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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.01.2025

Kurz, knackig, witzig

Prima, fein gemacht!
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Martina Brandl ist seit vielen Jahren als Kabarettistin und Komikerin auf deutschen Bühnen und im Fernsehen unterwegs. Sie hat bereits etliche Preise gewonnen. In diesem Buch sind lustige Kurztexte zu ...

Martina Brandl ist seit vielen Jahren als Kabarettistin und Komikerin auf deutschen Bühnen und im Fernsehen unterwegs. Sie hat bereits etliche Preise gewonnen. In diesem Buch sind lustige Kurztexte zu verschiedenen Themen versammelt.
Humorvoll , selbstkritisch und oft bissig schildert die Autorin ihre Begegnungen mit Menschen und Dingen. Die Geschichten sind mitten aus dem Leben gegriffen und schilern eine fministische und zugleich selbstironische Sicht. Manchmal wird sie ganz schön radikal, was mir besonders gut gefallen hat, zum Beispiel in der Geschichte über BHs. Auf der anderen Seite ist sie so normal, dass ein Hund ihr Leben komplett auf den Kopf stellt. Ein Fischbrötchen zu interviewen, ehe man es isst, darauf muss man auch erstmal kommen. Oder einen Leuchtturm. Der nachdenkliche Text über die Hoffnung - „schlimm!“ - ist ein guter Abschluss. Daraus nehme ich sogar etwas mit.
Das Buch ist unterhaltsam und leicht zu lesen, dabei weder platt noch anspruchslos.

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Veröffentlicht am 01.01.2025

Weihnachtskrimi mit Dackel

Morden ohne Sorgen - Tannenmord im Weihnachtswald
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Die skurrilen Geschichten um den Lokaljournalist Frederik Loebell gehen hier in die dritte Runde. Es werden Weihnachtsbäume gestohlen und eine Leiche wird gefunden. Das zuständige Polizeiteam, die Presseleute ...

Die skurrilen Geschichten um den Lokaljournalist Frederik Loebell gehen hier in die dritte Runde. Es werden Weihnachtsbäume gestohlen und eine Leiche wird gefunden. Das zuständige Polizeiteam, die Presseleute und die Mutter des Protagonisten sind aus früheren Folgen der Reihe bekannt. Doch diesmal ist die Polizei involviert. Ein Ruheständler von auswärts wird hinzubeordert.
Der Dackel Wilhelm spielt wie immer eine schweigende, aber tragende Rolle. Der starke Schneefall in Potsdam bringt eine weihnachtliche Atmosphäre. War das schön, als es noch in Wirklichkeit so geschneit hat!
Die Geschichte ist unterhaltsam und nicht allzu komplex. Sie ist amüsant zu lesen. Mein Lieblingszitat: „Bäume werden von Männern gefällt. Frauen sägen nur an Stühlen.“
Weil das Buch mit kaum 150 Seiten sehr kurz ist, können daran auch Menschen Spaß haben, die eigentlich eher selten lesen.

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Veröffentlicht am 27.12.2024

Im Süden lebt es sich angenehmer

Es kann so schön sein, das Leben
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Eigentlich wissen wir alle ganz genau, wie man besser leben könnte: Sich Zeit lassen, Solidarität mit anderen pflegen, gut essen, sich Bewegung gönnen und einiges andere mehr. Jeder weiß das, aber kaum ...

Eigentlich wissen wir alle ganz genau, wie man besser leben könnte: Sich Zeit lassen, Solidarität mit anderen pflegen, gut essen, sich Bewegung gönnen und einiges andere mehr. Jeder weiß das, aber kaum jemand tut es. Der Autor, deutscher Journalist und Frankreich-Experte, schaut sich an, wie die Menschen im Süden Europas leben und listet auf, warum es ihnen so gut geht. Auch Frankreich zählt er zu diesem „Süden“.
Die Tipps, die er ausschließlich aus persönlichen Erlebnissen und Beobachtungen folgert, sind naheliegend und längst bekannt. Er verortet sie geografisch, im Sinne des französischen „Savoir-Vivre“ oder des italienischen „Dolce Vita“.
Wenn also im Süden tatsächlich alles besser ist, warum dann nicht auswandern? Diesen konsequenten Schritt ist er anscheinend selbst gegangen. Was das für den Einzelnen bedeuten kann, welche Gedanken und Entwicklungen damit verbunden sind. Leitsätze, die dabei helfen können, runden das Buch ab. Ganz am Ende findet sich ein unterhaltsames Alphabet des „Dolce Vita“.
Das Lektorat sorgt an einigen Stellen für Fragen – hier war offenbar eine automatische Rechtschreibprüfung aktiv, die nicht weiter kontrolliert wurde.
Dies ist vielleicht eine inspirierende Zusammmenstellung für Menschen, die Leichtigkeit in ihrem Leben vermissen. Insgesamt gibt es aber wenig Neues.

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Veröffentlicht am 12.12.2024

Geld erklären

Money Mindset. Finanzieller Erfolg beginnt im Kopf
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Der Autor betreibt verschiedene Kanäle im Internet, auf denen er Finanzwissen teilt. Dieses ist sein erstes Buch.
Der Ansatz ist interessant: Schöbel entschlüsselt zunächst Glaubenssätze, die uns im Umgang ...

Der Autor betreibt verschiedene Kanäle im Internet, auf denen er Finanzwissen teilt. Dieses ist sein erstes Buch.
Der Ansatz ist interessant: Schöbel entschlüsselt zunächst Glaubenssätze, die uns im Umgang mit Geld beeinflussen. Aus subjektiven Gründen machen wir Fehler, anstatt uns von Vernunft leiten zu lassen.
Dann geht es um Fakten: Aktien, ETF, Zinseszins und verschiedene Arten von Gewinn, den man machen kann. Wichtiger Aspekt: An der Börse zu investieren bedeutet, auf Zeit zu setzen. Das braucht Geduld. Man muss abwarten können und sollte nicht auf jedes kleine Auf und Ab reagieren. Bei Immobilieninvestment, Blockchains, Rohstoffen bleibt das Buch etwas an der Oberfläche. Das ist auch alles nicht so leicht zu verstehen.
Hilfreich ist der Plan, wie man sich finanzielle Ziele setzt und erreicht. Und immer wieder wichtig: Das langfristige Denken.
Schließlich geht es dem Autor darum, wie man zufrieden wird. Dazu gehört genug Geld, aber dazu gehört auch noch mehr. Auch ein Grund, warum man sich nicht allzu oft um die Finanzen kümmern sollte.
Insgesamt ein informativer und kluger Einstieg.

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Veröffentlicht am 06.12.2024

Fesselnd erzählt

Die Tochter der Drachenkrone
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Die Autorin schrieb schon einige Romane, die im mittelalterlichen Wales an den Fürstenhöfen spielen und das Leben historischer Persönlichkeiten schildern. Hier steht eine starke Frau im Mittelpunkt: Gwenllian ...

Die Autorin schrieb schon einige Romane, die im mittelalterlichen Wales an den Fürstenhöfen spielen und das Leben historischer Persönlichkeiten schildern. Hier steht eine starke Frau im Mittelpunkt: Gwenllian ferch Rhys.
Die Lebensgeschichte der Gwenllian ist fesselnd und emotional erzählt. Als kleines Mädchen und Tochter eines großen Fürsten erlebt sie furchtbare Demütigungen und Kriege. Ihre Brüder bekämpfen einander, und sie selbst muss Position beziehen. Das Leben der Fürsten besteht aus Bündnissen und Kriegen, die immer wieder neu aufflammen. Gwenllian lehnt es ab, sich nur zu Bündniszwecken zu verheiraten. Sie hat das seltene Glück, eine große Liebe zu finden, die auch noch in die fürstliche Politik passt. Aber von schlimmen Erfahrungen bleibt sie nicht verschont.
Die Hauptperson entwickelt sich vom radikalen Kind zu einer reifen Frau. Durch eigene Kinder verschieben sich ihre Wertigkeiten und sie schafft es, Bündnisse und Freundschaften mit dem Feind einzugehen, um zu überleben und um den Frieden zu sichern. Ihre Entwicklung und ihr Charakter sind glaubhaft und sympathisch - sie könnte eine Frau von heute sein.
Detailreich wird auch die Lebensweise geschildert: Frauen und Männer leben getrennt von einander, selbst Eheleute treffen sich nur am Abend. Geiseln werden im Rahmen der Bündnispolitik freiwillig gegeben: Nur wenn sich der „Bündnispartner“ gut benimmt, erhält er sein Familienmitglied unverletzt zurück, auch wenn das Jahre dauert. Und selbst bei ihren eigenen Brüdern ist Gwenllian nicht vor Überraschungen sicher.
Eine ganz normale Frauengeschichte aus einer fremden Zeit, mitreißend erzählt. Weil ich wirklich abtauchen konnte, vergebe ich hier alle fünf Sterne.

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