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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.09.2017

Eine Seefahrt, die ist lustig...

Besser als Bus fahren
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Renate Bergmann ist 82 Jahre alt, vierfache Witwe und hat ihr Leben noch voll im Griff. Mit der Pflege der Gräber ihrer verstorbenen Männer nimmt sie es sehr genau und hat deshalb immer gut zu tun. Doch ...

Renate Bergmann ist 82 Jahre alt, vierfache Witwe und hat ihr Leben noch voll im Griff. Mit der Pflege der Gräber ihrer verstorbenen Männer nimmt sie es sehr genau und hat deshalb immer gut zu tun. Doch man muss sich ja auch mal Urlaub gönnen und da man ja bekanntlich kein Geld ins Jenseits mitnehmen kann, wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Gertrud Potter geht es auf Kreuzfahrt an Bord der Queen Mary 2. Da ein Tag im Altenheim immerhin 180 Euro kostet und ein Tag Kreuzfahrt nur 120 Euro, ist das ja schließlich ein richtiges Schnäppchen.... 

Renate Bergmann ist das Pseudonym des Schriftstellers Torsten Rohde. 2014 erschien das erste Buch mit der Online-Oma-Renate. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe, die von Renates Fans mit großer Begeisterung gelesen wird. Der Einstieg in diesen Roman gelingt mühelos, denn Renate erzählt ganz locker die Geschichte dieser Kreuzfahrt, sodass man das Gefühl hat, ihr gegenüberzusitzen und ihr bei ihrer Plauderei aus dem Nähkästchen direkt zuzuhören. Beim Lesen darf man nicht zimperlich sein, denn mit der Rechtschreibung und der korrekten Aussprache nimmt es die Rentnerin nicht so genau. Aber das macht gar nichts, denn genau das sorgt dafür, dass die Geschichte so wirkt, als ob Renate sie selbst erzählen würde.

Gertrud und Renate sind ein Rentnergespann, das man gerne beobachtet. Die beiden haben das Herz auf dem richtigen Fleck und lassen sich auch nichts vormachen. Sie wirken sehr sympathisch und direkt aus dem Leben gegriffen. Natürlich darf man nicht jedes Wort und jede Szene, die sich laut Renate so zugetragen haben soll, allzu ernst nehmen, aber genau das macht den Reiz dieser Geschichte aus und sorgt dafür, dass man schmunzelnd beobachtet, was die beiden Rentnerinnen an Bord alles so erleben. Und da tut sich wirklich einiges...

Für mich war es die erste Begegnung mit Renate Bergmann, aber garantiert nicht die letzte. Die Online-Oma ist mir beim Lesen richtig ans Herz gewachsen und ich habe schmunzelnd die Ereignisse beobachtet. Durch den lockeren Schreibstil bin ich förmlich durch das Buch geflogen und deshalb vergebe ich begeisterte vier von fünf Bewertungssternen. Das eine ziehe ich ab, da die Geschichte mir zwischendurch auch mal etwas in die Länge gezogen vorkam. Das hielt sich allerdings in Grenzen, da Renate dann meist sofort nachgelegt hat. Dennoch lasse ich in meiner Bewertung noch ein wenig Luft nach oben für die nächsten Romane mit ihr frei.

Veröffentlicht am 03.09.2017

Interessante Undercover-Ermittlung

Böse Seelen
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In einer abgelegenen Amisch-Gemeinde im amerikanischen Bundesstaat New York wird die Leiche der fünfzehnjährigen Rachel gefunden. Es hat den Anschein, dass das Mädchen erfroren ist. Doch über die Hintergründe ...

In einer abgelegenen Amisch-Gemeinde im amerikanischen Bundesstaat New York wird die Leiche der fünfzehnjährigen Rachel gefunden. Es hat den Anschein, dass das Mädchen erfroren ist. Doch über die Hintergründe können die Polizisten vor Ort nichts herausfinden, da der Bischof dieser Gemeinde ein strenges Regiment führt. Die Gemeinde lebt zurückgezogen und beschränkt den Kontakt zur Außenwelt auf das Nötigste, deshalb dringt von den Vorkommnissen nichts nach außen. Allerdings gibt es Gerüchte, dass es innerhalb der Gemeinde nicht mit rechten Dingen zugeht. Deshalb wird Polizeichefin Kate Burkholder, die ja selbst als Amische aufgewachsen ist, gebeten, in diesem Fall verdeckt zu ermitteln. Kate ist bei diesem Einsatz auf sich allein gestellt und ahnt nicht, in welches Wespennest sie stochern wird...

"Böse Seelen" ist mittlerweile der achte Fall für die sympathische Polizeichefin Kate Burkholder, die früher als Amische aufgewachsen ist. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Wenn man allerdings an der Weiterentwicklung der Charaktere und dem Privatleben der Ermittlerin interessiert ist, dann empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. Da aber kurze Rückblicke auf Details aus der Vergangenheit eingeflochten werden, dürfte man auch in diesem Bereich keine Probleme haben alles richtig zuzuordnen. 

Der aktuelle Fall trägt sich dieses Mal nicht in Kates Heimatrevier zu. Sie ermittelt verdeckt in einem anderen Bundesstaat und ist dabei ganz auf sich allein gestellt. Der Einstieg gelingt mal wieder mühelos, denn Linda Castillo beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so lebendig, dass man sofort mitten im Geschehen ist und sich alles gut vorstellen kann. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr angenehm lesbar.

Durch einen geheimnisvollen Prolog wird das Interesse an der Handlung sofort geweckt. Man möchte unbedingt erfahren, was sich in der amischen Gemeinde, die sich offensichtlich abschottet, vorgeht. Obwohl die Handlung zunächst gemächlich startet, ist die unterschwellige Anspannung, was vor sich geht und ob Kate enttarnt wird und in Gefahr gerät, ständig spürbar. Dadurch fliegt man förmlich durch das Buch und verfolgt gespannt das Geschehen. Zum Ende hin gibt es eine überraschende Wendung und die Spannung steigt steil nach oben. Dadurch hat man dann eigentlich kaum noch eine Chance das Buch aus der Hand zu legen, da man unbedingt erfahren möchte, wie es endet. 

Ich habe bisher alle Bände der Reihe mit Begeisterung gelesen und auch diesen Teil wieder in einem Rutsch beendet. Die Idee, Kate undercover in eine andere Gemeinde einzuschleusen und sie damit intensiv mit ihrer Vergangenheit zu konfrontieren, hat mir sehr gut gefallen. Obwohl ich die gesamte Handlung mit großem Interesse gelesen habe, muss ich allerdings gestehen, dass mir zunächst die Spannung ein wenig zu kurz kam. Das änderte sich zum Ende hin dann allerdings abrupt, da ich das Buch dann kaum noch aus der Hand legen konnte. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich vier von fünf möglichen Sternen. Das eine ziehe ich ab, da die Handlung am Anfang etwas vor sich hin plätscherte. Dennoch konnte mich auch dieser Teil in seinen Bann ziehen, sodass ich gespannt auf den nächsten Band warte. 

Veröffentlicht am 28.08.2017

Leider ist bei mir der Funke nicht übergesprungen

SMS für dich
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Claras Leben ist ein Scherbenhaufen, seitdem ihr Freund Ben durch einen tragischen Unfall ums Leben kam. Nichts ist mehr so, wie es vorher war. Clara belastet es sehr, dass die beiden im Streit auseinander ...

Claras Leben ist ein Scherbenhaufen, seitdem ihr Freund Ben durch einen tragischen Unfall ums Leben kam. Nichts ist mehr so, wie es vorher war. Clara belastet es sehr, dass die beiden im Streit auseinander gingen und dass es keine Möglichkeit für eine Versöhnung gab. Außerdem stellt sie sich die Frage, ob Bens Tod wirklich ein tragischer Unfall war oder ob er Selbstmord begangen hat. Für Clara wird es nun aber Zeit, selbst ins Leben zurückzukehren. Da das gar nicht so einfach ist, schreibt sie Ben Textnachrichten und findet so ein wenig Halt. Sie ahnt allerdings nicht, dass Bens Nummer bereits wieder neu vergeben wurde und dass ihre Nachrichten bei Sven landen....

Der Einstieg in diesen Roman verläuft eher gemächlich. Man lernt zwar die Charaktere kennen, hat aber das Gefühl, dass die Handlung sich zunächst an Nebensächlichkeiten aufhält und nicht richtig in Schwung kommt. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven geschildert. Man beobachtet Clara, die Absenderin der Textnachrichten, und den Empfänger Sven abwechselnd bei ihren Tagesabläufen und Svens Reaktionen auf die SMS. Schon bald wird seine Neugier, die geheimnisvolle Absenderin kennenzulernen, geweckt. 

Der Schreibstil ist angenehm lesbar und man kann sich sowohl die Charaktere, als auch die Handlungsorte vorstellen. Die Protagonisten wirken sehr sympathisch und deshalb verfolgt man gerne, wie die Handlungsfäden langsam zusammenlaufen. Man kann Claras Trauer um ihren verstorbenen Freund Ben sehr gut nachvollziehen und sich deshalb in sie hineinversetzen. Nach dem eher gemächlichen Zusammenlaufen der Handlungsfäden, wirkt das Ende dann allerdings fast schon zu schnell abgehandelt.

Ich habe mich beim Lesen dieses Romans recht gut unterhalten und ihn auch schnell durchgelesen. Allerdings muss ich gestehen, dass ich das Ganze zwar durchaus interessiert verfolgt habe, aber dass bei mir der berühmte Funke leider nicht übergesprungen ist. Der Einstieg wirkte auf mich zu langatmig und das Ende dann schon fast zu gehetzt. Außerdem haben mich die beschriebenen Gefühle beim Lesen leider nicht erreicht. Für mich war die Geschichte zwar nett erzählt, aber leider nicht das Highlight, was ich mir erhofft hatte. Deshalb bekommt das Buch auf meiner persönlichen Bewertungsskala auch nur drei von fünf möglichen Bewertungssternen. 

Veröffentlicht am 27.08.2017

Konnte mich leider nicht ganz überzeugen

Aquila
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Die deutsche Studentin Nika absolviert in Siena ein Auslandssemester und teilt sich mit der ebenfalls aus Deutschland stammenden  Jenny eine Wohnung. Als Nika eines morgens erwacht, fühlt sie sich schlecht ...

Die deutsche Studentin Nika absolviert in Siena ein Auslandssemester und teilt sich mit der ebenfalls aus Deutschland stammenden  Jenny eine Wohnung. Als Nika eines morgens erwacht, fühlt sie sich schlecht und glaubt, dass sie zu viel getrunken hat. Sie kann sich an nichts erinnern, ihre Kleidung ist völlig verdreckt und außerdem hat sie Verletzungen, von denen sie sich nicht erklären kann, woher sie stammen. Ihre Mitbewohnerin kann ihr dazu auch nichts sagen, denn Jenny ist spurlos verschwunden. Ebenso wie Nikas Pass, ihr Handy und ihr Schlüsselbund. Die Wohnung ist außerdem abgeschlossen, sodass Nika sie nicht einmal verlassen kann. In ihrer Hosentasche findet Nika eine Liste mit verschlüsselten Hinweisen, die sie offensichtlich selbst verfasst hat.  Als Nika dann auch noch feststellt, dass es zwei volle Tage sind, die aus ihrer Erinnerung komplett gelöscht sind, will sie unbedingt herausfinden  was in diesen Tagen passiert ist und wo Jenny steckt. Sie versucht verzweifelt, ihren eigenen Hinweisen zu folgen....

Der Einstieg in diesen Jugendroman gelingt mühelos und ist äußerst vielversprechend. Denn man beobachtet Nika dabei, wie sie gerade erwacht und sich an absolut nichts erinnern kann. Das Interesse, was dazu geführt haben könnte, dass Nika sich nicht erinnern kann und was in den fehlenden Stunden passiert ist, ist sofort geweckt. Gemeinsam mit Nika macht man sich auf Spurensuche und ist genauso ratlos wie sie selbst. Alles scheint mysteriös, die Liste gibt zusätzliche Rätsel auf, ist nicht so leicht zu entschlüsseln und wem Nika überhaupt vertrauen kann, ist auch nicht einzuschätzen. Dieser Start ist äußerst spannend, denn man fiebert mit Nika mit und streift mit ihr gemeinsam durch Siena. Dabei kommt es zu Szenen, bei denen man vor lauter Anspannung den Atem anhält. 

Leider hält diese Spannung nicht durchgehend an, denn Nika reagiert manchmal schwer nachvollziehbar. Das kann man zwar ihrer Anspannung und ihren fehlenden Erinnerungen zuschreiben, aber dennoch hat man beim Lesen das Gefühl, dass man sich so nicht mit ihr identifizieren  kann und selbst wahrscheinlich anders gehandelt hätte. Der eingeflochtene Beginn einer möglichen Beziehung wirkt eher nüchtern und irgendwie fehl am Platz. Zum Ende hin laufen zwar alle Fäden schlüssig zusammen, allerdings kommt es dabei zu Ereignissen, die arg konstruiert und unglaubwürdig wirken. 

Ich bin normalerweise ein großer Fan der Autorin und habe schon einige ihrer Bücher mit Begeisterung verschlungen. Der Start von "Aqulia" war für mich genauso mitreißend, wie ihre anderen Werke. Doch dann ließ meine Begeisterung leider nach, da mir einiges zu konstruiert und unglaubwürdig erschien. Auch Nikas Verhalten konnte ich nicht immer nachvollziehen. Deshalb fällt meine Bewertung dieses Mal leider nicht ganz so euphorisch aus, denn auf meiner persönlichen Bewertungsskala erhält das Buch nur drei von fünf möglichen Sternen. 

Veröffentlicht am 22.08.2017

Konnte mich leider nicht ganz überzeugen

Der gestohlene Sommer
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Die New Yorkerin Julia Conley erhält die Nachricht, dass sie von ihrer Tante ein altes Haus in England geerbt hat. Sie hält es zunächst für einen Scherz, da sie zur englischen Verwandtschaft nach dem Unfalltod ...

Die New Yorkerin Julia Conley erhält die Nachricht, dass sie von ihrer Tante ein altes Haus in England geerbt hat. Sie hält es zunächst für einen Scherz, da sie zur englischen Verwandtschaft nach dem Unfalltod ihrer Mutter keinen Kontakt mehr hatte und sich auch nicht mehr an die dort verbrachte Kindheit erinnern kann. Da Julia momentan keinen Job hat, kann ihr Vater sie schließlich dazu überreden, nach England zu fliegen und sich das Haus anzusehen. Julia kommt mit dem festen Vorsatz dort an, das Haus auszuräumen und schnell zu verkaufen. Doch dann findet sie ein altes, gut verstecktes Gemälde im Schrank und beginnt Nachforschungen anzustellen. Der attraktive Nicholas bietet ihr dabei seine Hilfe an. Schon bald stellt Julia fest, dass dieses Gemälde einen engen Bezug zu ihrer Familie haben muss. Sie ahnt nicht, auf welches dunkle Geheimnis sie dabei stoßen wird....

Die Geschichte um das alte Familiengeheimnis wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt. Im aktuellen Handlungsstrang beobachtet man Julia dabei, wie sie sich langsam mit dem Haus vertraut macht und sich, durch das alte Gemälde, das sie im Schrank findet, auf die Suche nach Informationen zu dem Maler und dessen Verbindung zu ihrer Familie macht. Julia wirkt sehr sympathisch, man kann sich beim Lesen mühelos mit ihr identifizieren und nachvollziehen, warum sie beginnt die Nachforschungen anzustellen. Dieser Handlungsstrang wirkt durchgehend interessant.

In der anderen Zeitebene blickt man in das Jahr 1840 zurück. Hier erfährt man, wie die junge Imogen ihrem Ehemann in das Haus folgt, das Julia später erben wird, und was sich damals zugetragen hat. Imogen ist ebenfalls eine sehr interessante Protagonistin und der Autorin gelingt es mühelos, die Vergangenheit zum Leben zu erwecken. Dennoch liest sich dieser Handlungsstrang etwas zäh und wirkt stellenweise sogar langatmig. Zum Ende hin überschlagen sich dort aber die Ereignisse, sodass man dann doch noch gespannt der Handlung folgt.

Ich bin ein großer Fan von Romanen, in denen es um alte Familiengeheimnisse geht. Deshalb hat mir der Wechsel der Zeitebenen sehr gut gefallen. Allerdings konnte mich der aktuelle Strang deutlich mehr begeistern, als der, der sich in der Vergangenheit zuträgt. Denn dort zog sich die Handlung für meinen Geschmack zu sehr und plätscherte über weite Teile ziemlich gemächlich vor sich hin. Das Ende konnte mich dann in beiden Zeitebenen fesseln und sogar noch überraschen. Dennoch reicht es bei meiner persönlichen Bewertung leider nur zu drei Sternen, da es mir einfach zu lange gedauert hat, bis der Handlungsstrang in der Vergangenheit Fahrt aufgenommen hat.