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Veröffentlicht am 02.07.2019

Gefühlvolle Erzählung

Find mich da, wo Liebe ist
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Als junge Frau blickte Grace optimistisch in die Zukunft, denn man sagte ihr eine große musikalische Karriere als Cellistin voraus. Doch dann musste sie die Musikhochschule verlassen. Nun hat Grace Hemmungen, ...

Als junge Frau blickte Grace optimistisch in die Zukunft, denn man sagte ihr eine große musikalische Karriere als Cellistin voraus. Doch dann musste sie die Musikhochschule verlassen. Nun hat Grace Hemmungen, vor Publikum zu spielen. Deshalb repariert und baut sie in einem kleinen Ort in Kent Musikinstrumente. Ihr Leben ist hauptsächlich auf ihre große Liebe David ausgerichtet. Doch David ist verheiratet. Trotzdem hofft Grace darauf, dass er eines Tages seine Frau verlassen wird, um mit ihr ein neues Leben zu beginnen. Als die Affäre aufzufliegen droht, kommen die Dinge in Bewegung....

Die Handlung wird in der Ich-Form, aus der Sicht der Hautprotagonistin Grace, geschildert. Grace erzählt in einer ruhigen Art, die einen sofort mitten ins Geschehen zieht. Obwohl Grace Davids Geliebte und nicht seine Ehefrau ist, merkt man sofort, dass er der Mittelpunkt ihres Lebens ist und entwickelt im Verlauf der Ereignisse Verständnis dafür, wie es zu dieser Beziehung gekommen ist. Grace wirkt sehr sympathisch und führt so durch die Handlung, dass es kaum zu Längen kommt. Dass es doch mal dazu kommt, dass die Erzählung etwas langatmig wirkt, liegt allerdings daran, dass Grace eine leidenschaftliche Instrumentenbauerin ist. Sie kann eindrucksvoll berichten, wie Musikinstrumente hergestellt werden und welche Besonderheiten man dabei beachten muss. Das alles zeigt nicht nur, dass die Hintergründe gut recherchiert sind, sondern sorgt außerdem dafür, dass Grace noch authentischer wirkt, da man ihr die Kenntnisse und ihre berufliche Leidenschaft abnimmt.

Es gibt außerdem immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit. Diese verknüpfen sich im Verlauf der Handlung mit der Gegenwart und sorgen zum Ende hin für eine überraschende Wendung. Handlungsorte und Protagonisten werden von Grace so lebendig geschildert, dass man das Gefühl hat, selbst vor Ort und Teil der Erzählung zu sein. Dadurch kann man sich sehr gut mit den Charakteren identifizieren. Obwohl es zu Ereignissen kommt, die vorhersehbar wirken, kann man bei dieser Erzählung gut darüber hinwegsehen. Denn es gibt auch Wendungen, mit denen man so nicht gerechnet hat.

Ich habe mich beim Lesen dieses Romans sehr gut unterhalten, da ich das Erzähltalent der Hauptprotagonistin genossen habe und mich deshalb ganz auf die Handlung einlassen konnte. Die Gefühle wurden dabei, für meinen Geschmack, glaubhaft transportiert und wirkten nicht zu überzogen. Auch wenn mir die Beschreibungen der Musikinstrumente manchmal zu ausufernd erschienen und die Handlung an diesen Stellen etwas langatmig auf mich wirkte, habe ich diese Beschreibungen als Teil von Grace gesehen, der einfach zu ihrer Person gehört.

Veröffentlicht am 01.07.2019

Spannender Psychothriller

Silent Victim
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Die neue Stelle, die Alex angeboten bekommt, ist für ihn ein ordentlicher Schritt auf der Karriereleiter. Doch dazu müssen er, seine Frau Emma und Sohn Jamie nach Leeds umziehen. Alex versteht nicht, warum ...

Die neue Stelle, die Alex angeboten bekommt, ist für ihn ein ordentlicher Schritt auf der Karriereleiter. Doch dazu müssen er, seine Frau Emma und Sohn Jamie nach Leeds umziehen. Alex versteht nicht, warum Emma ihr Elternhaus nur ungern verkaufen möchte. Denn der Vater ist tot und die Mutter vor vielen Jahren verschwunden. Doch Emma hat einen guten Grund, warum sie nicht umziehen möchte. Sie gesteht Alex, dass sie vor Jahren ihren Lehrer erschlagen und auf dem Grundstück vergraben hat. Nun hat sie Angst, dass die neuen Besitzer die Leiche finden könnten. Doch der Leichnam ist verschwunden! Plötzlich fühlt Emma sich verfolgt. Was hat sich damals wirklich zugetragen? Alex weiß schon bald nicht mehr was er glauben soll....

Die Handlung wird in der Ich-Perspektive geschildert. Dabei wechselt die Sicht zwischen Emma, ihrem Ehemann Alex und dem Lehrer Luke. Es gibt auch einige Zeitsprünge. Doch da sowohl die Wechsel der Perspektiven, als auch die Zeit, zu der sich die Handlung gerade zuträgt, am Anfang der Kapitel gekennzeichnet werden, fällt es leicht, die Übersicht zu behalten. Durch die Wechsel der Perspektiven bekommt man einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle der drei Hauptakteure. Dennoch kann man sie nur schwer einschätzen, denn die Autorin versteht es hervorragend, nicht zu viel zu verraten. Man bekommt zwar nach und nach Informationen, dennoch ist man hin- und hergerissen und weiß nicht, was man glauben soll und wem man eigentlich vertrauen kann. Dadurch steigt die bereits früh aufgebaute Spannung stetig an.

Der Schreibstil ist flüssig und äußerst angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen. Die Anzahl der Charaktere ist recht überschaubar, allerdings wirken alle gut ausgearbeitet und äußerst lebendig. Dadurch kann man sich ganz auf die spannende Handlung einlassen und gerät früh in den Sog der Ereignisse. Auch wenn man, als erfahrener Thriller-Leser, einige Wendungen vorhersehen kann, bleibt die Spannung erhalten, da man sich einfach nicht sicher sein kann, was passiert.

Ich habe mich beim Lesen dieses Psychothrillers ausgesprochen gut unterhalten. Denn ich bin früh in den Sog der Ereignisse geraten und wusste nicht, was ich glauben soll und wem man hier eigentlich vertrauen kann. Diese Ungewissheit hat für mich den besonderen Reiz dieses Thrillers ausgemacht.

Veröffentlicht am 25.06.2019

Spannendes Katz- und Mausspiel

Die Stille des Todes
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In der Kathedrale von Vitoria wird ein ermordetes Paar aufgefunden. Es ist genauso drapiert, wie die Opfer der Mordserie, die die Stadt vor zwanzig Jahren in Atem hielt. Der damalige Täter wurde gefasst ...

In der Kathedrale von Vitoria wird ein ermordetes Paar aufgefunden. Es ist genauso drapiert, wie die Opfer der Mordserie, die die Stadt vor zwanzig Jahren in Atem hielt. Der damalige Täter wurde gefasst und sitzt noch immer im Gefängnis. Nun steht allerdings sein erster Hafturlaub an. Ist damals überhaupt der wirkliche Mörder verurteilt worden oder ist der Mann unschuldig? Inspector Ayala ermittelt und gerät dabei selbst in große Gefahr....

"Die Stille des Todes" ist der Auftakt einer Reihe, in der Inspector Unai López de Ayala ermittelt. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wobei der Hauptteil in der Ich-Form, aus der Sicht des Inspectors, geschildert wird. Es gibt allerdings auch immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, die zunächst nicht mit dem aktuellen Geschehen in Verbindung gebracht werden können, sich aber im weiteren Verlauf ins Gesamtbild einflechten.

Es gelingt der Autorin hervorragend, sofort das Interesse an der Handlung zu wecken. Denn der Prolog, in dem Inspector Ayala den Leser ins Geschehen einführt, endet bereits mit einem Paukenschlag. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Denn der Inspector plaudert locker aus dem Nähkästchen. Er versteht es nicht nur Spannung aufzubauen, sondern auch Humor einfließen zu lassen, der dafür sorgt, dass man das Gefühl hat, ihm direkt gegenüber zu sitzen und seinem Bericht zu lauschen. Man stellt schnell fest, dass Ayala geradezu besessen davon ist, die Identität des Täters zu lüften und die Mordserie zu stoppen. Deshalb verfolgt man ein Katz- und Mausspiel, das durchgehende Spannung garantiert und in einem grandiosen Finale gipfelt.

Die Beschreibungen des Baskenlandes sind dabei so gelungen, dass man sich der Handlungsorte stets bewusst ist. Die besondere Atmosphäre schwebt regelrecht zwischen den Zeilen, sodass man das Gefühl hat, selbst durch die Gassen zu streifen und dabei die beschriebenen Orte aufzusuchen. Die Charaktere wirken außerdem sehr lebendig. Man kann sich deshalb mühelos auf die spannende Jagd nach dem Täter einlassen. Doch hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint, denn es kommt zu einigen Überraschungen.

Krimis und Thriller sind ja meine absoluten Favoriten und bei diesem Exemplar habe ich mich ausgesprochen gut unterhalten. Denn durch die intensiven Beschreibungen der Handlungsorte und Charaktere, konnte ich mich ganz auf die Handlung einlassen und die spannende Jagd nach dem Täter genießen.

Veröffentlicht am 24.06.2019

Liebesroman, der durch eine unverhoffte Wendung überrascht

Nur in dich verliebt
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Phoebe, Rose und Eliza sind eineiige Drillinge. Obwohl sie äußerlich kaum zu unterscheiden sind, hat jedes Drillings-Mädchen eigene Stärken, Ziele und Träume. Doch bei ihrer Schwärmerei für den gutaussehenden ...

Phoebe, Rose und Eliza sind eineiige Drillinge. Obwohl sie äußerlich kaum zu unterscheiden sind, hat jedes Drillings-Mädchen eigene Stärken, Ziele und Träume. Doch bei ihrer Schwärmerei für den gutaussehenden Angus, der ins Nachbarhaus zieht, sind die Schwestern sich wieder einig. Viele Jahre später ist Phoebe mit ihm verlobt. Die Hochzeit der beiden steht kurz bevor. Rose ist dabei, ihr Leben neu zu ordnen und Eliza versucht, mit ihrer Musik endlich den Durchbruch zu schaffen und außerdem nicht mehr an die große Liebe ihres Lebens zu denken...

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Dabei wird die Ich-Form verwendet, in der Phoebe, Rose und Eliza abwechselnd zu Wort kommen. Durch die gewählte Erzählperspektive bekommt man einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle der Drillinge und erfährt außerdem, wie sie aufeinander wirken und was sie voneinander halten. Dabei wird schnell klar, dass die drei Mädchen, obwohl sie sich äußerlich gleichen, doch sehr unterschiedlich sind.

Der Wechsel der Perspektiven ist gut zu erkennen, da der Name der Protagonistin, die gerade erzählt, vor dem jeweiligen Abschnitt steht. Dennoch sollte man gerade am Anfang konzentriert lesen, um die Drillinge richtig zuzuordnen. Außerdem gibt es im Buch Zeitsprünge, die nicht so leicht zu erkennen sind. Hier wäre es sicher besser gewesen, diese zu kennzeichnen, da man bei den jeweiligen Sprüngen zunächst etwas irritiert ist.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr angenehm lesbar. Handlungsorte und Protagonisten werden so lebendig beschrieben, dass man alles mühelos vor Augen hat. Man kann sich deshalb ganz auf die Handlung einlassen und fasst spontane Sympathien oder Abneigungen. Zunächst hat es den Anschein, als ob die Geschichte sehr vorhersehbar wäre, doch eine vollkommen überraschende Wendung sorgt dafür, dass man diesen Gedanken schnell aufgeben muss. Die bisher so lockere Geschichte nimmt plötzlich eine sehr emotionale Wendung. Man stellt sich die Frage, wie es den Protagonisten wohl gelingen wird, mit den beschriebenen Situationen umzugehen. Obwohl man natürlich auf ein Happy End hofft, kann man sich nicht vorstellen, wie dieses wohl aussehen könnte. Dadurch bleibt das Interesse an der Handlung bis zum Schluss erhalten. Die Gefühle kommen dabei auch nicht zu kurz, denn Paige Toon versteht es hervorragend, diese authentisch in die Handlung einzuflechten.

Ich habe mich beim Lesen dieses Romans ausgesprochen gut unterhalten. Und das will wirklich etwas heißen, da ich eher selten zu Liebesromanen greife, da diese mir meist zu vorhersehbar und klischeehaft sind. Das war bei diesem Roman allerdings nicht der Fall, denn die überraschende Wendung hat dafür gesorgt, dass die Geschichte plötzlich ganz anders verlief, als ich erwartet hatte. Die Charaktere wirkten auf mich außerdem sehr lebendig, sodass ich mich ganz auf die Handlung einlassen und mit ihnen mitfiebern konnte.

Veröffentlicht am 23.06.2019

Spannender Thriller

Aschegrab
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Rachel Buchanan wird ins australische Dorf Hopetoun geschickt, um dort im Fall eines beim Spielen verschwundenen Mädchens zu ermitteln. Der Freund des Mädchens schweigt beharrlich. Was hat er gesehen? ...

Rachel Buchanan wird ins australische Dorf Hopetoun geschickt, um dort im Fall eines beim Spielen verschwundenen Mädchens zu ermitteln. Der Freund des Mädchens schweigt beharrlich. Was hat er gesehen? Schon bald stellt Rachel fest, dass im Jahr 1996 schon einmal ein Mädchen in Hopetoun verschwand und dass ihr Bruder danach ebenfalls verstummte. Die Parallelen zwischen Gegenwart und Vergangenheit sind nicht zu übersehen. Deshalb beginnt Rachel in der Vergangenheit zu graben. Dabei stößt sie nicht nur auf alte Geheimnisse, sondern gerät selbst in große Gefahr....

Nach "Aschekinder" und "Aschemädchen" ist "Aschegrab" der dritte Band um die englische Austausch-Polizistin Rachel Buchanan. Man kann den aktuellen Ermittlungen aber auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Serie gelesen hat. Wenn man allerdings an der Weiterentwicklung der Hauptprotagonistin interessiert ist, dann empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet. Dabei gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit. Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos, denn der Autor schafft es vom ersten Moment an, das Interesse am Fall zu wecken. Handlungsorte und Protagonisten werden dabei so lebendig beschrieben, dass man sie sofort vor Augen hat und deshalb ganz ins Geschehen eintauchen kann. Die Spannung wird früh aufgebaut und kann durchgehend gehalten werden. Es kommt im Verlauf der Handlung zu einigen Wendungen, die dafür sorgen, dass man dem Ganzen gebannt folgt.

Krimis und Thriller sind ja meine absoluten Favoriten. Dieser Thriller war für mich allerdings die erste Begegnung mit Rachel Buchanan. Dennoch hatte ich keine Schwierigkeiten den Einstieg in die Handlung zu finden, obwohl ich vorher keinen Band der Reihe gelesen hatte. Schreibstil, Plot und Spannungsaufbau haben mir sehr gut gefallen, sodass ich mich ganz auf die Handlung einlassen konnte. Allerdings muss ich gestehen, dass die überraschenden Wendungen für mich nicht ganz so überraschend waren. Ich lese ja hauptsächlich Bücher aus dem Spannungsbereich und deshalb habe ich bereits früh geahnt, wer hinter dem Ganzen stecken könnte. Dennoch habe ich mich beim Lesen sehr gut unterhalten und vergebe vier von fünf möglichen Sternchen.