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Veröffentlicht am 06.11.2022

Interessante Fortsetzung

Todland
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Martin Juncker lebt von seiner Frau getrennt und untersucht im ländlichen Sandstedt den Mord an einem Anwalt. Doch dann meldet sich seine Noch-Ehefrau Charlotte überraschend bei ihm und konfrontiert ihn ...

Martin Juncker lebt von seiner Frau getrennt und untersucht im ländlichen Sandstedt den Mord an einem Anwalt. Doch dann meldet sich seine Noch-Ehefrau Charlotte überraschend bei ihm und konfrontiert ihn damit, dass ihr ein Whistleblower geheime Nachrichten zugespielt hat, die beweisen, dass der Terroranschlag, der kurz vor Weihnachten in Kopenhagen ausgeführt wurde, vermeidbar gewesen wäre. Charlotte will darüber in der Zeitung berichten und bittet Juncker um genauere Informationen. Juncker streitet alles ab, da er verpflichtet wurde, Stillschweigen zu bewahren und außerdem ahnt, dass Charlotte durch ihre Nachforschungen in Gefahr geraten könnte. Doch Charlotte gibt nicht auf und wendet sich schließlich an Signe Kristiansen, die damals mit Juncker an den Ermittlungen zum Terroranschlag beteiligt war. Zunächst mauert auch Signe, doch als es zu einem Mord kommt, der ebenfalls damit zusammenhängen könnte, dass die damaligen Ereignisse vertuscht werden sollen, ändert sie ihre Meinung....

"Todland" ist nach "Winterland" der zweite Band einer Trilogie, in der Martin Juncker und Signe Kristiansen ermitteln. Man kann den aktuellen Ereignissen sicher auch dann folgen, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat, da wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung einfließen, doch empfehlenswert ist es nicht. Denn die Ermittlungen zum Terroranschlag, die im ersten Band thematisiert werden, sind ziemlich umfangreich. 

Auch dieser Teil der Trilogie wird wieder aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, denn Martin Juncker und Signe Kristiansen ermitteln an unterschiedlichen Orten, sind mit aktuellen Fällen beschäftigt und hatten in der Zeit nach dem Anschlag kaum Kontakt. In diesem Band beobachtet man außerdem Junckers Noch-Ehefrau Charlotte bei ihren Nachforschungen. Zunächst verlaufen die Handlungsstränge parallel, beginnen sich jedoch schon bald zu verknüpfen. Auch wenn anfangs keine Hochspannung aufkommt, wirken die unterschiedlichen Handlungsstränge durchgehend interessant. Dabei kommt keine Langeweile auf. Man ist sich außerdem stets der Gefahr bewusst, in der Charlotte, durch ihre Nachforschungen, schwebt. Dadurch gerät man schon früh in den Sog der Ereignisse. 

Die privaten Nebenhandlungen sind außerdem sehr interessant. Sie nehmen nicht zu viel Raum ein, sorgen aber dafür, dass die Hauptcharaktere lebendig wirken. Die Ermittlungen bringen einiges ans Tageslicht, wodurch die Spannung stetig steigt. Es kommt zu einigen Überraschungen, die kaum vorhersehbar sind. Am Ende laufen die Handlungsfäden schlüssig zusammen. Es bleiben natürlich einige Fragen offen, die sicher im Abschlussband der Trilogie geklärt werden. Dadurch wird die Neugier auf diesen Band geweckt. 

Ein interessanter und spannender Folgeband, der definitiv die Neugier auf den letzten Teil der Trilogie weckt! 

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Veröffentlicht am 03.11.2022

Spannender Pageturner!

Thirteen
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Der Strafverteidiger Eddie Flynn wird darum gebeten, die Verteidigung des erfolgreichen Schauspielers Bobby Solomon zu unterstützen. Der Medienliebling wird verdächtigt, seine Frau und deren Liebhaber ...


Der Strafverteidiger Eddie Flynn wird darum gebeten, die Verteidigung des erfolgreichen Schauspielers Bobby Solomon zu unterstützen. Der Medienliebling wird verdächtigt, seine Frau und deren Liebhaber ermordet zu haben. Die Beweise scheinen erdrückend zu sein. Doch Eddy Flynn glaubt dem Schauspieler, der ihm versichert, unschuldig zu sein. Nach und nach fallen Eddy einige Ungereimtheiten auf. Schließlich keimt in ihm sogar der Verdacht auf, dass der wahre Täter in der Jury sitzen könnte...

"Thirteen" ist bereits der vierte Teil einer Serie um den New Yorker Strafverteidiger Eddy Flynn. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man dem aktuellen Geschehen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Band der Reihe gelesen hat. 

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Die Szenen, in denen Eddy Flynn im Zentrum der Ereignisse steht, werden aus seiner Sicht, in der Ich-Form geschildert. Obwohl Eddy einige Probleme zu haben scheint, wirkt er durchaus sympathisch. Außerdem scheint er einen äußerst wachen Verstand zu haben und mit allen Wassern gewaschen zu sein. In einem weiteren Handlungsstrang steht der Serienkiller Kane. Schon früh wird klar, dass er hochintelligent, eiskalt und skrupellos ist. Um weiterhin ungestört morden zu können, lässt er am Tatort Spuren zurück, die auf den Sündenbock hinweisen, den er selbst auserkoren hat, an seiner Stelle bei Gericht verurteilt zu werden.

Nun könnte man meinen, dass die Spannung auf Sparflamme kocht, wenn man den wahren Täter bereits kennt. Doch das ist bei diesem Thriller definitiv nicht der Fall. Denn der Autor versteht es hervorragend, ein meisterhaftes Katz- und Mausspiel zu inszenieren, dem man atemlos folgt. Die Bemühungen von Eddy Flynn, seinen Mandanten zu entlasten und die Anklage der Staatsanwaltschaft zu entkräften, werden authentisch und spannend beschrieben. Man ist immer wieder erstaunt, zu welchen Mitteln der Strafverteidiger greift und was er durch seine Nachforschungen ans Tageslicht zerrt. Doch auch der Serienkiller Kane ist nicht dazu bereit, sich von Eddy Flynn die Tour vermasseln zu lassen. Er scheint auf alles vorbereitet zu sein und deshalb kommt es im Verlauf der Ereignisse zu einigen Überraschungen. Zum Ende hin gipfelt der Thriller in einem atemlos spannenden Finale. 

Ein Thriller, der durch einen interessanten Plot und ein spannendes Katz- und Mausspiel überzeugt!

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Veröffentlicht am 31.10.2022

Komplexer Agenten-Thriller

EAST. Welt ohne Seele
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CIA-Agent Jan Jordi Kazanski hat einen schweren Schicksalsschlag erlitten, wird nun von wiederkehrenden Albträumen geplagt und versucht, seinen Kummer in Alkohol zu ertränken. Dadurch ist er für seinen ...

CIA-Agent Jan Jordi Kazanski hat einen schweren Schicksalsschlag erlitten, wird nun von wiederkehrenden Albträumen geplagt und versucht, seinen Kummer in Alkohol zu ertränken. Dadurch ist er für seinen Arbeitgeber eigentlich untragbar geworden. Doch dann erhält Kazanski überraschend den Auftrag, nach Krakau zu reisen, um die geheimnisvolle "Witwe", die der CIA wiederholt wichtige Informationen zugespielt hat, aufzuspüren...

Dieser Thriller ist der Auftakt zu einer neuen Serie, in deren Mittelpunkt der CIA-Agent Jan Jordi Kazanski steht. Ziemlich schnell wird klar, dass Kazanski einige Probleme hat. Da er ständig raucht und Alkohol trinkt, fällt es zunächst schwer, Sympathie für ihn zu entwickeln. Deshalb betrachtet man ihn anfangs eher distanziert. 

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, die häufig sprunghaft wechseln. Deshalb sollte man konzentriert lesen, um den roten Faden nicht zu verlieren. Es werden einige Charaktere eingeführt, bei denen man nicht ahnt, wer zu den Guten oder den Bösen zählt. Genau wie Kazanski, tappt man im Dunkeln und muss sich auf sein Bauchgefühl verlassen. Dabei wird man die ein oder andere Überraschung erleben. 

Es handelt sich hier um einen Agenten-Thriller, der sich durch eine komplexe Handlung auszeichnet. Deshalb wird man mit einigen Hintergrundinformationen versorgt, die zwar zunächst etwas langatmig wirken, aber durchaus hilfreich sind, um im späteren Verlauf das große Ganze zu verstehen. Der Autor beschreibt die Handlungsorte detailliert, wodurch man sie beim Lesen vor Augen hat. Allerdings hat man manchmal das Gefühl, dass die Beschreibungen zu ausufernd sind und deshalb zu Lasten der Spannung gehen.

​​​​​​​Wenn sich allerdings die ersten Handlungsfäden miteinander verknüpfen, stellt sich auch die bis dahin vermisste Spannung ein. Kazanski ist in ein ausgeklügeltes Katz- und Mausspiel geraten, bei dem man nicht weiß, wem er glauben und vertrauen kann. Das macht einen großen Reiz der Handlung aus. Immer, wenn man meint, dass man die Zusammenhänge nun versteht, kommt es zu überraschenden Ereignissen, die für neue Wendungen sorgen. Die Spannung bleibt dadurch bis zum Schluss erhalten. 

Ein Agenten-Thriller, der zunächst etwas langatmig startet, dann aber Fahrt aufnimmt. Allerdings sollte man beim Lesen durchgehend konzentriert sein, um den roten Faden nicht zu verlieren. 


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Veröffentlicht am 29.10.2022

Spannender Reihenauftakt

Kalt und still
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Hanna Ahlanders Tag verläuft alles andere als optimal, denn ihr Chef legt ihr nahe, ihren Dienst bei der Stockholmer Polizei zu quittieren. Deshalb steht sie kurz vor Weihnachten ohne Job da. Hanna will ...


Hanna Ahlanders Tag verläuft alles andere als optimal, denn ihr Chef legt ihr nahe, ihren Dienst bei der Stockholmer Polizei zu quittieren. Deshalb steht sie kurz vor Weihnachten ohne Job da. Hanna will nur noch nach Hause, sich in ihren vier Wänden verkriechen und dort von ihrem Freund trösten lassen. Doch in der Wohnung wartet die nächste Hiobsbotschaft auf sie. Denn ihr Freund trennt sich von ihr und fordert sie auf, so schnell wie möglich auszuziehen. Das Angebot ihrer Schwester, erstmal in deren Ferienhaus in Åre unterzukommen, nimmt Hanna deshalb sofort an. Sie igelt sich ein und pflegt ihr angeschlagenes Selbstbewusstsein. Hanna hat keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Doch dann erfährt sie, dass in Åre ein junges Mädchen, das nach einer Party nicht nach Hause gekommen ist, vermisst wird. Da die Temperaturen eisig sind, zählt jede Stunde. Hanna schließt sich den Suchmannschaften an.... 

"Kalt und still" ist der Auftakt einer neuen Krimireihe, in deren Mittelpunkt Hanna Ahlander steht. In diesem Band lernt man deshalb die Protagonistin näher kennen. Hanna wirkt sofort sympathisch, wodurch der Einstieg in die Handlung mühelos gelingt. 

Viveca Sten versteht es wieder hervorragend, Handlungsorte und Protagonisten so zu beschreiben, dass man meint, selbst vor Ort zu sein. Die eisigen Temperaturen, der stetige Schneefall und die knirschenden Fußsohlen der Akteure fließen glaubhaft ins Geschehen ein und sorgen für eine winterliche Atmosphäre. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und ist in recht kurze Kapitel unterteilt. Dadurch wird schon früh ein hohes Tempo angeschlagen, durch das man förmlich mitgerissen wird. 

Der Fall lädt dazu ein, eigene Überlegungen anzustellen. Es gibt einige Verdächtige, doch die Puzzleteilchen scheinen nicht richtig zusammenzupassen. Immer, wenn man meint, dass man endlich Zusammenhänge erkennt, muss man die eigenen Überlegungen überdenken, wodurch bei diesen Ermittlungen definitiv keine Langeweile aufkommt. Die privaten Probleme der Hauptakteure drängen sich nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern fließen so authentisch ins Geschehen ein, dass die Charaktere noch lebendiger erscheinen. Deshalb fiebert man mit ihnen mit und versucht den Hintergründen von Amandas Verschwinden auf die Spur zu kommen.

Ein spannender und intensiv erzählter Reihenauftakt, der auf ein Wiedersehen mit Hanna Ahlander hoffen lässt. 

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Veröffentlicht am 29.10.2022

Spannend und unterhaltsam

Zorn – Ausgelöscht
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Jakob Fender kommt im Krankenhaus zu sich und kann sich an nichts erinnern. Selbst sein eigener Name löst bei ihm nicht den Hauch einer Erinnerung aus. Fender wurde offenbar mit einem Baseballschläger ...

Jakob Fender kommt im Krankenhaus zu sich und kann sich an nichts erinnern. Selbst sein eigener Name löst bei ihm nicht den Hauch einer Erinnerung aus. Fender wurde offenbar mit einem Baseballschläger brutal zusammengeschlagen, außerdem sind die Finger an seiner Hand beinahe abgetrennt. Die Polizei geht von einem Mordversuch aus. Zorn und Schröder werden mit den Ermittlungen betraut. Doch wie sollen sie dem Täter auf die Spur kommen, wenn der einzige Zeuge sich an nichts erinnert? Als eine Leiche, die von einer Brücke herabhängt, gefunden wird, die ähnliche Verletzungen hat wie die, die Fender an seiner beinahe abgetrennten Hand aufweist, kommt langsam Bewegung in den Fall....


"Ausgelöscht" ist bereits der zwölfte Fall für das Ermittlerduo Zorn und Schröder. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ereignissen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Allerdings handelt es sich bei dem Ermittlerduo um ein ganz besonderes Gespann. Deshalb kann man die Wortgefechte der beiden besser genießen, wenn man die Geschichte der beiden kennt. 

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert. Die Ermittlungen von Zorn und Schröder nehmen einen großen Teil ein, doch es gibt auch immer wieder Einblicke in Jakob Fenders Sicht. Er schildert die Ereignisse in der Ich-Form. Diese Perspektive gibt dem Fall einen besonderen Reiz. Denn die Ermittlungen haben es wirklich in sich. Zorn und Schröder stehen vor einem Rätsel. Ihre Ermittlungen wirken authentisch, wenn man davon absieht, dass Claudius Zorn mal wieder völlig unfähig dargestellt wird. Doch Schröder, das Superhirn dieses Duos, darf man nicht unterschätzen. Die Wortgefechte der beiden sind auch dieses Mal sehr lesenswert und laden zum Schmunzeln ein. 

Der Fall ist rätselhaft. Obwohl man durch die Einblicke in Fenders Sicht mehr weiß, als die Kommissare, tappt man mit den beiden lange Zeit im Dunkeln. Man wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen, doch es kommt zu unerwarteten Wendungen, die dazu führen, dass dieser Fall nicht nur spannend ist, sondern einige Überraschungen bereithält. 

Ein spannender Fall, der einige Überraschungen bereithält. 

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