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Veröffentlicht am 18.02.2020

Spannender Fall, der eine unerwartete Wendung nimmt

Du stirbst für mich
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Lorna Belling wird von ihrem gewalttätigen Ehemann drangsaliert. Nur zu gerne würde sie mit ihrem Liebhaber Greg ein neues Leben beginnen. Doch dann findet sie heraus, dass Greg nicht der zu sein scheint, ...

Lorna Belling wird von ihrem gewalttätigen Ehemann drangsaliert. Nur zu gerne würde sie mit ihrem Liebhaber Greg ein neues Leben beginnen. Doch dann findet sie heraus, dass Greg nicht der zu sein scheint, für den er sich ausgibt. Bei der nächsten Begegnung mit Greg rastet Lorna aus und droht ihm. Schon bald wird ihre Leiche gefunden. Detective Superintendent Roy Grace übernimmt mit seinem Team den Fall. Zunächst scheint der gewalttätige Ehemann der perfekte Täter zu sein, doch plötzlich entwickelt der Fall sich in ungeahnte Richtungen...

"Du stirbst für mich" ist bereits der 13. Fall der Roy-Grace-Serie von Peter James. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen aber auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Wenn man allerdings an der Weiterentwicklung der Charaktere und den privaten und beruflichen Nebenhandlungen, die sich fortlaufend durch alle Bände ziehen, interessiert ist, dann empfiehlt sich die Einhaltung der Reihenfolge.

Der Einstieg in den neuen Fall gelingt mühelos, da man Lorna Belling kennenlernt und sie kurz vor ihrem Tod beobachtet. Man erlebt hautnah mit, dass sie stirbt. Dennoch kann man nicht genau zuordnen, was eigentlich passiert ist und wer für ihren Tod verantwortlich ist. Diese Ungewissheit zieht sich fast bis zum Ende durch das Buch und sorgt für durchgehende Spannung. Denn Peter James versteht es hervorragend, falsche Spuren auszulegen, denen man allzu bereitwillig folgt, um dann festzustellen, dass man in die Irre geleitet wurde und umdenken muss.

Relativ kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven sorgen außerdem für ein hohes Tempo, sodass man früh in den Sog der Ereignisse gerät. Auch im Privatleben von Roy Grace ereignet sich einiges. Quereinsteiger, die Roy Grace noch nicht kennen, dürften keine Probleme haben, den privaten Entwicklungen zu folgen, da der Autor genug Hintergrundinformationen einstreut. Die privaten Entwicklungen drängen sich nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern sorgen dafür, dass Protagonist Roy Grace lebendig wirkt. Im Zentrum der Handlung stehen die Emittlungen und die haben es dieses Mal wirklich in sich und halten Überraschungen bereit. Zugegebenermaßen wirkt manches arg konstruiert und nicht ganz logisch. Das beeinträchtigt aber nicht die bereits früh aufgebaute Spannung, die in einem rasanten Finale gipfelt.

Ein spannender Fall für Roy Grace, der eine unerwartete Wendung nimmt!

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Veröffentlicht am 17.02.2020

Lebendige Geschichte

Eine Familie in Deutschland
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Seit Generationen ist die Familie Ising in Fallersleben, im Wolfsburger Land ansässig. Die Zuckerfabrik, die die Familie betrieben hat, musste dem Volkswagenwerk weichen. Und nun bricht der Krieg aus und ...

Seit Generationen ist die Familie Ising in Fallersleben, im Wolfsburger Land ansässig. Die Zuckerfabrik, die die Familie betrieben hat, musste dem Volkswagenwerk weichen. Und nun bricht der Krieg aus und die Familie spaltet sich. Denn Vater und Mutter Ising warten sehnsüchtig auf Nachrichten von ihrem Sonnenschein Willy, der in einer Heil- und Pflegeanstalt untergebracht ist. Edda reist mit Leni Riefenstahl durch das Land und begleitet dabei auch den Polenfeldzug. Während Georg mit dem VW zu einer Testfahrt durch Europa, bis nach Afghanistan aufbricht, klettert Horst immer weiter die Karriereleiter innerhalb der Partei empor, wobei er von seiner Frau Ilse ehrgeizig unterstützt wird. Charly wartet dagegen sehnsüchtig auf ein Lebenszeichen von Benny, dem es nicht gelungen ist, von Bord der St. Louis zu gehen und ein gefahrloses Leben außerhalb der Reichweite der Deutschen zu beginnen. Alle Familienmitglieder müssen Entscheidungen treffen und darauf hoffen, in den Wirren des Krieges nicht unterzugehen...

" Eine Familie in Deutschland - Am Ende die Hoffnung " ist nach " Zeit zu hoffen, Zeit zu leben " der Folge- bzw. Abschlussband des Zweiteilers, in dem die Familie Ising im Zentrum der Ereignisse steht. Dieser Band schließt nahtlos an das Ende des ersten Teils an und umfasst die Jahre 1939 bis zu einem Epilog, der ins Jahr 1955 führt. Die Geschichte der Isings ist fiktiv, allerdings stark angelehnt an die damaligen Ereignisse. Um die umfangreiche Erzählung richtig genießen zu können, empfiehlt es sich, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Obwohl auch Leser, die den ersten Teil nicht kennen, keine Schwierigkeiten haben dürften, der Handlung zu folgen.

Der erneute Einstieg in die Handlung gelingt mühelos, denn Peter Prange versteht es wieder hervorragend, Charaktere und Handlungsorte so lebendig zu beschreiben, dass man alles sofort vor Augen hat und in das düstere Kapitel der deutschen Geschichte eintauchen kann. Dabei wird das Geschehen wieder aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und ist in recht kurze Kapitel unterteilt. Dadurch bekommt man nicht nur einen guten Gesamtüberblick, sondern kann hautnah beobachten, welche Auswirkungen die Ereignisse auf die Familie und die Beziehungen untereinander haben. Peter Prange beschreibt die unterschiedlichen Szenen so intensiv, dass man sich schon recht früh nicht mehr von der Geschichte lösen mag, denn die Schicksale gehen unter die Haut und regen zum Nachdenken an. Man stellt sich beim Lesen oft die Frage, wie man selbst reagiert hätte, doch das kann man nicht mit Gewissheit sagen, da man selbst ja nicht in der Gefahr schwebt, die für die Protagonisten schon bald zum Alltag gehört. Denn sie wissen nicht, wem sie noch glauben oder vertrauen können und das fängt bereits innerhalb der Familie an. Denn zu unterschiedlich sind die Meinungen und Gesinnungen. Man merkt, dass Peter Prange die historischen Fakten sehr gut recherchiert hat, denn sie fließen glaubhaft und interessant in die fiktive Geschichte ein. Ganz nebenbei kann man beim Lesen also auch noch sein Wissen erweitern.

Eine umfangreiche, aber sehr lebendig geschilderte Familiengeschichte, die unter die Haut geht und zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 16.02.2020

Interessanter Lübeck-Krimi

Lübsche Wut
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In der Lübecker JVA Lauerhof wird der Insasse Ralf Blum tot aufgefunden. Blum ist wahrscheinlich der bekannteste Häftling der Anstalt, da der Missbrauch und anschließende Mord an einem achtjährigen Jungen, ...

In der Lübecker JVA Lauerhof wird der Insasse Ralf Blum tot aufgefunden. Blum ist wahrscheinlich der bekannteste Häftling der Anstalt, da der Missbrauch und anschließende Mord an einem achtjährigen Jungen, für den er vor dreißig Jahren verurteilt wurde, durch alle Medien ging und die Gemüter erhitzte. Nun ist Blum tot und alles sieht nach einem Suizid aus. Birger Andresen und seine Kollegin Ida-Marie Berg nehmen die Ermittlungen auf. Denn was sollte Blum nach all den Jahren zum Selbstmord veranlasst haben? Die beiden stoßen allerdings auf eine Mauer des Schweigens und schon bald wird ihnen der Fall vom LKA entrissen. Doch das hält Andresen nicht davon ab, tiefer zu graben und was er dort entdeckt, zieht weite Kreise....

"Lübsche Wut" ist bereits der neunte Lübeck-Krimi aus der Feder von Jobst Schlennstedt. Man kann den aktuellen Ermittlungen aber auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Band der Reihe gelesen hat. Denn der Autor lässt wichtige Hintergrundinformationen zu den Charakteren in die Handlung einfließen.

Der Einstieg in den Fall gelingt durch den spannungsgeladenen Prolog mühelos. Denn dadurch ist man sofort mitten im Geschehen. Danach flacht die früh aufgebaute Spannung zunächst wieder ab, da Birger Andresen und seine Kollegin Ida-Marie Berg bei den Ermittlungen ständig ausgebremst und aufs Abstellgleis geschoben werden. Doch die beiden entwickeln einige kreative Ideen, um trotzdem an Informationen zu gelangen.

Auch wenn die Ermittlungen zunächst auf der Stelle treten und andere Ereignisse im Vordergrund stehen, kommt dennoch keine Langeweile auf, da Jobst Schlennstedt Handlungsorte und Charaktere so lebendig beschreibt, dass man sie vor Augen hat. Die ganz besonderen Umstände dieses Falls sorgen außerdem dafür, dass man durchgehend interessiert beobachtet, was vor sich geht und versucht, dabei eigene Rückschlüsse zu ziehen. Da hier nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint und man sich nicht sicher sein kann, wer eigentlich die Strippen zieht, gerät man in den Sog der Ermittlungen. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass man sich in die Irre leiten lässt und die eigenen Überlegungen überdenken muss. Das macht einen großen Reiz dieses eher ruhigen, aber dennoch interessanten, Krimis aus. Zum Ende hin überschlagen sich allerdings die Ereignisse und dann wird es nochmal richtig spannend.

Ein eher ruhiger Krimi, der dazu einlädt, eigene Ermittlungen anzustellen und durch grandioses Lübeck-Flair überzeugt!

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Veröffentlicht am 10.02.2020

Spannender Pageturner!

Abzweigungen
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Cornell Rohdes vielversprechende Karriere bei der Polizei endet, nach einem Zwischenfall, bei dem ein älterer Kollege ein hinterlistiges Spiel mit ihm treibt, bevor sie richtig beginnen kann. In Salzburg ...

Cornell Rohdes vielversprechende Karriere bei der Polizei endet, nach einem Zwischenfall, bei dem ein älterer Kollege ein hinterlistiges Spiel mit ihm treibt, bevor sie richtig beginnen kann. In Salzburg baut er sich ein neues Leben auf und lernt bei der Bank, in der er als Sicherheitsmitarbeiter angestellt ist, seine große Liebe Mia kennen. Endlich scheint sein Leben positiv und in ruhigen Bahnen zu verlaufen. Das ändert sich allerdings schlagartig, als die Bank, in der Mia und Cornell arbeiten, überfallen wird. Cornell nutzt seine Chance, den Überfall zu stoppen. Dabei geschehen mysteriöse Dinge, die schließlich dazu führen, dass der Raub doch gelingt. Cornell gehen die Ereignisse nicht mehr aus dem Kopf. Er beginnt nachzuforschen und ahnt nicht, dass er dadurch nicht nur sich selbst in Gefahr bringt. Eine mörderische Jagd durch Europa beginnt....

Durch einen spannenden Prolog, in dem Cornell stark angeschlagen eine wichtige Entscheidung treffen muss, gelingt der Einstieg in diesen Thriller mühelos. Denn man möchte unbedingt erfahren, wie Cornell in diese Situation geraten ist und welche Abzweigung er für sein Leben wählen wird. Der Gedanke an die Ereignisse aus dem Prolog bleibt beim Lesen stets im Hinterkopf und deshalb lässt man sich gespannt auf die Handlung ein. Cornell ist ein sympathischer Protagonist, mit Werten, die ihn dazu veranlassen, das Richtige zu tun. Doch er muss schnell feststellen, dass ihn das in immer größere Schwierigkeiten bringt. Denn er hat es mit Gegnern zu tun, die die Wahrheit zu ihren Gunsten auslegen und dabei über Leichen gehen. Schon bald steht er nahezu alleine da. Aus Verzweiflung ergreift er die Gelegenheit, sich einer Gruppe Nerds anzuschließen, die ihm nicht nur glauben, sondern sich gemeinsam mit ihm auf die Suche nach der Wahrheit machen.

Der Autor schildert die Ereignisse so lebendig, dass beim Lesen ein spannendes Kopfkino entsteht. Die Spannung wird dabei nicht nur früh aufgebaut, sondern kann durchgehend gehalten werden. Man gerät in den Sog der Handlung und mag manchmal kaum glauben, was passiert. Es gibt einige Wendungen, die dafür sorgen, dass man nicht mehr genau weiß, was man glauben und wem Cornell eigentlich vertrauen soll. Rasante Verfolgungsjagden garantieren atemlose Spannung. Im Umgang mit den drei Nerds kommt es allerdings zu Situationen, bei denen man gelegentlich unverhofft schmunzeln muss. Diese Szenen lockern nicht nur die Handlung auf, sondern sorgen außerdem dafür, dass man einen kurzen Moment Luft holen kann, bevor die Spannungskurve wieder steil nach oben steigt. Am Ende laufen die Handlungsfäden in einem äußerst rasanten Finale zusammen.

Ein Thriller, der atemlose Spannung garantiert und den man deshalb nur schwer aus der Hand legen mag - bitte mehr davon!

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Veröffentlicht am 04.02.2020

Startet zunächst gemächlich, entwickelt sich dann aber zu einem wahren Pageturner

Wolves – Die Jagd beginnt (Ein New-Scotland-Yard-Thriller 3)
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Der ehemalige Polizist Finlay Shaw wird tot aufgefunden. Da der Raum von innen verschlossen und Finlay offensichtlich allein darin war, geht man davon aus, dass es sich um Selbstmord handelt. Doch William ...

Der ehemalige Polizist Finlay Shaw wird tot aufgefunden. Da der Raum von innen verschlossen und Finlay offensichtlich allein darin war, geht man davon aus, dass es sich um Selbstmord handelt. Doch William "Wolf" Fawkes kann und will nicht daran glauben, dass sein ehemaliger Mentor sich selbst getötet hat. Gemeinsam mit Emily Baxter beginnt Fawkes zu ermitteln. Zunächst bleibt die fieberhafte Suche der beiden ergebnislos, doch dann entdeckt Fawkes erste Hinweise, die tief in die Vergangenheit führen. Das, was dann ans Tageslicht kommt, ist schier unglaublich...

Nach "Ragdoll" und "Hangman" ist "Wolves" bereits der dritte Band der New Scotland Yard Reihe von Daniel Cole. Man kann diesen Teil sicher auch ohne Vorkenntnisse lesen, doch empfehlenswert ist es nicht, da fehlende Hintergrundinformationen zu den Protagonisten und den jeweiligen Beziehungen untereinander, den Einstieg sonst etwas erschweren könnten.

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Dabei kommt es auch immer wieder zu Rückblicken in die Vergangenheit. Da diese aber durch Jahreszahlen gekennzeichnet sind, fällt die Orientierung leicht. Der Einstieg ins Geschehen verläuft zunächst etwas gemächlich. Es kommt durchaus zu interessanten und fesselnden Szenen, doch die dort aufgebaute Spannung kann vorerst nicht durchgehend gehalten werden, sondern flacht zwischendurch immer wieder ab. Das ändert sich ab der Hälfte des Buchs allerdings gewaltig, denn dann sorgt eine entscheidende Erkenntnis dafür, dass man den Thriller nicht mehr aus der Hand legen mag. Daniel Cole liefert ein spannendes Katz- und Mausspiel, das durch überraschende Wendungen zu einem wahren Pageturner wird.

Die Charaktere machen es einem nicht immer leicht. Dennoch gewöhnt man sich schnell an die Eigenarten und kann die Kabbeleien, die sich auflockernd durchs Geschehen ziehen, genießen. Daniel Cole beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so authentisch, dass man sich alles lebhaft vorstellen kann. Außerdem gelingt es ihm, die unterschiedlichen Handlungsstränge am Ende schlüssig zu verknüpfen.

Nach einem eher gemächlichen Start entwickelt sich "Wolves" doch noch zu einem Pageturner, den man nicht mehr aus der Hand legen mag. Zum besseren Verständnis der privaten und beruflichen Verwicklungen empfiehlt es sich allerdings, die Bände der New Scotland Yard Serie in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

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