Platzhalter für Profilbild

Kate_nte

Lesejury Profi
offline

Kate_nte ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kate_nte über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.09.2024

Buch mit Suchtfaktor

Höllenkalt
0

Eine junge Frau, Ísafold, verschwindet spurlos und ihre Schwester Áróra, die in London als Ermittlerin für Wirtschaftskriminalität arbeitet, reist widerwillig nach Island, um nach ihr zu suchen. Obwohl ...

Eine junge Frau, Ísafold, verschwindet spurlos und ihre Schwester Áróra, die in London als Ermittlerin für Wirtschaftskriminalität arbeitet, reist widerwillig nach Island, um nach ihr zu suchen. Obwohl Áróra wenig Kontakt zu ihrer Familie hat, folgt sie der Bitte ihrer Mutter und begibt sich nach Reykjavík. Dort muss sie feststellen, dass ihre Schwester tatsächlich verschwunden ist. Áróra konfrontiert den gewalttätigen Freund von Ísafold und spricht mit den Nachbarn, die sich alle bedeckt halten. Die Situation bleibt rätselhaft, und Áróra bittet schließlich den Polizisten Daníel um Unterstützung. Während ihrer intensiven Suche wird sie nicht nur mit der Entfremdung von ihrer Schwester, sondern auch mit den dunklen Abgründen der Menschheit konfrontiert.

"Höllenkalt" ist der erste Teil einer spannenden Trilogie von Lilja Sigurdardóttir.

Ein Buch mit Suchtfaktor, zumindest für mich.

Die Autorin schafft es, eine packende Atmosphäre zu kreieren, die von der ersten bis zur letzten Seite anhält. Die Schilderungen der isländischen Schauplätze sind perfekt gewählt.

Áróra ist sehr sympathisch. Harte Schale weicher Kern und bringt sich das ein oder andere Mal in Schwierigkeiten. Aber sie lässt sich keinesfalls einschüchtern oder unterkriegen. Frauenpower pur. Auch in ihrem Liebesleben geht es turbulent zu. Aber auch hier ist das Privatleben perfekt mit den eigentlichen Geschehnissen abgestimmt.

Die Geschichte wird mit viel Tempo erzählt. Unnötige Längen gibt es nicht. Die kurzen Kapitel tragen zu einem schnellen Lesefluss bei.

Ein gelungener Auftakt der Lust auf mehr macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2024

tiefe Einblicke in den Tourismus Südtirols

Gier ist ein Luder
0

In Südtirol bringt ein Hotelier aus Trafoi den Tourismus durcheinander. Parallel wird eine männliche Leiche in einem Hotel gefunden. Beide kannten sich wohl. Commissario Francesca Giardi muss herausfinden, ...

In Südtirol bringt ein Hotelier aus Trafoi den Tourismus durcheinander. Parallel wird eine männliche Leiche in einem Hotel gefunden. Beide kannten sich wohl. Commissario Francesca Giardi muss herausfinden, wie die beiden miteinander verbunden waren. Die Ermittlungen führen Commissario Francesca Giardi und Vicequestore Fabio Fameo durch ein Netz aus Betrug, Korruption, Verrat und Gier.

Wer hier einen actionreichen Krimi erwartet, ist leider falsch. Spannend ist es allemal und ermittelt wird auch. Allerdings geht es in diesem Buch vornehmlich um den Tourismus in Südtirol. Sehr kritisch wird er in dieser Geschichte beäugt. Aber auch die dunklen Seiten der menschlicher Gier und Macht wird beleuchtet. Außerdem lernt man sehr viel über die Region. Dennoch war es für mich dann doch zu wenig Krimi und zu viel sozialkritisches zum Thema Tourismus. Nichtsdestotrotz gibt es von mir vier Sterne. Das Buch regt zum Nachdenken an und hält dem Leser/Urlauber einen Spiegel vor. Auch wenn man andere Urlaubsregionen bevorzugt, so lässt sich die Thematik auch auf andere Urlaubsländer ummünzen. Und irgendwie war dann die Geschichte doch spannend.

Kurze Kapitel und ein angenehmer Schreibstil, sowie tolle Settings tragen zu einem guten Lesefluss bei. Allerdings gilt es verschiedene Handlungsstränge gleich von Beginn an zu überblicken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2024

zwiespältiges Ende

Der Familiensammler (Thriller)
0

Die Ermittler Emma Bajetzky und Alex Kuper werden zu einem Tatort gerufen. Eine junge Mutter mit aufgeschnittener Kehle und einem rätselhaften Kärtchen neben sich. Ihre Kinder und ihr Ehemann sind verschwunden. ...

Die Ermittler Emma Bajetzky und Alex Kuper werden zu einem Tatort gerufen. Eine junge Mutter mit aufgeschnittener Kehle und einem rätselhaften Kärtchen neben sich. Ihre Kinder und ihr Ehemann sind verschwunden. Kurz darauf wird eine zweite Mutter auf ähnliche Weise ermordet. Die Ermittler vermuten einen Serienkiller, der bereits neue Opfer im Visier hat.

Im Prolog geht es schon gleich richtig los. Ich mag es wenn man bereits von Anfang an miträtseln und spekulieren kann. Weitere Pluspunkte die mir hier gefallen: die detaillierten Beschreibungen, die kurzen Kapitel und die Perspektivwechsel insbesondere die Kapitel aus Tätersicht. Die Geschichte entwickelt sich schnell und die Spannung bleibt kontinuierlich erhalten.

Es gibt viele Verdächtige und alle haben etwas zu verbergen. Die Ermittler ergänzen sich gut und stellen die richtigen Fragen. Hinweisen werden nachgegangen, Alibis werden hinterfragt und werden auf Herz und Nieren geprüft. Außerdem werden die Verdächtigen richtig in die Mangel genommen. Leider ist das nicht in jedem Buch so.

Auch wenn ich bei der ersten Begegnung mit dem Täter schon den richtigen Riecher hatte, war die Entwicklung des Falles doch spannend. Vor allem das Warum. Außerdem gab es noch weitere Entwicklungen, die so nicht unbedingt zu erwarten waren. Das Ende lässt mich zwiegespalten zurück. Der eine Teil ist gut so wie er ist, den anderen Teil mag ich eigentlich so nicht. Aber wer weiß ob es in späteren Bänden nochmal aufgegriffen wird. Ich hoffe doch, denn jeder soll seine gerechte Strafe erhalten.

Das Buch hat mir gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.07.2024

totale Verwirrung

Totenhändler
0

Ein Totengräber entdeckt beim Grabaushub eine in eine Plane gewickelte Frauenleiche. Bei der Obduktion findet man eine Münze mit dem Symbol des Baphomet und der Zahl 666. Jana Brinkhorst und ihr Team erkennen ...

Ein Totengräber entdeckt beim Grabaushub eine in eine Plane gewickelte Frauenleiche. Bei der Obduktion findet man eine Münze mit dem Symbol des Baphomet und der Zahl 666. Jana Brinkhorst und ihr Team erkennen diese Münze von einem ungelösten Mordfall vor acht Jahren. Ein Verdächtiger wird schnell gefunden, aber die Ermittlungen enthüllen komplexe Intrigen und weitere Opfer, wodurch die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen.

Ohne große Einleitung startet die Geschichte und man ist sofort mittendrin. Durch die kurzen Kapitel und einer Spannung die schon von Beginn an da ist, lässt das Buch sich sehr flott lesen.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Sehr interessant sind hier die Einblicke aus Tätersicht.

Das eingespielte Ermittlerteam ist sehr harmonisch und arbeitet sehr gut zusammen. Sie kommen mit solider Ermittlungsarbeit dem Täter immer näher. Wobei es hier mehrere Ermittlungsansätze gibt, die eine verzwickte Angelegenheit darstellen. Auch als Leser wirft man mit jedem neuen Hinweis und mit jedem weiteren gelesenen Kapitel seine Theorie wieder über den Haufen. Es passiert so viel auf wenigen Seiten und es macht Spaß mit zu rätseln.

Das Buch zeichnet sich durch eine spannende Handlung aus und wirft gleichzeitig kritische Fragen zu ethischen Grenzen und menschlicher Gier auf.

Es war auf jeden Fall spannend bis zum Schluss und vor allem undurchsichtig. Das hat mir sehr gut gefallen. Aber solche Enden, wo nicht immer alles glatt läuft (so beschreibe ich das jetzt mal ohne groß zu spoilern) lassen mich immer ein bisschen unbefriedigt zurück. Nichtsdestotrotz ein super Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2024

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

Schweigende Freunde
0

Eine junge Frau verschwindet vor 11 Jahren spurlos, nachdem sie mit ihrem Freund eine Party mit Freunden verlassen hat. Der Freund wurde am nächsten Tag tot aufgefunden, der Täter jedoch nie gefasst.

Nun ...

Eine junge Frau verschwindet vor 11 Jahren spurlos, nachdem sie mit ihrem Freund eine Party mit Freunden verlassen hat. Der Freund wurde am nächsten Tag tot aufgefunden, der Täter jedoch nie gefasst.

Nun wurde die Leiche einer Frau am Ufer der Harburger Außenmühle entdeckt. Die Polizei ist ratlos. Der Journalist Steffen Baumann erkennt die Tote als die vor elf Jahren verschwundene Frau. Trotz eines öffentlichen Aufrufs schweigen die damaligen Freunde. Baumann wittert eine große Story und begibt sich auf die Spur eines gefährlichen Serienmörders. Ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt.

Der Einstieg gelingt durch die kurzen Kapitel und die Perspektivwechsel gut. Durch die Zeitsprünge wird die Geschichte sehr lebhaft.

Zu Beginn gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen den Parteien, Polizei und Journalisten, eher schwierig. Keiner hat Verständnis für den anderen. Der Journalist ist meiner Meinung nach zeitweise etwas übergriffig. Im Verlauf reißen sich alle Beteiligten ein wenig zusammen und "ermitteln" gemeinsam. Wobei ich immer noch der Meinung bin, dass das die Aufgabe der Polizei ist. Aber so ist die Geschichte. Sonst hätten wir ja kein Buch vorliegen. Darauf muss man sich einlassen.

Die Ermittlungsarbeit der Polizei finde ich auch eher lasch. Für meinen Geschmack werden die Alibis weder richtig auf Herz und Nieren geprüft noch werden sie hinterfragt. Die Vernehmungen sind auch nach zwei, drei laschen Fragen schon vorbei. Dennoch können Ermittlungsergebnisse erzielt werden.

Irgendwann traut man jedem alles zu. Es ist sehr beeindruckend wie viele Verdächtige und Motive hier zusammenkommen. Man denkt man hat eine Spur und kurz darauf tut sich die nächste Spur auf. Sehr verwirrend im positiven Sinne. Es macht Spaß mit zu rätseln. Es gibt sehr viele Verdächtige und irgendwann habe ich tatsächlich dann aber den Überblick verloren.

Das Privatleben der Hauptfiguren ist gut in Geschichte integriert. Das hat mir gut gefallen.

Wie alles schlussendlich zusammen gepasst hat, hat mich überrascht. Es war alles nachvollziehbar und alle Fragen wurden beantwortet. Nur ein kleiner Hinweis warum der Täter so geworden ist wie er ist, wär schön gewesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere