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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.01.2020

Durchgehend interessant

Der unschuldige Mörder
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Zackarias Levin verliert durch die Zeitungskrise seinen Job und auch im Privatleben läuft es alles andere als rund, denn seine langjährige Lebensgefährtin trennt sich von ihm. Zack kehrt Stockholm den ...

Zackarias Levin verliert durch die Zeitungskrise seinen Job und auch im Privatleben läuft es alles andere als rund, denn seine langjährige Lebensgefährtin trennt sich von ihm. Zack kehrt Stockholm den Rücken und zieht zurück zu seiner Mutter. In der schwedischen Provinz sind seine Chancen, einen gut bezahlten Job zu bekommen, allerdings noch schlechter. Da Zack vor Jahren "Literarisches Schreiben" studiert hat, beschließt er, einen Roman zu schreiben. Das Thema ist auch schnell gefunden, denn sein ehemaliger Studienfreund Adrian wurde vor Jahren für den Mord an Autor Leo Stark verurteilt, obwohl dessen Leiche nie aufgetaucht ist. Zack ist davon überzeugt, dass Adrian unschuldig ins Gefängnis kam. Er beginnt zu recherchieren, was damals wirklich geschah und will endlich die Wahrheit ans Licht bringen....

Die Handlung trägt sich auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen, die abwechselnd verwendet werden, zu. Der aktuelle Strang des Jahres 2008 beschreibt Zacks Nachforschungen und die Fortschritte, die sein Roman durch die angestellten Recherchen nimmt. Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblicke in das Jahr 1996. Das Jahr, in dem Zack sein Studium begann, seine Studienfreunde kennenlernte und gemeinsam mit ihnen auf den erfolgreichen, aber eher exentrischen Autor Leo Stark traf. Zunächst besinnt Zack sich auf seine eigenen Erinnerungen, doch bei seinen Recherchen stellt sich heraus, dass seine damaligen Freunde oft eine ganz andere Sicht auf die damaligen Ereignisse haben. Außerdem scheinen sie sich stark verändert zu haben.

Durch die wechselnden Perspektiven wird das Interesse an der Handlung sofort geweckt. Genau wie Zack, stellt man sich die Frage, was damals wirklich passiert ist. Nach und nach trägt Zack verschiedene Puzzleteile zusammen, doch an welche Stelle sie gelegt werden können, bleibt lange im Dunkeln. Dadurch bleibt die Handlung durchgehend interessant und man wird zum Miträtseln angeregt. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint und das macht einen großen Reiz, der sonst eher gemächlichen Handlung aus. Wer auf spannende Cold-Case-Ermittlungen hofft, der dürfte enttäuscht werden, denn das hat dieses Buch nicht zu bieten. Da es aber auch als Roman deklariert ist, gibt es daran nichts auszusetzen. Denn die Handlung ist durchgehend interessant und die Auflösung wird erst ganz zum Schluss präsentiert.

Ein durchgehend interessanter Roman, der durch überraschende Wendungen punkten kann.

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Veröffentlicht am 01.01.2020

Konnte mich leider nicht überzeugen

Diabolic – Fatales Vergehen
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Die drei Teenager Shiloh, Ruth und Kat leben in Prairie Creek in Wyoming. Obwohl gerade erst drei Mädchen aus dem Ort verschwunden sind, genießen die Freundinnen den Kick, nachts an einem abgelegenen See ...

Die drei Teenager Shiloh, Ruth und Kat leben in Prairie Creek in Wyoming. Obwohl gerade erst drei Mädchen aus dem Ort verschwunden sind, genießen die Freundinnen den Kick, nachts an einem abgelegenen See nackt baden zu gehen. Das scheinbar harmlose Abenteuer endet in einem wahren Albtraum, über den die drei Teenager allerdings niemals reden. 15 Jahre später verschwindet erneut ein Mädchen aus dem Ort. Shiloh, Ruth und Kat wissen, dass sie nun ihr Schweigen brechen müssen....

Nach "Greed - Tödliche Gier" ist "Diabolic - Fatales Vergehen" der zweite Band der Wyoming-Reihe, die aus der Feder der amerikanischen Beststeller-Autorinnen Lisa Jackson, Nancy Bush und Rosalind Noonan stammt. Man muss den ersten Teil der Reihe allerdings nicht gelesen haben, um den Ereignissen des zweiten Teils folgen zu können.

Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos, da die drei Autorinnen das nächtliche Abenteuer der drei Freundinnen so spannend schildern, dass man vom ersten Moment an in den Sog der Ereignisse gerät. Die Spannung wird durch den rasanten Einstieg sofort geweckt, denn zwischen den Zeilen schwebt eine bedrohliche Atmosphäre, die sich schließlich in einem grauenhaften Albtraum für die drei Mädchen entlädt. Man möchte unbedingt erfahren, wer der Angreifer war und wie es an dieser Stelle weitergeht. Doch bis dahin muss man sich noch gedulden.

Die aktuellen Ereignisse, die sich 15 Jahre später zutragen, sind in drei Abschnitte unterteilt, in denen jeweils eine der Hauptprotagonistinnen im Mittelpunkt steht. Dadurch lernt man Shiloh, Ruth und Kat zwar nacheinander besser kennen, doch die Teile verschmelzen einfach nicht richtig miteinander, sondern wirken eher so, als ob man drei unterschiedliche Geschichten lesen würde, die daran gipfeln, dass jede der Frauen den Mann fürs Leben findet. Die traumatischen Thriller-Ereignisse geraten dadurch leider etwas in den Hintergrund und die früh aufgebaute Spannung flacht schnell ab. Man hat das Gefühl, dass der Killer, der die Mädchen damals offenbar gejagt hat, nur eine spannende Hintergrundkulisse für drei platte Lovestorys ist, bei denen sich ganz normale, durchsetzungsfähige Frauen plötzlich in hormongesteuerte Weibchen, die keinen klaren Gedanken mehr fassen können, verwandeln. Der Schreibstil ist dabei sehr einfach, driftet gelegentlich in eine eher vulgäre Wortwahl ab, aber, zugegebenermaßen, sehr flüssig lesbar.

Ein temporeicher, hochspannender Einstieg, der auf einen echten Pageturner hoffen lässt! Doch leider zerschlägt sich diese Hoffnung sehr schnell, da das Ganze dann zu eher platten Lovestorys mit sehr konstruiert wirkender Hintergrundkulisse mutiert.

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Veröffentlicht am 30.12.2019

Mitreißende Erzählung

Peety
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Eric ist stark übergewichtig und dadurch gesundheitlich angegriffen. Als es bei einer Flugreise zu einer äußerst unangenehmen Situation kommt, beschließt Eric, dass sich etwas ändern muss. Er sucht sich ...

Eric ist stark übergewichtig und dadurch gesundheitlich angegriffen. Als es bei einer Flugreise zu einer äußerst unangenehmen Situation kommt, beschließt Eric, dass sich etwas ändern muss. Er sucht sich eine neue Ärztin, die sich überraschend viel Zeit für ihn nimmt. Sie empfiehlt ihm nicht nur eine Ernährungsumstellung und Bewegung, sondern auch einen Besuch im Tierheim, um dort einen Hund zu adoptieren. Da Eric sich vorgenommen hat, alle Anweisungen der Ärztin zu befolgen, setzt er auch diesen Vorschlag in die Tat um. Im Tierheim trifft er Peety, der ein ähnliches Schicksal wie er selber hat, denn auch Peety ist übergewichtig. Gemeinsam kehren die beiden Schritt für Schritt in ein gesundes Leben zurück. Dabei entwickelt sich eine Freundschaft von ungeahnter Tiefe....

Dies ist die wahre Geschichte von Eric O'Grey und seinem Hund Peety. Die beiden schaffen es gemeinsam, nicht nur ihre überzähligen Kilos loszuwerden, sondern eine wunderbare, tiefe Freundschaft aufzubauen. Eric O'Grey erzählt die Geschichte auf lebendige Art und Weise. Man fühlt sich beinahe so, als ob man ihm gegenüber sitzen und ihm zuhören würde. Handlungsorte und Protagonisten erwachen dabei sofort zum Leben, sodass man sich ganz auf Erics Erzählung einlassen kann. Die innige Verbundenheit zwischen ihm und Peety ist zwischen den Zeilen förmlich spürbar. Eric erzählt hier die ungeschminkte Wahrheit, sodass man den Kampf gegen die Kilos sehr gut nachvollziehen kann. Die Freude, als erste Erfolge sichtbar werden, wird ebenfalls authentisch vermittelt. Eric wirkt sehr sympathisch und seine Gedanken und Handlungen nachvollziehbar.

Ich habe Erics Erzählung von der ersten bis zur letzten Seite genossen und mit Peety und ihm mitgefiebert. Deshalb bekommt das Buch von mir auch alle fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.12.2019

Nicht ist so, wie es auf den ersten Blick scheint

Nebeljagd
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Kurz vor Weihnachten wird die Rechtsanwältin Linn Geller Johann Haug als Pflichtverteidigerin zugeteilt. Haug steht unter Verdacht, seine ehemalige Pflegemutter ermordet zu haben. Doch er streitet die ...

Kurz vor Weihnachten wird die Rechtsanwältin Linn Geller Johann Haug als Pflichtverteidigerin zugeteilt. Haug steht unter Verdacht, seine ehemalige Pflegemutter ermordet zu haben. Doch er streitet die Vorwürfe ab. Linn geht zunächst von der Unschuld ihres Mandanten aus. Doch schon bald stellt sich heraus, dass dies nicht der erste Mord ist, den Haug begangen haben soll. Denn vor Jahren wurde Haugs Jugendfreundin brutal getötet und die Dorfgemeinschaft ist davon überzeugt, dass nur Haug der Täter sein kann. Durch den erneuten Mord beginnt eine wahre Hexenjagd auf Haug. Linn Geller beginnt zu recherchieren und deckt dabei Ungereimtheiten auf, dennoch weiß auch sie nicht, was sie glauben soll. Denn sie hat das Gefühl, dass ihr Mandant ihr einiges verschweigt. Als sie immer tiefer in der Vergangenheit gräbt, gerät sie selbst in große Gefahr....

"Nebeljagd" ist nach "Totwasser" bereits der zweite Band, in dem die Rechtsanwältin Dr. Linn Geller die Strafverteidigung in einem scheinbar wasserdichten Fall übernimmt. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, können sie aber unabhängig voneinander gelesen werden. Vorkenntnisse aus dem ersten Teil sind nicht nötig, um den Recherchen im aktuellen Fall zu folgen. Wenn man allerdings an der Weiterentwicklung der Charaktere oder den privaten Nebenhandlungen interessiert ist, dann empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge.

Der Einstieg in die Handlung gelingt mühelos, denn die Autorin versteht es hervorragend, von der ersten Seite an Spannung aufzubauen, die nicht nur durchgehend gehalten werden kann, sondern sich im Verlauf der Ereignisse sogar stetig steigert. Die Charaktere werden dabei so lebendig geschildert, dass man mit ihnen mitfiebert. Außerdem wird die Dorfgemeinschaft, die sich zunächst geschlossen gegen Haug stellt, so glaubwürdig geschildert, dass man den Hass, der Haug entgegenschlägt, regelrecht zwischen den Zeilen spüren kann. Genau wie Linn Geller, ist man hin- und hergerissen und weiß nicht, was man glauben soll. Wem kann man eigentlich vertrauen und wie ergeben die Puzzleteilchen, die Linn Geller zusammenträgt, ein stimmiges Bild? Es ist offensichtlich nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint und immer wenn man meint, dass man der Lösung nun einen Schritt näher gekommen ist, sorgen überraschende Wendungen dafür, dass man die eigenen Überlegungen komplett über den Haufen werfen und neu ansetzen muss. Dadurch gerät man förmlich in den Sog der Handlung und mag das Buch nur ungern aus der Hand legen. Selbst zum Ende hin gibt es noch einige Überraschungen. Damit wirkt der Fall keinen Moment vorhersehbar, sondern überzeugt auf ganzer Linie.

"Nebeljagd" ist ein wahrer Genuss für Krimifans, da die Handlung durchgehend spannend und kaum vorhersehbar ist

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Veröffentlicht am 22.12.2019

Packender Abschluss einer spannenden Reihe

Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten
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Nach Enduras Untergang sind mittlerweile drei Jahre vergangen. Nichts ist mehr wie zuvor. Der Thunderhead ist verstummt und Scythe Goddard nimmt durch seine Brutalität und seine Intrigen großen Einfluss. ...

Nach Enduras Untergang sind mittlerweile drei Jahre vergangen. Nichts ist mehr wie zuvor. Der Thunderhead ist verstummt und Scythe Goddard nimmt durch seine Brutalität und seine Intrigen großen Einfluss. Nichts und niemand scheint ihn noch aufzuhalten können. Gibt es noch Hoffnung auf Rettung?

„Scythe - Das Vermächtnis der Ältesten“ ist der Finalband der Scythe-Trilogie. Um die komplexe Welt und die vielen unterschiedlichen Protagonisten, die hier agieren, richtig zu verstehen, empfiehlt es sich deshalb, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Ein Quereinstieg ist sicher möglich, aber keinesfalls empfehlenswert.
Der erneute Einstieg ins Geschehen gelingt relativ mühelos, denn Neal Shusterman versteht es wieder hervorragend, die Welt der Scythe so anschaulich zu beschreiben, dass man ganz in die Handlung eintauchen kann. Durch Enduras Untergang hat sich vieles verändert. Man mag beim Lesen kaum glauben, wie groß Goddards Einfluss mittlerweile ist und kann sich nicht vorstellen, wie seine Machtübernahme noch verhindert werden kann.
Die Handlung wird auch wechselnden Perspektiven betrachtet, die im Verlauf der Ereignisse aufeinander zusteuern. Die unterschiedlichen Handlungsstränge sind durchgehend interessant, sodass sich die Spannung bereits früh aufbaut. Durch den anschaulichen Schreibstil des Autors kann man ganz in die Handlung eintauchen und die Ereignisse, die sich nach und nach verknüpfen, gebannt beobachten. Unverhoffte Wendungen sorgen außerdem dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Es gibt ein Wiedersehen mit altbekannten Charakteren, doch auch neue Protagonisten bereichern die Welt der Scythe. Alle werden so lebendig beschrieben, dass man mitfiebern und gespannt auf das große Finale zusteuern kann. Dieses ist ganz anders als gedacht, aber dennoch ausgeklügelt und somit hat man zum Schluss das Gefühl, dass es genau so enden muss. Der packende Abschluss einer spannenden Reihe!

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