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Veröffentlicht am 09.08.2025

Aus dem Facebook-Auftritt der Stadt-Wien-Büchereien

Den Titel hab ich leider vergessen
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Dieses Büchlein versammelt Facebook-Postings der Stadt-Wien-Büchereien – damit sie, wie die Autorin meint, auch die Zielgruppe der Unter-40jährigen erreichen.
So finden sich hier Großteils Zwei- bis Sechs-Zeiler ...

Dieses Büchlein versammelt Facebook-Postings der Stadt-Wien-Büchereien – damit sie, wie die Autorin meint, auch die Zielgruppe der Unter-40jährigen erreichen.
So finden sich hier Großteils Zwei- bis Sechs-Zeiler zu Themen rund um Bücher(eien), ihre Mitarbeiter und Kunden. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus amüsanten Begebenheiten aus dem Alltag in einer Bücherei (einschließlich ungewöhnlicher Nutzeranfragen und sonstiger Herausforderungen, denen sich die Mitarbeiter gegenübersehen) und allgemeinen Betrachtungen, unter anderem auch zu Home Office und Corona. Dass mancher Witz auf Kosten eines (mit den Abläufen in einer Bibliothek offensichtlich noch nicht vertrauten) Nutzers geht, halte ich allerdings für entbehrlich.
Außerdem finde ich den Preis etwas überhöht, angesichts der Tatsache, dass die lediglich 120 Seiten nur Beiträge enthalten, die auch schon an anderer Stelle veröffentlicht wurden. (Obwohl mich persönlich dieser Kritikpunkt nicht betrifft. Denn ich hatte mir das Buch in 3einer Bibliothek ausgeliehen 😉 )

Veröffentlicht am 09.08.2025

Stadtportrait, dem zu wenig Leben eingehaucht wird

Die sieben Todsünden
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Das Bologna des Jahres 1576 ist eine reiche Stadt mit zahlreichen Schattenseiten. Mitten drin Pater Matteo, der Priester der kleinen Kirche Chiesa di San Simone. Die Beichten, die er in dieser Eigenschaft ...

Das Bologna des Jahres 1576 ist eine reiche Stadt mit zahlreichen Schattenseiten. Mitten drin Pater Matteo, der Priester der kleinen Kirche Chiesa di San Simone. Die Beichten, die er in dieser Eigenschaft zu hören bekommt, verlangen ihm einiges ab und stellen immer wieder seine Menschenkenntnis und sein Gottvertrauen auf die Probe.
Daneben hat er auch mit gesundheitlichen Problemen und Geldsorgen zu kämpfen.

Die Grundidee dieses Romans, Leben und Treiben in einer Stadt der frühen Neuzeit anhand von Beichtgesprächen zu portraitieren, ist ganz originell. Die sieben Todsünden fungieren dabei als Kapitelüberschriften, wobei der Inhalt jedoch nicht immer 100%ig zum Titel passt.
Die auftretenden Personen decken ein breites Spektrum an Gesellschaftsschichten und Charakteren ab, vom wohlhabenden Seidenkaufmann bis hin zum Bettler, vom kleinen Sünder, der seine Verfehlungen zutiefst bedauert, bis zum mit der Todesstrafe belegten Mörder, der bis zuletzt keine Reue zeigt. Dass die Beurteilung des Schweregrades mancher Sünden nicht mit der heutigen Sichtweise übereinstimmt, trägt ebenfalls zur historischen Authentizität bei.

Ich hatte jedoch Schwierigkeiten, richtig in die Geschichte hineinzufinden. Der Erzählstil ist zu abstrakt, es werden kaum Gefühle transportiert. Selbst Matteo als Hauptfigur blieb mir daher fremd. Immerhin muss man ihm zugute halten, dass er Menschlichkeit über religiösen Eifer stellt.
Auch ist Bologna als Schauplatz zu wenig präsent, der Roman könnte eigentlich in jeder beliebigen Stadt spielen.

Insgesamt konnte mich das Buch daher nicht begeistern, was angesichts des interessanten Ansatzes schade ist.

Veröffentlicht am 09.08.2025

Unterhaltsame Einführung in die Welt der Kunst

Kann ich das auch?
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Der Kulturjournalist und Kunstkritiker Kolja Reichert möchte mit diesem Buch der breiten Bevölkerung unter anderem nahebringen, woran man ein Kunstwerk erkennt, was gute von schlechten Kunstwerken unterscheidet, ...

Der Kulturjournalist und Kunstkritiker Kolja Reichert möchte mit diesem Buch der breiten Bevölkerung unter anderem nahebringen, woran man ein Kunstwerk erkennt, was gute von schlechten Kunstwerken unterscheidet, wie subjektiv Kunst tatsächlich ist, ob und wie man mit Kunst reich werden kann – und warum das Alles relevant ist.
Er tut dies auf unterhaltsame, bisweilen etwas polemische Weise. Denn der Autor hat durchaus strikte Ansichten darüber, was und wie Kunst ist bzw sein soll. Er scheut auch nicht davor zurück, Kritik zu üben, sowohl an so manchen Gegebenheiten in der heutigen Kunstszene als auch an der öffentlichen Darstellung und Wahrnehmung von Kunst.
Bei all dem ist seine große Begeisterung für sein Thema aber immer deutlich spürbar, was es auch leichter macht, über einige überhebliche Aussagen hinwegzusehen.
Leuten, die sich bisher wenig mit Kunst befasst haben, wird so ein amüsanter Einblick in eine fremde Welt geboten. Zumindest ich konnte daraus einiges mitnehmen, beispielsweise eine Anleitung, was man in einem Museum tun soll, oder eine „Checkliste“, anhand derer man ein gutes Kunstwerk erkennen kann.
Nebenbei bemerkt hat der Autor auch eine kreative Lösung für das Gendern gefunden.
Schade nur, dass er sich auf bildende Kunst beschränkt. Musik, Literatur oder darstellende Kunst werden kaum erwähnt. Aber das hätte vielleicht auch zu weit geführt.

Veröffentlicht am 09.08.2025

Hübsches Bilderbuch

Vom Allergrößten bis zum Allerkleinsten
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Ich finde solches Heraus- bzw Hinein-Zoomen über mehrere Größenordnungen hinweg immer wieder faszinierend. Deshalb hat mir auch dieses Buch gefallen.
Harald Lesch unternimmt hier zunächst eine Reise von ...

Ich finde solches Heraus- bzw Hinein-Zoomen über mehrere Größenordnungen hinweg immer wieder faszinierend. Deshalb hat mir auch dieses Buch gefallen.
Harald Lesch unternimmt hier zunächst eine Reise von der Erde in die Weiten des Universums und gelangt vom Sonnensystem über die Milchstraße und die Lokale Gruppe bis zur kosmischen Hintergrundstrahlung. Anschließend betrachtet er die Welt des Allerkleinsten, von Zellen über Moleküle und Elementarteilchen bis zu den Plank-Einheiten, den kleinsten sinnvollen Einheiten zur Beschreibung des Kosmos.
Auf nur 120 Seiten können die hinter den gut ausgewählten und schön anzusehenden Bildern stehenden Konzepte natürlich nicht besonders ausführlich erläutert werden. Die Erklärungen bleiben an der Oberfläche und sind bisweilen (zu) stark vereinfacht. Ich konnte daher nichts wirklich Neues dazulernen.
Außerdem sind manche Aussagen übertrieben pathetisch formuliert: Beispiel: „Wir Menschen stehen genau zwischen dem Allergrößten und dem Allerkleinsten.“ Die 0 liegt nicht annähernd „genau zwischen“ 10 hoch 26 und 10 hoch -35!
Vor allem für den Einstieg in die Materie, aber auch als unterhaltsame Lektüre für zwischendurch ist dieses Werk dennoch empfehlenswert.

Veröffentlicht am 20.03.2024

Ergreifend und dicht

Wir sitzen im Dickicht und weinen
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Valerie ist alleinerziehende Mutter des 16-jährigen Tobi, mit dessen Wunsch, sich abzunabeln sie schwer zurecht kommt. Das Verhältnis zu ihrer eigenen Mutter Christina ist aus gutem Grund angespannt. Doch ...

Valerie ist alleinerziehende Mutter des 16-jährigen Tobi, mit dessen Wunsch, sich abzunabeln sie schwer zurecht kommt. Das Verhältnis zu ihrer eigenen Mutter Christina ist aus gutem Grund angespannt. Doch als diese an Krebs erkrankt, sieht Valerie sich dennoch gezwungen, sich um sie zu kümmern.
Aber Valerie und Christina agieren gewissermaßen nicht im luftleeren Raum. In Rückblicken werden immer wieder Schlaglichter auf die Lebenswege von Valeries Großmüttern geworfen, durch welche auch die Schicksale ihrer Töchter und Enkelinnen beeinflusst wurden.

Es ist interessant zu beobachten, wie sich die Vergangenheit auf die Gegenwart auswirkt, wie manche Themen sich durch die Generationen durchziehen, während andererseits auch jede Protagonistin mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen hat. Es geht dabei um die Stellung der Frau in der Gesellschaft, vor allem aber um die Schwierigkeiten der Mutterschaft.
Letztlich hat hier niemand eine perfekte Mutter, was natürlich die Frage aufwirft, ob es eine solche überhaupt geben kann. Allerdings ist keine der hier auftretenden, in ihren Einstellungen und ihrem Verhalten gegenüber ihren Kindern so unterschiedlichen Mutterfiguren wirklich „böse“, jede hat sympathische und weniger sympathische Eigenschaften und bei jeder konnte ich zumindest ein Stück weit nachvollziehen, warum sie so geworden ist wie sie ist.

Die Handlung ist dicht mit relativ kurzen Kapiteln. Auf insgesamt nur 200 Seiten kommt sehr viel Inhalt zusammen.
Mir war dies jedoch ein bisschen zu viel. Die Geschichte hätte mindestens die doppelte Seitenzahl benötigt, um sich richtig entfalten zu können und alle Handlungsstränge so gründlich auszuleuchten, wie sie es verdient hätten. Außerdem wären bei den in der Vergangenheit spielenden Episoden öfters konkretere Zeitangaben/ Jahreszahlen hilfreich gewesen, um die Ereignisse besser einordnen zu können.

Alles in allem dennoch eine ergreifende Lektüre, die zum Nachdenken anregt und länger nachwirkt. Es kann sich wohl jede Leserin (und sicher auch so mancher Leser) in der einen oder anderen Situation bzw in dem einen oder anderen Konflikt wiederfinden.

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