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Veröffentlicht am 28.06.2021

Wahnsinnig spannend!

Tiefer Fjord
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Ein kleiner Junge wird von seinem Vater in die Klinik gebracht. Der Junge ist bewusstlos und soll von einem Baum gefallen sein. Bei der genaueren Untersuchung stellt der behandelnde Arzt Haavard fest, ...

Ein kleiner Junge wird von seinem Vater in die Klinik gebracht. Der Junge ist bewusstlos und soll von einem Baum gefallen sein. Bei der genaueren Untersuchung stellt der behandelnde Arzt Haavard fest, dass der Junge offenbar schwer misshandelt wurde. Wenig später stirbt der Junge an seinen schweren Verletzungen. Bevor Haavard die zuständigen Behörden über seinen Verdacht informieren kann, besucht der Vater einen Gebetsraum und wird dort erschossen. Haavard ist entsetzt und spricht mit seiner Frau Clara, einer Politikerin, die sich dafür stark macht, ein neues Gesetz auf den Weg zu bringen, das misshandelten Kindern deutlich früher helfen soll, über die Ereignisse. Kurze Zeit später wird eine weitere Frau getötet, die ebenfalls in Verdacht steht, ihre Kinder misshandelt zu haben. Haavard rückt ins Visier der Ermittler....

"Tiefer Fjord" ist der Auftakt einer Trilogie. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und verläuft nicht immer chronologisch. Da die Wechsel entsprechend gekennzeichnet sind, fällt es allerdings leicht, die Übersicht zu behalten. 

Durch einen spannenden Prolog, gelingt es der Autorin hervorragend, sofort das Interesse am Geschehen zu wecken. Der folgende Einstieg verläuft zunächst eher gemächlich, da die Charaktere eingeführt werden. Diese Schilderungen wirken aber keinesfalls ausufernd oder langatmig, sondern führen dazu, dass man in die Handlung eintauchen kann. Der Schreibstil ist flüssig und äußerst angenehm lesbar. Dabei fließt die norwegische Hintergrundkulisse authentisch in die Erzählung ein.

Durch die häufigen Wechsel der Perspektiven gerät man früh in den Sog der Ereignisse. Eine unterschwellig angespannte Atmosphäre sorgt für ein mulmiges Gefühl beim Lesen. Man ahnt nicht, in welche Richtung sich alles entwickeln wird und ist auf das, was schließlich ans Tageslicht kommt, nicht ansatzweise vorbereitet. Dadurch entwickelt sich das Buch zu einem Pageturner, den man nicht mehr aus der Hand legen mag. 

Ein grandioser Auftakt, den man atemlos verschlingt. 

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Veröffentlicht am 27.06.2021

Romy Beccares persönlichster Fall

Strandmord
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"Strandmord" ist bereits der siebte Fall, in dem Kommissarin Romy Beccare ermittelt. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind und sich private Nebenhandlungen  bei dieser Reihe im Rahmen halten, können ...

"Strandmord" ist bereits der siebte Fall, in dem Kommissarin Romy Beccare ermittelt. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind und sich private Nebenhandlungen  bei dieser Reihe im Rahmen halten, können die Bände unabhängig voneinander gelesen werden. Wichtige Hintergrundinformationen zu den Charakteren werden in die Handlung eingestreut. Außerdem gibt es am Ende des Buchs ein Personenverzeichnis, das alle Fragen beantwortet. 

Dieses Mal wird am Strand eine Tote gefunden, der man die Lippen mit Ringen verschlossen hat. Bei Romy Beccare werden unliebsame Erinnerungen wach, denn ein Täter, dessen Opfer auf diese Weise gekennzeichnet waren, kreuzte vor etwa 15 Jahren ihren Weg. Er wurde damals von Romy gefasst und hat mittlerweile seine Strafe abgesessen. Für den aktuellen Mord scheint er ein bombensicheres Alibi zu haben. Deshalb konzentriert sich das Ermittlerteam auf andere Hinweise. Nachforschungen ergeben, dass die Tote offenbar eine eiskalte Erpresserin war. 

Der Einstieg in diesen Krimi gelingt mühelos, denn Katharina Peters versteht es wieder hervorragend, sofort Interesse am Fall und seinen Hintergründen zu wecken. Die Ermittlungen des Teams werden authentisch beschrieben. Dadurch wird man dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen. Doch bei diesem Fall ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Überraschende Wendungen sorgen dafür, dass man die Suche nach dem Täter oft überdenken muss. Dadurch bleibt die stetig aufgebaute Spannung durchgehend erhalten und kann sich zum Ende hin sogar noch immens steigern. 

Ein spannender Fall, der für Romy Beccare zu einer persönlichen Herausforderung wird. 

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Veröffentlicht am 27.06.2021

Leider nicht ganz so spannend wie erhofft

Der Junge aus dem Wald
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Wilde wurde als kleiner Junge alleine im Wald gefunden. Niemand kennt den Grund, warum er sich dort alleine aufhielt und wie lange er dort auf sich selbst gestellt überlebt hat. Wildes eigene Erinnerungen ...

Wilde wurde als kleiner Junge alleine im Wald gefunden. Niemand kennt den Grund, warum er sich dort alleine aufhielt und wie lange er dort auf sich selbst gestellt überlebt hat. Wildes eigene Erinnerungen sind schwammig. Bis heute hat er das Rätsel um seine Herkunft nicht gelöst. Noch immer ist Wilde ein Außenseiter, doch diese Rolle hat er für sich selbst gewählt. Aus ihm ist ein sehr guter Privatermittler geworden, der recht zurückgezogen lebt. Als eine Schulkameradin seines Patensohnes plötzlich spurlos verschwindet, beginnt Wilde Nachforschungen anzustellen. Es stellt sich heraus, dass die verschwundene Naomi an der Schule heftig gemobbt wurde. Wenig später verschwindet ein Junge, der mit Naomi in eine Klasse geht. Wilde setzt alles daran, die beiden Jugendlichen zu finden....

Der Einstieg in die Handlung verläuft zunächst eher gemächlich. Dennoch versteht es der Autor von Anfang an, Interesse am Fall zu wecken. Hauptprotagonist Wilde wirkt sehr sympathisch und seine Vergangenheit geheimnisvoll. Die anderen Charaktere werden ebenfalls lebendig geschildert. Dadurch kann man sich ganz auf die Erzählung einlassen. 

Der Schreibstil ist äußerst angenehm lesbar. Auch wenn für einen Thriller die Spannung etwas zu sehr auf Sparflamme kocht, kann man sich den Ereignissen nur schwer entziehen. Denn der Fall ist schwer zu durchschauen und hält einige Wendungen bereit. Es scheint einige Geheimnisse zu geben, die von den entsprechenden Personen streng gehütet werden. Dadurch wird man durchgehend dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen. Am Ende laufen die unterschiedlichen Handlungsfäden schlüssig zusammen. Wildes Vergangenheit gibt weiter Rätsel auf. Dadurch wird die Neugier auf weitere Bände mit ihm definitiv geweckt. 

Ein durchaus interessanter Fall, der sich zwar nicht durch Hochspannung auszeichnet, aber dennoch die Neugier auf weitere Bände weckt. 

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Veröffentlicht am 27.06.2021

Mitreißend und gefühlvoll

Wenn in mir die Glut entflammt
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Zwei Jahre ist es mittlerweile her, dass Sloans Verlobter Brandon an den Folgen eines Motorradunfalls starb. Es fällt ihr noch immer schwer, morgens aufzustehen, für sich zu kochen und wieder am Leben ...

Zwei Jahre ist es mittlerweile her, dass Sloans Verlobter Brandon an den Folgen eines Motorradunfalls starb. Es fällt ihr noch immer schwer, morgens aufzustehen, für sich zu kochen und wieder am Leben teilzunehmen. Als Sloan mit ihrem Auto unterwegs zu Brandons Grab ist, rast plötzlich ein quirliger Hund auf die Straße und springt durch das kaputte Sonnendach. Damit ändert sich für Sloan einiges. Obwohl ihr der Hund schnell ans Herz wächst, versucht sie Tuckers Herrchen zu erreichen. Doch der reagiert zunächst nicht auf ihre Nachrichten. Als Sloan gerade beschließt, Tucker zu behalten, meldet sich der Mann schließlich doch noch. Sloan ahnt nicht, dass Tuckers Herrchen der bekannte Rockstar Jaxon Waters ist. Völlig unbefangen tauscht sie mit ihm Nachrichten aus und langsam entwickelt sich ein knisternder Flirt daraus...

"Wenn in mir die Glut entflammt" ist die Fortsetzung von "Wenn aus Funken Flammen werden". Während im ersten Teil Josh und Kristen, Sloans beste Freundin, im Zentrum der Handlung standen, erfährt man nun, wie es mit Sloan weitergeht. Das Buch kann unabhängig vom ersten Band gelesen werden. 

Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Sloan und Brandon geschildert. So bekommt man nicht nur einen guten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle, sondern kann außerdem beobachten, wie die beiden aufeinander wirken. Beide Charaktere wirken sofort sympathisch. Deshalb kann man sich ganz auf die Geschichte einlassen und die humorvollen Dialoge oder Textnachrichten, die sie austauschen, genießen. Das Knistern zwischen den beiden ist dabei spürbar. Auch wenn der Grundton vom heiteren Schlagabtausch der Charaktere geprägt ist, werden auch ernste Themen behandelt und auch hier trifft die Autorin den richtigen Ton, wodurch die Erzählung äußerst lebendig wirkt. Man kann mit den beiden mitfiebern und sich ganz auf die Gefühlsachterbahn einlassen. Bereits nach kurzer Zeit gerät man in den Sog der Ereignisse und das macht es schwierig, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen. Denn die Geschichte von Sloan und Brandon fesselt nicht nur, sondern trifft mitten ins Herz. 

Eine Lovestory, die durch den heiteren Grundton überzeugt, aber auch ernste Themen anspricht, die mitten ins Herz treffen.

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Veröffentlicht am 21.06.2021

Spannender Rügen-Krimi

Deichmord
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Eine anonyme Warnung, dass ein terroristischer Anschlag auf die Störtebeker-Festspiele geplant und ein ortsansässiger Hotelier in die Durchführung verwickelt ist, versetzt die Polizei in akute Alarmbereitschaft. ...


Eine anonyme Warnung, dass ein terroristischer Anschlag auf die Störtebeker-Festspiele geplant und ein ortsansässiger Hotelier in die Durchführung verwickelt ist, versetzt die Polizei in akute Alarmbereitschaft. Auch Romy Beccare und Jan Riechter stellen mit ihren Teams intensive Nachforschungen an. Doch schon bald stellt sich die Warnung als Fehlalarm aus. Romy Beccare hat allerdings das Gefühl, dass der anonyme Hinweisgeber mit seiner Warnung etwas ganz anderes bezweckt hat. Denn bei den intensiven Nachforschungen rücken plötzlich mehrere ungeklärte Vermisstenfälle ins Visier der Ermittler...

"Deichmord" ist bereits der sechste Fall für Romy Beccare. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, ist es nicht zwingend notwendig, die vorherigen Teile zu kennen. Es gibt zwar private Nebenhandlungen, die sich von Band zu Band weiterentwickeln, aber dazu werden genug Hintergrundinformationen in die Handlung eingestreut, um dem Ganzen auch ohne Vorkenntnisse mühelos zu folgen. 

Durch einen geheimnisvollen Prolog wird sofort das Interesse an der Handlung geweckt. Man möchte unbedingt erfahren, wie sich diese Szenen mit den aktuellen Ereignissen verknüpfen und beobachtet zunächst, wie das Team erleichtert erfährt, dass an der Warnung vor dem Terroranschlag offenbar nichts dran war. Doch die intensiven Nachforschungen, über die Hintergründe der ansässigen Hoteliers, wecken Romy Beccares Misstrauen. Denn die Zahl der unaufgeklärten Vermisstenfälle erscheint ihr ausgesprochen hoch. Als dann noch eine abgelegte Leiche auf einer Deponie gefunden wird, scheint sich ihr Misstrauen zu bestätigen. 

Es gilt unzählige Nachforschungen anzustellen und Spuren zu verfolgen. Diese Ermittlungen werden authentisch und nachvollziehbar beschrieben. Handlungsorte und Charaktere wirken ebenfalls sehr lebendig. Man kann sich deshalb mühelos auf die Kriminalhandlung einlassen und wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen. Doch die Zusammenhänge sind nicht so leicht zu erahnen. Es gibt einige Verdächtige, doch nichts scheint richtig zusammenzupassen. Dadurch wird die Spannung nicht nur früh aufgebaut, sondern kann durchgehend gehalten werden. Es kommt zu überraschenden Wendungen, die dafür sorgen, dass dieser Krimi alles andere als vorhersehbar ist. 

Spannende Ermittlungen, die alles andere als vorhersehbar sind. 

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