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Katjuschka

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2019

Kleiner Weihnachtsbuchladen Teil 3

Der kleine Weihnachtsbuchladen am Meer
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Im dritten Teil von Frieke und ihrem kleinen Buchladen am Meer geht es um Friekes Schwangerschaft, ihrem Wunsch zu heiraten, um ihre Freundinnen und natürlich um Bücher. Das ganze angesiedelt in der Weihnachtszeit!

Der ...

Im dritten Teil von Frieke und ihrem kleinen Buchladen am Meer geht es um Friekes Schwangerschaft, ihrem Wunsch zu heiraten, um ihre Freundinnen und natürlich um Bücher. Das ganze angesiedelt in der Weihnachtszeit!

Der Schreibstil ist wieder leicht und locker, dazu dem weihnachtlichen Thema angepasst auch noch romantischer als in den Vorgängern.

Leider fand ich die ganze Handlung extrem vorhersehbar. Und die Protagonisten agierten für meinen Geschmack zu sehr auf Niveau "Heile Welt". Probleme oder Streß wurden nur minimal angekratzt, Potential für Spannung war vorhanden, wurde aber komplett verschenkt.

Meiner Meinung nach hat die Geschichte zu viel Zuckerguss und ist eher etwas für Fans der Reihe. Aus vorweihnschtlicher Stimmung heraus gebe ich 3 Sterne, obwohl die Handlung sehr platt ist und eigentlich nur 2 von mir verdient hätte...

Veröffentlicht am 18.11.2019

Kaffee im Blut

Der Duft der weiten Welt
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Die Schwestern Mina und Agnes sind nach dem Tod der Mutter zusammen mit ihrem Vater Karl Deharde, einem mit Kaffee handelten Kaufmann, zur eher strengen Oma in deren Villa gezogen. Auch wenn Mina, wie ...

Die Schwestern Mina und Agnes sind nach dem Tod der Mutter zusammen mit ihrem Vater Karl Deharde, einem mit Kaffee handelten Kaufmann, zur eher strengen Oma in deren Villa gezogen. Auch wenn Mina, wie ihr Vater meint, "Kaffee im Blut" hat, wird sie später nicht das Kaffeekontor leiten, denn sie ist ja nur ein Mädchen! Aber Mina ist ehrgeizig und hartnäckig. So geht sie dann doch irgendwann regelmäßig mit dem Vater ins Kontor um alles über Kaffee und den Kaffeehandel zu lernen. Dort trifft sie auf den Gesellen Edo, der ist bald ein sehr guter Freund wird. Oder vielleicht sogar mehr? 
Dann geschehen mehrere Dinge gleichzeitig, die Minas Leben etwas durcheinander bringen: Mina soll in ein Mädchen-Pensionat gehen, Frederik, der Sohn eines alten Freundes von Minas Vater macht sich in Familie und Firma breit und dann wird Vater Karl krank.
Wir wird es mit weitergehen? Kann Mina ihre Pläne verwirklichen oder muss sie sich den gesellschaftlichen Regeln beugen?

Mit "Der Duft der weiten Welt" hat Fenja Lüders eine interessante und stellenweise recht spannende Geschichte geschrieben, die ich allerdings so ähnlich schon kannte.
Die Thematik "Tochter setzt sich in der Mannerwelt durch" ist nicht neu. In der Geschichte um die "Villa in der Elbchaussee" ist es ähnlich. Da handelt der Vater als Hamburger Kaufmann allerdings mit Kakao
Das hier also keine Geschichte mit einer neuen Idee erzählt wird, das fand ich schon ein wenig schade. Davon abgesehen habe ich mich gut unterhalten gefühlt, denn die Protagonisten werden sehr gut beschrieben und man fühlt sich jederzeit in das historische Hamburg versetzt.
Mir hat die Entwicklung der jungen, manchmal ein wenig naiven Mina, zur selbstbewussten jungen Frau sehr gut gefallen. Aber auch die anderen haben, da es sich hier um den ersten Teil einer Reihe handelt, noch sehr viel Potential. Ich bin z.B. schon gespannt wie es mit Agnes, Edo und Heiko weitergehen wird. Und wie ich Frederik einschätzen soll, das weiß ich noch überhaupt nicht.
Das offene Ende gibt jedenfalls genug Raum für Spekulationen....

Veröffentlicht am 09.11.2019

Spuren durch Raum und Zeit

Leas Spuren
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Die deutsche Historikerin Marie und der französische Journalist Nicolas erben zu beider Überraschung von Nicolas Großvater Viktor gemeinsam eine Wohnung in Paris. Aber es gibt eine Voraussetzung um das ...

Die deutsche Historikerin Marie und der französische Journalist Nicolas erben zu beider Überraschung von Nicolas Großvater Viktor gemeinsam eine Wohnung in Paris. Aber es gibt eine Voraussetzung um das Erbe anzutreten: Marie und Nicolas müssen ein bestimmtes, verschollenes Bild des jüdischen Malers Jakob Stern finden und ihm, oder einem potenziellen Erben, aushändigen. Woher kennt Viktor Marie überhaupt? Gibt es eine Verbindung von Viktor und Maries früh verstorbener Großtante Charlotte, die zur Zeit des Krieges in Paris gelebt hatte? Nach holprigem Start machen sich die beiden auf die Suche und entdecken Erstaunliches!

In diesem von Beginn an fesselnden Buch wird zuerst von Marie, Nicolas und ihrer Suche nach dem Bild erzählt. In abwechselnden Kapiteln erfährt man dann aber auch  immer mehr über Viktor und Charlotte, die sich zur Zeit der deutschen Besatzung in Paris kennen und lieben lernen. Langsam tragen Marie und Nicolas immer mehr Fakten zusammen und in beiden kommt der furchtbare Verdacht auf, Viktor und Charlotte könnten etwas mit dem groß angelegten Kunst-Raubzug der Nazis zu tun haben! 

Die ganze Geschichte ist unglaublich spannend und realitätsnah geschrieben. Ich fand besonders die Beschreibungen vom historischen Paris extrem bildhaft und ich hatte quasi durchgängig Kopfkino beim lesen!

Die familiären Verbindungen von Marie zu Charlotte, sowie von Nicolas zu Viktor, schaffen dann irgendwann auch eine emotionale Verbindung von Marie und Nicolas und man hofft auf ein Happy-End für die beiden!

Bei den Protagonisten hat mich sowieso begeistert, dass Marie und Nicolas mit Ü40 endlich einmal die Handlung mit realistischerer Lebenserfahrung tragen als die üblichen Mittzwanziger in ähnlichen Geschichten. 

Und ich fand die Entwicklung der zuerst recht naiven Charlotte und dem schüchternen Viktor bemerkenswert. Die Zeichen der Zeit nicht verleugnend werden sie auf ihre Art und Weise aktiv. 

Die Autorin hat es geschafft historische Ereignisse und reale Personen in die Geschichte zu integrieren und so noch empathischer zu gestalten. Und dadurch fiebert der Leser am Ende auch unglaublich mit, wenn Marie endlich auf eine Spur der Tochter von Jakob Stern zu stoßen scheint.

Ein spannender Aspekt ist auch das Thema Vergangenheitsbewältigung und/oder Verleugnung. Was haben die Eltern/Großeltern zur Zeit des Krieges und der Verfolgung von Juden oder anderen Verfolgten getan? Wer hat wieviel Schuld auf sich geladen? 

"Leas Spuren" ist ein Buch, welches mich mehr als begeistert hat. Die Geschichte hat mich in vielerlei Hinsicht bewegt!

Veröffentlicht am 03.11.2019

Weihnachtlicher Kurzroman mit Norwegen-Flair

Die Kinder des Nordlichts
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Die Freundinnen Marie und Elin haben den gleichen familiären Hintergrund: Ihre Mütter sind "Deutschenkinder". Also Kinder einer Norwegerin und eines Deutschen, gezeugt in Zeiten des Krieges. Und beide ...

Die Freundinnen Marie und Elin haben den gleichen familiären Hintergrund: Ihre Mütter sind "Deutschenkinder". Also Kinder einer Norwegerin und eines Deutschen, gezeugt in Zeiten des Krieges. Und beide hatten eine sehr enge Beziehung zur jeweiligen norwegischen Großmutter. Nachdem diese jetzt verstorben sind beschließen die jungen Frauen in Wiesbaden ein norwegisches Café zu eröffnen. 

Dieser Kurzroman ist eine Art Fortsetzung von "Das Haus der verlorenen Kinder", kann aber auch sehr gut allein gelesen werden. Die Bezüge zum Vorgänger werden gut und nicht aufdringlich erklärt!

Da der Fokus hier auf Weihnachten, Norwegen und Café liegt, sind norwegisches Gepäck und deren Zubereitung immer wieder ein Thema. Die lecker klingenden Rezepte sind im Anhang zu finden!

Der Erzählstil ist dem Thema angepasst eher ruhig und man bekommt richtig Lust auf vorweihnachtliche Kaffeehausbesuche. Da es sich um einen Kurzroman handelt fehlt naturgemäß etwas Tiefgang, aber das war für mich so ja auch zu erwarten. Und natürlich läuft alles, trotz verschiedener kleiner Rückschläge, sehr schnell wieder rund, sämtliche Hindernisse lösen sich in Windeseile in Luft auf. Aber hey, das erwarte ich auch von einer Weihnachtsgeschichte

Alles in allem eine süße kleine Geschichte zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit! 

Veröffentlicht am 31.10.2019

Das Fest der Liebe

Das Strandhaus der kleinen Kostbarkeiten
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Karen ist 51, geschieden und lebt mit ihrer Tochter in Berlin, wo sie sich als Literaturagentin selbstständig gemacht hat. Mit ihrem Leben ist Karen zufrieden. Meistens jedenfalls. Wirklich glücklich ist ...

Karen ist 51, geschieden und lebt mit ihrer Tochter in Berlin, wo sie sich als Literaturagentin selbstständig gemacht hat. Mit ihrem Leben ist Karen zufrieden. Meistens jedenfalls. Wirklich glücklich ist sie nicht!

Wie jedes Jahr fährt Karen an Weihnachten zu ihrem alljährigen "Pflichtbesuch" zu ihrer Mutter nach Husum. Durch einen zuerst nicht näher erläuterten Vorfall aus der Vergangenen ist das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter distanziert, fast unterkühlt.

In Husum angekommen trifft Karen auf ihren Jugendschwarm Bent, der nach einem stressigen Berufsalltag zurück in die alte Heimat gekommen ist. In der "grauen Stadt am Meer" will er ein Restaurant eröffnen! Und da Bent sich ausgerechnet mit Karens Mutter angefreundet hat, sehen die beiden sich regelmäßig. In seinem Beisein sind die Gespräche zwischen Karen und ihrer Mutter jedoch nicht so verkrampft. Und nach und nach beginnt Karen sich langsam zu öffnen. Aber erst ein dramatisches Ereignis bringt die beiden Frauen wieder zueinander!


Jan Steinbach entführt seine Leser(innen) erneut nach Husum. Diesmal spielt die Handlung vor weihnachtlicher Kulisse. Dies macht sich auch im ruhigen Erzählstil bemerkbar. Denn es passiert eigentlich nicht viel. Es geht um Familie, Vergangenheit, Ehrlichkeit und um Verzeihen können. Was vor vielen Jahren vorgefallen ist erfährt man erst recht spät. Aber danach erklärt sich vor allem die oft kühle Art von Karen ihrer Mutter gegenüber. 


Mir hat gefallen, dass es hier mal wieder um Ü50-Protagonisten geht. Menschen, die ihre Erfahrungen gemacht, ihre Kämpfe ausgefochten haben. Wenn auch vielleicht nicht immer siegreich. Die Beschreibung der sich anbahnende Gefühle zwischen Karen und Bent sind daher auch "erwachsen" und realistisch. Das es für die Überwindung der Distanz zwischen Karen und ihrer Mutter so lange gebraucht hat, die jahrzehntelange Sprachlosigkeit für alle Beteiligten schmerzhaft war, wird sehr gut beschrieben und hat mich berührt. 

Das offene Ende mag vielleicht nicht jedem gefallen. Aber alle wichtigen Fragen sind beantwortet. Die Zuversicht auf einen Neuanfang ist deutlich greifbar. Alles weitere bringt die Zeit...