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Veröffentlicht am 26.04.2020

Atmosphärischer Inselroman, der gefangen nimmt

Die Strandvilla
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Die junge Seefahrerwitwe Moiken steht nach dem Tod ihres Mannes mit ihrer Tochter Emma plötzlich ohne Geld und Dach über dem Kopf da. Das Angebot des Hoteliers der Strandvilla, Theodor von Lengenfeldt, ...

Die junge Seefahrerwitwe Moiken steht nach dem Tod ihres Mannes mit ihrer Tochter Emma plötzlich ohne Geld und Dach über dem Kopf da. Das Angebot des Hoteliers der Strandvilla, Theodor von Lengenfeldt, für ihn als Konditorin zu arbeiten, kommt ihr gerade recht. Allerdings träumt dieser nicht nur von ihren süßen Köstlichkeiten, während Moiken in Phantasien von einem Cafe´ in den Dünen schwelgt... Als sie dann auch wieder auf ihre Jugendliebe Boy trifft, ist das Gefühlschaos vorprogram-miert.
Sina Beerwald hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, mich auf das Sylt vor über 100 Jahren hineinzukatapultieren. Der bildhafte Schreibstil hat sofort das Kopfkino in Gang gesetzt, und beim Flanieren inmitten der Sommerfrischler auf dem Wandelgang oder bei einem der vielen Fahrten und Ausflüge über die Insel habe ich die einzigartige Atmosphäre genießen können.
Die Charaktere sind interessant und authentisch; es gibt auch einige schräge Vögel darunter, die aber gut ins Gesamtbild passen. Das Zusammentreffen von fiktiven Personen mit alten Insulanern und Inseloriginalen ist sehr gut gelungen und macht die ganze Geschichte zu etwas Besonderem. Sehr gut gefallen hat mir auch das Nachwort, in dem jede Menge Hinweise zu realen Gebäuden und Personen enthalten sind.
Da es sich bei diesem Band es sich um den 1. Teil einer Reihe handelt bleiben am Ende noch viele Fragen offen. Der 2. Teil ist für das Frühjahr 2021 geplant - ich werde Moikens Lebensweg im Auge behalten.

  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2020

Sommer, Meer und Oma-Kuchen

Dünentraumsommer
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Die junge Witwe Marieke entscheidet sich zugunsten ihres asthmakranken Sohns Emil für einen Umzug aus dem Ruhrgebiet an die Küste nach St. Peter-Ording .
Dort findet sie in ihrem neuen Job als Alltagsbegleiterin ...

Die junge Witwe Marieke entscheidet sich zugunsten ihres asthmakranken Sohns Emil für einen Umzug aus dem Ruhrgebiet an die Küste nach St. Peter-Ording .
Dort findet sie in ihrem neuen Job als Alltagsbegleiterin für ältere Menschen nicht nur eine erfüllende Aufgabe sondern in ihrer Chefin auch bald eine neue Freundin und in deren Sohn einen guten Freund für Emil. Auch Mariekes Wohnungssuche ist schnell von Erfolg gekrönt und ihre neue Vermieterin, Berta Tetens, entpuppt sich als überaus herzlich und begeisterte Ersatz-Oma.
Beide Frauen haben eine Gemeinsamkeit. Jede beginnt auf ihre Weise einen Neuanfang. Marieke will ihre Vergangenheit endlich loslassen können und wieder nach vorne blicken können und Berta möchte ihre selbstgewählte Einsamkeit der letzten Jahre beenden. Es hat Freude gemacht, beide dabei zu begleiten. Insbesondere die Entwicklung des gemeinsamen Projekts, des Backclubs, hat gezeigt, wie schnell Lebensfreude wieder erlangt werden kann. Und das Marieke wieder die ersten zarten Schmetterlinge im Bauch verspürt, hat für mich die Geschichte erst rund gemacht.
Sowohl die Protagonisten als auch die Nebendarsteller sind allesamt sympathische, bodenständige, ganz normale Menschen, in die man sich schnell hineinversetzen konnte und mit denen man gerne seine Zeit verbringt.
Die Ort- und Landschaftsbeschreibungen sind mitunter so detailliert, dass sich sofort eine Urlaubsstimmung einstellt, das Kopfkino in Betrieb setzt und man im Hintegrund das Wellenrauschen und Möwengeschrei hört.
Nur hungrig sollte man das Buch nicht lesen. Es macht unbändigen Appetit auf frisch gebackenen Kuchen!
Für diesen Seelenstreichler gibt es eine ganz klare Empfehlung mit 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 08.04.2020

Rückblick in die Vergangenheit

Schweigende See
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Eine verkohlte Leiche inmitten der idyllischen Sylter Dünenlandschaft bringt nicht nur den sympathischen Ermittler John Benthien in seinem 6. Fall zum Schwitzen. Mit seinem bewährten Team muss er sich ...

Eine verkohlte Leiche inmitten der idyllischen Sylter Dünenlandschaft bringt nicht nur den sympathischen Ermittler John Benthien in seinem 6. Fall zum Schwitzen. Mit seinem bewährten Team muss er sich auf Spuren-, Verdächtigen- und Motivsuche machen, und davon gibt es mehr als genug.
Parallel zu den Ermittlungen verläuft ein weiterer Handlungsstrang in kürzeren Rückblenden in Form von Tagebucheinträgen eines jungen Mädchens in den 60er Jahren. Die Zusammenhänge zu den gegenwärtigen Ereignissen werden im Laufe der Geschichte sichtbar, und nach und nach fügen sich immer mehr Puzzleteilchen zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.
Der Spannungsbogen wird langsam aufgebaut und hält sich beständig bis zum Ende. Es gibt wieder jede Menge falscher Spuren und gelungener Ablenkungsmanover der Autorin, die die Tätersuche erschweren. Mich hat das Ende überrascht und wieder einmal gezeigt: ein guter Krimi muss nicht blutig sein!
Sehr gut gefallen hat mir auch die gute Balance zwischen Informationen zum Beruf und Privatleben der Ermittler.
Die Personenliste am Anfang und Ende des Buches fand ich bei der Fülle der Mitwirkenden sehr hilfreich und ich habe gerne darauf zurückgegriffen.

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  • Cover
  • Spannung
  • Figuren
  • Geschichte
Veröffentlicht am 02.04.2020

Verhaltene Spannung vor düsterer Atmosphäre im Nachkriegsberlin

Pandora
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Hans-Joachim Stein, Ermittler bei Scotland Yard, kehrt nach 15 Jahren als Kommissar zur neu gegründeten Mordinspektion des Westteils in seine Heimatstadt Berlin zurück. Nichts ist mehr, wie es war. Der ...

Hans-Joachim Stein, Ermittler bei Scotland Yard, kehrt nach 15 Jahren als Kommissar zur neu gegründeten Mordinspektion des Westteils in seine Heimatstadt Berlin zurück. Nichts ist mehr, wie es war. Der Krieg hat deutliche Spuren hinterlassen und ihm schlagen nur Abneigung, Vorurteile und Misstrauen der Kollegen entgegen.

Der erste Mord an einem bekannten Schieberkönig führt ins Rotlichtmilieu, und ihm folgt schnell ein weiterer. Während der Ermittlungen gerät Stein durch ein Versehen an eine Akte über die ungeklärten Todesumstände von 5 Frauen aus einer psychiatrischen Klinik und will hier unbedingt die Schuldigen finden.

Mit dem Protagonisten Stein bin ich nicht so richtig warm geworden, obwohl mir seine Hartnäckigkeit schon imponiert hat. Auch sein ihm zur Seite gestellter Kollege Wuttke hat nicht wirklich viele Sympathiepunkte erreichen können. Vielleicht hat das auch daran gelegen, dass hier nicht von einem Team die Rede sein kann. Zunächst haben beide mehr gegen- als miteinander gearbeitet, und das fand ich schon sehr anstrengend. Und ihr Verhalten Frauen gegenüber ist einfach unterirdisch.

Die Nachkriegszeit in Berlin mit der düsteren Atmosphäre, den Entbehrungen und den Trümmerwüsten ist gut beschrieben. Dazu kommt noch die brisante politische Situation zwischen Ost und West, die kurz vor der Eskalation steht, der schwelende Vater-Sohn Konflikt von Stein und manch andere Abgründe. Vielleicht ist es genau diese Mischung, die mir so zu schaffen gemacht hat, denn das Lesen ist mir immer schwerer gefallen .

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Veröffentlicht am 28.03.2020

Spannender Thriller mit Gänsehautmomenten

Todgeweiht: Thriller
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Das Besondere der Zons-Reihe sind für mich die parallel verlaufenden Ermittlungen. In der Gegenwart versucht Oliver Bergmann, den Mörder junger Frauen zu finden und im Mittelalter hat es der Stadtsoldat ...

Das Besondere der Zons-Reihe sind für mich die parallel verlaufenden Ermittlungen. In der Gegenwart versucht Oliver Bergmann, den Mörder junger Frauen zu finden und im Mittelalter hat es der Stadtsoldat Bastian Mühlenberg mit vermeintlichen Pestopfern zu tun.

Wieder ist es Catherine Shepherd gelungen, in beiden Handlungssträngen einen hohen Spannungsbogen bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Dazu trägt wieder der fesselnde Schreibstil bei und die vielen kleinen Cliffhanger am Ende der einzelnen Kapitel beim Wechsel in die andere Zeitebene. Es war wieder sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen, war die Neugierde doch immer viel zu groß, was als Nächstes passieren würde. Auch die eingestreuten kurzen Rückblicke, die sich nach und nach als Erlebnisse des Mörders herausstellen, waren gut platziert.
Die Parallelen zur aktuellen Corona-Situation im mittelalterlichen Teil haben darüber hinaus für Gänsehautmomente gesorgt.
In beiden Handlungssträngen fiebert man mit den sympathischen Ermittlern mit, stellt eigene Überlegungen an, um (wie so oft) feststellen zu müssen, dass man (wieder einmal) völlig daneben gelegen hat. Aber gerade das gefällt mir an den Thrillern von Catherine Shepherd.
Das Ende war für mich wieder überraschend, dabei schlüssig und glaubwürdig, aber es kam, wie bei allen Thrillern der Autorin leider viel zu schnell.

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