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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.06.2024

Nicht alles ist okay

Im Prinzip ist alles okay
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'In Prinzip ist alles okay'...da ist die Grundessenz des Romans von der Autorin Yasmin Polat 'eigentlich' schon im Titel enthalten.
Es muss alles okay sein, alle denken es ist okay, es darf nicht nicht ...

'In Prinzip ist alles okay'...da ist die Grundessenz des Romans von der Autorin Yasmin Polat 'eigentlich' schon im Titel enthalten.
Es muss alles okay sein, alle denken es ist okay, es darf nicht nicht okay sein...
Miryam Topal schlägt sich genau damit rum. Ihr wird suggeriert, mal mehr mal weniger direkt, das Sie sich nicht so anstellen soll. Die Traumatische Kindheit vergessen, noch besser vergeben. Den brutalen und übergriffigen Ex Freund, die toxische Ehe mit einem notorischen Lügner. Miryam ist nun schließlich mittlerweile schon dreißig Jahre alt und Mutter. Blöd nur wenn zu allen anderen schweren Päckchen, den Selbstzweifeln, der früheren Depression jetzt auch noch eine postnatale Depression dazukommt.
Ein Roman der beim lesen weh tut und unterschiedliche Gefühle in einem weckt.
Ich muss zugeben das ich Miri hin und wieder auch echt nervig fand und dann wiederum total mit ihr gelitten habe.
Wie schwer es ist wenn von einem erwartet wird gefälligst glücklich zu sein oder wenigstens zufrieden. Aber jeder Augenblick fällt schwer und Tage kann man nur durchstehen, indem man sie einteilt und Schritt für Schritt 'abarbeitet'. Aber sicher auch nicht einfach mit jemanden zusammen zu leben der diese Probleme hat. Das wurde recht gut dargestellt, wobei Miris Partner nun nicht gerade das Paradebeispiel eines Ehemanns ist.
Ich mochte dieses Buch wirklich gerne lesen und vorallem das Ende fand ich sehr gelungen.
Wer also Lust auf ein forderndes Lesevergnügen hat, sollte gerne zu 'Im Prinzip ist alles okay' greifen.

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Veröffentlicht am 02.06.2024

(S)experiment

Experienced. Die Liebe bietet unbegrenzte Möglichkeiten
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Passend zum #Pride Month habe ich meinen ersten queeren Roman beendet und bin ganz zufrieden damit.
Im gesamten hätte 'Experienced' von Kate Young ruhig ein paar Seiten kürzer und damit etwas knackiger ...

Passend zum #Pride Month habe ich meinen ersten queeren Roman beendet und bin ganz zufrieden damit.
Im gesamten hätte 'Experienced' von Kate Young ruhig ein paar Seiten kürzer und damit etwas knackiger daher kommen dürfen, aber okay.
Inhaltlich dreht es sich größtenteils um Bette die erst kürzlich ihr Coming Out hatte und paradoxerweise ist es ihre aktuelle erste Partnerin Mei die ihr daraus einen Strick dreht und Bette quasi dazu drängt sich erstmal auszuprobieren um nach 3 Monaten Beziehungspause wieder in Meis Arme fallen zu dürfen.
Bette stürzt sich widerwillig ins Dating(App)Abenteuer und tut wie ihr aufgetragen. Da es einfach nicht so ihr Ding ist, findet sie gleich beim ersten Versuch kein sexuelles Abenteuer, aber in Ruth eine richtig gute Freundin und Beraterin für ihr weiteres vorgehen in dieser Sache.
Dieses Ultimatum von Mei fand ich total doof und konnte auch nicht verstehen wie sich Bette einfach darauf einlassen konnte. Etwas naiv kam Bette allerdings im gesamten Buch rüber, aber auch sehr symphatisch. Eh mochte ich alle Personen recht gerne und könnte mir einen fröhlichen Abend mit dieser bunte Mischung richtig gut vorstellen.
Schön war auch diese ehrliche Sprache, gerade auch im Bezug auf schwitzen, weibliche Oberschenkel etc. Mich hat tatsächlich etwas das häufig genutzte f..... Wort irritiert, weil es manchmal einfach auch im Zusammenhang so derb rüber kam. Es gab schon einige spicy Szenen, aber die waren schon ganz nett beschrieben...außer diese Sache mit dem Schlüsselbein...Das meist erwähnteste Körperteile in diesem Buch. Ich war mir meines eigenen Schlüsselbeines vorher nie so bewusst wie beim lesen dieses Romans
und musste tatsächlich erstmal im Spiegel gucken gehen...joar, hab auch eins😉.
Also mein schlussendliches Fazit ist das ich eine gute Lesezeit hatte, durch das Buch geflogen bin und gespannt war was als nächstes passieren würde. Trotz der zwischenzeitlichen Längen mochte ich dieses Buch gerne und kann es als netten, unaufgeregten Sommer-Beziehungs-Roman für zwischendurch empfehlen.

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Veröffentlicht am 31.05.2024

Schuhe aus!

Migrantenmutti
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Auch wenn die Autorin Elina Penner im Vorwort von 'Migrantenmutti' noch drauf hinweist das es fürs schnell lesen keinen Preis gibt, konnte ich trotzdem nicht anders und habe es an einem Tag weginhaliert. ...

Auch wenn die Autorin Elina Penner im Vorwort von 'Migrantenmutti' noch drauf hinweist das es fürs schnell lesen keinen Preis gibt, konnte ich trotzdem nicht anders und habe es an einem Tag weginhaliert. Feiertag sei Dank.
Der Titel und das Cover des Buches sind natürlich gleichermaßen provokant wie auch witzig. Eine Mischung die ich gerne mag und die sich auch im Buch genau so fortsetzt.
Es war schon einiges dabei was mich beim lesen kurz hat stoppen lassen und ich meine eigene Meinung dazu hinterfragt habe, wie ich reagiert hätte oder wie es bei mir war ( ich bin keine Migrantenmutti ). Bei manchen Äußerungen über die Kindheit der Nicht-Migranten habe ich die Stirn gerunzelt und mich kurz auf den Schlips getreten gefühlt. Ich kann nicht alles unterschreiben, absolut nicht. In anderen Beschreibungen wiederum habe auch ich mich erkannt und ertappt gefühlt. Find ich gut mal aus der Komfortzone gezogen zu werden.
Ich mochte den lockeren Erzählstil der Autorin sehr und musste einige mal schmunzeln.
Meinen Favoriten muss ich zitieren, da hab ich echt gelacht.
Es geht um die Einschulung und das ganze teure Zeug was man haben muss/sollte/nicht sollte...wer weiß das schon. Teure handgearbeitete Schultüte vs. billiger Schultüte:
"Ich zögere. Kann ich eine Schultüte für einen Euro kaufen? Geht das? Verliert dann eine Öko-Elfe in Berlin-Mitte ihre Flügel?"
Könnte ich mich wegschmeißen 😂.
Nicht alle Aussagen des Buches mochte ich persönlich gerne lesen und ich denke mit Migrationshintergrund liest es sich noch besser.
Ich denke hier sollte sich jeder seine eigenes Bild von machen.

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Veröffentlicht am 29.05.2024

Keine falsche Scham bitte

Sorry not sorry
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Mit 'Sorry not Sorry' spricht Anika Landsteiner viele Momente der Scham an. Der weibliche Scham, der unbegründeten Scham. Wie gut es doch tut zu lesen das es anderen Frauen oft ähnlich geht und wie wichtig ...

Mit 'Sorry not Sorry' spricht Anika Landsteiner viele Momente der Scham an. Der weibliche Scham, der unbegründeten Scham. Wie gut es doch tut zu lesen das es anderen Frauen oft ähnlich geht und wie wichtig es ist uns immer wieder vor Augen zu führen das wir uns nicht ständig für alles mögliche und unmögliche schämen sollten. Das Buch hat ein bisschen die Aufgabe einer guten Freundin übernommen die einem sagt:" Ist doch nicht schlimm. Du bist wundervoll so wie du bist. Völlig normal. Es ist nicht Deine Schuld".
Wenn man hin und wieder in die feministische Literatur eintaucht und sich damit beschäftigt ist einem natürlich nicht alles komplett neu, aber trotz dessen kann einiges nicht oft genug erwähnt werden.
Einige Aspekte haben aber doch rausgestochen. Zum Beispiel auf das unglaublich häufige weibliche Schamempfinden einzugehen, das Thema Trash- und Reality TV und vorallem das Thema Endometriose und Schwangerschaftsabbruch. Schön finde ich wie persönlich die Autorin uns das alles erzählt. Das macht vieles um einiges greifbarer.
So gerne wie ich die letzten zwei Romane von Anika Landsteiner gelesen habe, so gerne möchte ich Euch ihr neustes (Sach)buch ans Herz legen.
Es liest sich wirklich gut, ist nicht trocken geschrieben, spricht vieles offen an und wartet mit einigen Facts auf die man wissen sollte. Hoffentlich erreicht es ganz viele Menschen.

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Veröffentlicht am 20.05.2024

Schatten der Vergangenheit

Windstärke 17
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'Windstärke 17' von der Autorin Caroline Wahl ist die Fortsetzung ihres Debütromans '22 Bahnen' und ich würde schon empfehlen es auch in dieser Reihenfolge zu lesen, einfach um die Charaktere besser kennenzulernen. ...

'Windstärke 17' von der Autorin Caroline Wahl ist die Fortsetzung ihres Debütromans '22 Bahnen' und ich würde schon empfehlen es auch in dieser Reihenfolge zu lesen, einfach um die Charaktere besser kennenzulernen.
In '22 Bahnen' ist Ida noch klein und es geht größtenteils um ihre große Schwester Tilda und die alkoholkranke Mutter und nun in 'Windstärke 17' haben wir einen ziemlichen Zeitsprung gemacht und Ida ist erwachsen. Sie hat schwer mit den Folgen ihrer Kindheit zu kämpfen und flieht auf die Insel Rügen. Dort weht das Schicksal Ida zu Knut und Marianne und das ist das beste was ihr passieren konnte.
Ich habe mich sehr auf 'Windstärke 17' gefreut und bin durch die Seiten geflogen.
Oft habe ich in Rezensionen gelesen das dieses Buch besser ist als '22 Bahnen' und das empfinde ich nicht so.
Ida ist durch ihre innere Zerrissenheit, welche absolut verständlich ist, etwas anstrengend und ihre Aktionen und Reaktionen sind doch einige Male recht überzogen.
Bei Knut und Marianne hatte ich diese Blitzverliebtheit die ich im ersten Teil bei Tilda und Ida hatte und das mochte ich gerne.
Ich bin jetzt vielleicht nicht sooo euphorisch wie beim Debütroman von der Autorin, aber vielleicht liegt das auch bissl daran das mir der vierte Teil vom Thema her etwas schwer gefallen ist zu lesen und es generell recht viele Wiederholungen gab von Idas Taten, Gedanken und Aussagen.
Ansonsten mag ich den ehrlichen und ungekünstelten Schreibstil sehr gerne, hatte auf jeden Fall eine gute Lesezeit und kann diesen Roman mit ruhigen Gewissen empfehlen.

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