Wissenschaftliches und Außerwissenschaftliches
Mehr als nur AtomeDie Physikerin Sabine Hossenfelder beantwortet hier eine Reihe von Fragen aus dem Bereich Physik, die ihrer Meinung nach „normale Menschen“ tatsächlich interessieren. Beispielsweise: Existiert die Vergangenheit ...
Die Physikerin Sabine Hossenfelder beantwortet hier eine Reihe von Fragen aus dem Bereich Physik, die ihrer Meinung nach „normale Menschen“ tatsächlich interessieren. Beispielsweise: Existiert die Vergangenheit im Jetzt? Sind wir nicht mehr als ein Haufen Atome? Hat die Wissenschaft den freien Willen unmöglich gemacht? Können wir ein Universum erschaffen?
Schon diese Auswahl zeigt, dass sie eher Randbereiche der Wissenschaft auslotet.
Dabei unterscheidet sie immer genau zwischen Fakten, die sich tatsächlich aus etablierten (und auf Beobachtungsdaten gestützten) Theorie herleiten lassen, und Außerwissenschaftlichem, für das es keinerlei Hinweise in der Wirklichkeit gibt bzw das wir nicht benötigen, um irgendwelche Beobachtungen zu erklären. Zu letzterem gehört ihrer Meinung nach beispielsweise sowohl der Glaube an einen Schöpfergott als auch die Idee des Multiversums. Was darauf hinausläuft, dass so manche der Hypothesen, die heutzutage von Physikern aufgestellt werden, um beispielsweise die Anfänge des Universums oder die genauen Werte für die Naturkonstanten zu erklären, eher in den Bereich der Religion als der Wissenschaft gehören.
Insgesamt ist dies eine anspruchsvolle, aber alles in allem lohnende Lektüre. Es werden einige Vorgehensweisen des aktuellen Wissenschaftsbetriebs hinterfragt und manche allzu spekulativen Äußerungen in die richtige Beziehung gesetzt. Faszinierend auch, dass viele auf den ersten Blick weit hergeholte Überlegungen zumindest mit unserem heutigen Wissensstand vereinbar wären. (Was natürlich noch lange nicht heißt, dass sie richtig sind.)
Ich habe jedoch den Eindruck, dass die Autorin manche Kritik nur um der Kritik Willen übt bzw sich zu sehr in ihrer Rolle als Kritikerin gefällt. Es ist schließlich immer leichter, die Arbeit der Kollegen schlecht zu machen anstatt eigene Beiträge zu leisten.