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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2019

Viel mehr als "nur" eine Liebesgeschichte

Bis wir wieder fliegen
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Anne, Notärztin bei der Flugrettung, und Owen, Rettungssanitäter, sind beruflich ein eingespieltes dream-team, das sich auch ohne Worte versteht. Aber nach Feierabend wandelt sich Owen um 180 Grad und ...

Anne, Notärztin bei der Flugrettung, und Owen, Rettungssanitäter, sind beruflich ein eingespieltes dream-team, das sich auch ohne Worte versteht. Aber nach Feierabend wandelt sich Owen um 180 Grad und zeigt Anne nur noch die kalte Schulter. Der Grund dafür liegt in der Vergangenheit: ein einschneidendes, schreckliches Erlebnis, das nicht nur die Leben der beiden ganz plötzlich verändert hat, von dem Anne aber nichts ahnt.
Bei einem Einsatz verunglücken Anne und Owen und sein sorgsam gepflegter Gefühlspanzer beginnt zu bröckeln.
Was folgt ist für Anne und Owen eine chaotische Achterbahnfahrt der Gefühle, die auch nicht ohne Verletzungen auskommt. Trotz aller Hochs und Tiefs hat es Spaß gemacht, Anne und Owen durch die malerische Landschaft von Wales zu begleiten. Alle Charaktere sind sehr sympathisch, sehr authentisch beschrieben und man kann sich in die einzelnen Personen gut hineinversetzen. Besonders Evelyn, Anne Pflegemutter, hat durch ihre offene und unvoreingenommene Art mein Herz im Sturm erobert. An Owens Figur hat mir besonders die Entwicklung gefallen, die er im Lauf der Geschichte durchlebt und durch die er seine jahrelang gehegten Überzeugungen doch grundlegend überarbeitet.
„Bis wir wieder fliegen“ ist aber viel mehr als nur eine Liebesgeschichte. Im Mittelpunkt steht auch die Aufarbeitung zweier eng verbundener Familienschicksale, damit Vergebung, Akzeptanz und Neuanfänge ihren Platz finden können. Es bleibt beim Lesen spannend und fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen.
Mich hat dieses Buch in eine ganz besondere Leseatmosphäre versetzt. Danke dafür.

Veröffentlicht am 25.06.2019

Tödliche Hetzjagd durch den Wald

Der Blütenjäger: Thriller
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Laura Kern ist wieder gefragt, nachdem die 2. Leiche eines jungen Mädchens im Abendkleid in einem Waldstück aufgefunden wird: erschossen durch den Rücken ins Herz, neben sich eine Blüte und ein Foto zu ...

Laura Kern ist wieder gefragt, nachdem die 2. Leiche eines jungen Mädchens im Abendkleid in einem Waldstück aufgefunden wird: erschossen durch den Rücken ins Herz, neben sich eine Blüte und ein Foto zu Lebzeiten. Handelt es sich hier um einen Serienmörder?
Schon mit dem Prolog hatte mich die Geschichte wieder gefangen genommen. Dort berichtet ein späteres Opfer in der Ich-Perspektive über seine letzten Minuten. Welches kranke Hirn ist zu solchen Taten fähig, aus welchem Grund überhaupt und was hat es mit der „Blütendekoration“ auf sich? Diese Fragen haben mich sofort beschäftigt und nach möglichst schnellen Antworten geschrien.

In kurzen Abständen folgen weitere Leichen und die Ermittler sind redlich bemüht, Motive und mögliche Täter aufzuspüren. Davon gibt es wieder jede Menge, aber viele Hinweise verlaufen im Sand. Wie ich es bereits aus anderen Thrillern von Catherine Shepherd kenne, hat sie es auch in diesem Fall wieder geschickt angestellt, bröckenweise Spuren zu streuen und kleine Andeutungen zu machen, die mich beim „Mitermitteln“ immer wieder in eine Sackgasse geführt haben - wie auch die Ermittler Laura und Max, die sich zunächst die Zähne an diesem Fall ausbeißen. Laura hat allerdings in diesem Fall bei mir den Eindruck hinterlassen, dass sie zu verbissen darauf fixiert war, einen Täter präsentieren zu können, koste es, was es wolle. Mitunter war mit diese Einstellung zu anstrengend.
Sehr gelungen finde ich auch wieder den Szenenwechsel zwischen Gegenwart und der Vergangenheit vor 20 Jahren. Obwohl beide Handlungsstränge scheinbar nichts miteinander zu tun haben, fängt man doch automatisch an, Überlegungen anzustellen und Theorien aufzustellen, zumal es eine Person gibt, die in beiden Zeitebenen eine Rolle spielt. Der Spannungsbogen ist von Beginn an hoch und hält sich konstant bis zum doch sehr überraschenden Ende. Bei dem gewohnt flüssigen Schreibstil war es auch dieses Mal wieder sehr schwer, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen.

Neben der dienstlichen Seite lerne ich die Ermittler auch ganz gerne mal von der privaten kennen. Auch wenn Laura sich damit immer noch etwas schwer tut, scheint sich ja ihre Beziehung mit Taylor zu festigen. Und da zumindest hier noch eine Menge Entwicklungspotenzial vorhanden ist, freue ich mich einfach schon einmal auf den nächsten Band.
Von mir gibt es wieder eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 20.06.2019

Venedig mit anderen Augen sehen

Die Mondschein-Lagune
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Die Archäologin Antonia nutzt einen Forschungsauftrag in Venedig als willkommene Auszeit von ihrem Freund in Berlin. In der Lagunenstadt wohnt sie bei der Contessa Ada, der sie hilft, ein Familiengeheimnis ...

Die Archäologin Antonia nutzt einen Forschungsauftrag in Venedig als willkommene Auszeit von ihrem Freund in Berlin. In der Lagunenstadt wohnt sie bei der Contessa Ada, der sie hilft, ein Familiengeheimnis zu lüften. Dabei öffnet sie ihr Herz nicht nur für die zauberhafte Lagunenstadt.
Bereits nach wenigen Seiten hatte mich der Zauber Venedigs bereits gefangen genommen und ich bin gerne mit Antonia durch die Lagunenstadt spaziert. Man merkt der Autorin an, dass ihr diese Stadt am Herzen liegt, denn neben den üblichen Sehenswürdigkeiten zeigt sie auch viele Blicke hinter die Kulissen in malerische Gässchen und Plätze abseits der üblichen Touristenwege. Es gibt nicht nur eine Menge geschichtlicher Informationen über Venedig sondern insbesondere auch über die dazugehörigen Inseln. Da ich bisher darüber so gut wie gar nichts wusste, habe ich sie aufgesogen wie ein Schwamm und fand sie sehr informativ. Darüber hinaus werden auch aktuelle Themen wie die statischen Probleme der Palazzi und Kirchen hervorgerufen durch Kreuzfahrtschiffe angesprochen. Ich habe Venedig bereits einmal gesehen und weiß, wie faszinierend diese Stadt ist, aber Dorette Deutsch hat es dennoch geschafft, mich mit ihren Worten zu bezaubern. Der Schreibstil ist flüssig und es ist mir schwer gefallen, das Buch aus der Hand zu legen.
Die Protagonisten sind allesamt sehr sympathisch; besonders die Contessa Ada mit ihrer mitunter speziellen aber sehr herzlichen Art habe ich schnell ins Herz geschlossen. Venedig schreit ja förmlich nach einer Liebesgeschichte und so gibt es sie natürlich auch hier. Allerdings steht sie nicht im Mittelpunkt sondern entwickelt sich eher leise am Rande mit, was mir sehr gut gefallen hat.
Gewöhnungsbedürftig waren für mich zunächst die Gespräche zwischen Adas Katze Mimi und ihrem Freund, der Kanalratte. Aber vielleicht färbt der Zauber Venedigs auch auf die Tierwelt ab. Auf jeden Fall waren ihre verbalen Geplänkel sehr vergnüglich.
Mir hat der Roman ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, auch wenn ich gerne noch länger in Venedig geblieben wäre.

Veröffentlicht am 13.06.2019

Mehr Roman als Krimi

Cyrus Doyle und der dunkle Tod
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Der inzwischen 4. Band mit dem sympathischen Ermittler Cyrus Doyle spielt auf der Kanalinsel Guernsey.
Zu Ehren des Schriftstellers Victor-Hugo, der dort einige Zeit gelebt hat, findet gerade ein internationales ...

Der inzwischen 4. Band mit dem sympathischen Ermittler Cyrus Doyle spielt auf der Kanalinsel Guernsey.
Zu Ehren des Schriftstellers Victor-Hugo, der dort einige Zeit gelebt hat, findet gerade ein internationales Symposium statt. Während einer Kinovorführung geschieht ein Mord- und wer sitzt auch im Publikum? Richtig, Cyrus Doyle und seine Kollegin Pat.
Beide stecken recht schnell in den Ermittlungen, denn es ist nicht klar, ob das Opfer direkt gemeint war oder aber vielleicht jemand anderer. Dabei erfährt man als Leser*in viel über diese faszinierende Insel und ihre Sehenswürdigkeiten, wie z. B. das Haus von Victor Hugo, und auch die dunkele historische Vergangenheit Guernseys wird beleuchtet. Das ist durchaus interessant, hat für mich aber wenig mit dem eigentlichen Krimi zu tun gehabt. Die kriminalistischen Handlungen sind für mich eher in den Hintergrund geraten. Im Mittelpunkt stand für mich eher das verbale Geplänkel zwischen Cyrus und Pat, seiner Kollegin und Ex-Lebensgefährtin oder „nur“-Freundin oder wie auch immer man die Beziehung zwischen den beiden nennen will. Ich glaube, das wissen sie selbst nicht so genau. Der Teil war zwar recht unterhaltsam, aber nicht das, was ich erwartet hatte. Mir fehlte definitiv mehr Krimihandlung und Spannung.
Ich bin gut in die Geschichte hineingekommen, auch ohne Vorkenntnisse der Vorbände, und der Schreibstil war sehr angenehm. Allerdings ist für meinen Geschmack vieles zu oft wiederholt worden, wie z. B. die Liebe zu seinem Oldtimer.
Richtig gut gefallen hat mir aber die Beschreibung der Insel, die schon länger auf meiner Reiseziel-Wunschliste steht und diesen Wunsch nur verstärkt hat.
Insgesamt ein unterhaltsamer „Krimi“, den man schnell mal nebenher lesen kann.

Veröffentlicht am 10.06.2019

Ein sommerlicher Wohlfühlroman

Sommer unter Sternen
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Sommer in Atlantikblau hat mich bereits im letzten Jahr begeistern können und daher war ich bereits sehr gespannt auf dieses Buch und meine Erwartungshandlung dementsprechend hoch.

Bereits der Anblick ...

Sommer in Atlantikblau hat mich bereits im letzten Jahr begeistern können und daher war ich bereits sehr gespannt auf dieses Buch und meine Erwartungshandlung dementsprechend hoch.

Bereits der Anblick des Covers hat bei mir Sommerstimmung hervorgerufen, die bereits kurze Zeit später im Buch ihre Fortsetzung gefunden hat.

Ella hat gerade erfahren müssen, dass sie künftig als alleinerziehende Mutter von quirligen 3,5 jährigen Zwillingen leben wird, da ihr Mann sich in die Nachbarin verliebt hat. Das Angebot ihrer amerikanischen Freundin Maddie, eine Auszeit im Familiensommerhaus auf Fire Island zu verbringen, kommt ihr da wie gerufen. Was beide jedoch nicht wissen ist, dass Sternekoch Nathan, Maddies Bruder und Ellas Jugendliebe sich gerade ebenfalls dort aufhält. Konflikte sind also vorprogrammiert…

Eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt. In dieser Situation befindet sich die Protagonistin Ella plötzlich und ihre Verzweiflung, ihre Ohnmacht, ihre Wut, aber auch die Sorge gegenüber ihren Mädchen war spürbar, authentisch und gut nachvollziehbar. Es war schön mitzuerleben, wie sie sich - anfangs von Selbstzweifeln geplagt – zur starken Frau wandelt und mutig für sie ungewohnte Entscheidungen trifft.
Auch alle anderen Charaktere – den untreuen Ehemann ausgenommen – sind sehr authentisch gezeichnet. Insbesondere die Zwillinge haben mein Herz im Sturm erobert. Bei einigen Situationen bin ich aus dem Schmunzeln nicht mehr herausgekommen.
Aber die Geschichte hat auch jede Menge knisternde Spannung zwischen Ella und Nathan zu bieten.

All das findet auf einem idyllischen Fleckchen Erde statt, das mir bislang nicht bekannt war, aber durch die farbenfrohen und lebendigen Beschreibungen vor meinem geistigen Auge bildhaft werden konnte.

Dieses Buch ist auf jeden Fall ein Wohlfühlroman zum Zurücklehnen und Genießen mit allen Sinnen, denn auch bei den kulinarischen Ausflügen läuft einem das Wasser im Mund zusammen .
Für mich eines meiner Lesehighlights in diesem Jahr, das meine Erwartungen mehr als erfüllt hat.