Cover-Bild Der letzte Leuchtturm
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 14.04.2026
  • ISBN: 9783755800620
Michael Pedersen

Der letzte Leuchtturm

Roman | »Ein originelles Debüt, das vor schillernder Sprache nur so sprüht« Bernardine Evaristo
Stephan Kleiner (Übersetzer)

Auf Muckle Flugga, der nördlichsten bewohnten Insel der Shetlands, leben einzig ein Leuchtturmwärter und sein Sohn, der wundersame Ouse. Seit dem Tod seiner Mutter ist Ouses letzter wahrer Freund der Geist des Schriftstellers Robert Louis Stevenson. Nur im Gespräch mit ihm und in seinem Atelier, in dem er die farbenfrohesten Pullover strickt, findet er Zuflucht vor seinem hartherzigen Vater. Als Firth, ein schwermütiger Autor aus Edinburgh, sich in eine Hütte auf der Insel einmietet, zieht ein Sturm über Muckle Flugga auf. Firth, der seine vermeintlich letzte Reise angetreten ist, um den Lieblingsvogel seines Großvaters zu finden und zu malen, entdeckt Ouses künstlerisches Talent und freundet sich mit dem jungen Mann an. Ein Tauziehen zwischen dem Vater und Firth beginnt. Wären Ouse und seine Begabung nicht viel besser in einer Stadt wie Edinburgh aufgehoben? Firth möchte seinen neuen Freund befreien: von der einsamen Insel und seinem kontrollierenden Leuchtturmwärter. Doch kann Ouse den Vater und diesen nahezu magischen Ort wirklich hinter sich lassen? Er muss eine Entscheidung fällen, die selbst die Gezeiten auf Muckle Flugga für immer verändern könnte.

»Ein kaleidoskophaftes, sprachlich kühnes Werk voller funkelnder Metaphysik, unterfüttert von der ehrwürdigen Suche nach Freude, Erlösung und der Macht des Ortes.« OCEAN VUONG

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2026

Naturgewalt

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Noch immer bin ich atemlos nach dem Ende dieses beeindruckenden Buches. Wow!
Ich hatte eine beschauliche Geschichte über das Leben eines Leuchtturmwärters und seines Sohnes auf einer einsamen Insel erwartet ...

Noch immer bin ich atemlos nach dem Ende dieses beeindruckenden Buches. Wow!
Ich hatte eine beschauliche Geschichte über das Leben eines Leuchtturmwärters und seines Sohnes auf einer einsamen Insel erwartet und bekommen habe ich ein Buch wie eine Naturgewalt.
Die beiden leben nach dem Tod der Ehefrau und Mutter allein auf der Shetlandinsel Muckle Flugga am Rande des britischen Imperiums und schützen die Schiffe davor an den gefährlichen Felsen zu zerschellen. Der hartherzige, um seine Frau trauernde Vater geht davon aus, dass sein Sohn einmal den Posten übernehmen wird, doch Ouse ist ein begabter Künstler. Er näht wunderbare Teppiche und strickt fantasievolle Pullover. Als der chaotische, depressive Schriftsteller Firth auf die Insel kommt, um sich dort umzubringen, gerät das fragile Gleichgewicht zwischen Vater und Sohn aus den Fugen.
Nur selten hat mich die Sprache in einem Buch so beeindruckt wie in diesem. Da sind Sätze, die auf der Zunge zergehen wie Butter, aber auch harte, grausame Worte, die den Atem rauben. Wunderbare Naturschilderungen und skurrile Ereignisse wechseln sich ab mit harten Passagen, die direkt ins Herz gehen.
Da ist auch der Übersetzer Stephan Kleiner zu loben, der das Werk genial ins Deutsche übersetzt hat.
Das Buch ist nicht leicht zu lesen, man muss sich erst an den Stil gewöhnen, aber je länger man liest, umso mehr erkennt man die außerordentliche Qualität des Buches. Durchhalten lohnt sich!

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Schön!

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Ein angehender Selbstmörder lässt sich von einem vorbeifliegenden Baßtölpel überzeugen, vorher noch etwas zu erledigen. So reist er nach Muckle Flugga, eine unbewohnte Shetlandinsel, auf der Ouse und sein ...

Ein angehender Selbstmörder lässt sich von einem vorbeifliegenden Baßtölpel überzeugen, vorher noch etwas zu erledigen. So reist er nach Muckle Flugga, eine unbewohnte Shetlandinsel, auf der Ouse und sein gewalttätiger Vater sich um den Leuchtturm kümmern. Der Autor ist erfolgreicher Poetry Slammer und Lyriker in Schottland.
Die Hauptpersonen haben mich fasziniert und überrascht. Immer wieder wechseln die Perspektiven, manchmal mehrmals im gleichen Absatz. Das ist immer eindeutig, und es bringt die Menschen dem Leser sehr nahe. Auf Anführungsstriche, die wörtliche Rede anzeigen, wird kompett verzichtet. Alles Gesagte ist kursiv gedruckt. Das verstärkt den Eindruck, es gehe hier mehr darum, wie die Menschen sind als darum, was sie darüber sagen.
Die Sprache ist besonders. Beispiel: „Lichtexplosionen aufgeplatzter Kirschen, die am Lätzchen des Himmels herabrinnen, während sich die Dunkelheit hereinwindet und Sternenlicht alles mit Juwelen besetzt“. Der Ausdruck „Sonnenuntergang“, so heißt es, sei doch viel zu mechanisch und klinisch!
Die Geschichte entwickelt sich eher langsam. Weil viel gestaunt wird und die Sprache so ungewöhnlich ist, erfordert dieses Buch viel Aufmerksamkeit. Dennoch ein Highlight!

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Wie ein Ausflug ans Meer - sehr lesenswert!

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„In seinen Augen ist die abgelegene Insel eine prächtige und gütige, wenn auch aufbrausende und launenhafte Gastgeberin. Es hängt schlicht davon ab, mit wem sie zu tun hat – schließlich verfügt Muckle ...

„In seinen Augen ist die abgelegene Insel eine prächtige und gütige, wenn auch aufbrausende und launenhafte Gastgeberin. Es hängt schlicht davon ab, mit wem sie zu tun hat – schließlich verfügt Muckle Flugga wie alle alten Herrschaften von Format über einen erlesenen Geschmack.“ (S. 8)

Das ist der erste Eindruck des Schriftstellers Firth, als er aus Edinburgh auf der kleinen schottischen Insel anlandet, um seinem Leben ein Ende zu setzen. Er möchte noch Vögel zeichnen im Gedenken an seinen Großvater, bevor er sich in die raue See stürzt.

Doch er hat die Rechnung ohne Ouse gemacht, den Sohn des äusserst harschen Leuchtturmwärters. Ouse ist ein zarter Charakter, eine naturverbundene Seele, der Muckle Flugga und ihre Pflanzen und Tiere liebt, genauso wie auch Bücher und das Stricken. Ihm gelingt es, Firth – der sich hinter einer Fassade aus Snobismus versteckt - aus der Reserve zu locken und sich zu öffnen.

Dabei hat auch Ouse es nicht leicht, leidet er doch teilweise unter seinem jähzornigen Vater, der den Tod der Mutter nie verwunden hat und sich nichts mehr wünscht, als das sein Sohn in seine Fußstapfen als Leuchtturmwärter tritt. Denn das ist sein Leben – den Seefahrenden Licht und Sicherheit geben. Dabei benutzt er seinen Sohn ein wenig als Ersatz-Ehefrau und offenbart recht patriarchale Züge.

Zwischen Ouse, der bisher lediglich eine imaginäre Freundschaft zu dem Schriftsteller Robert Louis Stevenson pflegt, entwickelt sich langsam eine Freundschaft, die in den beiden jungen Männern etwas verändert. Doch die größte Änderung steht noch bevor…
🌊
Das Debut von Michael Pedersen hat mich absolut begeistert! Diese wunderschöne Sprache! Mal haben mich die Sätze wie eine heftige Welle überrollt und unter Wasser gezogen, im nächsten Moment hat mich eine Formulierung ganz zart umspült.

„Er vergisst nie, was sein Vater ihm eingebläut hat: Bei all ihrer Verspieltheit bleibt die See eine Mörderin – das, worüber die Covenant da tänzelt, sind Schlachtfelder und Mordstätten, so schön sie in ihren azurblauen Gewändern mit den türkisen Pailletten auch sein mögen. Unter der glatten Oberfläche lauert eine Gewalt, die eine ganze Armee in einer Mikrosekunde auslöschen könnte.“ (S. 154)

An dieser Stelle ein großer Dank an den Übersetzer Stephan Kleiner #stephankleiner, dem es meiner Meinung nach meisterhaft gelungen ist, den Geist des Originals ins Deutsche zu transportieren!

Die Protagonisten waren mir allesamt sehr nah. Der Autor hat es auch immer wieder geschafft, den Persönlichkeiten neue Facetten hinzuzufügen, sodass ich zum Schluss sogar den cholerischen Vater ins Herz geschlossen hatte. Vater und Sohn spiegeln für mich ein wenig das Meer wieder, dass die abgelegene Insel umspült. Ruhig und zart oder aufbrausend und stürmisch, so wirken die beiden auf mich.

🌊
Der Roman lebt von seinem poetischen Schreibstil, der tollen Atmosphäre und den ambivalenten Charakteren. Ich konnte den Wind in meinen Haaren spüren und das Salzwasser auf meiner Haut schmecken. Ich habe mich über die Tierbeobachtungen gefreut und habe vom Leuchtturm aus über die weite See geblickt. Dieser Roman hat mich für sich eingenommen und ich kann ihn uneingeschränkt empfehlen!

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Vom Gehen oder Bleiben

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Muckle Flugga: nördlichste bewohnte Insel Grossbritanniens. Sturmumtost trotzt die Insel der Shetlands den Fluten der Nordsee. Als letzte Bastion der Menschheit wacht ein Leuchtturm und lotst die Schiffe ...

Muckle Flugga: nördlichste bewohnte Insel Grossbritanniens. Sturmumtost trotzt die Insel der Shetlands den Fluten der Nordsee. Als letzte Bastion der Menschheit wacht ein Leuchtturm und lotst die Schiffe durch diese schwierige Passage. Einzige verbliebene Bewohner sind der jähzornige, verwitwete Leuchturmwärter und dessen 19-jähriger Sohn Ouse. Beide vermissen die verstorbene Mutter des jungen Mannes auf ihre Weise: Ouse mit tiefer Liebe und Empathie im Herzen; sein Vater mit Brutalität und Verbitterung. Es scheint besiegelt, dass Ouse ebenfalls Leuchtturmwärter werden soll. Er hat kaum menschliche Kontakte. Seine Familie sind Krabben, Robben, Möwen und Papageientaucher. Er kennt jeden Winkel des Eilands und bei Langeweile spricht er mit dem Geist von Robert Louis Stevenson. Der imaginierte Freund steht ihm auch bei, wenn der Vater wieder zugeschlagen hat.

Die Dynamik ändert sich, als ein Hausgast eintrifft. Firth, ein lebensmüder, erfolgloser Schriftsteller möchte auf der Insel seine allerletzte Lebensaufgabe vollbringen. Er erkennt als Einziger das kreative, künstlerische Talent in Ouse und ermutigt ihn, dieses zu fördern. Dazu müsste er jedoch die geliebte Insel verlassen. Ouse muss sich entscheiden.

Der Roman lebt von der poetischen Sprache, die sich so tänzerisch emporschwingt, dass einem manchmal schwindlig wird. Scheinbar mühelos webt der Autor den Mikrokosmos dieser Insel um den Leser herum. In lebendigen Bildern beschreibt er die ungezähmte Natur, die Definition von Heimat und das breite Feld der Emotionen der Protagonisten. Hoffentlich nicht der letzte Roman des Lyrikers. Meine Empfehlung für Leser, denen "Öffnet sich der Himmel" von Sean Hewitt gefallen hat.

Veröffentlicht am 27.03.2026

Ein Muss für Leuchtturmliebhaber

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Da ich Leuchttürme liebe, habe ich mich für das Buch mit dem wirklich schönen Cover entschieden, obwohl mich die Zusammenfassung nicht vollends überzeugt hatte.
Es war kein Fehler, mich für dieses Buch ...

Da ich Leuchttürme liebe, habe ich mich für das Buch mit dem wirklich schönen Cover entschieden, obwohl mich die Zusammenfassung nicht vollends überzeugt hatte.
Es war kein Fehler, mich für dieses Buch entschieden zu haben. Die Geschichte las sich zu Beginn etwas schwer, als ich mich nach wenigen Seiten hineingefunden hatte, konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen.
Mein Lieblingszitat ist:
„Der Ozean ist noch immer der größte Bildhauer der Welt“

Die „Prestigereiche Buchsammlung Muckle Fluggas“ würde ich am liebsten sofort besuchen und wie Ouse „ganze Nachmittage darüber verlieren, diese Bücher in Augenschein zu nehmen, die Bindung zu bewundern, über die Leineneinbände zu streichen, die erhaben geprägte Schrift zu befühlen, mit den seidenen Lesebändchen über meine Haut zu fahren.“ und ich würde gern „all diese Buchhandlungen besuchen, um als Bücherjäger in die Fußstapfen der Mutter zu treten“

Michael Pedersen hat „mit dem Aneinanderreihen von Worten“ um es mit den Worten des Autors zu sagen ein großartiges Buch in die Welt gebracht.
Man möchte am liebsten sofort auf Muckle Flugga reisen und unter anderem folgendes genießen:
„Es liegt Freude darin, wie die Felsen an jedem Sommertag in der Sonne schimmern. Das gibt mir Kraft.“
Insgesamt ein sehr besonderes Buch für mich und ich vergebe eine absolute Kaufempfehlung.

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