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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.08.2018

Gefühlvolles Bilderbuch

Als Larson das Glück wiederfand
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Larson ist alt und einsam, seitdem seine Frau gestorben ist. Die Kinder sind schon aus dem Haus und sogar sein Kater ist weggelaufen. Nun fristet Larson ein freud- und antriebsloses Dasein, bis eines Tages ...

Larson ist alt und einsam, seitdem seine Frau gestorben ist. Die Kinder sind schon aus dem Haus und sogar sein Kater ist weggelaufen. Nun fristet Larson ein freud- und antriebsloses Dasein, bis eines Tages ein Nachbarsjunge vor der Tür steht, und ihm eine Pflanze in die Hand drückt.

Dieses wunderschöne Bilderbuch von Martin Widmark und Emilia Dziubak geht einem wirklich zu Herzen. Während Larson sich um die Pflege des Samenkorns und später der Pflanze kümmert, bis der Nachbarsjunge aus dem Urlaub zurückkommt, kehrt er immer mehr ins Leben zurück.

Die Bilder haben einen starken Ausdruck, z. B. wenn Larson wie auf dem Cover zu sehen in seinem völlig verwahrlosten und bereits durch Wurzelwerk zugewucherten Haus die Treppe hinuntersteigt. Hier und auch durch seine Träume erhält man einen Einblick in sein Innenleben und erkennt auch ohne den Text, wie er sich fühlt und dass es ihm nicht gut geht.

Das Buch ist nur 40 Seiten kurz, aber versteht dennoch, zu bewegen und nachdenklich zu machen, darüber, wie wenig es eigentlich braucht, um glücklich zu sein. Larson findet schließlich eine Antwort darauf, die ihm neuen Lebensmut gibt.

Ein beeindruckendes Bilderbuch für Jung und Alt mit einem leisen, tiefgründigen Thema, das sich vor allem als Geschenk bestimmt ganz toll macht!

Veröffentlicht am 23.08.2018

Unterhaltsames Versteckspiel

Familie Sargnagel
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Verena und Ben leben augenscheinlich in einer ganz normalen Familie in einem ganz normalen Haus. Allerdings steht in Mutters Schlafzimmer ein Sarg und Vater knurrt gelegentlich, wenn er morgens am Frühstückstisch ...

Verena und Ben leben augenscheinlich in einer ganz normalen Familie in einem ganz normalen Haus. Allerdings steht in Mutters Schlafzimmer ein Sarg und Vater knurrt gelegentlich, wenn er morgens am Frühstückstisch in der Zeitung liest. Sie versuchen es zu verbergen, haben sogar einen unauffälligeren Familiennamen gewählt, aber manchmal lässt es sich einfach nicht verleugnen: In dieser Familie leben Werwölfe und Vampire! Das bringt natürlich allerhand witzige Situationen mit sich, denn ganz so einfach gestaltet sich das Familienleben von Wolf und Blutsauger nicht.

Gefährlich wird es aber erst, als gegenüber neue Nachbarn einziehen: Familie Van Helsing. Schon der Name jagt den Sargnagels einen Schauer über den Rücken, denn seit Generationen sind diese als Monsterjäger bekannt.

Auf dieses schöne Kinderbuch bin ich wiedermal durch das Cover von Fréderic Bertrand gestoßen. Seine Bilder gefallen mir immer besonders gut, so auch in diesem Fall. Leider gibt es im Buch selber kaum Illustrationen, was ich wirklich schade finde. Es hätte einige tolle Motive gegeben, die die Geschichte bestimmt bereichert hätten.

Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen. Es liest sich spannend und hat einige wirklich witzige Ideen zu bieten. Besonders das Ende hat mir sehr gut gefallen, denn damit hatte ich gar nicht gerechnet. Die Hauptfiguren bleiben jedoch hinter ihren Möglichkeiten zurück, was bei der Kürze des Buches aber auch nicht verwundert. Kinder werden sich trotzdem mit Ben und Verena identifizieren können, zumal sie sich bemühen, so normal wie möglich zu erscheinen.

Die Geschichte selber ist lustig und unterhaltsam, hinterließ bei mir aber keinen bleibenden Eindruck. Das braucht es hier aber auch nicht, denn es ist ein Lesevergnügen für zwischendurch, an dem alle Monsterfans bestimmt ihren Spaß haben werden.

Veröffentlicht am 21.08.2018

Stellas zweites Abenteuer

Stella Montgomery und der schaurige See von Wormwood Mire
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Von ihren Tanten wird Stella nach den Ereignissen aus Band 1 ins spukige Wormwood Mire geschickt. Hier leben Verwandte von ihr, so dass sich für Stella die Chance ergibt, mehr über sich und ihre Familie ...

Von ihren Tanten wird Stella nach den Ereignissen aus Band 1 ins spukige Wormwood Mire geschickt. Hier leben Verwandte von ihr, so dass sich für Stella die Chance ergibt, mehr über sich und ihre Familie zu erfahren.


Stella wird in diesem Teil des viktorianischen Abenteuers erneut mit kuriosen Charakteren konfrontiert. Hier ist keiner einfach nur "normal". Ob es die schrullige alte Hexe mit dem Süßwarenladen ist oder der zahnziehende Schausteller auf dem Jahrmarkt - die Figuren scheinen allesamt einem Zauberreich zu entstammen. Wie eine Traumwandlerin bewegt sich die zarte Stella durch die Geschichte und lässt sich - genauso wie ich - von den Ereignissen mitreißen.

Mit wenigen Worten schafft Judith Rossell es, eine zauberhafte Atmosphäre zu schaffen: Ob im Wald die Äste der Bäume geheimnisvoll "knarzen" oder Theodor uns durch die verschiedenen Salons des verwunschenen Hauses führt, das hat mir wieder wahnsinnig gut gefallen. Wie gerne wäre ich dort gewesen, um diesen Ort mit seinen geheimnisvollen Räumen und Gängen zu entdecken!

Es gibt so viele, schöne Details, von denen ich jetzt gerne erzählen würde (wie z. B. Theodors großartige Schwester), aber ich möchte niemandem die Überraschung verderben. Für mich ist dieser zweite Teil in jedem Fall ebenso gut gewesen wie der erste und besitzt vielleicht sogar noch etwas mehr Spannung. Band 2 baut dabei auf den Ereignissen von Band 1 auf und bringt einige offen gebliebene Fragen zur Aufklärung. Man kann aber meiner Meinung nach auch Band 2 verstehen, ohne Band 1 zu kennen, da alles Wichtige zu Beginn kurz aufgegriffen und erklärt wird.

Ich war wieder total begeistert und zähle diese Reihe unbedingt zu meinen Lieblingsbüchern. Dabei fasziniert mich nicht nur der Schreibstil der Autorin, sondern natürlich auch das von Nina Dullek wundervoll illustrierte Cover. Ein echter Schatz im Regal für Kinder, die gerne verträumte Geschichten mit sensiblen Charakteren lesen.

Veröffentlicht am 17.08.2018

Lustige Tiergeister

Tiergeister AG – Achtung, gruselig! (Tiergeister AG 1)
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Die Sankt-Ethelburg-Schule ist eine Schule, in der es von Geistern nur so wimmelt. Diese Geister jedoch sind keine verstorbenen Menschen, sondern Tiere! Bisher lebten die Tiergeister und die ...

Die Sankt-Ethelburg-Schule ist eine Schule, in der es von Geistern nur so wimmelt. Diese Geister jedoch sind keine verstorbenen Menschen, sondern Tiere! Bisher lebten die Tiergeister und die Schulkinder in friedlicher Koexistenz, aber eines Tages wird der Platz in Sankt-Ethelburg knapp und die Geister sollen weichen. 

Das können sie sich natürlich nicht gefallen lassen, denn die Schule ist auch ihr zuhause. Also beschließen sie zum ersten Mal, ihre Geisterfähigkeiten einzusetzen und zu Spuken. Nur der kleine Geisterdackel Arik und seine Freunde haben eine viel bessere Idee: Statt den Kindern Angst zu machen, um sie zu verjagen, könnte man sich doch gegenseitig helfen. Und so startet eine geheime Rettungsaktion. 

Dieses kleine Geisterbuch hat mir viel Spaß gemacht. Die vielen Tiere als Geister sind eine witzige Idee und die Geschichte hat dementsprechend auch einen sehr humorvollen Ton. Aber es gibt auch nachdenkliche Momente, z. B. als Arik zum ersten Mal erkennt, dass er tot ist. Trotzdem wird dieses schwere Thema in dem Buch leicht und locker verpackt. So geht es den Tieren auch nach ihrem Tod in ihrem Geisterleben noch gut und sie haben viel Spaß mit den anderen Tieren und Kindern zusammen. 

Die Tiergeister in Sankt-Ethelburg sind auch eigentlich gar nicht gruselig. Sie erschrecken die Kinder nur ausnahmsweise, weil sie ihren Lebensraum bedroht sehen. Eigentlich wollen sie nur in Frieden in der Schule wohnen und verstecken sich sogar tagsüber. Nachts, wenn die Schule leer steht, können sie herumspuken und am Tag gehört die Schule wieder den Kindern. 

Dies ist ein unterhaltsamer erster Teil der Reihe, der ein in sich abgeschlossenes Ende hat und trotzdem Lust auf die Fortsetzung macht. Die vielen süßen Zeichnungen im Buch fand ich besonders toll, denn so hatte ich gleich ein Bild vor Augen, wenn vom Chamäleon oder von der Krake die Rede war. Sie unterstützen den Text sehr schön und bereichern die gruselige Atmosphäre. Für alle Geisterfans und Tiernarren genau das richtige, kurzweilige Lesevergnügen! Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den zweiten Teil.

Veröffentlicht am 15.08.2018

Abenteuer im magischen Dschungel

Caldera 1: Die Wächter des Dschungels
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Das Panthermädchen Mali erwacht immer häufiger am Tag, obwohl sie doch ein nachtaktives Tier sein müsste. Dann erfährt sie, dass sie dazu auserwählt ist, zusammen mit anderen Nachtwandlern die böse Ameisenkönigin ...

Das Panthermädchen Mali erwacht immer häufiger am Tag, obwohl sie doch ein nachtaktives Tier sein müsste. Dann erfährt sie, dass sie dazu auserwählt ist, zusammen mit anderen Nachtwandlern die böse Ameisenkönigin zu bekämpfen.


Die Königin ist unter einem Tempel im Dschungel eingeschlossen, wird sich aber bald wieder befreien. Deshalb versammeln sich die magisch begabten Tiere am Tempel, um herauszufinden, wie sie die Ameisenkönigin weiterhin einsperren können.

Abgesehen von dem interessanten Klappentext hat mich auch das schöne Cover auf dieses Kinderbuch aufmerksam gemacht. Es geht um Tiere, die im Dschungel leben, was viel aufregende Exotik mit sich bringt. Neben der Pantherfamilie von Mali trifft man im magischen Urwald von Caldera außerdem auf eine Hundskopfboa, eine Fledermaus, Affen, Frösche, Papageien und jede Menge anderes Getier. Viel mehr erfährt man zum Leben im Dschungel leider nicht, aber dafür ist die Geschichte spannend.

Die Tiere haben alle besondere Fähigkeiten, so können sie z.B. Hellsehen oder die Elemente beschwören. Obwohl ich an und für sich gerne Fantasy lese, bin ich hier mit diesem Aspekt nicht so gut klar gekommen. So manches erschien mir dadurch doch etwas unlogisch, aber Kindern wird es beim Lesen vielleicht nicht so sehr auffallen.

Es gibt viel Action und interessante Wendungen in der Geschichte, die sich leicht und locker lesen lässt. Die Hauptfiguren haben alle ihre eigene Persönlichkeit und einen Hintergrund für ihre Handlungen. Das hat mir gut gefallen.

Was ich weniger mochte, war das offene Ende, das auf eine Fortsetzung schließen lässt. Hier war ich am Schluss irgendwie enttäuscht, aber es muss ja auch nicht immer ein Happy End sein. Wen das nicht stört, der kann sich auf eine rasante Fantasygeschichte mit vielen Tieren freuen.