Profilbild von Jule_liest

Jule_liest

Lesejury Star
offline

Jule_liest ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jule_liest über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2024

mitreißend und mitnehmend

Alles, was ich geben kann – The Last Letter
0

Rezension zu „Alles, was ich geben kann“ von Rebecca Yarros
Briefe, die zwei Menschen verbinden. Damit legt Rebecca Yarros die Grundlage für eine wundervolle Liebesgeschichte, die sie, passend zum Genre, ...

Rezension zu „Alles, was ich geben kann“ von Rebecca Yarros
Briefe, die zwei Menschen verbinden. Damit legt Rebecca Yarros die Grundlage für eine wundervolle Liebesgeschichte, die sie, passend zum Genre, in einem leicht zu lesenden und mitfühlsamen Ton erzählt.
Protagonistin Ella musste in ihrem Leben schon viel ertragen. Ihre Großeltern und Eltern leben schon nicht mehr und auch ihr Bruder Ryan stirbt im Einsatz. Vorher macht er ihr und seinem besten Freund Beckett aber eine Art Geschenk. Er erzählt Ella von einem Kollegen, der keine Familie hat und bittet sie, diesem Kollegen Briefe zu schreiben. So lernen sich Beckett und Ella über die Briefe kennen.
Nach Ryans Tod trifft Beckett auf Ella, die allerdings nicht weiß, wer er ist. Das sorgt für einen Spannungsbogen. Die Geschichte der beiden ist berührend, mitreißend und durch Becketts unaufgedeckter Identität immer einen Schritt am Abgrund.
Die Charaktere sind toll. Ella ist eine starke junge Frau, die sich durchs Leben kämpft und lernen muss, Dinge aus der Hand zu geben und sich auch auf andere zu verlassen. Beckett ist ein Goldstück. Er ist selbstlos und liebevoll. Durch Ellas Briefe lernt er was „zu Hause“ bedeuten könnte.
Absolut gelungen sind Ellas Kinder. Die Zwillinge Maisie und Colden sind besonders. Sie sind klug und sehr empathisch. Ihre Bindung ist faszinierend. Mit ihrer Art bereichern sie den Roman in jedem Moment.
Neben der Liebesgeschichte zwischen Ella und Beckett geht es vor allem auch um Familie und um das Ankommen an einem Ort bzw. bei Menschen. Es wird deutlich, wie viel besser die Welt ist, wenn Menschen füreinander da sind.
Der Roman rührt zu Tränen, am Ende fast etwas zu sehr. Ellas Schicksalsschläge sind schwer zu ertragen. Zum Schluss hätte es gerne einer weniger sein dürfen. Dennoch kann man am Ende seinen Frieden mit der Geschichte finden.
Insgesamt also ein gelungener Roman, den ich breit empfehlen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.07.2024

erschreckend aktuell, stark erzählt

Am Himmel die Flüsse
0

Rezension zu „Am Himmel die Flüsse“ von Elif Shafak
Zu Beginn kann ich schonmal verraten: Mit „Am Himmel dir Flüsse“ hat Elif Shafak wieder ein wunderbares Buch geschrieben. Ihr Stil ist unverwechselbar. ...

Rezension zu „Am Himmel die Flüsse“ von Elif Shafak
Zu Beginn kann ich schonmal verraten: Mit „Am Himmel dir Flüsse“ hat Elif Shafak wieder ein wunderbares Buch geschrieben. Ihr Stil ist unverwechselbar. Sie erzählt ruhig, aber dennoch spannend und fast schon poetisch und nutzt kluge Bilder.
Hier ist es das Wasser im allgemeinen und ein Wassertropfen im Besonderen, der (unter anderem) drei Geschichten miteinander verbindet. Die Theorie: Wasser hat ein Gedächtnis und jeder Wassertropfen kommt immer wieder auf die Erde zurück. So landet der Wassertropfen in Mesopotamien und sieht ein Reich untergehen. Er ist dabei, als Arthur Smyth im 18. Jahrhundert in London geboren wird, trifft auf Narin, die 2014 am Tigris lebt und 2018 auf die Londonerin Zaleekhah.
Die Kapitel wechseln zwischen den drei Figuren. Elif Shafak macht das so geschickt, dass man der Geschichte trotz vieler Wechsel gut folgen kann. Zunächst lernen wir Arthur kennen, der in einem Elendsviertel in London aufwächst, ungewöhnlich intelligent ist und sich für Ninive, eine untergegangene Stadt im alten Mesopotamien interessiert. Sein Weg ist bemerkenswert und mitreißend. Die zweite Figur ist Narin, ein Mädchen, dass am Tigris aufwächst. Sie ist Jesidin und gehört damit zu einer aktuell vom IS verfolgten Glaubensgemeinschaft. Die Jesiden haben ihren Ursprung im alten Mesopotamien. So entsteht, neben dem Wassertropfen, eine weitere Verbindung zwischen den einzelnen Geschichten, denn auch Arthur hat Berührungspunkte mit den Jesiden. Narins Geschichte ist ebenfalls mitreißend und unter anderem aufgrund der Aktualität überaus erschreckend. Vor allem zum Ende ist dieser Erzählstrang nur schwer zu ertragen, wegen seiner Aktualität aber unglaublich wichtig. Im dritten Erzählstrang geht es um Zaleekhah, einer Forscherin, die sich mit dem Wasser beschäftigt. Ihre Eltern verstarben früh, weshalb sie in London bei ihrem reichen Onkel aufwächst. Der Ursprung der Familie liegt jedoch im alten Mesopotamien, sodass auch dieser Strang stark mit den anderen beiden verknüpft ist und dennoch eine eigene Geschichte herausbildet. Zaleekhah steht vor den Trümmern ihrer Ehe muss daher einen Neuanfang wagen. Dabei werden innere Konflikte genauso deutlich wie Konflikte, die in der Familie vor sich her brodeln. Glück und Unglück liegen bei den Figuren nah beieinander. Vor allem aber transportieren die Figuren viel Kluges über Kulturen, Unterschiede und Menschlichkeit. Ein überaus gelungener Roman, der aufgrund der Thematik noch lange aktuell sein wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.06.2024

den eigenen Weg finden

Die Sache mit Rachel
0

Rezension zu „Die Sache mit Rachel“ von Caroline O´Donoghue

Caroline O´Donoghue erzählt die Geschichte von Rachel. Rachel ist eine junge Frau, die gerade studiert. Ihre Eltern sind in einer finanziell ...

Rezension zu „Die Sache mit Rachel“ von Caroline O´Donoghue

Caroline O´Donoghue erzählt die Geschichte von Rachel. Rachel ist eine junge Frau, die gerade studiert. Ihre Eltern sind in einer finanziell schwierigen Situation. Rachel jobbt daher in einer Buchhandlung. Dort lernt sie James kennen, der ihr bester Freund wird. Schnell beschließen die zwei zusammenzuziehen, obwohl sie sehr verschieden sind. Rachel die Chaotin und James, der ordentliche. Beide gemeinsam haben, dass sie ihren Weg noch finden müssen. Sie haben Träume, an deren Erfüllung sie mal mehr mal weniger glauben. Beide haben mit Tiefpunkten zu kämpfen, rappeln sich aber immer wieder auf. Spannend macht die Geschichte auch James Affäre, die ihn und Rachel in schwierige Situationen bringt. Dieser Teil ist toll erzählt und macht Spaß, ebenso wie Rachels Beziehung, auch wenn sie sich hier und da etwas zu kindisch verhält. In der Mitte bekommt die Geschichte einen kleinen Einbruch.. sie zieht sich hin und beide Figuren scheinen in ihrer Situation gefangen und kommen kaum weiter. Das Ende ist aber überaus gelungen und versöhnt mit den Schwächen in der Mitte. Insgesamt ist „Die Sache mit Rachel“ ein gutes Buch für alle, die junge Protagonisten auf der Suche nach ihrem Weg begleiten möchten und für die Freundschaft in Büchern ein tolles Thema ist. Da es immer wieder Zeitsprünge gibt, wird die Freundschaft der beiden über die Jahre schön deutlich und ist gelungen beschrieben. Insgesamt eine unterhaltsame Lektüre.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.06.2024

Wohlfühlbuch

Genau jetzt mit dir
0

Rezension zu „Genau jetzt mit dir“ von Tine Nell
In „Genau jetzt mit dir“ erzählt Tine Nell in ruhigem, angenehmen Ton die Geschichte von Alma und Liam. Die Geschichte spielt in Schweden. Da die ganze ...

Rezension zu „Genau jetzt mit dir“ von Tine Nell
In „Genau jetzt mit dir“ erzählt Tine Nell in ruhigem, angenehmen Ton die Geschichte von Alma und Liam. Die Geschichte spielt in Schweden. Da die ganze Atmosphäre eher gemütlich ist, passt das sehr gut ebenso wie die Verbindung von Naturbeschreibungen und Naturverbundenheit der Figuren.
Die Charaktere sind sympathisch. Da wäre zunächst natürlich die Protagonistin Alma, die nach dem Tod ihrer Mutter zurück nach Schweden zu ihrer Tante zieht und deren Hebammenpraxis sie arbeiten kann. Übrigens: Das Hebammen-Thema kommt immer mal wieder zum Vorschein, nimmt aber keinen übergroßen Raum ein. Zurück zu Alma: Alma ist nett und zunächst etwas unsicher. Letzteres ändert sich zum Glück noch, was auch an einem „Geheimnis“ liegt, dass sie mit sich herumträgt. Es macht Spaß ihr zu Folgen und zu erleben, wie sie in Schweden langsam ankommt und aufblüht.
Ein richtiges Goldstück ist ihre Tante Edda. Sie ist eine Seele von Mensch, was gut zu ihrem Beruf passt. Engagiert kümmert sie sich um ihre Mitmenschen und hat immer ein offenes Ohr. Auch sie trägt etwas mit sich herum, dass nach und nach ans Licht kommt. In diesem Fall hätte es dieses „Geheimnis“ für mich allerdings nicht gebraucht, sondern hat die Thematik fast etwas überladen.
Früh trifft Alma auf Lima, den Bruder einer der Schwangeren, die sie im Rahmen ihrer Arbeit betreut. Liam ist ein toller Typ. Er kümmert sich liebevoll um seine schwangere Schwester und deren Sohn Fynn (der übrigens mein Highlight ist) und bemüht sich sehr um Alma.
Die Geschichte überzeugt durch eine eher ruhige Atmosphäre und den freundlichen Umgang der Figuren miteinander. Es gibt wenig Drama. Damit ist das Buch ein absolutes Wohlfühlbuch und jedem zu empfehlen, der eine schöne, positive Geschichte lesen möchte, die mit wenig „Krisen“ auskommt und erwachsen erzählt wird.
Schön ist auch, dass der zweite Band leicht angeteasert wird. Wir lernen in diesem Buch Liams Freund Cai kennen. Ein grob und stets schlecht gelaunt wirkendender Typ der gerne in der Natur ist und einen guten Kern hat. Außerdem taucht Almas Halbschwester Liv auf, die sehr nett ist, aber ein absoluter Stadtmensch (sagt sie zumindest). Schnell wird deutlich, wie unterschiedlich die beiden sind. Das verspricht einen amüsanten Folgeband.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.06.2024

Erwachsenwerden, finden und verlieren

Man sieht sich
0

Rezension zu „Man sieht sich“ von Julia Karnick
Julia Karnick erzählt in ruhigem, gut lesbaren Ton die Geschichte von Friederika und Robert. Erzählt wird die Geschichte auf knapp 480 Seiten, die sich aber ...

Rezension zu „Man sieht sich“ von Julia Karnick
Julia Karnick erzählt in ruhigem, gut lesbaren Ton die Geschichte von Friederika und Robert. Erzählt wird die Geschichte auf knapp 480 Seiten, die sich aber nach deutlich weniger anfühlen. Kein Wunder- verfolgen wir die Protagonisten doch von Ihrer Jugend in den 90ern bis ins Erwachsensein im Heute. Der Figurenkreis bleibt dabei größtenteils gleich, abgesehen von kleinen Nebenfiguren, die hier in das Leben von Frie und Robert schlüpfen. Langweilig wird es nicht, auch weil Julia Karnick die Geschichte sehr geschickt erzählt. Immer wieder treffen und verlieren Robert und Frie sich. Dabei treibt die Autorin die Geschichte immer wieder aus Fries oder Roberts Sicht im Wechsel voran. Dadurch schlüpft man in doch recht unterschiedliche Leben. Außerdem wird durch die längeren Lebensphasen der Trennung so viel Abwechslung in die Geschichte gebracht, dass die Tatsache, dass die zwei sich immer wieder treffen und wieder verlieren, zu keinem nervigen hin und her wird. Ihnen kommt einfach das Leben dazwischen, was die Geschichte so authentisch macht. Wer nach einer Geschichte sucht, bei der man die Protagonisten beim Erwachsenwerden begleiten kann und außerdem Familie und Freundschaft eine Rolle spielen, der sollte zu diesem Buch greifen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere