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Veröffentlicht am 13.09.2024

Lügen und Geheimnisse

The Reappearance of Rachel Price (deutsche Ausgabe)
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"The Reappearance of Rachel Price" von Holly Jackson ist ein Buch, das voller Lügen, Geheimnisse und Wendungen steckt, die nicht von Anfang an zu erahnen sind. Im Zusammenspiel mit den Charakteren ergibt ...

"The Reappearance of Rachel Price" von Holly Jackson ist ein Buch, das voller Lügen, Geheimnisse und Wendungen steckt, die nicht von Anfang an zu erahnen sind. Im Zusammenspiel mit den Charakteren ergibt sich so über weite Strecken des Buches eine unterhaltsame wenngleich nicht immer spannende Story.

Dass die Story unterhaltsam ist, liegt zu Teilen auch am Schreibstil, der es ein leichtes macht durch die Seiten zu fliegen, wenn man einmal drin ist. Nur leider gibt es immer wieder Stellen, die repetitiv sind: Dies ist zum Beispiel der Knoten in Bels Bauch, der immer immer wieder beschrieben wird. Die Stellen hätte man ohne Probleme streichen können. So wäre auch das Buch gleich um ein paar Seiten kürzer gewesen. Die Beschreibung hat mich irgendwann beim Lesen tierisch genervt. In Kombination mit einem ersten Buchdrittel, das nur schleppend voran geht – keine gute Mischung.

Dennoch waren die Protagonisten an sich interessant und undurchschaubar. So hat jeder seine Geheimnisse. Lügen werden aufgetischt und man bekommt ein Bild von einer dysfunktionalen Familie.
Zwar taucht man nie wirklich tief in die Gefühlswelten der einzelnen Familienmitglieder ein, aber auch das passt zur Geschichte, die wirklich sehr auf das Verschwinden von Rachel Price und Bels Innenleben fokussiert ist.

Generell bleibt es bis zum Schluss offen, was passiert sein könnte und manche Dinge waren wirklich eine Überraschung für mich. Auch insofern, dass ich manche Dinge etwas weit hergeholt finde. Da hätte man aus dem Ende wesentlich mehr herausholen können. Wenn man länger darüber nachdenkt, ist das meiste allerdings logisch nachvollziehbar.
Auch die Idee mit dem Filmteam und der Doku, die die gesamte Geschichte umrahmen, ist wirklich mal was anderes. Und da muss man sagen, ist die Umsetzung gelungen.

Insgesamt muss ich aber sagen, dass mich die Geschichte nicht ganz abholen konnte, weil es dafür einfach an viele Stellen für mich zu langwierig war. Schade eigentlich. So wird dieses Buch fürs Erste mein erstes und einziges Buch von Holly Jackson bleiben.

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Veröffentlicht am 12.09.2024

Realistisch

Blue Sisters
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"Blue Sisters" von Coco Mellors ist ein Buch, das besonders durch die realistische Beziehung der Schwestern Avery, Bonnie, Lucky und Nicky besticht. Es ist ein Buch, das nicht immer einfach zu lesen ist, ...

"Blue Sisters" von Coco Mellors ist ein Buch, das besonders durch die realistische Beziehung der Schwestern Avery, Bonnie, Lucky und Nicky besticht. Es ist ein Buch, das nicht immer einfach zu lesen ist, weil es so viel Wahrheit beinhaltet, dennoch etwas hat, das süchtig macht.

Angefangen beim Schreibstil, der die Emotionen und Gefühle unfassbar gut widerspiegelt und tiefe Einblicke zu lässt. So ist es ein leichtes, in die doch manchmal komplizierteren Charaktere hineinzuschauen, und sie zu verstehen. Aber auch die Übersetzung von Lisa Kögeböhn ist einfach gut. Man merkt beim lesen definitiv nicht, dass es sich um eine Übersetzung handelt. Man fliegt durch die Seiten und nimmt alles mit was man bekommen kann.

So haben mir besonders Bonnies Kapitel gefallen, eben weil sie vor Energie gesprüht haben und mann von ihr immer immer mehr gelernt hat. Die starke Bonnie offenbart sich im Buch immer weiter. Auch ihre Beziehung zu gewissen Nebenprotagonisten haben mir gefallen. Die Differenzen und andere Probleme wurden eindrücklich zur schau gestellt. Dazu die Dialoge, die die ganze Geschichte noch lebendiger machen, eben weil sie so authentisch und oft super nah an der Realität sind. Aber auch Avery und Lucky haben mich mit ihren Geschichten fesseln können, obwohl ich mit Lucky zu beginn so meine Schwierigkeiten hatte. Das macht die Geschichte aus. Die Unterschiede. Die Streitereien. Einfach alles.

Schlussendlich bleibt mir nur zu sagen, dass dieses Buch definitiv eine Empfehlung ist. Eine Empfehlung für alle, die die unterschiedlichen Dynamiken von Schwestern untereinander kennenlernen möchten. Oder für die, die sich nach einem realistischen Buch sehnen. Und ja: "Eine Schwester ist keine Freundin."

Ich habe lange kein Buch mehr so geliebt wie dieses.

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Veröffentlicht am 06.09.2024

Berührend und mitreißend

Alles, was ich geben kann – The Last Letter
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Kann Rebecca Yarros auch noch Bücher schreiben, die mich emotional nicht so sehr mitnehmen? Ich glaube nicht, denn „Alles was ich geben kann,“, hat mein Herz zerrissen und in mühsamer Arbeit wieder zusammengefügt. ...

Kann Rebecca Yarros auch noch Bücher schreiben, die mich emotional nicht so sehr mitnehmen? Ich glaube nicht, denn „Alles was ich geben kann,“, hat mein Herz zerrissen und in mühsamer Arbeit wieder zusammengefügt. Es ist ein Buch über Krankheit, den Tod, Gefühle jeglicher Art und natürlich die Liebe. Eine klassische Lovestory findet man hier definitiv nicht vor.

Mit Ella und Beckett hat Yarros zwei Protagonisten geschrieben, die so unterschiedlich wirken und doch Gemeinsamkeiten haben. Von Seite zu Seite lernt man sie besser kennen und lernt so viel über ihre Geschichte. Dazu kommen die Briefe zu Beginn eines jeden Kapitels, die noch tiefere Einblicke in ihre echten rauen Emotionen geben. Es ist spürbar, wie sie immer weiter zusammenwachsen und sich verändern.
Doch das wahre Highlight sind Ellas Kinder Colt und Maisie, die die Geschichte durch ihre Art ein Stück besser machen und zeigen, wie wichtig Zusammenhalt sein kann. Sie sind mir wirklich ans Herz gewachsen.
Generell passen die Protagonisten einfach in die Geschichte. Es gibt niemanden, der komplett aus dem Muster fällt.

Das liegt aber auch an dem Schreibstil, der zwar leicht ist, aber jedes noch so kleine Gefühl bestens rüberbringt. Er macht die Geschichte authentisch und entwickelt einen Bann, dem man sich nur schwer entziehen kann. Im Zusammenhang mit dem Setting kann man nicht anders, als sich ebenfalls in das Solitude zu wünschen.
Dennoch gab es immer wieder kleine Details, die mich gestört haben und die nicht unbedingt hätten sein müssen, aber im Gesamten hat mir das Buch wirklich gut gefallen.

Am liebsten würde ich noch so viel mehr schreiben, aber dann würde ich anfangen zu spoilern, deshalb empfehle ich diese Geschichte eben allen, die bereit sind, sich das Herz zerreißen zu lassen.

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Veröffentlicht am 20.08.2024

Mord und Spice

Hunting Angel 1
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„Hunting Angel - Ich werde dich jagen“ von J. S. Wonda bietet gelungene Abwechslung von crime Elementen zusammen mit Spice. Im Fokus dieser Reihe steht Ly, den man vielleicht schon aus Catching Beauty ...

„Hunting Angel - Ich werde dich jagen“ von J. S. Wonda bietet gelungene Abwechslung von crime Elementen zusammen mit Spice. Im Fokus dieser Reihe steht Ly, den man vielleicht schon aus Catching Beauty kennt. Neben ihm trifft man auf Eden. Eine Protagonistin, die weiß, was sie will. Genaueres will ich hier nicht verraten.

Das Zusammenspiel der beiden sorgt im gesamten Buch für ordentlich Zündstoff und die Dialoge sind nicht ohne. Insgesamt wird durch und durch für gute Unterhaltung gesorgt.
Mit den wechselnden Perspektiven bekommt man zudem einen guten Einblick in die jeweiligen Gefühlswelten. Generell passt der Schreibstil einfach zu den Protagonisten und es macht wirklich Spaß die Geschichte zu verfolgen.
Dennoch wurde mir Lys Misstrauen und Verhalten manchmal too much, hat in gewisser Hinsicht aber auch seine Charakterzüge gut unterstrichen.
Manche Handlungen waren für mich auch nur schwer nachvollziehbar. An den Stellen habe ich mich des Öfteren gefragt, ob es unbedingt so sein muss.

Nichtsdestotrotz hat mich die Story wirklich gut unterhalten. Auch dass sich die gesamte Geschichte nur über ein paar Tage erstreckt fällt kaum auf, da so viel passiert und man denkt, dass Wochen vorübergezogen sein müssen. Und das Ende? Ein absolut mieser Cliffhanger, der dazu führt, dass Band zwei unbedingt gelesen werden muss.

Insgesamt ist das Buch eine Empfehlung für alle, die nicht vor Protagonisten zurückschrecken, die keinen Skrupel besitzen und einfach mal abschalten wollen.

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Veröffentlicht am 16.08.2024

Ein schwedischer Sommer

Mittsommercamp zum Verlieben
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Im „Mittsommercamp zum Verlieben“ von Michaela Metzner ist der Titel Programm. Zumindest was die Protagonisten im Buch angeht. Wir begleiten Bea nach Schweden, treffen dort auf den grummeligen Camp-Leiter ...

Im „Mittsommercamp zum Verlieben“ von Michaela Metzner ist der Titel Programm. Zumindest was die Protagonisten im Buch angeht. Wir begleiten Bea nach Schweden, treffen dort auf den grummeligen Camp-Leiter Ed und erleben mit den Jugendlichen im Camp einen interessanten Sommer. Die Geschichte begeistert vor allem durch das Setting, das Lust auf einen Urlaub an abgelegeneren Orten in Schweden macht. Zwar wird sich vieler Klischees bedient, die hier aber gut in die Geschichte passen.

Auch der Schreibstil überzeugt durch seine Einfachheit, sodass man gut durch die Seiten kommt. Allerdings fehlten mir an manchen Stellen die Emotionen und Gefühle, was aber auch daran liegen kann, dass die Handlung generell sehr sprunghaft ist. Es gibt viele kurze Szenen und dann geht es weiter. Mal ist man hier, mal da. Tiefe? Habe ich vergeblich gesucht - dabei hat es sich an so vielen Stellen angeboten die Szenen ausführlicher zu gestalten. Besonders an diesem Punkt wurde viel Potential liegen gelassen und so hat mir immer etwas gefehlt.

Mit Bea wurde eine Hauptprotagonistin gewählt, die eine interessante Geschichte zu bieten hat, aber oftmals sehr unsicher auftritt und sich oft von der Meinung anderer beeinflussen lässt. Dennoch erlebt man, wie sie sich weiterentwickelt, auch wenn ihr Handlungen immer wieder etwas naiv sind. Ed dagegen ist ein klassischer Fall von „harte Schale weicher Kern“, den man durch die Kapitel aus seiner Sicht langsam lieben lernt. Doch die wahren Stars in diesem Buch sind die Nebenprotagonisten, die die Geschichte wirklich bereichern und interessant machen. Immer wieder überzeugen sie mit ihrer Art und sorgen für Freude am Lesen.

Schlussendlich bleibt es dabei, dass mir die Geschichte viel zu sprunghaft war und man kaum in einer Szene, einem Moment, ankommen konnte, weil im Nächsten Abschnitt schon eine Woche vergangen war. Insgesamt ist es aber eine nette Geschichte, die man lesen kann, wenn man wirklich eine leichte Lektüre haben möchte.

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