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Veröffentlicht am 29.05.2025

Eine berührende Geschichte

Die Berghebamme – Tage der Liebe
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Das Cover ist wieder sehr schön gestaltet und zeigt im Prinzip zwei Bilder. Im unteren Drittel sieht man ein paar Häuser mitten in der Natur vor der Kulisse von Berggipfeln. Im oberen Bereich sind ebenfalls ...

Das Cover ist wieder sehr schön gestaltet und zeigt im Prinzip zwei Bilder. Im unteren Drittel sieht man ein paar Häuser mitten in der Natur vor der Kulisse von Berggipfeln. Im oberen Bereich sind ebenfalls Berge zu sehen, doch steht der Fokus auf einer jungen Frau, die den Blick nach unten gerichtet hat. Man hat direkt das Gefühl, sie würde auf ein Baby in ihren Armen schauen, das aber im Bild nicht sichtbar ist. Damit passt das Cover sehr schön zum Inhalt der Geschichte. 

Die Berghebamme – Tage der Liebe von Linda Winterberg erschien im Aufbau Verlag. Das Hörbuch dazu wurde von Eva Becker eingesprochen, die auch schon den ersten Band: Die Berghebamme – Hoffnung der Frauen gelesen hat. Ich habe das Buch parallel gelesen und gehört und so begleitete es mich in allen Lebenslagen an zwei Tagen. Ich mag die Stimme von Eva Becker, die sehr schön zu historischen Geschichten passt. Der Roman spielt 1896 in Brannenburg und damit in einer längst vergangenen Zeit.

Der Roman kann im Prinzip unabhängig vom ersten Band gelesen werden, da die Geschichte in sich abgeschlossen ist. Das Leben im Dorf wird aber weiter erzählt und so war es für mich einfach schön ein zweites Mal in die Welt von Brannenburg einzutauchen. Ich durfte hier wieder teilhaben an den Ängsten und Wünschen der Frauen aus der Zeit. Bin ich froh, dass damals mutige Frauen den Weg geebneten haben.

Während im ersten Band die Hygiene bei einer Geburt und überhaupt bei der Untersuchung von Menschen thematisiert wurde, gelangen wir nun zum Thema ungewollter Schwangerschaften. Hier im speziellen der unehelichen Schwangerschaften, die zu einer Verstossung aus der Gemeinde führen. Im speziellen tauchen hier Todesfälle auf, die auf eine sogenannte Engelmacherin hindeuten. Hier gerät die Protagonistin Maria, als junge und moderne Hebamme ins Fadenkreuz der Ermittlungen. Doch setzt sie ihr gelerntes Wissen wirklich für Abtreibungen ein? Erfahre es am besten selbst beim Lesen. 

Ich habe das Buch bzw. Hörbuch in wenigen Tagen verschlungen. Und fühlte mich sofort wieder wohl in dem Bergdorf. Gleich zu Beginn traf Maria auf Georg, den neuen Landarzt der Gemeinde. Da hatte mein romantisches Herz sofort Liebe im Sinn. Doch geht es wirklich in diese Richtung? Die zwei begegnen sich ausgerechnet bei einem Gewitter am Berg, was Maria an ihre Kindheit denken lässt.

„Früher im Kinderhaus hat uns die Gerti immer damit beruhigt, dass die Heiligen im Himmel ein Fest feiern und Polka tanzen würden. Und wenn es besonders arg gekracht hat, dann hat der Petrus einen Luftsprung gemacht.“

Ich musste bei dieser Erinnerung einfach nur schmunzeln und war irgendwie begeistert von dieser Erklärung. Sie nimmt sehr gut die Angst vor dem Unwetter und verbindet sie mit einem fröhlichen Ereignis. Da kann man die Blitzer und die Donner ganz anders wahrnehmen. Immer wieder lässt Maria mich als Leser teilhaben an ihrer Kindheit, die nicht unbedingt einfach war, da sie ein uneheliches Kind ist und als Findelkind im Kinderhaus in Brannenburg aufwachsen musste. Dazu erfährst du im ersten Band ein wenig mehr. 

Im Fokus einer Hebamme stehen ganz natürlich die Geburten. Und so darfst du im Laufe der Geschichte an zahlreichen teilnehmen, die sich leider ein wenig auch im Wortlauf wiederholen. Hier hätten es für meinen Geschmack ein paar weniger sein können. Wobei ich bei dem Titel des Buches natürlich den Fokus schon mitgeliefert bekam. Die vielen kleinen Momente auf den Hausbänken im Ort haben mich von der Fülle an Geburten wieder abgelenkt. Hier erfuhr ich allerlei Spekulationen um die illegalen Abtreibungen und wusste zwischendurch selbst nicht was ich glauben sollte. Ebenso wurde von den Zustände in den Heimen für die unehelichen Kinder erzählt, was mich mit einer Gänsehaut zurück ließ. Dazu möchte ich dir noch ein Zitat mit auf den Weg geben. 

„Das Haus war so kalt und unfreundlich, ähnelte einem Gefängnis. An einem solchen Ort sollten keine Kinder leben müssen. Es muss sich etwas im Denken der Gesellschaft ändern, sonst werden Engelmacherinnen nie aufhören. „

Liest du gerne Geschichten aus dem 19. bzw. beginnenden 20. Jahrhundert? Möchtest du erleben, wie in der Zeit eine junge Hebamme für die Rechte der Frauen kämpft? Dann ist „Die Berghebamme – Tage der Liebe“ von Linda Winterberg genau das richtige für dich. Steige hinauf in die Berge und genieße den Blick über die Gipfel. Begleite Maria bei den Hausgeburten und erlebe die Überraschungen, die heute durch Ultraschalluntersuchungen fast nicht mehr vorkommen. Tauche ein in eine besondere Geschichte und freue dich, dass in der Zeit die Frauen für unsere Rechte gekämpft haben. Ich hatte ein paar schöne Hör- und Lesemomente und freue mich auf den dritten Band, der im November erscheint. Ich empfehle das Buch gerne weiter.

Veröffentlicht am 23.05.2025

Eine besondere Familiengeschichte mit ganz viel Bücherliebe

Das Leuchten zwischen den Zeilen
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Auf dem Cover ist ein altes Gemäuer von Feldern mit lila Blüten umgeben zu sehen. So hatte ich beim ersten Blick direkt Frankreich im Sinn. Durch die Farben am Himmel wird eine besondere Stimmung vermittelt, ...

Auf dem Cover ist ein altes Gemäuer von Feldern mit lila Blüten umgeben zu sehen. So hatte ich beim ersten Blick direkt Frankreich im Sinn. Durch die Farben am Himmel wird eine besondere Stimmung vermittelt, was auf einen Liebesroman hindeuten lässt. Für mich ein schönes Bild, das Lust macht auf die Geschichte, die sich dahinter verbirgt.

Das Leuchten zwischen den Zeilen von Lotte Römer erschien als Hörbuch im heartromm Verlag. Es wurde von Simone Walleck und Michael Borgard eingelesen. Die Geschichte spielt in einem abgeschiedenen Bücherhotel in den Wäldern Deutschlands, was mich kurz in Verbindung mit dem Cover irritiert hat. Aber es ist einfach bezaubernd und man möchte am liebsten selbst dort ein paar Tage verbringen, um sich ein wenig zu entschleunigen. 

Im Mittelpunkt stehen Lilly, eine erfolgreiche Schauspielerin aus Amerika, Arthur, der Besitzer des Berghotels und dessen Sohn Julius. Alle drei darf ich im Laufe der Geschichte näher kennenlernen. Doch besonders spannend fand ich die Philosphie des Bücherhotels. So ließ Arthur das Bücherregal im Hotelzimmer jeweils vor Anreise des Gastes mit passenden Büchern füllen. Nur bei seinem neuen Gast Lilly wusste er nicht so recht, wie er ihren Lesegeschmack einschätzen sollte, da er so gar nichts über sie wusste. Doch das sollte sich im Laufe der Geschichte ändern. So fand Lilly bei ihrem Einzug ein Kinderbuch: „Der Buckelwal und die Schnecke“ und wusste ihrerseits nicht so recht etwas damit anzufangen. Sie las zwar viel, aber in der Regel nur die Drehbücher für ihren nächsten Film. Erst Julius sollte sie nach und nach zum Lesen bekommen. Doch das lese oder höre am besten selbst. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten. 

Die Sprecher Simone Walleck und Michael Borgard lesen mit angenehmer Stimme, so dass ich dem Hörbuch stundenlang lauschen konnte. Durch die Besetzung konnte ich sehr gut zwischen den Erzählungen von Lilly, Julius und Arthur unterscheiden. Besonders die Stimme von Michael Borgard hat es mir angetan. Seine Stimmfarbe passte sich dem Alter der zwei Figuren an und so kam es für mich sehr authentisch rüber. Simone Walleck habe ich ebenfalls gerne gelauscht, doch passte für meinen Geschmack das Stimmalter nicht zur Protagonistin. Ich musste mir immer wieder in Erinnerung rufen, dass Lilly erst 25 Jahre alt ist und nicht 10 bis 20 Jahre älter. Das hat mich besonders zu Beginn meiner jeweiligen Hörzeit immer wieder irritiert. Ich mag es, wenn das Stimmalter der Sprecher dem der Protagonisten entspricht. Aber dennoch hatte ich eine schöne Hörzeit und konnte mich einfach in die Geschichte fallen lassen. 

Kurz möchte ich noch etwas zur Gestaltung sagen. Zu Beginn eines jeden Kapitels durfte ich ein besonderes Zitat von Autoren der Zeitgeschichte hören. Was für mich perfekt zum Setting im Bücherhotel passte. Und mich nun hoffen lässt auf ein weiteres Buch aus der Reihe „Das kleine Bücherhotel“. Ich bin gespannt wer im zweiten Buch im Bücherhotel absteigt und wie sich die geknüpften Beziehungen weiter entwickeln werden. 

Warst du schon mal in einem Bücherhotel? Brauchst du eine kleine Pause vom Alltag und etwas Entschleunigung in deinem Leben? Dann bist du bei „Das Leuchten zwischen den Zeilen“ von Lotte Römer genau richtig. Reise ins besondere Bücherhotel und genieße die Ruhe dort. Lasse dir von Julius am Abend vorlesen und stöbere durch die Bücherregale nach einem neuen Buch. Tauche ab in das Leben von Lilly und erfahre, warum sie genau an diesem Ort gelandet ist. Ich habe mich von den Stimmen von Michael Borgard und Simone Walleck verzaubern lassen und meinen Alltag einfach ausgeblendet. Ich empfehle das Buch gerne weiter und freue mich auf eine Fortsetzung.

Veröffentlicht am 23.05.2025

Ein Roman zum Wohlfühlen

Frühlingsgefühle im kleinen Bonbonladen am Meer
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Das Cover ist typisch für die Syltromane von Julia Rogasch. Zu sehen ist ein Reetdachhaus in unmittelbarer Nähe zum Wasser. Am Gartenzaun steht ein Schild, auf dem ganz viele verschiedene Bonbons abgebildet ...

Das Cover ist typisch für die Syltromane von Julia Rogasch. Zu sehen ist ein Reetdachhaus in unmittelbarer Nähe zum Wasser. Am Gartenzaun steht ein Schild, auf dem ganz viele verschiedene Bonbons abgebildet sind. Mehr Süßes sieht man auf den Tischen vorm Haus. Abgerundet wird das idyllische Bild von einer blau blühenden Hortensien Hecke. 

Frühlingsgefühle im kleinen Bonbonladen am Meer von Julia Rogasch erschien im Ullstein Verlag. Es ist der zweite Band der Frühlingsgefühle auf Sylt Reihe. Den ersten Band „Herzklopfen im kleinen Bonbonladen am Meer“ habe ich bereits verschlungen und freute mich nun sehr über eine unverhoffte Fortsetzung. 

Die Geschichte dreht sich um die Freundinnen Insa und Marla, die ich im ersten Band bereits kennenlernen durfte. Nach meinem Empfinden musst du nicht zwangsläufig den ersten Band gelesen haben, denn alles Wichtige wird erwähnt. Möchtest du allerdings wissen, wie Marla und Insa ihre Liebe gefunden haben? Dann solltest du mit dem ersten Band starten, denn in diesem Band geht es über das einfache Verlieben hinaus, es geht in die konkrete Hochzeitsplanung, bei der Cleo als dritte Frau im Bunde noch zu nennen ist.

Marla und Insa nehmen dich abwechselnd als Ich-Erzähler mit auf die nördlichste Insel Deutschlands. Sylt ist egal zu welcher Jahreszeit immer eine Reise wert. Nun dürfen wir mit dem Frühling starten und wieder einen Blick in das Zuckerhüs werfen. Besonders die Erzählungen aus der Bonbonküche haben es mir wieder angetan. Zu gerne würde ich mit Marla einmal in ihrer Küche stehen und die ganz besonderen Süßigkeiten zaubern. Bei der Erzählung lief mir direkt das Wasser im Munde zusammen. 

Julia Rogasch hat mich mit ihrer Art zu schreiben sofort wieder in einen Bann gezogen. Sie erzählt voller Liebe, Bedacht und einer enormen Wertschätzung untereinander. Mit folgendem Satz bekommst du direkt zu Beginn der Geschichte einen Hinweis wohin die Reise geht.

„Glücksort, Sehnsuchtsort, Herzensort. Letztes Jahr dachte ich schon, dass das der Sommer meines Lebens ist. Nun wird er wohl abgelöst durch dieses Jahr.“

Dies sind die Worte von Marla, wie sie zu ihrer neugewonnenen Heimat steht und welchen Anspruch sie an die Zukunft hat. Während Insas Erzählung kommen aber nicht weniger schöne Worte zustande. Auch wenn wir mit Insa in turbulente und schwermütige Tage blicken. Sie gibt Auskunft über ihre Arbeit und warum sie ein Leben ohne eigene Kinder plant. Bei ihrem Ausflug an den Strand mit ihrem Verlobten musste ich etwas schmunzeln. Lese am besten selbst und danach verrate ich dir, warum ich bei den Sätzen so schmunzeln musste.

„Den Blick starr geradeaus Richtung der anrollenden Welle gerichtet schauten wir einem neugierigen Meeresbewohner entgegen, der vor uns aus dem Wasser guckte. Die kugelrunden, dunklen Augen am gesprenkelten Köpfchen glänzten neugierig.“

Hast du schon mal in die Augen eines Seehundes oder einer Kegelrobbe geblickt? Wusstest du, dass die Kegelrobbe das größte heimische Raubtier bei uns in Deutschland ist? Mit diesem Wissen im Kopf, schwamm ich vor Jahren in der Nordsee ganz alleine meine Runden und blickte auf mal in einem Meter Entfernung in eben diese kugelrunden Augen, bevor das Tier abtauchte und ich versuchte ruhig weiter zu schwimmen, ohne zu wissen, wohin das Tier abtauchte. Da alles gut ausgegangen ist, musste ich bei der Szene schmunzeln. 

„Wusstest du, dass Reflexionen der Sonne auf der Wasseroberfläche die Kraft der Sonne verstärken und der Körper dadurch Glückshormone ausschüttet?“, fragte ich Thore, der mich mit liebevollem Blick ansah und sanft den Kopf schüttelte. „Nein, aber der Gedanke gefällt mir.“

Auch diese Unterhaltung am Meer brachte mich zum Schmunzeln, weil ich sofort Sonnencreme im Kopf hatte. Denn die Reflexionen setzen nicht nur Glückshormone frei, sondern intensivieren auch die Sonnenstrahlung, so dass man gerade am Strand und im Wasser noch mal mehr auf den passenden Lichtschutzfaktor achten muss. 

Bevor ich dir nun das Buch wärmstens ans Herz lege, möchte ich noch kurz auf die dritte junge Frau im Buch eingehen. Cleo ist erst seit kurzem auf der Insel und baut sich hier eine Hochzeitsplanungs-Agentur auf. Ihre ersten Hochzeiten sollen die von Marla und Insa werden, doch bevor es soweit ist dürfen wir noch ein wenig bangen, denn ausgerechnet der Verlobte von Insa scheint etwas mit Cleo zu tun zu haben. Freue dich auf ein paar interessante Überlegungen von Insa, wie diese Verbindung aus sehen könnte.

Magst du ruhige und bedachte Geschichten? Liebst du den Wind und das Meer und möchtest gedanklich nach Sylt entfliehen? Dann bist du hier genau richtig. „Frühlingsgefühle im kleinen Bonbonladen am Meer“ von Julia Rogasch bietet dir eine gute Mischung aus Urlaubsroman zum Verlieben und tiefgründigen Themen. Freue dich auf eine Geschichte über eine ganz besondere Freundschaft zwischen den jungen Frauen und wie dabei die Männer ins Spiel passen. Genieße eine ganz besonders wertschätzende Erzählform und lausche den vielen Dialogen der Figuren. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

„Tief bewegt schloss ich die Rede mit dem Spruch: „ Den Weg, den die Liebe gehen soll, kann man manchmal nicht sofort erkennen, man muss nur dem folgen, was das Herz einem rät, um ihn zu finden.“

Veröffentlicht am 12.05.2025

Eine Geschichte mit leisen Töne, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat

Mein Lieblingslied in unseren Worten
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Das Cover kommt ganz hell und einfach daher. Man kann den Hauch von Streifen sehen, die vielleicht zu einer Pflanze gehören könnten. Es gibt so gar nichts vom Inhalt preis und unterstützt dennoch den Titel, ...

Das Cover kommt ganz hell und einfach daher. Man kann den Hauch von Streifen sehen, die vielleicht zu einer Pflanze gehören könnten. Es gibt so gar nichts vom Inhalt preis und unterstützt dennoch den Titel, in dem es die Worte im Vordergrund stehen lässt. 

Mein Lieblingslied in unseren Worten von Natalie Erlach ist der zweite Band der Shore Mana Reihe, die auf Hawaii spielt. Das Hörbuch erschien bei Harper Audio und wurde von Sarah Dorsel und Michael Borgard eingelesen. Die zwei geben den Ich-Erzählern Florence und Deacon ihre Stimme und erleichtern so beim Hören den Wechsel der Erzählperspektiven ungemein. Mich haben beide Sprecher überzeugt. 

Sarah Dorsel zeigt mit ihrer sanften Stimme ein gutes Gespür für die Stimmung der Protagonisten und erweckt Florence so förmlich zum Leben. Ich habe ihr gerne zugehört und mochte den Wechsel mit dem männlichen Sprecher. Michael Borgard hat mich mit seiner ausdrucksstarken Stimmer sofort gefangen genommen. Deacon wurde so zu einem Figur mit Charme und einer klaren Stimme, die zu seinem Job als Radiomoderator sehr gut passte. 

Wie schon erwähnt, ist es der zweite Band, den ersten Band: Meine Lieblingsfarbe in unserem Ozean habe ich ähnlich schnell verschlungen und so freute ich mich auf eine Rückkehr nach Hawaii. Die Geschichten sind beide in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden. Wir treffen hier aber sehr schnell auf die Protagonisten des ersten Bandes, die eine wichtige Nebenrolle spielen. Kalea ist die beste Freundin von Florence, auch wenn sie keine Ahnung hat, wer Florence in Wirklichkeit ist. Sie hat sich vor vier Jahren von ihrer Band nach Hawaii abgesetzt und versucht hier abgeschottet von den Medien ein bescheidenes Leben zu führen. Doch ihre Vergangenheit kommt unaufhörlich näher. Deacon durfte ich im ersten Band schon kurz kennenlernen, er arbeitet als Moderator beim lokalen Radiosender und hilft seiner Mutter in der Hula Schule. Da hätte ich gerne noch viel öfter einen Blick reingeworfen. Die Szenen aus der Schule brachten mich zum Schmunzeln, das wirst du beim Lesen und Hören sehr gut selbst erfahren.

Neben der wunderbaren leichten Liebesgeschichte, kommt das Thema Umweltschutz nicht zu kurz. Ein Herzensthema von Florence und auch ihrer besten Freundin, die die Schildkröten Auffangstation betreut. So sieht man Florence immer mit einem Müllbeutel am Strand entlang laufen um einen kleinen Beitrag für die Sauberkeit dort zu leisten. Ich finde das eine sehr gute Idee. Ein jeder sollte bei seinen Streifzügen in die Natur den Müll am Wegesrand aufsammeln, in der Hoffnung, dass es so immer weniger wird und auch weniger einfach hingeworfen wird. Ich finde es wichtig darauf aufmerksam zu machen, und das hat Florence in einem sehr angenehmen Mass im Laufe der Geschichte immer wieder getan. 

Warst du schon mal auf Hawaii? Magst du Geschichten mit ganz viel Liebe aber auch tiefgründigen und wichtigen Themen? Dann bist du hier genau richtig. In „Mein Lieblingslied in unseren Worten“ von Natalie Erlach bekommst du eine knisternde Liebe mit Anregungen zum Umweltschutz. Tauche ein in die Geschichte von Florence und erfahre nach und nach wie sie nach Hawaii gekommen ist. Begleite Deacon ins Radiostudio und höre auch ihm bei seinen leisen Tönen zu. Ich habe die Geschichte einfach nur genossen und mich sofort auf der Insel wohlgefühlt. Von mir gibt es eine ganz klare Lese- und Hörempfehlung für alle die einen schönen Ausflug nach Hawaii machen möchten, ohne dafür stundenlang im Flieger zu sitzen.

Veröffentlicht am 12.05.2025

Spannung am Felsenhimmel

The First to Fall
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Das Cover zeigt einen nebelverhangenen Blick in die Berge. Während im Vordergrund alles in dunkles rot fast lila gehalten ist, tauchen weiter oben aus dem Nebel hell angeleuchtete Bergspitzen auf. Das ...

Das Cover zeigt einen nebelverhangenen Blick in die Berge. Während im Vordergrund alles in dunkles rot fast lila gehalten ist, tauchen weiter oben aus dem Nebel hell angeleuchtete Bergspitzen auf. Das Bild ist wie gemalt und lässt eine gewisse Gefahr und Dramatik vermuten. 

The First to Fall von Kristina Moninger ist der Auftakt der Red Summer Reihe, die im Forever Verlag erschienen ist. Das Hörbuch dazu wurde von Chantal Busse, Leonie Landa, Leonie Adam und Oliver E. Schönfeld für den Hörbuch Hamburg Verlag eingelesen. Ich habe hier wieder mal parallel gelesen und gehört und konnte so tief in die Geschichte eintauchen.

Die Protagonisten Aurora und Jakob sind die Ich-Erzähler der Geschichte, die mir wechselweise die ganze Ausgangslage schildern. Im Klappentext ist von einem Unfall die Rede, die Jakobs Träume als Sportler platzen lassen. Auch Aurora scheint von diesem Unglück unmittelbar betroffen zu sein, denn sie begibt sich auf eine Reise der Nachforschungen, um den Tod ihrer Schwester zu verarbeiten. Alles weitere erfährst du beim Lesen bzw. Hören der Geschichte. 

Ich habe schon einige Bücher von Kristina Moninger verschlungen und habe mich nun auf eine Geschichte mit Spannung gefreut. Da wir hier uns im New Adult Bereich auf der Seite von Suspense bewegen. Und so viel sei schon mal gesagt, nach Band eins musst du unweigerlich den zweiten Band lesen, da es einen klitzekleinen Cliffhanger gibt. Der dich zwar nicht atemlos zurücklässt, der dich aber auf eine spannende Reise schicken wird. 

Die Erzählungen von Aurora und Jakob starten jeweils drei Monate vor dem Unglück und arbeiten sich dann kontinuierlich darauf zu. Die Zeitsprünge sorgen für einen guten Spannungsverlauf und lassen einen das Buch kaum aus der Hand legen. 

„Wenn ich an einem Felsen hänge, mich an einen Vorsprung oder einen Griff klammere, ist es, als würde ich nicht nur die Schwerkraft bezwingen, sondern gleichzeitig auch jede innere Schwere von mir schütteln. Ich sehne mich nach diesem Gefühl, nach dem Schreien meiner Muskeln und dem Rausch einer schwierigen Wand.“

Dies sind die Worte von Jakob, die voller Verzweiflung an seinen großen Traum erinnern und zeigen, wie gefangen er sich gerade fühlt, nach dem sein Traum geplatzt ist. Folgendes Zitat bringt die Gefühlslage auch noch mal sehr bildlich nahe.

„Etwas zerbricht und wird nie wieder ganz. Ich sehe die beiden Teile der Tasse in meiner Hand. Zwei Felsen, zwei Menschen, zwei Leben. Und meines das irgendwie seither auch zweigeteilt ist.“

Magst du Spannung vermischt mit Liebe? Ist ein Trip in die Berge etwas für dich? Dann schnappe dir „The First to fall“ von Kristina Moninger und wage dich bis an den Rand der Felsenkante. Erfahre was es mit dem Felsenhimmel auf sich hat und genieße den kurzen Vanlife Ausflug, bevor das Unglück Aurora an den Ort des Geschehen führt. Suche mit der Protagonistin nach Antworten und erinnere dich zusammen mit Jakob nach und nach an das Geschehen. Bleibe mit offenem Mund an der Klippe stehen und lasse die Szenerie auf dich wirken. Auch wenn ich persönlich schon früh eine Ahnung hatte wohin die Reise geht, hab ich mich doch sehr gut unterhalten gefühlt und mit Spannung verfolgt, wie die Protagonisten zu weiteren Erkenntnissen gelangten. Für mich war es ein gelungener Auftakt der Reihe, die ich unbedingt weiter lesen muss. Ich freue mich schon auf den zweiten Band und empfehle dir jetzt sehr gerne den ersten. Er steckt voller Gefahr und verbotener Liebe, die dich so schnell nicht wieder loslässt.