Spannende Reise mit kleinen Schwächen – Sophia und die Suche nach Troja
Sophia und die Suche nach Troja
„Sophia und die Suche nach Troja“ von Susanne Lieder nimmt die Leser*innen mit auf eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert und beleuchtet das Leben des berühmten Archäologen Heinrich Schliemann und seiner ...
„Sophia und die Suche nach Troja“ von Susanne Lieder nimmt die Leser*innen mit auf eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert und beleuchtet das Leben des berühmten Archäologen Heinrich Schliemann und seiner Ehefrau Sophia. Der Roman bietet eine interessante Mischung aus Beziehungsgeschichte und historischen Einblicken, lässt jedoch in manchen Punkten die Balance vermissen.
Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet, und die wechselnden Perspektiven zwischen Sophia und Heinrich erlauben einen tiefen Einblick in ihre Gefühlswelt. Besonders spannend fand ich Sophias Entwicklung als kluge, belesene Frau, die ihren Platz an Heinrichs Seite findet – trotz der Konflikte, die ihre Beziehung begleiten. Der Roman zeichnet ein lebendiges Bild ihrer Ehe und zeigt sowohl Heinrichs Ehrgeiz als auch Sophias Standhaftigkeit.
Allerdings bleibt die eigentliche Entdeckung Trojas überraschend kurz und wird fast bis an das Ende des Buches verbannt. Ich hätte mir mehr Details zu den Grabungen und deren Herausforderungen gewünscht. Auch das gefühlt plötzliche Ende des Romans hinterlässt den Eindruck, dass noch etwas fehlt.
Trotzdem überzeugt das Buch mit einem angenehm flüssigen Schreibstil und einer sorgfältigen Recherche. Es ist lesenswert für alle, die historische Romane und die spannende Zeit der Archäologie mögen, auch wenn es nicht ganz den Fokus hat, den man nach dem Klappentext erwarten würde.
Eine interessante Geschichte mit lebendigen Charakteren und guter Atmosphäre, aber mit Schwächen bei der Darstellung der Ausgrabungen und der Gewichtung der Inhalte.