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Veröffentlicht am 22.12.2021

Schicksale starker Frauen im Berlin der 20er Jahre

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein großer Rausch
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Berlin 1922:

Eigentlich wollte Polizeiärztin Magda Fuchs freudig ins neue Jahr starten. Doch plötzlich erfährt sie mitten auf der Tanzfläche, dass sich ein Verbrechen ereignet hat. Die junge Doris wurde ...

Berlin 1922:

Eigentlich wollte Polizeiärztin Magda Fuchs freudig ins neue Jahr starten. Doch plötzlich erfährt sie mitten auf der Tanzfläche, dass sich ein Verbrechen ereignet hat. Die junge Doris wurde mit einem Messer im Bauch niedergestochen. Nur niemand hat den Täter gesehen. Wird sie das Attentat überleben? Schnell wird klar, dass das nur der Anfang war - schon wenig später wird einer Prostituierte gefunden, die die gleichen Verletzungen aufweist. Hier scheint ein Serientäter sein Unwesen zu treiben. Magda Fuchs und Kommissar Kuno Mehring beginnen mit den Ermittlungen. Neben ihrer Arbeit bei der Polizei hat Magda aber auch den Schritt gewagt, ihre eigene gynäkologische Praxis in Charlottenbuch zu eröffnen. Der Spagat zwischen den zwei Jobs ist gar nicht so leicht. Aber auch das Schicksal von Celia wird in diesem Band mehr erläutert. Nach dem Tod ihres Ehemannes beginnt sie endlich ihr lang ersehntes Medizinstudium. Wird sie jetzt endlich glücklicher mit ihrem Leben?

Eine gelungene Fortsetzung - und ein nahtloser Übergang der beiden Teile. Grad dies hat mir sehr gut gefallen, dass man sofort wieder mittendrin im Geschehen von Magda und Berlin im Umbruch ist. Keine großen Jahressprünge liegen dazwischen. Ich mag Romane, die in dieser historischen Zeit spielen und da es sich hier auch noch um meine Heimatstadt Berlin handelt, konnte ich mich noch mehr in diese Geschichte vertiefen, da ich viele Schauplätze kenne. Das der Kriminalfall etwas in den Hinterhalt gerät, hat mich keineswegs gestört. Im Gegenteil, die Leben der Frauen haben mich vielmehr gefesselt und leider flog man nur so durch die Seiten, bis man zum Schluss mit einem Cliffhanger zurückgelassen wird und Frühjahr 2022 kaum abwarten kann.

Das Autorenpärchen "Helene Sommer" schafft es einfach, mit ihrer guten Recherchearbeit zu brisanten Themen der damaligen Zeit (hier in diesem Fall die ungewollten Schwangerschaften und den Stellenwert der Frau) den Leser zu fesseln. Ich bin ein absoluter Fan geworden!

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Veröffentlicht am 22.12.2021

Ungeklärter Mordfall trifft auf ganz viel Erotik

Mord im Sündenpfuhl - Heiße und feuchte Ermittlungen | Erotischer Roman
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Oberkommissar Westphal wird zu einem neuen Fall gerufen - der Herr Gerd von Gratzfeld ist tot. Und alles deutet darauf hin, dass er nicht eines natürlichen Todes gestorben ist. Schnell wird Westphal klar, ...

Oberkommissar Westphal wird zu einem neuen Fall gerufen - der Herr Gerd von Gratzfeld ist tot. Und alles deutet darauf hin, dass er nicht eines natürlichen Todes gestorben ist. Schnell wird Westphal klar, dass die Gegend, in dem der Ermordete gewohnt hat, alles andere als eine normale Nachbarschaft ist. Bei seinen Ermittlungen steht er plötzlich vor leicht bekleideten Personen, befindet sich mitten in einem Swingerclub oder aber beobachtet durchs Fenster heiße Sexpraktiken. Langsam fängt er an, Gefallen an dem Mordfall zu finden und vergisst in der ein oder anderen Minute, dass er eigentlich einen Mörder finden muss und genießt die Freizügigkeit der zu befragenden Zeugen. Und in seinem Sex-Rausch bemerkt er gar nicht, dass auch er beobachtet wird. Schafft er es, den Täter zu finden oder wird er selbst bald das nächste Opfer?

Diesen "Kriminalfall" muss man einfach lesen. Neben Ermittlungsarbeit trifft man in jedem Kapitel auf heiße Sexszenen - sündig beschrieben, ist für jeden was dabei. Ob der Sex zwischen dem Ehepärchen, dass seit Jahren verheiratet ist - oder aber die Befriedigung eines homosexuellen Pärchens. Man selbst fühlt sich als Voyeur, so detailliert sind die Szenen geschildert. Und während man sich beim Lesen seiner Lust hingibt, vergisst man trotzdem nicht, dass man immer noch nebenbei wissen möchte, wer der Täter war. Super tolle Mischung zwischen zwei so unterschiedlichen Genres. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 06.12.2021

Von einer Literaturstudentin zur Hauptfigur eines Romans

Imaginate
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Eigentlich wollte die junge Literaturstudentin Raizel nur in Ruhe ihre Hausarbeit in der Bibliothek schreiben, als sie von einer Sekunde auf die andere in einer anderen Welt landet. Im Baldenreich - eine ...

Eigentlich wollte die junge Literaturstudentin Raizel nur in Ruhe ihre Hausarbeit in der Bibliothek schreiben, als sie von einer Sekunde auf die andere in einer anderen Welt landet. Im Baldenreich - eine ihr noch unbekannte Welt. Aber schnell wird klar, dass dessen Bewohner sie zu kennen scheinen. Denn Raizel ist die Hauptfigur in der Romanreihe "Imaginate" eines unbekannten Autors. Schon mehr als 60 Bücher und allerhand Merchandiseartikel existieren von ihr. Nur warum ausgerechnet sie? Eine alte Prophezeiung besagt, dass der Frieden im Baldenreich schon bald beendet sei und Raizel keine unwichtige Rolle dabei spielt. Gemeinsam mit ihren neuen Freunden macht sich das junge Mädchen auf die Suche - nicht nur, wie sie wieder in ihre reale Welt zurückkommt, sondern auch, wer der geheimnisvolle Autor der Romanreihe ist.

Der Klappentext von "Imaginate" hatte mich damals neugierig gemacht - normalerweise bin ich nicht so der Fantasy-Leser, aber wenn ein Buch aus diesem Genre mich anspringt, dann tauche ich auch gerne einmal in eine andere Welt ein. So war ich gespannt, was mich bei diesem Roman erwartet, fand ich die Idee, dass ein junges Mädchen plötzlich zur Hauptfigur in einer Buchreihe wird, echt spannend. Auch die Andeutung mit viel Witz und Humor ließen mich die ersten Seiten noch voller Vorfreude lesen. Leider muss ich sagen, dass mich dieses Buch leider gar nicht fesseln konnte. Die Charaktere waren nett beschrieben, nur leider fehlte mir die Tiefe bzw. hab ich oft vergessen, zu wem diese Person jetzt gehörte bzw. was ihre Aufgabe in diesem Roman sein soll. Viele unterschiedliche Handlungsstränge, bei denen ich mich oft gefragt habe, ob die alle noch irgendwie zusammenwachsen. Zum Ende hin habe ich die Seiten nur noch überflogen, weil ich doch wissen wollte, wie es im Baldenreich endet. Der Schreibstil war zwar angenehm zu lesen, auch die Parallelen zu unserer Welt oder aber die Verbindung zu Personen oder Gepflogenheiten aus unserem realen Leben waren sehr lustig zu lesen. Die Baldensprache, eine Mischung aus Altertum und Gossenslang, fand ich sehr lustig und hat mich keinesfalls gestört. Trotzdem hätte ich mir irgendwie mehr Tiefgang gewünscht, wo doch der Klappentext so vielversprechend klingt. Trotzdem vielen Dank an die Autorin, dass ich ihr Werk lesen durfte und die Mühe, die sie sich mit ihrem Buch gegeben hat - großes Respekt, wenn es auch nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat.

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Veröffentlicht am 12.11.2021

Ab ins Berliner Nachtleben

Der weiße Panther (Lemke-von Stain-Serie 2)
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Eigentlich wollte der Kriminalassistent Fred Lemke nach seinem letzten gelösten Mordfall nicht kurze Zeit später wieder eine Leiche präsentiert bekommen. Aber Berlin schläft nicht. Schon gar nicht in den ...

Eigentlich wollte der Kriminalassistent Fred Lemke nach seinem letzten gelösten Mordfall nicht kurze Zeit später wieder eine Leiche präsentiert bekommen. Aber Berlin schläft nicht. Schon gar nicht in den späten 50er Jahren. Ob in der Eierschale getanzt wird oder in Harry's Ballroom bis zum Morgengrauen gefeiert wird ... da stört auch so ein Mordfall nicht, der sich vor den Türen abspielt. Der Barmixer Gottfried Sargast, der bei Harry Renner, einer der schillerndsten Clubbesitzer zur damaligen Zeit, angestellt ist, wird nach Dienstschluss aus kurzer Distanz mit einer Armbrust getötet. Niemand will etwas gesehen und mitbekommen haben. Aber für das Ermittlerduo Lemke und von Stain ist schnell klar, dass es kein Zufall gewesen sein kann, dass genau dieser Mann getötet wurde. Und je tiefer sie in den Mordfall hinabtauchen, desto mehr Menschen und Organisationen interessieren sich für den Fall. Ein spannender Fall, gespickt mit den Ereignissen aus Ost- und Westberlin der damaligen Zeit.

Dies ist der 2.Fall für Kriminalassistent Fred Lemke und Sonderermittlerin Ellen von Stain. Wunderbar recherchierter Kriminalroman, dem es an nichts fehlt. Ein Mix zwischen Ermittlungsarbeit und privaten Dingen lassen die Seiten nur so an einem vorbeiziehen. Auch grad die historischen Hintergrundinformationen, was zur damaligen Zeit im getrennten Berlin passiert ist, haben mich als Leser umso neugieriger gemacht bzw. habe ich noch was gelernt, ohne das es irgendwann zu langatmig dargestellt wurde. Im Gegenteil - zwischenzeitlich haben mich die privaten Angelegenheiten der Protagonisten mehr interessiert, als der eigentliche Mordfall :) Ich hoffe so sehr, dass wir in Zukunft noch mehr Mordfälle mit den beiden Hauptfiguren aufklären dürfen. Denn nicht nur Ellen von Stain wird immer sympathischer - auch die Nebenfiguren wie Kommissar Leibnitz, Imbissbesitzerin Riese oder der Hr.Moosbacher sind mir ans Herz gewachsen.

Wer auf historische Kriminalromane im alten Berlin steht, ist hier genau richtig! Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 29.10.2021

Manchmal kann ein Augenblick dein ganzes Leben verändern!

Auf Zehenspitzen am Abgrund entlang
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Eigentlich wollte Hazel die Einladung auf die Vernissage des berühmten New Yorker Künstlers Sora dazu nutzen, endlich ihr Talent als freie Journalistin unter Beweis zu stellen. An der Seite ihrer besten ...

Eigentlich wollte Hazel die Einladung auf die Vernissage des berühmten New Yorker Künstlers Sora dazu nutzen, endlich ihr Talent als freie Journalistin unter Beweis zu stellen. An der Seite ihrer besten Freundin Maddie würde sie diesen Abend meistern - ist sie doch genau das Gegenteil von Maddie. Während diese das Rampenlicht liebt, lebt Hazel eher zurückgezogen in ihrem Einzimmerappartement. Nur leider wird dieser Abend Hazel's komplettes Leben auf den Kopf stellen. Nach einem unglücklichen Zwischenfall mit dem sexiest man alive Liam Harris, Schauspieler mit Oscar und Bodyguard, ändert sich alles. Hazel steht plötzlich auf Titelseiten und Paparazzi's lauern vor ihrer Tür! Dabei wollte sie in New York doch anonym bleiben - denn sie weiß, dass jemand aus ihrer Vergangenheit immer noch auf sie wartet! Hat sie die Kraft und Stärke, sich dieser zu stellen?

Stephanie Weis hat mit "Auf Zehenspitzen am Abgrund entlang" einen neuen spannenden Roman geschaffen, der nicht nur eine Liebesgeschichte beinhaltet, sondern auch, wie man seine Kindheit verarbeitet bzw. das heikle Thema Kindesmissbrauch. Die Autorin schafft es mit ihrer wundervollen Erzählweise und Schreibstil, all dies miteinander zu verbinden, ohne das es an einer Stelle überhand nimmt und man als Leser gelangweilt ist. Im Gegenteil, ich hatte beim Lesen zwischenzeitlich Gänsehaut und was fassungslos über die Schilderungen des Missbrauchs. Die wechselnde Erzählperspektive zwischen Gegenwart und die Rückblicke in die Vergangenheit machen deutlich, was Hazel alles durchleiden musste. Auch das Thema Freundschaft wird hier sehr groß geschrieben - und es zeigt, was wichtig im Leben ist bzw. das man mit Hilfe alle Hürden meistern kann. Einzig das Setting fand ich am Anfang etwas zu klischeehaft - dachte "graue Maus trifft auf erfolgreichen Schauspieler in New York und verliebt sich" ... aber Pustekuchen ... es kommt anders, als man denkt :) Hazel's Geschichte geht ans Herz! Danke liebe Stephanie, dass du in deinen Geschichten immer Themen behandelst, die oft in Vergessenheit geraten bzw. hinter vorgehaltener Hand besprochen werden!

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