Profilbild von Kleinbrina

Kleinbrina

Lesejury Star
offline

Kleinbrina ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kleinbrina über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2017

Interessante Geschichte

Warten auf Bojangles
0

Ich muss gestehen, dass ich bei "Warte nauf Bojangles" nicht wirklich gewusst habe, was mich hier erwarten wird, da das Buch eine spontane Entscheidung war und eigentlich gar nicht so in mein Beuteschema ...

Ich muss gestehen, dass ich bei "Warte nauf Bojangles" nicht wirklich gewusst habe, was mich hier erwarten wird, da das Buch eine spontane Entscheidung war und eigentlich gar nicht so in mein Beuteschema passte. Dennoch habe ich der Geschichte gerne eine Chance gegeben und habe hier eine außergewöhnliche, aber auch gleichzeitig emotionale Geschichte vorgefunden.

An den Schreibstil musste ich mich zunächst gewöhnen, hat man dies jedoch erstmal geschafft, erlebt man hier eine interessante Geschichte, die flüssig erzählt wird, dem Leser eine Menge Emotionen entlockt und gleichzeitig aber auch dafür sorgt, dass man zum Nachdenken angeregt wird. Figuren und Dialoge sind dazu gut ausgearbeitet, sodass man hier eine interessante Geschichte erhält. Man muss zwar sagen, dass der Autor hier manche Themen nicht ausreichend recherchiert und hier lieber alles seiner Fantasie überlassen hat, allerdings fand ich auch das vollkommen in Ordnung, da in der Literatur schließlich alles möglich ist.

Erzählt wird hier die Geschichte von einer kleinen Familie, die oftmals unter den Depressionen der Mutter leidet, aber das Leben dennoch so nimmt, wie es ist und gleichzeitig das Beste daraus macht. Alkohol, jede Menge Spaß und glückliche Momente stehen hier an der Tagesordnung, gleichzeitig muss man sich allerdings auch immer wieder mit den Problemen und Ängsten der Mutter auseinandersetzen, die dennoch von ihrer Familie geradezu abgöttisch geliebt wird. Als die Probleme jedoch immer schlimmer werden und die Mutter in die Therapie muss, wollen George und sein Sohn ihr das Leben dennoch so schön wie möglich gestalten und ihr das Leben zurückgeben, was sie hatte, denn sie entführen sie aus der Psychiatrie und gemeinsam geht es nach Spanien, wo man ein Leben wie schon vor der Therapie führen möchte.

An sich ist das wirklich interessant, was der Autor hier beschreibt und mir hat die Geschichte auch gut gefallen. Problematisch finde ich jedoch stellenweise, dass hier zu wenig auf die Krankheit und die Gefahren eingegangen wird. Man geht zwar darauf ein, dass es für alle Beteiligten nicht gerade schöne Momente sind, allerdings werden mir die Depressionen hier zu sehr verharmlost, was man auch an dem Verhalten des Kindes merkt. Ein bisschen mehr Aufklärung wäre in meinen Augen somit angebracht gewesen.

Die Covergestaltung ist zwar an sich nett anzusehen und besticht mit knalligen Farben, allerdings wäre ich allein wegen dem Cover wohl nie auf die Geschichte aufmerksam geworden, da es nicht ganz in mein Beuteschema passt. Die Kurzbeschreibung hat mir dagegen schon eher zugesagt und mich direkt angesprochen.

Kurz gesagt: "Warten auf Bojangles" ist eine interessante und außergewöhnliche Geschichte, die mich berühren, aber auch zum Nachdenken anregen konnte. Zwar gibt es hier und da die ein oder andere Schwäche und ich hätte mir bei gewissen Themen mehr Aufklärung und vielleicht auch mehr Recherche gewünscht, aber dennoch hat mir die Geschichte gut gefallen, sodass ich sie gerne weiterempfehlen möchte.

Veröffentlicht am 17.03.2017

Belanglos und unrund

Kiss Online
0

Ich muss gestehen, dass ich bei "Kiss Online" von Anfang an etwas skeptisch war, da ich nicht unbedingt ein großer Fan von Vlogs bin, da ich mich bei der Art von Selbstdarstellung oftmals fremdschäme. ...

Ich muss gestehen, dass ich bei "Kiss Online" von Anfang an etwas skeptisch war, da ich nicht unbedingt ein großer Fan von Vlogs bin, da ich mich bei der Art von Selbstdarstellung oftmals fremdschäme. Dementsprechend niedrig waren hierbei auch meine Erwartungen und das war auch gut so, denn leider konnte mich die Geschichte nicht überzeugen.

Der Schreibstil ist an sich ganz nett und sorgt dafür, dass sich die Geschichte leicht und flüssig lesen lässt. Die Dialoge sind mir zwar grundsätzlich zu aufgesetzt und auch die Figuren konnte mich nicht gänzlich überzeugen, allerdings kann man der Autorin nicht vorwerfen, sich keine Mühe gegeben zu haben. Vielmehr führt sie den Leser sehr gut an das Thema Vlogging heran, erklärt genau, was es damit auf sich hat und auch welche Möglichkeiten man dadurch erhalten kann. Problem ist jedoch, dass mir das alles viel zu gewollt und aufgesetzt war und ich somit mit dem Thema nicht warm wurde.

Die Geschichte ist dabei schnell erzählt: Juniper, Lenny und Jasper betreiben seit einiger Zeit einen gut laufenden Vlog, bei denen sie sich gegenseitig und ihren Mitschülern Streiche spielen, dazu gibt es einmal pro Woche ein Video, bei dem ihre Fans ihnen live Fragen und Aufgaben stellen dürfen. Da viele ihrer Fans Juniper gerne mit einem der Jungs zusammen sehen möchten, fordern sie Juniper und Jasper auf, sich zu küssen. Für Juniper ist dies zunächst nicht die beste Idee, allerdings lässt sie sich letztendlich doch darauf ein und schon ist die sogenannte "Kiss Cam" auf ihrem Vlog geboren. Dass dabei auch Gefühle in den Vordergrund rücken können, wurde vorher nicht bedacht...

Ich hätte die Geschichte trotz Skepsis wirklich gern gemocht, da mir hier viele Ideen an sich gut gefallen haben. Problem ist jedoch die Umsetzung, denn diese war mir oftmals viel zu oberflächlich, sodass ich mich weder großartig in die Figuren hineinversetzen, noch den großen Hype um ihren Vlog verstehen konnte. Vielleicht bin ich auch einfach schon zu alt für die Geschichte.

Das Cover ist dagegen hübsch anzusehen und passt hervorragend zur Geschichte, sodass es da nichts zu bemängeln gibt. Gleiches gilt auch für die Kurzbeschreibung, die sich interessant liest, sodass ich "Kiss Online" trotz einiger Skepsis eine Chance geben wollte.

Kurz gesagt: Wer auf Vlogs steht und dabei auch kein Problem mit überdimensionaler Selbstdarstellung hat, der wird mit "Kiss Online" sicherlich seinen Spaß haben. Wer jedoch allgemein skeptisch bei der Thematik ist, der sollte eher nicht zu den Buch greifen. Ich bin für meinen Teil enttäuscht und kann von daher keine Leseempfehlung aussprechen.

Veröffentlicht am 17.03.2017

Zwiegespalten

Aus, Amen, Ende?
0

Ein Priester, der sein Amt nach fast dreißig Jahren niederlegt und in ein Kloster zieht? Dies fand ich interessant und wollte unbedingt mehr über die Hintergründe und Beweggründe von Thomas Frings erfahren. ...

Ein Priester, der sein Amt nach fast dreißig Jahren niederlegt und in ein Kloster zieht? Dies fand ich interessant und wollte unbedingt mehr über die Hintergründe und Beweggründe von Thomas Frings erfahren. Hier habe ich mir eine selbstkritische, aber auch authentische Biographie gewünscht, allerdings wurde ich dann doch eher enttäuscht.

Einerseits sind seine Ansichten relativ interessant und teilweise auch gar nicht so verkehrt, Problem ist jedoch, dass diese oftmals auf eine sehr selbstgefällige Art übermittelt werden, sodass es mir mehr als schwer fiel, den Autor sympathisch zu finden. Gleichzeitig trieft das Buch nur so vor Hilflosigkeit und Selbstmitleid, sodass ich mich bei dem doch sehr dünnen Buch oftmals gefragt habe, was mir der Autor überhaupt sagen möchte, da er sich mit seinen Aussagen auch häufig im Kreis dreht.

Ich bin von daher mehr als zwiegespalten und würde das Buch eher nicht empfehlen.

Veröffentlicht am 13.03.2017

Ein absolutes Highlight

Das Buch der Spiegel
0

Nachdem es bereits sehr viele begeisterte Stimmen zu "Das Buch der Spiegel" gab, wurde ich direkt neugierig und musste dem Buch unbedingt eine Chance geben, da es total in mein Beuteschema passt. Hier ...

Nachdem es bereits sehr viele begeisterte Stimmen zu "Das Buch der Spiegel" gab, wurde ich direkt neugierig und musste dem Buch unbedingt eine Chance geben, da es total in mein Beuteschema passt. Hier habe ich mir eine spannende, vielseitige und interessante Geschichte erhofft und letztendlich auch bekommen.

Auffällig ist hierbei der sehr gute Schreibstil, der dafür sorgt, dass sich die Geschichte stets leicht, locker und dennoch spannend lesen lässt. Dadurch, dass die Geschichte in mehreren Teilen und Perspektiven erzählt wird, erhält man hier nicht nur einen guten Eindruck, sondern erlebt auch immer wieder andere Blickwinkel, sodass ich das ein oder andere Mal auf die falsche Spur gelockt wurde.

Die Geschichte ist in insgesamt drei Teile unterteilt. Im ersten Teil der Geschichte geht es hauptsächlich darum, dass Peter Katz, seines Zeichens Literaturagent, ein Manuskript von Richard Flynn erhält, der in seinem neuestem Manuskript über die Ermordung des Professors Joseph Wieder schreibt, allerdings ist das Manuskript unvollständig, sodass man nichts über den Mörder und den Grund des Mordes erfährt. Problematisch ist zudem, dass der Autor mittlerweile verstorben ist, sodass Peter Katz dringend Antwort haben möchte, zumal die Geschichte laut Autor tatsächlich Realität ist.

Im zweiten Teil lernt man den Journalisten John Keller kennen, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird. Dieser versucht ebenfalls herausfinden, was es mit dem Mord an Joseph Wieder auf sich hat und entdeckt dabei auch das ein oder andere Detail, bei dem der Leser weiterhin miträtseln kann, was es damit auf sich hat.

Im dritten und letzten Teil erzählt der Detective Roy Freeman die Geschichte. Dieser war bereits vor einiger Zeit mit dem Fall vertraut, konnte diesen aber nie abschließen, sodass er sich nun erneut mit dem Fall befasst. Auch hier erfährt man als Leser immer wieder neue Details, bildet sich seine Meinung, rätselt mit und wird am Ende doch überrascht.

Die Figuren sind allesamt gut ausgearbeitet, man lernt sie ausreichend kennen, fiebert und rätselt mit ihnen mit und lernt aufgrund der verschiedenen Perspektiven auch die ein oder andere Macke der jeweiligen Figur kennen. Obwohl mir nicht alle Figuren in der Geschichte sympathisch waren, muss man dennoch sagen, dass diese allesamt gut und vor allem glaubwürdig in die Geschichte eingebaut wurden, sodass man hier nichts bemängeln kann.

Gleiches gilt auch für den Ablauf der Geschichte. Ich habe zunächst befürchtet, dass drei Perspektiven eventuell zu viel sein könnten, allerdings war es genau richtig so, denn dadurch nimmt die Geschichte erst recht Fahrt auf und ich wollte immer mehr über den Fall und dessen Auflösung wissen, sodass ich das Buch nur selten aus den Händen legen konnte.

Das Cover ist für mich ein absoluter Hingucker, sodass ich direkt neugierig wurde und unbedingt einen Blick auf die Kurzbeschreibung werfen musste. Diese hat mir ebenfalls sofort gefallen und somit habe ich mich sehr darauf gefreut, das Buch endlich in den Händen halten zu dürfen.

Kurz gesagt: "Das Buch der Spiegel" ist eine spannende und gut ausgearbeitete Geschichte, die mich mit einem mitreißenden Schreibstil und interessanten Figuren von der ersten bis zur letzten Seite an überzeugen konnte, sodass ich das Buch somit nur empfehlen kann.

Veröffentlicht am 13.03.2017

Aufwühlende Geschichte

Der Tag X
0

Obwohl mir Titus Müller bereits häufiger empfohlen wurde, ist "Der Tag X" tatsächlich mein erstes Buch von ihm. Dementsprechend niedrig waren auch meine Erwartungen, was allerdings ein Fehler war, denn ...

Obwohl mir Titus Müller bereits häufiger empfohlen wurde, ist "Der Tag X" tatsächlich mein erstes Buch von ihm. Dementsprechend niedrig waren auch meine Erwartungen, was allerdings ein Fehler war, denn der Autor konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite an überzeugen, sodass "Der Tag X" sicherlich nicht mein letztes Werk von ihm gewesen ist.

Da es in der Geschichte um ein historisches Ereignis geht, habe ich zunächst befürchtet, dass der Schreibstil eher trocken sein könnte, allerdings habe ich mich da geirrt, denn der Autor beschreibt die Geschichte rund um Nelly, Ilja und Co. nicht nur sehr mitreißend, sondern auch durchaus unterhaltsam, sodass ich mit "Der Tag X" ein paar interessante und angenehme Stunden verbringen durfte. Die Figuren, die trotz der historischen Ereignisse allesamt fiktiv sind, wurden gut ausgearbeitet und man lernt sie ausreichend kennen, sodass man stellenweise auch mit ihnen mitfühlen kann.

Die Art und Weise, wie der Autor hier historische Ereignisse mit fiktiven Figuren gemischt hat, hat mir sehr gut gefallen und ich fand es sehr interessant, wie gut hier alles nicht nur recherchiert wurde, sondern auch mit den Figuren zusammenpasst. Somit erhält man hier nicht nur eine interessante Geschichte über den Aufstand im Jahr 1953 in der ehemaligen DDR, sondern auch eine Geschichte, die mich zum Teil sehr berühren konnte.

Das Cover ist hübsch anzusehen und gleichzeitig äußerst passend, sodass es für mich ein kleiner Hingucker ist. die Kurzbeschreibung hat mir ebenfalls gut gefallen und mich direkt angesprochen, sodass ich Titus Müllers neuestem Werk gerne eine Chance gegeben habe.

Kurz gesagt: "Der Tag X" ist nicht nur eine gut recherchierte und aufwühlende Geschichte, sondern auch eine Geschichte, die mich sehr berühren konnte. Wer sich dazu auch noch über die Aufstände in der ehemaligen DDR im Jahr 1953 interessiert, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.