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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.08.2025

Beziehungsstatus: Absichtlich unausstehlich

Red Flags
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"Red Flags" von Sophie Jo ist eine herrlich absurde, charmante Teen-Romcom, in der zwei Jugendliche versuchen, sich gegenseitig aus dem Datingspiel zu nerven – weil beide ihren Freunden versprochen haben, ...

"Red Flags" von Sophie Jo ist eine herrlich absurde, charmante Teen-Romcom, in der zwei Jugendliche versuchen, sich gegenseitig aus dem Datingspiel zu nerven – weil beide ihren Freunden versprochen haben, definitiv nicht Schluss zu machen. Und das, ohne zu wissen, dass es dem anderen genauso geht.
Die Protagonistin ist Romcom-Leserin mit Leib und Seele – was allein schon ein riesiger Pluspunkt ist – und sie weiß ziemlich genau, was sie will… oder glaubt es zumindest. Der Love Interest ist ebenso gut geschrieben, und ganz ehrlich: Ich steh auf beide. Not gonna lie. Es ist dieses typische „Ich will nicht, aber ich kann auch nicht aufhören“-Ding beim Lesen, das super funktioniert. Dabei ist der Schreibstil locker-flockig, dass ich das Buch wirklich in einem Rutsch inhaliert habe. Man fliegt nur so durch die Seiten, ohne jemals das Gefühl zu haben, es würde sich ziehen.
Einziger kleiner Downer: Das Thema „Liebe und Dating“ nimmt einen seeehr großen Stellenwert ein. Selbst für Teenager wirkt das fast ein bisschen drüber – als gäbe es sonst nichts im Leben. Aber wenn man das einfach hinnimmt, macht das Buch richtig gute Laune.
Unterm Strich ist Red Flags ein witziges, süßes Buch mit einem cleveren Grundkonzept, das auch mal mit den typischen Romcom-Klischees spielt. Ideal für Fans von leichtem Herzklopfen, peinlichen Situationen und ganz viel „Was zum Teufel tun die da gerade?“-Vibes.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Große Enttäuschung trotz künstlerischem Talent

Somna
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Als ich "Somna" von Becky Cloonan und Tula Lotay zum ersten Mal sah, hat mich das Cover direkt in seinen Bann gezogen - und das obwohl ich normalerweise gar keine Comics lese. (Die Letzten habe ich im ...

Als ich "Somna" von Becky Cloonan und Tula Lotay zum ersten Mal sah, hat mich das Cover direkt in seinen Bann gezogen - und das obwohl ich normalerweise gar keine Comics lese. (Die Letzten habe ich im Rahmen eines Comicseminars innerhalb meines Studiums konsumiert.)
Leider muss ich nun, nach der Lektüre von "Somna" sagen, dass ich wirklich froh bin, dank NetGalley kein Geld dafür ausgegeben zu haben. Das liegt allerdings nicht am Medium! Mit diesem wurde sehr gut umgegangen; die unterschiedlichen Zeichenstile der beiden Künstlerinnen wurden perfekt instrumentalisiert, um die verschiedenen Traum- und Wachstadien darzustellen. Zwar entsprach einer davon nicht unbedingt meinem Ästhetikempfinden, aber das tut dem eigentlichen Können dahinter ja keinen Abbruch.
Nein, das große Problem war der Plot. Wer, wie ich, fälschlicherweise von einer feministischen Geschichte mit Sexuellem Erwachen in der Zeit der Hexenverbrennungen ausgeht, liegt meilenweit daneben. Das Feministischste an der Protagonistin ist, dass sie ihre sexuellen Bedürfnisse zumindest nicht gänzlich ignoriert. Für ihr Recht darauf kämpfen aber weder sie, noch ihre Freundin. Apropos andere Frauen: Natürlich müssen wir uns auch mal wieder gegenseitig bekriegen, anstatt zueinander zu stehen, denn geeinte Frauen wären halt zu mächtig.
Im ganzen Buch gibt es keinen einzigen Twist, nichts unerwartetes passiert, überhaupt nichts. Bis auf die tatsächliche Anwesenheit des Teufels (o.ä.) ist es einfach nur eine 1zu1-Beschreibung damaliger Geschehen; gewürzt mit einer Prise Nacktheit. Sehr schade!

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Schwächster Band, aber gelungenes Finale

Empire of Sins and Souls 3 - Das zerrissene Herz
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Ich hab zusätzlich zum eARC von NetGalley auch das Hörbuch von "Empire of Sins and Souls 3 - Das zerrissene Herz" (Beril Kehribar) gekauft – einfach, weil ich nicht aufhören konnte. Eine Entscheidung, ...

Ich hab zusätzlich zum eARC von NetGalley auch das Hörbuch von "Empire of Sins and Souls 3 - Das zerrissene Herz" (Beril Kehribar) gekauft – einfach, weil ich nicht aufhören konnte. Eine Entscheidung, die ich sicherlich nie bereuen werde: Das Alter der Protagonistin und der Sprecherin Rebecca Veil passen wunderbar zusammen, abgesehen davon, dass Rebecca auch so gefühlvoll liest, dass es mir eine Gänsehaut bereitet hat. Außerdem hat jeder Charakter mit eigener Perspektive auch einen eigenen Sprecher bekommen. Große Liebe für diese Handhabe!

Nun aber zum Inhalt: Ich habe die ersten beiden Bände von Empire of Sins and Souls sehr geliebt, und Band 3 war definitiv immer noch gut. Allerdings hat er mich nicht ganz so mitgerissen wie die Vorgänger. Während diese in ihrer Handlung relativ straight forward waren, war der dritte Teil stellenweise ein ziemliches Hin und Her – was vielleicht sogar so gewollt war, aber halt einfach nicht mein persönlicher Fall. Auch die Auflösung des Love Triangles hat mich nicht ganz überzeugt; die wirkte etwas zu simpel auf mich, nachdem Emotionen und Beziehungen bisher so differenziert ausgearbeitet worden war. Natürlich war sie trotzdem noch okay, aber eben auch nicht mehr.

Dafür hat das Ende dann nochmal alles rausgeholt. Es war emotional, rund und hat super zur Gesamtstimmung der Reihe gepasst. Auch das Schmankerl, dass man erst in den letzten Zügen erfahren hat, was es überhaupt mit dem Titel des Buches auf sich hat, hat mir sehr gefallen. Aber das konnte Beril über die gesamte Reihe hinweg sehr gut: Immer wieder kleine Hints streuen und diese dann später aufgreifen bzw. erklären. Ich liebe sowas und freue mich daher auf den Reread in ein paar Jahren, wenn ich weiß, worauf ich achten muss.

Alles in allem bin ich froh, drangeblieben zu sein, selbst wenn das Finale der für mich schwächste Band war. So lange er trotzdem Spaß macht oder berührt, ist das ja alles, was zählt.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Worldbuilding besser als die Lovestory

Fae Isles − Der Henker der Königin
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Zuerst mal: Das Cover ist richtig cool – diese bunten, verlaufenen Sand-Schlieren sehen nicht nur toll aus, sondern ergeben zusammen mit den anderen Bänden ein großes Gesamtbild. Allein dafür will man ...

Zuerst mal: Das Cover ist richtig cool – diese bunten, verlaufenen Sand-Schlieren sehen nicht nur toll aus, sondern ergeben zusammen mit den anderen Bänden ein großes Gesamtbild. Allein dafür will man die Reihe im Regal stehen haben (auch wenn ich’s dank NetGalley als Hörbuch gehört habe).

Apropos Hörbuch: Ich habe es wegen Corinna Dorenkamp gehört und das war die absolut richtige Entscheidung. Seit Blood of Hercules bin ich ein Fan ihrer Stimme. Sie ist einfach perfekt für Protagonistinnen mit Humor und einer ordentlichen Portion Sarkasmus. Außerdem verstellt sie ihre Stimme so gut, dass man nie durcheinanderkommt, selbst wenn mehrere Figuren in einer Szene sprechen. Große Empfehlung!

Inhaltlich ist die Welt von Fae Isles eine echte Überraschung gewesen; die Magie über Farben ist total originell und mal was anderes als das übliche Elementar-Gedöns. Selbst die klassische „böse Königin“ ist nicht so klassisch wie man es kennt.

Riesen-Pluspunkt: Der Love Interest ist stumm. Und lernt Gebärdensprache! Mehr muss ich nicht sagen. Ich liebe das einfach.

Aber … und das ist ein großes Aber: Die inneren Monologe der Protagonistin waren wirklich schwer zu ertragen. Über weite Strecken denkt sie in Endlosschleifen: „Er ist so böse … aber auch so heiß …“ again and again. Es ist kein Slow Burn, sondern eher Instalust mit Extrasteps, und das nervt mit der Zeit ziemlich. Auch ihre Naivität ist hart an der Grenze. Warum sie so sehr an ihrer Familie hängt - obwohl wir von Anfang an wissen, wie mies sie sie behandelt haben - bleibt mir ein Rätsel.

Trotzdem: Ich höre weiter! Die Welt, das Magiesystem und die Sprecherin reißen es raus. Ich hoffe einfach, dass der innere Monolog im nächsten Band leiser wird und wir uns mehr auf das konzentrieren können, was Fae Isles richtig gut kann: Originelle Fantasy mit einer spannenden Welt.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Immerhin ist die Protagonistin queer

Hunt on Dark Waters
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Hexen, Vampire, Portale, Piraten, Selkies – Hunt on Dark Waters wirft alles in einen Topf, was Fantasy so hergibt, und würzt das Ganze mit einer ordentlichen Prise Spice. Klingt nach einem wilden Ritt? ...

Hexen, Vampire, Portale, Piraten, Selkies – Hunt on Dark Waters wirft alles in einen Topf, was Fantasy so hergibt, und würzt das Ganze mit einer ordentlichen Prise Spice. Klingt nach einem wilden Ritt? Ist es auch. Leider aber nicht nur im besten Sinne.

Die Geschichte beginnt vielversprechend: Evelyn, eine etwas nervige, aber durchaus interessante Hexe mit Hang zum Chaos, flieht vor ihrer Vampir-Exfreundin durch ein Portal und landet auf dem Schiff eines Piratenkapitäns namens Bowen. Der ist natürlich groß, düster, magisch begabt und... ziemlich blass. Im Sinne von: kaum erinnerungswürdig. Zwischen Evelyn und Bowen soll es dann ordentlich knistern – aber was man bekommt, ist eher ein laues Lüftchen. Insta-Love, wenig echte Chemie, und alles viel zu schnell und unglaubwürdig. Schade, denn Potenzial war da.

Die große Stärke des Buchs liegt eindeutig im Worldbuilding. Robert hat ein Händchen dafür, bekannte Mythen zu vermischen und etwas Eigenes daraus zu machen. Die Idee von magischen Meeren, durch die man zwischen Welten reist, ist cool – ebenso wie der Vibe von Fluch der Karibik meets romantasy. Nur leider bleibt vieles oberflächlich. Die Welt wird angerissen, aber nie wirklich greifbar. Auch die Nebenfiguren bleiben blass; OBWOHL ES EINEN NEBENCHARAKTER MIT SCHUPPEN GIBT. Es war mein absolutes Highlight und trotzdem wurde nicht viel mehr draus. Hmpf.

Der Plot schwankt zwischen actionreich und zäh. Teilweise passiert alles gleichzeitig, dann wieder gefühlt gar nichts. Und obwohl die Liebesgeschichte viel Raum einnimmt, fehlt es an Tiefgang. Evelyn und Bowen verlieben sich einfach... irgendwann? Man verpasst den Moment. Das Spicy-Level ist gewohnt hoch, aber ohne echte emotionale Verbindung wirkt auch das irgendwie leer. Gut geschrieben waren sie trotzdem.

Wer Lust auf eine leicht verdauliche Fantasy-Romanze mit queerem Cast, Piratenromantik und einem Hauch düsterer Magie hat, könnte hier gut unterhalten werden. Nur darf man keine ausgefeilte Story oder tiefgreifende Figurenentwicklung erwarten.

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