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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.07.2025

Postlagernde Briefe für dich

Neuanfang in Notting Hill
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Ich wollte das Buch aus mehreren Gründen lesen. Zum einen fand ich schon das Cover sehr entzückend, dann fand ich den Klappentext mit dem Austausch zwischen den Generationen sehr nett. Auch die Leseprobe ...

Ich wollte das Buch aus mehreren Gründen lesen. Zum einen fand ich schon das Cover sehr entzückend, dann fand ich den Klappentext mit dem Austausch zwischen den Generationen sehr nett. Auch die Leseprobe hat mich überzeugt, und last but not least bin ich in 4 Wochen da, wo diese Geschichte spielt. Mein Hotel ist in unmittelbarer Nähe zur Notting Hill Gate.

Ich habe mich also aus mehreren Gründen auf das Lesen gefreut, und ich muss sagen ich wurde auch nicht enttäuscht. Im Mittelpunkt stand für mich ganz klar die neue Freundschaft zwischen Jess und Joan, und wie beide voneinander profitieren und den Lebenstil der jeweils anderen ein bisschen imitieren.

Die Geschichte rund um die Rettung des Kinos fand ich ebenso 'spannend', wobei es an echter Spannung doch etwas fehlte. Erst danach kamen dann die jeweiligen Liebesgeschichten der zwei für mich. Wobei mich die Briefromanze zwischen CineGirl und Mr PO Box eindeutig mehr in den Bann gezogen hat als die von Joany und ihrem Joseph. Die blieb irgendwie mehr distanziert und hat mich nicht so gepackt. Bei der Flirterei zwischen ersteren haben natürlich auch die Referenzen zu "Email für dich" einen positiven Effekt auf mich gehabt.

Insgesamt jedoch ein sehr schöner Chick-Lit-Roman über Freundschaften, übers ausgiebige Kennenlernen vor dem ersten Date, über Entschleunigung, über Neuanfänge und über einen wunderbaren Stadtteil von London.
Kann ich mir auch sehr gut als Film vorstellen!!

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Edie & Elliot versuchen es doch noch einmal

Und plötzlich ist es wunderbar
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Ich mag diese Autorin sehr (auch wenn ich mir nie merken kann, wie man ihren Vornamen nun richtig ausspricht) und habe schon viele Bücher von ihr gelesen. Zum ersten Mal aber hat sie nun eine Fortsetzung ...

Ich mag diese Autorin sehr (auch wenn ich mir nie merken kann, wie man ihren Vornamen nun richtig ausspricht) und habe schon viele Bücher von ihr gelesen. Zum ersten Mal aber hat sie nun eine Fortsetzung zu einem ihrer Romane geschrieben, nämlich zu "Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt". Wir treffen also Edie wieder, und überraschenderweise auch Elliot Owen, den Schauspieler aus Nottingham der über Nacht ein kleiner Superstar wurde, weshalb leider auch aus der beginnenden Romanze mit Edie nichts wurde.

Nun steht er aber wieder vor ihrer Tür und bittet um eine zweite Chance. Die Rahmenbedingungen haben sich allerdings nicht geändert: sie wohnen immer noch auf unterschiedlichen Seiten des Atlantiks, er ist immer noch ein begehrter Schauspieler und seine privatesten Dinge finden ihren Weg in die Boulevardmedien, sie ist immer noch unsicher wieso er so ein normales Mädel wie sie möchte wo er doch jede haben könnte.

Ich denke man sollte bei diesem Buch möglichst den ersten Band auch gelesen haben, ansonsten hat man wahrscheinlich immer wenn es um die "Background"-Story von Edie geht ein paar Fragezeichen im Kopf. Die Sache von vor einem Jahr wird zwar immer wieder erwähnt, aber nicht zur Gänze erklärt.

Mein Kritikpunkt an diesem Buch ist einzig, dass bei den Szenen zwischen Edie und Elliot gefühlt immer wieder ähnliche Diskussionen stattfinden, das fand ich dann im letzten Drittel des Buches schon etwas langatmig. Statt ihren ewig gleichen Gesprächen zu folgen hätte ich lieber was erlebt mit den beiden, ein paar süße Dates oder so etwas. Dafür hat mich dann das Ende doch ein bisschen überrascht, das hatte ich zu dem Zeitpunkt dann schon gar nicht mehr in der Form erwartet.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Tolles Jugendbuch über Liebe & Freundschaft

Das Leben fing im Sommer an
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Meine Erwartungen an das Buch, nachdem ich den Klappentext schnell mal überflogen hatte: der spätere Fussball-Weltmeister Christoph Kramer erzählt hier vom Sommer 2006, in dem er 15 Jahre alt war und mit ...

Meine Erwartungen an das Buch, nachdem ich den Klappentext schnell mal überflogen hatte: der spätere Fussball-Weltmeister Christoph Kramer erzählt hier vom Sommer 2006, in dem er 15 Jahre alt war und mit seinen Freunden die Ferien im Freibad verbringt, das Sommermärchen und die Reise seiner Fussballhelden verfolgt und auch schon mal nach den Mädchen schielt.

Doch das Buch war dann doch ganz anders. Zuerst einmal: Fußball kommt eher nur am Rande vor. Es wird erwähnt, dass die Hauptfigur Christoph Kramer Fußball spielt (übrigens, laut Disclaimer zu Beginn des Buches sind alle Personen sowie die Handlung frei erfunden, die Namensgleichheit und andere Parallelen zum Autor sind also reeeeeiiiiin zufällig zwinker zwinker). Aber hauptsächlich dreht es sich um die erste große Liebe und all die Gefühle, die damit verbunden sind. Im positiven wie im negativen Sinne. In zweiter Linie geht es auch noch um Freundschaft, und ich fand es total toll, dass die Freunde von Chris ihn 100% unterstützen und nicht auslachen wenn er von seinem Schwarm erzählt. Das ist ja nicht selten ganz anders in dieser Altersklasse.

Im letzten Drittel des Buches hab ich mich dann ein bisschen gefühlt als ob ich einen Roman von John Green lese, und das ist ein Kompliment im positiven Sinne. Ich habe mich so ein bisschen an "Margos Spuren" erinnert gefühlt.

Insgesamt begleiten wir Chris nur für 48h, also leider nicht den ganzen Sommer. Doch diese 48 Stunden waren sehr einschneidend und auch wegweisend für ihn. Ein kurzer Epilog kommt dann noch, und vor allem das Nachwort ist sehr lesenswert und wichtig um ein vollständiges Bild der Geschichte zu kriegen.

Ich für meinen Teil war sehr zufrieden mit dem Ende, und überhaupt mit dem ganzen Buch. Auch überrascht, wie toll Christoph Kramer tatsächlich schreiben und beschreiben kann. Als Fussballprofi kenn ich ihn tatsächlich nur wegen der Auswechslung im Finalspiel 2014, als TV-Experte habe ich ihn aber schon mehrfach gesehen und da war er sehr sympathisch und kompetent. Also er kann auch mit Worten umgehen!

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Veröffentlicht am 01.06.2025

2 zum Preis von 1

Great Big Beautiful Life
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Man erhält hier zwei Romane zum Preis von einem. Denn sowohl die Memoiren von Margaret Ives, die wir häppchenweise erzählt bekommen, als auch das Geschehen im Hier und Jetzt rund um Alice und Hayden (aber ...

Man erhält hier zwei Romane zum Preis von einem. Denn sowohl die Memoiren von Margaret Ives, die wir häppchenweise erzählt bekommen, als auch das Geschehen im Hier und Jetzt rund um Alice und Hayden (aber ausschließlich aus der Perspektive von Alice erzählt) ist für sich genommen eine komplette Geschichte.

Interessierter war ich persönlich ja an der zweiteren Geschichte: wie geht es Alice, wird sie den Job bekommen, was passiert in ihrem Privatleben, wie entwickelt sich die Sache mit Hayden, was für ein Verhältnis hat sie zu ihrer Mutter...
Bei der von Margaret Ives erzählten Geschichte hatte ich anfangs doch einige Probleme, mir die vielen Namen der Familienmitglieder zu merken und vor allem in welcher Generation wir uns gerade befinden und in welcher Beziehung die ganzen Leute zueinander stehen. Da ich das Buch als Hörbuch gehört hab, konnte ich auch nicht mal schnell zurückblättern und Seiten nochmal überfliegen um diese Informationen aufzufrischen, sondern musste mehrmals Kapitel suchen und nochmals anhören.
Interessanter wurde es dann aber, als es schließlich um Margaret selbst ging und nicht mehr um ihre Vorfahren. Da kamen dann auch Parallelen zum Buch "Die sieben Männer der Evelyn Hugo" auf, aber nur von den formalen Gegebenheiten her (eine alte Dame der High Society gibt ein Interview über ihr aufregendes Leben). Ihre Lebenswege selbst waren doch deutlich anders, und zum anderen fand ich bei "Evelyn Hugo" war der Fokus auch ganz eindeutig auf dem Leben der Titelfigur, während ich bei diesem Buch von Emily Henry den Fokus stärker bei der jungen Journalistin Alice gesehen habe.

Abgesehen von der Schwierigkeit, dass man eben nicht mal kurz zurückblättern kann, fand ich das Buch als Hörbuch aber sehr gut. Vor allem weil auch die Sprecherin ihre Sache sehr gut machte und den Charakteren individuelle Stimmen verpasste. Wieso allerdings die männliche Hauptrolle Hayden - wie öfter mal bei weiblichen Sprecherinnen - so klingt wie ein raubeiniger Bad Boy klingen muss, weiß ich nicht. Das ist er nämlich gar nicht.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Ensembledrama, Thriller, Biografie - Alles in einem

Vorsehung
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Auf dem Buchumschlag steht ganz groß die Frage: Was würdest du tun, wenn du wüsstest, wann und wie du sterben wirst?

Meine erste Reaktion, als im Buch die "Todesdame" im Flieger von Reihe zu Reihe geht ...

Auf dem Buchumschlag steht ganz groß die Frage: Was würdest du tun, wenn du wüsstest, wann und wie du sterben wirst?

Meine erste Reaktion, als im Buch die "Todesdame" im Flieger von Reihe zu Reihe geht und ihre Prophezeiungen den Passagieren mitteilt war: oh bitte nicht, bitte sag es nicht, ich würde das nicht wissen wollen.
Andererseits: was ist, wenn das 'Schicksal' vielleicht nicht in Stein gemeißelt ist, sondern man dadurch die Chance erhält, noch etwas zu ändern oder zu beeinflussen?

Und das ist eben auch genau die Frage, die sich der Leser/Leserin im Verlauf der Lektüre stellt, klarerweise ganz besonders bei den Personen, denen ein recht baldiger Tod vorausgesagt wurde. Diese begleiten wir in den Monaten nach dem Flug, in unregelmäßigen Abständen und durchaus auch in unterschiedlich hoher Intensität. Dadurch lernt man einige Personen natürlich auch etwas besser kennen, aber ich muss sagen dass ich wirklich mit jedem "mitgefiebert" habe und hoffte, dass die Prophezeiung nicht wahr wird. Oder wird sie sich erst recht dadurch erfüllen, dass man eben um seine Lebenserwartung und Todesursache nun weiß und dieses um jeden Preis vermeiden möchte?

Am häufigsten aber sind die Kapitel über die "Todesdame" selbst, die mir tatsächlich anfangs am wenigsten interessant erschien. Wo ich viel lieber weiter über Passagier X oder Y gelesen hätte, kam immer wieder ein Kapitel über Cherry, die hier praktisch ihre gesamte Lebensgeschichte erzählt. Und mit der Zeit ist sie mir dann doch auch ans Herz gewachsen und ich fand sie ebenso interessant wie die restlichen Figuren.

Dass Liane Moriarty großartige Romane mit außergewöhnlichen Themen und einem hervorragend gezeichneten Figurenensemble schreiben kann, weiß ich schon länger. Vor knapp 20 Jahren hat mich ihr Roman "Drei Wünsche frei" bereits begeistert, später kamen noch "Truly Madly Guilty", "Big Little Lies" und "Nine Perfect Strangers" hinzu. Die "Vorsehung" reiht sich hier perfekt ein, das Buch ist genauso spannend wie ein Thriller, es ist gleichzeitig aber auch die Lebensgeschichte der eigentlich recht unscheinbaren aber dann doch wieder sehr bemerkenswerten Cherry sowie ein Zeugnis dessen, wie Menschen auf eine derartig erschütternde Vorhersage reagieren.

P.S. Eine Verfilmung als Mini-Serie kann ich mir auch bei diesen Buch SEHR gut vorstellen!

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