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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.06.2026

Unterhaltsam

Der Gesang des Falken
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Die Autorin entführt uns an den französischen Königshof ins sechzehnte Jahrhundert. Neben vielen anderen Menschen lebt dort auch die junge Hofdame Anne Boleyn. Doch im Zentrum dieser Geschichte steht Marcelle, ...

Die Autorin entführt uns an den französischen Königshof ins sechzehnte Jahrhundert. Neben vielen anderen Menschen lebt dort auch die junge Hofdame Anne Boleyn. Doch im Zentrum dieser Geschichte steht Marcelle, uneheliche Tochter des königlichen Stallmeisters.
Wir erhalten einen bildhaften Einblick in das Leben der Frauen jener Zeit am königlichen Hofe, geschildert von Marcelle und einer anderen Frau. Der Stil ist lebendig und flüssig zu lesen. Die beigefügte Liste der historischen Persönlichkeiten ist hilfreich. Auch wer echt ist und wer ausgedacht, lässt sich nachlesen. Das Buch ist gründlich recherchiert.
Die Kapitel sind kurz, sie werfen einzelne Schlaglichter auf das höfische Leben. Es ist geprägt von Prunk und Stolz, von Politik, Intrigen, und Gemeinheiten. Doch allzu schlimme Dinge erleben wir hier nicht. Schon im Vorwort erfahren wir, wohin die Freundschaft zwischen Marcelle und Jean, dem Sohn des königlichen Falkners, führt und wie es mit Anne einmal ausgeht. Da wird es nicht besonders aufregend. Anne Boleyn bleibt neben ihrer Freundin Marcelle leider recht blass.
Ein farbiges Sittengemälde, unspannend und wenig spektakulär.

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Veröffentlicht am 22.06.2026

Toll!

Idefix und die Unbeugsamen 09
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Im Universum von Asterix und Obelix ist eine Menge los. In Lutetia, das von den Römern besetzt ist, lebt eine Gruppe von Tieren, die hier für Gerechtigkeit sorgt. Es ist die Bande von Idefix. Die Charaktere ...

Im Universum von Asterix und Obelix ist eine Menge los. In Lutetia, das von den Römern besetzt ist, lebt eine Gruppe von Tieren, die hier für Gerechtigkeit sorgt. Es ist die Bande von Idefix. Die Charaktere sind sehr schräg und komisch, und auch der Wortwitz macht großen Spaß. Die Zeichnungen sehen genauso aus wie die „Originale“. Auch hier gibt es viele Details, die ein wiederholtes Anschauen der Bilder und ein Nachlesen lohnen. Die Texte sind witzig und anspielungsreich. Zentrale Themen sind Freundschaft und Gerechtigkeit. Und der Widerstand gegen die Römer!
Dies ist bereits der neunte Band der Idefix-Reihe. Das Buch ist nur etwa halb so groß wie die bekannten Asterix-Comics, und es enthält drei Geschichten, die unabhängig von einander sind. Besonders gefiel mir die Geschichte um einen Straßenmaler. Wie er tauchen einige Figuren aus den Asterix-Bänden hier auf.
Idefix hat alles, was die Asterix-Bände auch haben. Für Fans und jene, die es bald sein werden.

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Tragisch

Geschwister
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Ulrika, Andrea und Rasmus sind Geschwister. Sie alle sind erwachsen. Die Erinnerungen an die gemeinsame Kindheit sind sehr unterschiedlich. Jedes der drei Kinder berichtet aus seiner Sicht von den prägendsten ...

Ulrika, Andrea und Rasmus sind Geschwister. Sie alle sind erwachsen. Die Erinnerungen an die gemeinsame Kindheit sind sehr unterschiedlich. Jedes der drei Kinder berichtet aus seiner Sicht von den prägendsten Momenten.
So wird das Empfinden jedes einzelnen Geschwisterkinds sehr begreiflich. Gemeinheiten und Missverständnisse zwischen den Geschwistern werden plausibel und scheinen beinahe zwingend. Tragischerweise liegen all die guten Momente, die es zwischen ihnen gab, schon Jahrzehnte zurück.
Schwer erträglich fand ich Andrea, die Mittlere, die im Buch den größten Raum einnimmt. Sie scheint sehr engagiert für das, was sie unter Familie versteht. Sie reißt alles an sich und macht sich damit selber den größten Stress. Aber es fehlen ihr wesentliche Informationen über ihre Kindheit, die die ältere Schwester besitzt. Der später Geborene hat wiederum eine ganz andere Sicht.
Mir kam das alles sehr realistisch vor. Die Hauptpersonen sind glaubhaft, selbst Andrea. Zum Ende hin entsteht eine Zuspitzung, die weh tut.
Für ein besseres Verständnis der kompletten Geschichte fehlte mir die Sicht der Mutter.

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Veröffentlicht am 08.06.2026

Großartig

Tata
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Agnes erhält die Nachricht, ihre Tante Colette sei gestorben. Doch diese wurde schon vor drei Jahren beerdigt. Was ist da passiert?
Ein vielversprechender Anfang. Ich hatte einen Spannungsroman erwartet, ...

Agnes erhält die Nachricht, ihre Tante Colette sei gestorben. Doch diese wurde schon vor drei Jahren beerdigt. Was ist da passiert?
Ein vielversprechender Anfang. Ich hatte einen Spannungsroman erwartet, aber das ist es nicht.
Die Lebensgeschichte der Tante Collette wird zum großen Teil erzählt von ihrer Nichte Agnes, aber in Teilen auch von ihr selbst. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Perspektivwechsel, durch die wir einen Einblick in das Innenleben der jeweils Beteiligten erhalten. Es entsteht ein Familienpanorama, das verschiedenen Handlungssträngen folgt und auf unterschiedlichen Zeiteben spielt. Da muss man sich schon etwas anstrengen, um immer genau zu verstehen, worum und um wen es gerade geht, und was die Person vorher schon erlebt hat. Eine Liste der Figuren wäre hilfreich gewesen.
Der Stil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Sehr genau schildert sie Emotionen und Zwischentöne. Es geht um Liebe und Freundschaft, um Schuld, Gewalt und Missbrauch, und darum, einander zu helfen.
Valerie Perrin ist eine moderne französische Autorin, die bewegend und spannend erzählt. Wer komplexe Familiengeschichten mag, ist hier gut aufgehoben.

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Goldrubinglas

Träume aus Feuer
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1685: Johannes Kunkel ist Alchimist und bekommt vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg eine Insel in der Havel geschenkt, um dort Glas zu fertigen. Er erschafft Großartiges.
Die Sprache ...

1685: Johannes Kunkel ist Alchimist und bekommt vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg eine Insel in der Havel geschenkt, um dort Glas zu fertigen. Er erschafft Großartiges.
Die Sprache von Florian Illies ist etwas Besonderes. Der Autor berichtet poetisch und mit einem feinen Humor, aber auch mit einer gewissen Distanz. Wörtliche Rede benutzt er nur selten. Das wirkt eher betrachtend als spannend. So sehr ich die Sprache genoss, ich konnte mich nicht so richtig verlieren in der Geschichte.
Die Details der Glasherstellung sind sehr anschaulich. Es ist ein Handwerk und zugleich eine Kunst, und das an der Grenze zwischen Alchemie und Naturwissenschaft.
Ein interessanter Einblick in die deutsche Geschichte. Kein Roman.

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