Wofür das Gehirn gemacht ist und wie es funktioniert
Siebeneinhalb Lektionen über das GehirnDie Psychologie-Professorin Lisa Feldman Barrett gibt in diesem kurzen aber sehr gehaltvollen Buch spannende Einblicke darin, wie unser Gehirn funktioniert, und räumt dabei auch mit einigen Mythen auf. ...
Die Psychologie-Professorin Lisa Feldman Barrett gibt in diesem kurzen aber sehr gehaltvollen Buch spannende Einblicke darin, wie unser Gehirn funktioniert, und räumt dabei auch mit einigen Mythen auf. Etwa mit der in vielen (populär)wissenschaftlichen Veröffentlichungen herumgeisternden Behauptung, dass unser Gehirn in drei Teile („Reptiliengehirn“, für Emotionen zuständiges limbisches System, rationale Großhirnrinde) gegliedert sei, oder der Vorstellung, dass unser Gehirn uns ein getreues Bild der Wirklichkeit liefert.
Ihr Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass das Gehirn nicht „zum Denken“ entwickelt wurde, sondern um einem Organismus das Überleben zu ermöglichen, indem es das Körperbudget managt. Dies muss bei allen Überlegungen zu seiner Funktionsweise stets im Hinterkopf behalten werden. Danach erklärt sie unter anderem, dass es sich bei dem Gehirn tatsächlich (und nicht nur im übertragenen Sinn) um ein Netzwerk handelt, wie es sich verschaltet (und warum es so wichtig ist, dass Babys zugewandte Bezugspersonen haben), wie es Wirklichkeit erschafft oder dass es mehr als eine Art von Geist gibt.
Die Ausführungen sind in einfachen Worten gehalten und Großteils leicht verständlich. Sie bieten viele interessante Einsichten, helfen, die Funktionsweise unseres Gehirns und somit uns selbst und unsere Mitmenschen besser zu verstehen, und regen zum Nachdenken an.
Einziger Kritikpunkt sind die vor allem in den ersten Kapiteln häufigen und häufig längeren Fußnoten, die öfters den Lesefluss stören. Viele der dort enthaltenen Informationen hätten auch gut im normalen Text untergebracht werden können.