„Wie ein Streichholz im Dunkeln – leise, warm und lange nachhallend“
Solange ein Streichholz brenntIch hab „Solange ein Streichholz brennt“ fast in einem Rutsch gelesen und war überrascht, wie nah es mir kommt. Christian Huber erzählt von Bohm und Alina ohne großes Pathos, aber mit so viel Wärme, dass ...
Ich hab „Solange ein Streichholz brennt“ fast in einem Rutsch gelesen und war überrascht, wie nah es mir kommt. Christian Huber erzählt von Bohm und Alina ohne großes Pathos, aber mit so viel Wärme, dass man sich beim Lesen fast schämt, wie sehr man mit ihnen mitfühlt.
Bohm, der seit fünf Jahren auf der Straße lebt, und Alina, die mit ihrer Dokumentation eigentlich nur ihre Karriere retten will – beide wirken vom ersten Moment an echt. Ich hab mich oft dabei ertappt, dass ich an eigene Begegnungen denken musste, an Menschen, die man nur kurz trifft und die trotzdem nachhallen. Huber schafft genau diese kleinen Momente, und einer davon – das Streichholz-Bild – bleibt bei mir hängen, ganz ohne Kitsch.
Was ich besonders mag: Das Buch ist zärtlich, aber nie rührselig. Die Liebe zwischen Bohm und Alina bekommt keinen dramatischen Rahmen, sie lebt in Blicken und Pausen, und gerade das macht sie stark. Ich bin kein Profi für große Worte, aber dieses Buch hat mich still und zufrieden zurückgelassen – und das passiert selten. Klare Leseempfehlung von mir.