotional nah, verliert aber nie das eigentliche Ziel aus den Augen: Flucht. Gemeinsam sind sie kein romantisiertes Traumpaar, sondern ein funktionierendes Team.

Die Geschichte ist durchgehend spannend, auch wenn sich der Gefängnisabschnitt etwas zieht und Ravens Zweifel an Val stellenweise länger anhalten als nötig. Trotzdem überwiegt klar das Gesamtbild: eine harte, emotionale Dystopie mit starken Figuren und moralischen Grauzonen.Ein absolut packendes Highlight, das mich gefesselt hat. Klare Empfehlung!

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