Das geht unter die Haut
Was wir wollenMein erstes Buch im neuen Jahr ist zwar ein kleiner SuB-Dümpler gewesen, aber hat mir nun einen so richtig guten Lesestart beschert.
In dem Roman 'Was wir wollen' von Meg Mason wird sehr intensiv und ...
Mein erstes Buch im neuen Jahr ist zwar ein kleiner SuB-Dümpler gewesen, aber hat mir nun einen so richtig guten Lesestart beschert.
In dem Roman 'Was wir wollen' von Meg Mason wird sehr intensiv und gut nachvollziehbar darauf eingegangen wie schwierig und wenig planbar sich ein Leben mit einer psychischen Erkrankung gestaltet.
Trotz des ernsten Themas ist das Buch unterhaltsam geschrieben und ich mochte sehr den Humor der Protagonistin Martha und ihrer Schwester Ingrid, die ich für ihre trockene und doch liebevolle Art sehr gefeiert habe.
Im Grunde mochte ich alle beteiligten Personen gern.
So schwer das Leben Martha mitspielt und ihr einen großen Rucksack voller grauer Gedanken aufläd, soviel Glück hat sie meines erachtens mit ihrer Familie (nicht durchgehend, aber in welchen Familien ist schon alles perfekt) und ihrem Mann.
Nach außen hin könnte man meinen Martha müsse eine zufriedene Frau sein und gerade das wird in dem Roman so gut rüber gebracht.
Alles erscheint okay, aber den im Inneren tobenden Orkan kann niemand sehen, außer die betroffene Person selbst.
Nach einer Eskalation auf Marthas 40sten Geburtstag und der daraus resultierenden Funkstille mit ihrem Ehemann Patrick, ist Martha quasi gezwungen es noch einmal anzugehen und sucht sich psychologische Hilfe.
Was dann folgt ist ein sehr interessanter Abschnitt, gerade auch im Bezug auf ihre Mutter.
Ich kann da leider schwer näher drauf eingehen ohne zu spoilern, aber diesen Teil mochte ich wirklich gerne.
Mir hat das Buch durchweg gut gefallen und mich zu keiner Zeit gelangweilt.
Man kann sich super in die Erzählung hinein versetzen und mit Martha und ihrem Umfeld leiden, lieben und lachen.
Was ich nicht mochte ist das 'unausgesprochene' was im letzten Drittel mit eine Strich gekennzeichnet wird.
Ich hätte es gerne ausgeschrieben gehabt, aber wahrscheinlich ist das ein künstlerisches Stilmittel um uns die Freiheit für eigene Gedanken und Interpretationen zu lassen.
Ansonsten war es rund und wer gerne Romane über den Umgang und das Leben mit mentalen Erkrankungen liest ... Dem kann ich 'Was wir wollen' gerne ans Herz legen.